Schreit Chamene‘i weil er Angst hat? Vor wem hat er Angst?

Gestern Mittag, wenige Stunden vor dem erneuten Verhandlungsbeginn bei den 5+1 Atomverhandlungen in Genf, hielt Ali Chamene‘i vor 50.000 Bassidschis eine Rede, in der er scharf über die Verhandlungsgegner herzog. Frankreich würde vor den USA „in die Knie gehen“, Israel sei ein „tollwütiger Hund“, „manche Zionisten könne man nicht als Menschen bezeichnen, sie seien wie Tiere“, usw. Auf das Recht, Uran anzureichern würde man nicht verzichten.

Anmerkung: Im September, noch vor Beginn der Atomverhandlungen in Genf nahm Chamenei‘i das Wort der „Heldenhaften Flexibilität“, die jetzt in der Außenpolitik vonnöten sei, in den Mund. Der Westen und die Iraner interpretierten das als ernsthaften Willen, in den Verhandlungen Ergebnisse zu erzielen. In seiner gestrigen Rede wurde dieser Begriff erneut aufgegriffen, aber mehr als ein Austeilen und Zurückweichen, je nach Erfordernis der Situation. Mit seiner scharfen Rede zeigte er sich gestern kompromislos. Diese Rede ist wohl eher an iranische Zuhörer adressiert, weniger an den Westen. Vor der iranischen Bevölkerung muss Chamene‘i sich als starker unnachgiebiger Verhandlungsgegner zeigen, nicht als nachgiebiger Bittsteller, der unter den Sanktionen einknickt.

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