Archiv für April 2013

Hinrichtungswelle im Iran


Zentralgefängnis von Sahedan (Provinz Sistan und Balutschistan)

Die politischen Gefangenen des Zentralgefängnisses von Sahedan haben eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die derzeit stattfindende Hinrichtungswelle in den iranischen Gefängnissen verurteilten und ein Einschreiten der UNO forderten.

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Gefangenenselbstverwaltung im Iran

Während der Großteil der iranischen Bevölkerung im Iran nur davon träumen kann, ihre eigenen Vertreter zu wählen, ohne dass die Geistlichen (die Ajatollahs) oder die Revolutionswächter (Pasdaran) dazwischen pfuschen, gibt es in den Gefängnissen zumindest Ansätze. So haben die politischen Gefangenen im Trakt 350 des Ewin-Gefängnis ihren eigenen Vertreter gewählt, wie es auch in der iranischen Gesetzgebung vorgesehen ist. Dies gefiel dem stellvertretenden Gefängnisleiter Momeni nicht, der die Gefangenen aufforderte, einen anderen zu wählen. Die Gefangenen lehnten diese Forderung als illegal ab und forderten, dass Momeni abgesetzt werde, weil er mit seinem illegalen Vorgehen eine schlechte Atmosphäre im Gefängnis erzeuge. Darauf wurden am Sonntag, den 28. April 2013, Spezialeinheiten eingesetzt, zehn politische Gefangene kamen in Einzelhaft und erhielten Besuchsverbot. Die Gefangenen drohen nun mit einem Hungerstreik, wenn ihre Forderungen weiter ignoriert werden.

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Blockadestreik in Chatunabad (Iran)

In der Provinz Kerman (Zentraliran) im Gebiet Sar-Tscheschme ist eine große Firma mit dem Abbau und der Verhüttung von Kupfererzen beschäftigt. Die Firma Mojt‘ama‘e Mess-e Chatunabad ist in staatlicher Hand. Sie baut das Erz ab und verhüttet es in anderen Werken. Seit über zwei Jahren fordern die Arbeiter dieser Firma – es sind insgesamt 2400 – ihre Rechte ein (bezüglich der Lohnzahlungen u.a. Forderungen), werden aber von der Firmenleitung nur mit Versprechen hingehalten. Deshalb haben 300 Arbeiter in Vertretung der gesamten Belegschaft am vergangenen Freitag, den 26.04.2013, den Zugang zur Kupferschmelze besetzt, so dass kein Fahrzeug ein- oder ausfahren kann und die Produktion stillgelegt ist.
Vergangene Nacht erschien eine Sondereinheit der Polizei, um den Blockadestreik aufzulösen. Die Blockade vor den Fabriktoren konnte sie zwar aufbrechen, aber jetzt haben die Arbeiter in der Fabrik einen Sitzstreik eröffnet. Der Kampf geht weiter.

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Taxiprotest in Sanandadsch (Iran)

In der kurdischen Stadt Sanandadsch versammelten sich am vergangenen Donnerstag, den 25.04.2013, die Taxifahrer mit ihren Autos vor dem Stadtrat von Sanandadsch, um gegen die hohen Benzinpreise zu protestieren. Als die „Sicherheitskräfte“ die Demonstranten beleidigten, verschärfte sich die Lage. Als es der Polizei nicht gelang, die Demonstration aufzulösen, holte sie einen Kran, um die Taxis damit aus dem Weg zu räumen. Das brachte die Taxifahrer erst recht in Rage, und es kam zu einer Auseinandersetzung. Die Staatsorgane machten Filmaufnahmen von den Demonstranten, was die Gefahr birgt, dass sie später verhaftet werden.

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Iran: 1 Milliarde Dollar für Syrien

Der Präsident der syrischen Zentralbank Adib Miyale erklärte am Mittwoch, den 24.04.2013, vor den versammelten syrischen Bankdirektoren, dass es nicht zutreffe, dass Syrien nur noch Währungsreserven in Höhe von 4 Milliarden Dollar habe. Er erwähnte weiterhin, dass der Iran eine Kreditlinie für Syrien in Höhe von 1 Milliarde Dollar eröffnet habe, von denen bis jetzt 500 Millionen in Anspruch genommen worden. Russland hat es inzwischen übernommen, syrische Banknoten zu drucken, zuvor wurden sie laut Angaben von Adib Miyale in Österreich und Deutschland gedruckt.

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Frauensport im Iran


Foto einer Basketballmanschaft in Teheran, 1963


Foto einer Basketballmannschaft in Teheran, 2013

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Iran im Wahlkampf

50.000 in Teheran
Auch wenn Ahmadineschad zu den Präsidentschaftswahlen im Juni 2013 nicht mehr selbst antreten kann, setzt er alle Hebel des Staatsapparats in Bewegung, um Mascha‘i, den Vater seiner Schwiegertochter, als Nachfolger zu etablieren. Wie berichtet, veranstaltete er im Freiheitsstadion (Stadion-e Azadi) in Teheran eine große Party, um Sympathien zu gewinnen. Die Teilnehmer, die erschienen, bekamen kostenlos Essen verteilt und auch Essen zum Mitnehmen für zu Hause. Ahmadineschad schaffte es trotz der Busse, die aus dem ganzen Land Menschen ankarrten, gerade mal, in der 12-Millionen Hauptstadt 50.000 – 60.000 Menschen zusammenzubringen, das Stadium also halb zu füllen.
Als erfahrener Politiker sucht er auch die verschiedenen iranischen Provinzen auf.

10.000 in Ahwas
So besuchte er kürzlich Ahwas in Chusestan, wo er sich als arabischer Scheich einkleiden ließ und eine Rede hielt. Aber angesichts der zahlreichen Verhaftungen gegen arabische Aktivisten und mehrerer politischer Todesurteile gegen diese kamen zu Ahmadineschads Rede vielleicht gerade einmal 10.000 bis 12.000 Personen (nach staatlichen Angaben!). Allein Ahwas hat über 2 Millionen Einwohner.

5.000 in Tabris
Jetzt war er in Tabris, der Hauptstadt des iranischen Aserbaidschans, in der über 4 Millionen Menschen leben. Das Photo zeigt, dass nicht einmal der Rasen des Stadions gefüllt war, von den Zuschauerrängen ganz zu schweigen. Es waren etwa 5.000 ZuschauerInnen erschienen, das Stadion fasst 40.000.


Grad mal zwei Hansele… würde man in Konstanz sagen.

Die Bevölkerung in Aserbaidschan ist auf Ajatollah Chamene‘i schlecht zu sprechen, aber Ahmadineschad mag sich noch so sehr als Gegner der Mollas profilieren, auf ihn fallen die Menschen dort nicht rein.

Woher die Stimmen nehmen?
Angesichts dieser laufenden Schlappen könnte man meinen, Ahmadineschad habe verspielt. Aber er hat ja Erfahrung, wie man auch ohne Stimmen Wahlen gewinnt. Und das ist jetzt sogar sein neuester Trumpf. Über verschiedene Personen hat er die Nachricht verbreiten lassen, dass er als ehrlicher Politiker bei den letzten Wahlen (2009) mit seinen 16 Millionen Stimmen ganz zufrieden gewesen wäre, damit hätte er ja auch genug für den Sieg gehabt. Aber Ajatollah Chamene‘i habe angeordnet, man solle seine Stimmenzahl auf mindestens 24 Millionen erhöhen. Er – Ahmadineschad – sei dagegen gewesen, aber er habe sich nicht durchsetzen können. Von diesen Gesprächen hat Ahmadineschad Tonaufnahmen gemacht, mit deren Veröffentlichung er droht, wenn Mascha‘i vom Wächterrat nicht als Kandidat akzeptiert wird.
Was unser Saubermann dabei nicht erwähnt, ist folgendes Detail: Der Mann im Innenministerium, der ermordet wurde, weil er die richtigen vorläufigen Wahlergebnisse „voreilig“ bekannt gemacht hatte, hatte nämlich folgende Zahlen genannt: Mussawi mindestens 23 Millionen Stimmen, Karubi mindestens 7 Millionen und Ahmadineschad mindestens 4 Millionen.
Wie Ahmadineschad 16 aus 4 gemacht hat, bleibt sein Geheimnis, und sicher wird er versuchen, diese Rechenkünste auch bei den kommenden Wahlen anzubringen.

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Gericht in Mariwan (Iran): Mann in Frauenkleidern (Teil 2)

Wir hatten schon davon berichtet, dass ein Gericht in der kurdischen Stadt Mariwan (Iran) drei Männer dazu verurteilt hatte, in kurdischen Frauenkleidern durch die Stadt geführt zu werden. Bei einem der Dreien wurde das Urteil auch rasch vollstreckt, hier ein Kurzfilm von dieser Art des „Strafvollzugs“. Es fällt auf, wie viele Polizeiautos im Konvoi mitfahren. Es fällt auch auf, dass der Mann, der den Verurteilten auf dem offenen Polizeiwagen festhält, eine schwarze Gesichtsmaske trägt. Vermutlich befürchtet er, dass er von Anhängern der bewaffneten Opposition erschossen wird, wenn seine Identität erkannt wird. Das sagt auch etwas über die Verhältnisse vor Ort aus.
Verschiedentlich wurden auch Gerüchte laut, dass die Verurteilung nicht wegen „Familienstreitigkeiten“ erfolgt sei, sondern aus politischen Gründen. Dies wird von Quellen vor Ort aktiver kurdischer Parteien (Komele und Demokratische Partei Kurdistans/Iran) nicht bestätigt. Es ist wohl eher so, dass das Regime dachte, dass die Verurteilten in ihrem Umkreis keinen so guten Ruf genießen und dass es auf diesem Weg Sympathien unter der Bevölkerung gewinnen könnte, immerhin ist Vorwahlkampf. Aber der Schuss ging nach hinten los, auf Facebook haben sich inzwischen schon über 15000 Männer mit den Opfern solidarisiert, indem sie kurdische Frauenkleidung anzogen und sich so ablichten ließen. Wären die Verurteilten politisch aktiv gewesen, hätte man wohl noch mit wesentlich massiveren Protesten auf den Straßen rechnen müssen.

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Der erste große Streik im iranischen neuen Jahr

1100 Arbeiter der Fabrik Safa Rolling & Pipe Mills Co. sind am Sonntag, den 21.4.2013, in den Streik getreten. Die Fabrik ist 120 km südwestlich von Teheran in der Nähe der Stadt Saveh gelegen und stellt Pipelines für die unterschiedlichsten Zwecke her: Wasser- und Abwasserleitungen, Öl- und Gaspipelines, etc.

Dem Streik vorausgegangen waren Monate der Auseinandersetzung zwischen Arbeitern und Unternehmensleitung. In der Vergangenheit waren die Löhne für Überstunden nicht ausbezahlt worden. Weitere nichtmonetäre Lohnbestandteile wurden versagt. Der Unternehmer hat stets behauptet, dass der Staat bestimmte Zuschüsse nicht geleistet habe und deswegen sei kein Geld da. Immer wieder wurde vertröstet auf einen späteren Zeitpunkt. Eine Frist, zu der die fehlenden Gelder ausbezahlt werden sollten, ließ der Unternehmer verstreichen.

Quasi als Drohung für den Rest der Belegschaft entließ der Unternehmer am Samstag 100 Arbeiter. Er hat wohl gehofft, dass diese Maßnahme die übrigen Arbeiter einschüchtert und zum Schweigen bringt. Doch es kam anders.

Am Sonntag drangen die einhundert entlassenen Arbeiter in das Fabrikgelände ein, um vor dem Verwaltungsgebäude gegen ihre Entlassung zu protestieren. Nach kurzer Zeit erhielten sie Unterstützung von ihren Kollegen und überall in der Fabrik standen plötzlich die Maschinen still.

Die Forderungen waren:

  • Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter
  • Verlängerung der Verträge dieser Arbeiter um mindestens 1 Jahr
  • Die ausstehenden Gelder müssen bezahlt werden
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Streik der Eisenhändler in Teheran

Am heutigen Tag haben die Eisenhändler in Teheran ihre Geschäfte geschlossen gehalten. Sie protestieren damit gegen die Steuerbescheide der Behörde, die ihrer Meinung nach fehlerhaft sind und zu hoch ausfallen.

Sie klagen darüber, dass das Finanzamt einfach nach Aktenlage entscheidet und Steuern festlegt, die nicht der Realität, d.h. den tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben der Unternehmen laut deren Buchhaltung des vergangenen Jahres, entsprechen.

Die Unternehmer versammelten sich vor dem Gebäude der zuständigen Behörde.

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Amerikanischer Wahlkampf im Iran

Offiziell ist der Wahlkampf im Iran zwar noch nicht eröffnet, aber der derzeitige Präsident Ahmadineschad nutzt seine Ressourcen – den gesamten Verwaltungsapparat, um Werbung für sich zu machen. So veranstaltete er in der Vorwoche eine Riesenparty im Teheraner Freiheits-Stadion, zu der er aus dem ganzen Iran Leute ankarren ließ. Den Leuten wurde auch ein anständiges Essen versprochen und für ihre Dienste erhielten sie auch Vesperpakete.
Schon die Bekanntgabe der Feier löste unter den Zeitungen der Geistlichkeit heftige Proteststürme aus. Ahmadineschad wurde von allen Seiten vorgeworfen, er wolle auf dieser Party Mascha‘i, den Vater seiner Schwiegertochter, als Kandidaten für die kommenden Präsidentschaftswahlen vorstellen. Alle ereiferten sich darüber, dass das gegen die Gesetze verstoße, weil der Wahlkampf noch nicht eröffnet sei, und was geschah? Auf der Feier tauchte Mascha‘i nicht einmal auf, und auch keine Wahlkampfparolen ertönten. Aber den Zweck hatte die Provokation erfüllt. Ahmadineschad war Tag für Tag in der Presse seiner Gegner, und das kostenlos.
Im Stadion, das für 100.000 Personen gebaut ist, waren nach Schätzungen der Polizei 50.000 bis 60.000 Personen versammelt.

Und im besten US-Stil hatte Ahmadineschad zur Feier seine Jubelmädchen aufstellen lassen, die sich auch ordentlich ins Zeug legten (siehe Video). Das Echo im Publikum war wohl bescheiden, sonst hätte die Kamera das auch erfasst.
Das heißt aber nicht, dass die Besucher der Feier ruhig dagesessen hätten. Als das versprochene Mittagessen länger auf sich warten ließ, als dies die Mägen der Zuschauer erdulden konnten, wurden tatsächlich Parolen gerufen.
Zwar nicht „Bahar, bahar“ (Frühling, Frühling), wie die Ajatollahs befürchteten (das ist nämlich Ahmadineschads Wahlkampfmotto), sondern „Nahar, nahar“ (Mittagessen, Mittagessen).
Auch der Spruch „Tup, Tank, Feschfesche, Nahare ma tschi mische“ erklang aus der Menge:
„Kanonen, Panzer, Raketen – wo bleibt unser Mittagessen!“
Wir sehen, der Iran verfügt über eine reiche Kultur, wenn es um das Rufen von Parolen geht.

Und wenn der Präsident gemeint hat, er würde das Stadium voll kriegen, hat er Recht behalten.
Zwar nicht mit Publikum, aber mit Müll.


der eine im Cowboy-Hut (Ronald Reagan)


der andere..


im Ölscheich-Look (Ahmadineschad)


Das war nur eine Station in der Wahlkampfetappe
Vorgestern und gestern besuchte Ahmadineschad die Erdölregion Chusestan. Dort lebt die arabische Minderheit des Irans, unter der in den letzten Jahren und Monaten zahlreiche politische Verhaftungen vorgenommen wurden. Davon redete Ahmadineschad natürlich nicht, dafür ließ er es sich aber nicht nehmen, sich wie einen arabischen Scheich einkleiden zu lassen. Die Köllner sollten ihn unbedingt mal zum Karneval einladen!
Die Regisseure des Wahlkampfes sorgen dafür, dass er auch bei seinem Besuch in Chusestan vom „Volk“ begeistert empfangen wurden. So überreicht der eine Herr dem Präsidenten einen Brief, der groß mit den Worten beschriftet ist:


„Erst Gott, dann Sie.“ (ogottogottogott, würde ernst jandl sagen)

„Awwal Choda, ba‘d schoma.“ – Erst Gott, dann Sie. (Also gleich an zweiter Stelle).

Und jetzt hat Ahmadineschad es schon wieder geschafft, in die Schlagzeilen aller Zeitungen zu kommen. So erklärte er, er sei bedroht worden, aber er lasse sich nicht von seinem Weg abbringen und werde sich für das Volk opfern.
Getroffene Hunde bellen, so tobten schon wieder die Zeitungen aus der Ecke des Religiösen Führers gegen diesen Mann. Das sei doch pure Lüge, solle er doch Namen nennen…

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Gericht in Mariwan (Iran): Mann muss Frauenkleider tragen


Männer aus dem iranischen Kurdistan protestieren auf Facebook gegen sexistisches Urteil

In Mariwan wurden drei Männer wegen Familienstreitigkeiten vor Gericht gebracht. Das Gericht in Mariwan verurteilte die drei Männer dazu, als Strafe in kurdischen Frauenkleidern durch die Stadt geführt zu werden. Das Urteil wurde an einem von ihnen gleich vollstreckt. Daraufhin organisierte der Frauenverein von Mariwan (Andschoman-e Sanan-e Mariwan) eine Protestkundgebung. Die Frauen gingen gegen dieses diskriminierende Urteil in roter kurdischer Frauenkleidung auf die Straße. Darauf griffen die iranischen „Sicherheits“kräfte ein und verletzten einige Frauen, von Festnahmen wurde nichts berichtet. Die Proteste weiteten sich rasch aus. Studenten der Universität Payam-e Nur in Mariwan forderten in einer Petition, dass der Richter und die vollstreckenden Beamten für das Urteil und die Vollstreckung bestraft werden sollen. Eine Reihe von kurdischen Männern gingen in Mariwan nach Bekanntwerden des Urteils aus Protest in Frauenkleidern auf die Straße. Einige trugen Plakate, auf denen stand, es sei keine Schande, die Kleider seiner Mutter zu tragen. Mehrere Abgeordnete im iranischen Parlament, darunter auch der von Mariwan, protestierten gegen diese Strafmethoden in einem Brief an den iranischen Innenminister. Trotz aller Proteste aus der kurdischen Stadt befand General Sa‘id Montaser ol-Mehdi, das Vorgehen im Rahmen der „Bekämpfung des Rowdytums“ sei durchaus angebracht und gerechtfertigt. Der General ist der Vizedirektor für Sozialangelegenheiten bei den Sicherheitskräften der Islamischen Republik Iran. Er meinte, solche Methoden seien angemessen, um „das notwendige Sicherheitsgefühl wiederherzustellen“.
اعتراض زنان مریوانی به گرداندن یک متهم با لباس زنانه در شهر

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Gewerkschaftsarbeit im Iran


Der Busfahrer und Gewerkschafter Resa Schahabi mit seiner Familie

Resa Schahabi, einer der Begründer der Busfahrergewerkschaft der staatlichen Busgesellschaft „Wahed“ in Teheran, war wegen seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit zu 6,5 Jahren Gefängnis verurteilt worden, die er derzeit im Ewin-Gefängnis in Teheran verbüsst. Aufgrund der erniedrigenden Behandlung in Haft hat er schon mehrfach einen trockenen Hungerstreik durchgeführt, was sich nicht förderlich für seinen Gesundheitszustand ausgewirkt hat. Zuletzt ging es ihm so schlecht, dass die Behörden ihn ins Krankenhaus verlegten. Er leidet u.a. auch an Bandscheibenbeschwerden. Nach der Behandlung im Krankenhaus durfte er seine Familie besuchen, bevor er am Montag, den 15.04.2013, wieder ins Gefängnis zurückmusste. Inzwischen ist die Gewerkschaftsbewegung so stark, dass auch seine Arbeitskollegen in Uniform erschienen und ihn bis vor das Ewin-Gefängnis begleiteten. Früher hätte sich das keiner getraut.


Die Arbeitskollegen begleiten Resa Schahabi bis zum Ewin-Gefängnis

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Iran: Erdbeben in Sistan / Belutschistan

Das heutige Erdbeben im Iran, in der Grenzregion zu Pakistan, hatte die Stärke 7,8 auf der Richterskala. Erdbeben diese Stärke sind sehr selten und es muss mit einer hohen Zahl von Opfern gerechnet werden.

Das Beben ereignete sich um 15:14 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum des Erdbebens lag zwischen den Städten Zahedan, Khash und Saravan im Südostiran (Belutschistan). Besonders betroffen war die Großstadt Khash mit etwa 300.000 Einwohnern. Die Menschen rannten in Panik auf die Straße.

In aller Regel sind die Häuser in der Armutsregion Belutschistan nicht erdbebensicher gebaut. Vermutlich sind viele kleine Städte und Dörfer in der Nähe des Epizentrums zerstört, es wird allerdings eine Weile dauern, bis die Informationen darüber eintreffen. Das iranische Fernsehen gab bekannt, dass die Telefonverbindungen in die Region unterbrochen sind.

Das Beben war in der gesamten Golfregion zu spüren. In den hunderte Kilometer entfernten Städten wie Kerman und Birjand (Iran) schwankten die Gebäude und die Menschen verließen die Häuser. Auch in Dubai kamen die Menschen auf die Straße und selbst Hochhäuser wurden evakuiert. Ebenso löste das Erdbeben in Bahrein, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Osten von Saudi Arabien Angst aus.

Sowohl auf iranischer als auch auf pakistanischer Seite sind viele Opfer zu beklagen. Von Pakistan wurden 34 Tote gemeldet. Das iranische Staatsfernsehen sprach von 40 Toten auf iranischer Seite. Beide Zahlen werden sicher im Laufe der Zeit nach oben korrigiert werden.

Erst letzte Woche hatte es ein Erdbeben der Stärke 6,1 in der Nähe des iranischen Atomkraftwerks Busher gegeben.

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Iran: Faribors Ra‘is-Dana freigelassen

Vor einem Jahr wurde der iranische Schriftsteller und Wirtschaftsprofessor Faribors Ra‘is-Dana festgenommen, weil er in Interviews gegenüber dem BBC und Voice of America die Wirtschaftspolitik der iranischen Regierung kritisiert hatte. Er wurde in Haft gefoltert und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Zahlreiche Menschen haben wegen seiner Inhaftierung protestiert. Jetzt ist er frei – nachdem er die Haftstrafe vollständig verbüßt hat.

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