Archiv für Mai 2013

Iran: Chatami zu den Wahlen

Kürzlich hat Chatami, der frühere iranische Staatspräsident, vor iranischen Studenten gesprochen. Er hielt nichts davon, noch einmal zu kandidieren. Zur Begründung gab er an, selbst wenn der Wächterrat ihn als Kandidat zulassen sollte, würden sie nie mehr Stimmen bekommen als den Prozentsatz, den die Machthaber ihnen zugestehen wollen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Klare Worte von Rafsandschanis Ehefrau


Effat Mar‘aschi, die Ehefrau von Ajatollah Rafsandschani

Effat Mar‘aschi, die Ehefrau von Ajatollah Rafsandschani, wurde anlässlich der ersten Gerichtsverhandlung gegen ihren Sohn Mehdi, von iranischen Reportern interviewt. Effat Mar‘aschi kritisierte zum einen gegen die Vorwürfe der Justiz gegen ihre Familie, sie würden nicht zutreffen.
Dann machte sie noch eine überraschende Äußerung zur möglichen Kandidatur von Ajatollah Rafsandschi bei den kommenden Präsidentschaftswahlen: „Der Ajatollah wird die Wahlkampfarena sicher nicht betreten.“ Und sie fügte hinzu: „Es gibt keine Wahlen. Denen fällt es doch nicht schwer, die Stimmen auszutauschen.“ (Entexa:ba:ti wojud nada:rad. Magar bara:ye inha: ka:ri da:rad ke ray-ha:-ra: ‚avaz konand).

Kommentar: Offensichtlich hat der Ajatollah nicht auf seine Frau gehört, denn am Samstag hat er seine Kandidatur bekannt gegeben. Dabei hat seine Frau völlig Recht. Die Herrscher lassen so viele Stimmen einwerfen, wie es ihnen passt, bei den letzten Wahlen wurde schließlich auch im voraus angeordnet, wieviel Stimmen Ahmadineschad zu bekommen habe. So hat Ahmadineschad persönlich erklärt, er habe 16 Millionen Stimmen bekommen (die Wirklichkeit liegt wohl eher bei 4), aber der Ajatollah (Chamene‘i) habe angeordnet, es sollten mindestens 24 Millionen werden, die 8 Millionen hat der Herr also nachlegen lassen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Fußballfans – Mädchen als Jungen verkleidet

Bis heute dürfen die iranischen Frauen kein Fußballspiel besuchen, bei dem Männer spielen. Das hält aber die Fans nicht unbedingt ab. So berichtete der Verantwortliche einer Spezialeinheit zur Kontrolle des Asadi-Stadions in Teheran, dass seine Leute eine Reihe von jungen Frauen verhaftet und der Justiz übergeben hätten, die sich als Jungen verkleidet und entsprechend (z.B. mit den Nationalfarben) geschminkt hätten.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Wenn die Wahlen kommen, geht das Internet

Die iranische Zeitung Qanun (Das Gesetz) hat kürzlich einen Artikel veröffentlicht, in dem darauf hingewiesen wird, dass regelmäßig vor den Wahlen die Geschwindigkeit des Internets so drastisch reduziert wird, dass keiner mehr darauf zurückgreift. Dies trifft nicht nur die Privatnutzer, auch das Bankensystem leidet darunter.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Feindliche Übernahme von BMW-Vertretung

Ali Nuriyani betrieb eine BMW-Vertretung im Iran, die Autos und Ersatzteile dieser Marke im Iran vertrieb. Nach seinen Angaben wurde er von Vertretern der gemeinnützigen Stiftung „Bonyad Schah Abdol-Asim“ in Schahre Rey angesprochen, die Anteile von seiner Vertretung erwerben wollten. Nuriyani ging darauf ein und musste feststellen, dass die von der Stiftung betriebene Investment-Firma Rey Investment Co. es darauf abgesehen hatte, die entscheidende Mehrheit der Anteile zu erwerben. Dem Druck konnte er sich nicht widersetzen, so dass jetzt die Rey Investment Co. die Vertriebstätigkeit der Firma Nuriyani kontrolliert. Der Direktor von Rey Investment Co. ist Mohammad Reyschahri, ehemaliger Geheimdienstminister und enger Vertrauter von Ajatollah Chamene‘i.
Die Firma BMW hat darauf hingewiesen, dass sie seit 2009 keine Vertriebslizenz mehr mit einem Partner im Iran hat und sich bewusst ist, dass die Importtätigkeit über Drittländer durch Personen ausgeführt wird, die Ajatollah Chamene‘i nahestehen.

Quelle:
http://www.ibtimes.com/irans-supreme-leader-ayatollah-khamenei-multi-billionaire-bmw-car-dealer-1233899
http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-ajatollah-chamenei-hat-bmw-haendler-enteignen-lassen-a-897881.html

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Sollen doch die Araber mit Israel Krieg führen!

Im Rahmen des Vorwahlkampfs ist Ajatollah Haschemi Rafsandschani kürzlich mit provokanten Äußerungen aufgetreten, die zu Protesten unter den iranischen Abgeordneten geführt haben. So erklärte der ehemalige iranische Staatspräsident Rafsandschani, dass der Iran mit Palästina nichts zu tun habe, wenn die Araber unbedingt mit Israel Krieg haben wollten, dann sei das ihre Sache, der Iran dagegen sei nicht auf Krieg mit Israel aus.
Und dann griff Rafsandschani noch ein weiteres zentrales Thema des iranischen Systems auf – die „Unschuld“ des religiösen Führers, ein Konzept, das gewisse Ähnlichkeit mit der päpstlichen „Unfehlbarkeit“ hat. Er meinte, im schiitischen Islam gebe es genau 14 „unschuldige“, also fehlerlose Menschen, nämlich den Propheten Mohammad und seine Tochter Fateme, sowie die 12 Imame. Angesichts der Tatsache, dass Ajatollah Chomeini sich gern als Imam darstellte und auch Ajatollah Chamene‘i sich gern auf dieses Erbe berief, wonach der religiöse Führer der Stellvertreter Gottes auf Erden sei und folglich als einziger Gottes Willen richtig deuten könne (das ist das Kernstück der Herrschaft des Rechtsgelehrten – Welajat-e Faqih), sind solche Äußerungen starker Tobak für die Führung.
Die Reaktion blieb nicht aus: Ruhollah Hosseinian, Parlamentsabgeordneter für Teheran und bis jetzt ein eifriger Unterstützer von Ahmadineschad, attackierte Rafsandschanis Worte mit dem Hinweis darauf, dass die Freiheit Palästinas einer der großen Wünsche von Imam Chomeini gewesen sei. Er meinte, dass Rafsandschani mit seinen Worten bewiesen habe, dass er als Kandidat für diese Wahlen nicht geeignet sei. Ruhollah Hosseinian sammelte die Unterschriften von 90 Abgeordneten, die wie er die Auffassung vertraten, dass Rafsandschani einer Kandidatur nicht würdig sei.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran vor den Wahlen: Blick aus den oberen Etagen

Von Ali Schirasi

Was haben wichtige Personen des Islamischen Modells in den letzten Tagen geäußert?

Der Oberbefehlshaber der Pasdaran (Revolutionswächter) Mohammad-Ali Dscha‘fari äußerte vor einer Woche:
„Das Öl- und Bankenembargo hat entscheidende und destruktive Wirkungen auf die Lage des Landes. Die schwindelerregende Inflation ist durch die Embargos zustande gekommen. (…) Weil das Land in einer Krise steckt, muss der künftige Präsident in der Lage sein, die Krise zu steuern und das Land aus dieser Lage zu befreien. (…) Die Rolle der Bassidschi-Milizen und der Revolutionswächter in den kommenden Wahlen ist wichtig. Wir müssen bei unseren Überlegungen einen würdigen Menschen finden und ihn unseren Bekannten und den Leuten um uns vorstellen. Die Organisation der Revolutionswächter darf nicht nur auf militärischer Ebene Erfahrungen sammeln, sondern auch in verschiedenen anderen Bereichen wie dem Kampf gegen die Bedrohungen der Sicherheit, der Kultur, der Politik und der Gesellschaft.“

Der Parlamentsabgeordnete Ahmad Tawakkoli, ein naher Verwandter der Laridschani-Brüder, sagte ebenfalls in der letzten Woche:
„Der Fleisch-Preis ist innerhalb kurzer Zeit (gemeint ist ein Monat) um 60 Prozent gestiegen, der für Speiseöl um 35 Prozent. Diese chaotische Inflation betrifft schließlich nicht den Fahrzeugmarkt, der das Alltagsleben der Menschen kaum betrifft. Die Menschen sollen also kein Fleisch mehr essen, keine Bohnen mehr essen, ja nicht einmal Eschkane mehr zu löffeln haben (eine Wassersuppe, die mit einem Löffel Speiseöl und bestenfalls einem Ei angerichtet wird und das Essen der Ärmsten darstellt). Was sollen sie dann essen? Die Industrie und die Menschen können den Gürtel nicht mehr enger schnallen, ohne zu zerbrechen. Ich fordere das Parlament auf, sich um die Nöte der Menschen zu kümmern. Die Menschen halten das nicht mehr aus.“

Der ehemalige Staatspräsident Chatami (der Vorgänger von Ahmadineschad) erklärte auf einem Treffen mit einer Gruppe von Lehrern:
„Wenn ich selbst beim Reisen und beim Reden als einfacher Bürger Beschränkungen ausgesetzt bin und in verschiedener Hinsicht beschuldigt werde, wie wird man da erlauben, dass das Ruder mir übergeben wird? (…) Und nehmen wir an ich kandidiere und werde gewählt – wird man dann zulassen, dass ich irgendetwas entscheide? (…) Und nehmen wir an, man lässt mir freie Hand – es wird sechzehn Jahre dauern, bis wir auch nur zu dem Zustand zurückgekehrt sind, wie sie vor Ahmadineschad herrschte (gemeint ist seine Amtszeit).“

Der Parlamentsabgeordnete Ali Mottahari, ebenfalls mit den Laridschani-Brüdern eng verwandt ist, war vor wenigen Monaten bei Ajatollah Rafsandschani vorstellig geworden und hatte ihn gebeten, für die Präsidentschaftswahlen zu kandidieren. Rafsandschani hatte dies mit dem Hinweis auf sein Alter abgelehnt. Ali Mottahari hat seitdem wiederholt in der Öffentlichkeit die Ansicht vertreten, dass Rafsandschani der einzige sei, der die Lage retten könne. Es stimme zwar, dass er alt sei, aber er brauche nur vier Jahre zu regieren, dann könnten andere das Werk fortführen. Als der Geheimdienstminister Moslehi kürzlich Ajatollah Rafsandschani scharf attackierte, weil dieser öffentlich gemeint hatte, er genieße nicht das Vertrauen des Religiösen Führers (= Ajatollah Chamene‘i), richtete Mottahari im Parlament seine Worte gegen die Minister: „Wer sind Sie, dass sie eine Säule der Revolution angreifen?“

Der ehemalige Staatspräsident Ajatollah Rafsandschani sprach am 28. April 2013 unter anderem vor reformistischen Studenten, Journalisten und Schriftstellern, die ihn besuchten und versuchten, ihn zu überzeugen, dass er kandidieren solle, er sei der einzige, der die Lage retten könne. Ihnen antwortete er:
„Wenn ich Eure Worte akzeptiere, bedeutet dies, dass es in diesem Land keinen fähigen Mann mehr gibt (ein Seitenhieb auf Ajatollah Chamene‘i). (…) Ich sage freilich nicht, dass ich nicht komme (=kandidiere), aber es besteht keine Notwendigkeit, dass ein Achtzigjähriger antritt. (…) In seiner (=Ahmadineschads) achtjährigen Amtszeit hat er die erfahrenen Direktoren in den Ruhestand geschickt. Ahmadineschad war unter mir Sicherheitschef für die ländlichen Gebiete (gemeint ist: in Kurdistan und in Aserbaidschan). Seine Politik bestand darin, die revolutionären Kräfte zu tilgen und zu verleumden. Heute sehen wir, dass unsere Politik planlos geworden ist und vom Tagesgeschäft diktiert wird.“

ist es genug, dass ein Funke überspringt
Als heute, Montag, 6.5.2013, eine Delegation von Teheraner Studenten Ajatollah Rafsandschani in seinem Büro im Gebäude des Rats zur Wahrung der Interessen des Systems besuchte, schmierte er den Studenten Honig um den Mund: „Eure Worte haben einen Stil, der bei der Jugend ankommt. Ich kann nicht so sprechen und rede noch in der altmodischen Weise, mit der ich groß geworden bin. (…) Auf einigen Sitzungen, die ich mit anderen Personen hatte, haben diese mit demselben Eifer, wie ihr von der Notwendigkeit der Freiheit gesprochen habt, von der Aufforderung zum Sklaventum gesprochen. (…) Ihr wollt ja nichts Unislamisches und nichts Anti-Nationales, ihr fordert nur das, wofür wir die Revolution gemacht haben (…). Wenn man nicht zulässt, dass eure Stimme gehört wird, so ist es doch nicht so, dass eure Worte einfach untergehen. (…) Eure Rede ist das, was viele im Herzen denken, und in diesem Moment ist es genug, dass ein Funke überspringt, damit es ausgesprochen wird. (…) Ich habe auch schon davor versucht, die Lage einzuschätzen. Ich will sehen, ob es überhaupt nötig ist, dass ich die politische Bühne betrete. (…) Ohne die Zustimmung des Führers werde ich die Bühne nicht betreten (…). Wenn es dazu kommen sollte, dass zwischen dem Führer und mir Streit und Zwietracht aufkommen, wird es uns allen schaden. (…) Leider sind jetzt Umstände eingetreten, dass wir uns sagen müssen, dass der Feind es gar nicht nötig hat, gegen uns Krieg zu führen, wir bewegen uns selbst auf unsere Auflösung zu.“
Zum Abschied gab Rafsandschani den Studenten ein ermunterndes Gedicht mit auf den Weg:
„Goft peyghambar gar kubi dari / ‚aqebat z-an dar borun ayad sari.“
Der Prophet sagte: Wenn du an eine Tür klopfst, kommt schließlich aus der Tür ein Kopf zum Vorschein.“

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Das verschluckte Echo

Bis vor kurzem gab es im Iran eine Webseite und Web-Zeitung „Bastab“ (Das Echo). Bis vor kurzem, als sie aus dem Munde des noch amtierenden Präsidenten Ahmadineschad berichtete, er verfüge über Aufnahmen, die belegten, dass er bei den letzten Wahlen mit 16 Millionen Stimmen zufrieden gewesen sei, Ajatollah Chamene‘i aber angeordnet habe, dass es „nicht unter 24 Millionen Stimmen“ sein dürften. Mit anderen Worten, Ahmadineschad machte Ajatollah Chamene‘i direkt für eine Fälschung von 8 Millionen Stimmen verantwortlich. Darauf wurde Ali Ghasali, der verantwortliche Redakteur von „Bastab“, verhaftet, die Veröffentlichung der Webzeitung wurde verboten. Tatsächlich ist sie derzeit im Internet nicht aufzufinden. Wenn man baztab.net eingibt, erscheint folgendes Bild:

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: 1. Mai – Festtag der Festnahmen

Am 1. Mai hielten einige Vertreter von Arbeitnehmern vor dem Parlament in Teheran einen friedlichen Sitzstreik ab, der gewaltsam aufgelöst wurde. Einen Tag später wurden die Arbeitervertreter Mohammad Qasem-Chani und Bahram Sa‘idi beim Arbeitsantritt in der Automobil-Firma „Iran Chodrou“ (Teheran) festgenommen und an einen unbekannten Ort verlegt.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Folter-Tod im Iran: Jetzt sind die Ärzte dran

Mohsen Esche‘i, der ehemalige Geheimdienstminister und jetzige Generalstaatsanwalt des Irans, ist auch für die Aufklärung des Foltertods von Sattar Beheschti zuständig. Dass er das Gegenteil im Sinn hat, machen seine jüngsten Äußerungen deutlich. So sagt er, dass behauptet worden sei, dass Beheschti geschlagen worden sei, aber bei der Autopsie seien keine Spuren von Schlägen gefunden worden, und es gebe auch Ärzte, die von einer Entzündung als Todesursache gesprochen hätten.
Und das ist nicht alles: Er kündigte an, dass die beteiligten Ärzte alle vor eine Kommission einberufen werden und sich dann noch einmal äußern sollten. Es ist klar, was mit den Ärzten passiert, die dann nicht das sagen, was Herr Esche‘i ihnen vorgibt.
Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=61954

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Ein Pasdar-General spricht

Mohammad Bagher Qalibaf, der derzeitige Oberbürgermeister von Teheran und zuvor ein General der Pasdaran (Revolutionswächter), bewirbt sich in den kommenden Präsidentschaftswahlen um die Nachfolge Ahmadineschads. Qalibaf ist der Mann von Ajatollah Chamene‘i, wie aus seinen jüngsten Äußerungen vor iranischen Studenten deutlich wird. Als ihn die Studenten zum Wahlbetrug von 2009 fragten – damit begann die zweite Amtszeit Ahmadineschads- sagte er: „Tachallof schode, taqallob naschode.“ (Es hat Gesetzesübertretungen gegeben, aber keinen Betrug.)
Und auf den nun schon Jahre andauernden Hausarrest der damaligen Präsidentschaftskandidaten Karubi und Mussawi angesprochen, bestritt er, dass der Hausarrest auf Anweisung von Ajatollah Chamene‘i erfolgte.
Er sagte: „Ba‘d as entechabat-e 88 dar maqta‘i masa‘el-e amniyati pisch amad ke schoura-ye amniyat-e melly bar asas-e qanun tasmim-giri kard, wa antsche andscham schod, qanuni ast.“
(Nach den Wahlen von 1388 (2009) kam es in einem bestimmten Zeitabschnitt zu Sicherheitsproblemen, so dass der Nationale Sicherheitsrat auf der Basis des Gesetzes entschieden hat, und das, was ausgeführt wurde, ist gesetzlich.)
Mit anderen Worten, er rechtfertigt, dass ein Organ, das kein Gericht ist, einen Hausarrest anordnen darf, der immer noch anhält, obwohl er ja von einem „bestimmten Zeitabschnitt“ redet, und er tut so, als ob der „Nationale Sicherheitsrat“ ein unabhängiges Organ sei, während er in Wirklichkeit auf Veranlassung von Ajatollah Chamene‘i tätig wurde.
Es ist kaum anzunehmen, dass er bei den Studenten damit Stimmen gewinnt.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Die schwarzen Vögel hacken sich die Augen aus


Ajatollah Ali Chamene‘i (links) und sein älterer Bruder Mohammad Chamene‘i

Eine Krähe hackt der andern kein Auge aus, sagt man, aber Menschen sind ein besonderer Tierschlag. So hat Ajatollah Rafsandschani kürzlich öffentlich erklärt, dass der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i nicht auf seine Vorschläge höre und er – Rafsandschani – nicht das Vertrauen des Führers genieße. Diese Äußerung lockte Ali Chamene‘i aus der Reserve – freilich trat er nicht selbst auf, sondern schickte seinen älteren Bruder Mohammad Chamene‘i vor, der sich bis jetzt aus der Politik herausgehalten hat. Mohammad Chamene‘i bezichtigte Rafsandschani nun in aller Öffentlichkeit, ein Diener Amerikas zu sein.
Mohammad Chamene‘i hat einen guten Grund, seinen Mund aufzumachen: Er ist der Vorsitzende der Stiftung Molla Sadra (Bonyad-e Molla Sadra), einer Stiftung, in die riesige Beträge aus den Erdöleinnahmen des Irans fließen. Die Stiftung verfügt über luxuriöses Haus im Norden Teherans, das als Verwaltungssitz dient.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Videobotschaft an den Ajatollah

Nein, es ist nicht der Liebe Gott oder Allah der Allmächtige, der hier den Turbanträgern die Leviten liest, sondern die Mutter von Sattar Beheschti. Sie wendet sich in einem kurzen, auf youtube veröffentlichten Video an Ajatollah Chamene‘i, den Religiösen Führer des Landes, und weist darauf hin, dass sechs Monate vergangen sind, seit ihr Sohn, ein Weblogger, nach der Verhaftung zu Tode gefoltert wurde. Sie weist darauf hin, dass bis heute gegen die Mörder keine Anklage erhoben wurde und kündigt an, dass sie vor dem Gericht einen Sitzstreik eröffnen werde, wenn der Fall weiter verschleppt werde.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email