Archiv für Dezember 2013

Kurdischer Abgeordneter kritisiert iranischen Präsidenten

Laut einer Meldung des Parlamentskorrespondenten der studentischen Nachrichtenagentur des Irans ISNA kritisierte der in Mariwan gewählte kurdische Parlamentsabgeordnete Omid Karimiyan am 24. Dezember 2013 den iranischen Präsidenten Dr. Hassan Rouhani in mehrfacher Hinsicht. So beklagte er, dass Rouhani zwar von 3 Volksgruppen und Religionen gesprochen, aber die geweckten Hoffnungen, dass auch Kurden und Sunniten im Kabinett vertreten sein würden, nicht erfüllt habe. Er beklagte auch: „Herr Rouhani, von Ihrer sozialen Gerechtigkeit ist uns bislang nur das Töten kurdischer Staatsbürger durch die Sicherheitskräfte in Kurdistan zuteil geworden.“
Omid Karimiyan gab seiner Hoffnung Ausdruck, der Präsident werde als Geistlicher seine im Wahlkampf gemachten Versprechen, die auch viele kurdische Wähler an die Urne gelockt hätten, einhalten. Und er erinnerte den Präsidenten daran, dass er bestimmt wieder einmal nach Kurdistan reisen werde (ergänze: und dann werde man ihn an seine Versprechen erinnern…).
Der Abgeordnete äußerte seine Hoffnung, dass die Ernennung von Sahedi als neuem Provinzgouverneur von Kurdistan ein gutes Zeichen sei. Sahedi hatte vorher im Innenministerim gearbeitet.

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Todesurteile im Iran – Drohungen gegen Angehörige

Wie Horana, die Nachrichtenagentur der iranischen Menschenrechtsaktivisten, meldete, wollten am 23. Dezember 2013 die Angehörigen politischer Gefangener, die zum Tode verurteilt sind, nach Teheran reisen, um ihrer Forderung nach einer Aufhebung der Todesurteile Nachdruck zu verleihen. Die Angehörigen wurden darauf vom Geheimdienst der Stadt Sanandadsch bedroht und aufgefordert, die Reise nach Teheran zu unterlassen. Laut Horana spielte sich dabei folgendes ab:
Die Angehörigen der 35 zum Tode verurteilten Gefangenen, die derzeit in Qesel Hessar, Radscha‘i-Schahr und Ewin in Haft sind, hatten sich an die Geheimdienstbehörde in Sanandadsch gewandt und sie davon informiert, dass sie beabsichtigten, nach Teheran zu fahren. Darauf erklärte ein Beamter namens Resa‘i, der der Zuständige für das Dossier der verurteilten jungen Männer ist: „Falls ihr nach Teheran fahren wollt, werdet ihr schon am Busbahnhof von Sanandadsch festgenommen. Wenn es euch gelingt, diese Hürde zu nehmen, seid ihr selber verantwortlich, wenn euch unterwegs etwas passiert. Und wenn ihr bis nach Teheran kommt, werden wir euch die Leichen eurer Kinder vorführen.“ Zu den Angehörigen, deren Verwandte in Radscha‘i-Schahr inhaftiert sind, sagte der Beamte: „Eure Kinder sind an einem guten Ort, und da geht ihr nach Teheran. Was wollt ihr eigentlich? Wenn ihr nach Teheran fahrt, werden wir eure Kinder auf alle Fälle an abgelegene Orte verlegen und voneinander trennen. Dann werdet ihr nichts mehr von ihnen erfahren.“ Viele ließen sich von diesen Drohungen abschrecken, aber einige Familien machten sich trotzdem auf den Weg und protestierten am 24. Dezember 2013 vor der Kanzlei des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i in der Pasteur-Straße. Die Kundgebung wurde von den bewaffneten Organen aufgelöst. Die Familienangehörigen übergaben Dscha‘fari Doulat-Abadi, dem Staatsanwalt von Teheran, ein Schreiben, in dem sie betonten, dass ihre Kinder unschuldig seien. Sie forderten eine faire, öffentliche Gerichtsverhandlung für die sunnitischen Gefangenen.

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Arbeiten im Iran: 14-Stundentag und wo bleibt das Gesetz?

Wie die iranische Nachrichtenagentur ILNA meldete, versammelten sich am 24. Dezember 2013 Angestellte der iranischen Fernmeldegesellschaft „Mochaberat-e Rusta‘i“, die zur staatlichen Fernmeldegesellschaft „Mochaberat-e Iran“ gehört, aus Protest gegen die Verletzung der staatlichen Gesetzgebung durch die Firmenleitung vor dem iranischen Parlament in Teheran. Ein Vertreter der protestierenden Arbeitnehmer erklärte gegenüber ILNA: „Gegenwärtig arbeiten über 1000 Angestellte in den Fernmeldezentralen des ganzen Landes täglich rund 14 Stunden, aber die Verantwortlichen der Fernmeldegesellschaft berechnen und bezahlen die gesetzlichen Zulagen, darunter auch ihre Versicherungsbeiträge, nur wie für eine Teilzeitarbeit.“

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Sistan-Balutschistan (Iran): 3 Pasdaran getötet


Sarawan

Wie Radschab-Ali Scheichsade, der Stellvertreter der Region Sistan-Balutschestan für politische, soziale und Sicherheitsfragen, berichtete, kamen am Mittwochmorgen, den 18. Dezember, drei Angehörige der Pasdaran in der Stadt Sarawan ums Leben, als sie mit dem Auto in eine Sprengfalle gerieten.
Laut Angaben von Radschab-Ali Scheichsade soll zudem vor etwa zwei Wachen ein bewaffneter Angriff auf einen iranischen Grenzposten an der Grenze bei Sarawan verübt worden sein, bei dem ein iranischer Soldat getötet und sechs weitere verletzt worden seien.
Am 25. Oktober 2013 soll es darüber hinaus zwischen Grenzschützern des Grenzregiments von Sarawan und einer bewaffneten Gruppe zu einem Gefecht gekommen sein, bei dem mindestens 14 Grenzschützer ums Leben gekommen und weitere 5 verletzt worden seien.
In den vergangenen Monaten hat wiederholt eine Gruppe namens Dscheisch ol-Adl (Armee der Gerechtigkeit) die Verantwortung für Anschläge auf Angehörige des Grenzschutzes und der Pasdaran in Sarawan übernommen. Die Gruppe ist auf facebook vertreten und erklärt dort:
„Die „Armee der Gerechtigkeit“ ist eine Volksorganisation, die für die Religions- und Glaubensfreiheit und die Freiheit des Volkes (mellat !) der Sunniten in Aufstand getreten ist und bis zur völligen Vertreibung des Regimes aus dem Gebiet der Sunniten nicht von seinem Weg des Kampfes ablassen wird und die Waffen nicht niederlegen wird.“
Es ist zu befürchten, dass diese Organisation, sollte sie einmal die Macht übernehmen, schnell dafür sorgen wird, dass ihr „Volk“ keinen Zugang zu facebook mehr erhält, was ja schon heute das ausdrückliche Ziel ihrer Gegner – der Pasdaran – ist.
Quelle:
http://www.radiofarda.com/content/f9_saravan_area_attck_3_killed/25204581.html

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Iran: Rücktritt der arabischen und kurdischen Abgeordneten

Am 10. Dezember 2013 traten 18 Abgeordnete aus der mehrheitlich von Arabern bewohnten Region Chusestan zurück, um damit gegen die unzureichende Berücksichtigung ihrer Region im neuen Haushaltsentwurf der iranischen Regierung zu protestieren. Auch beurteilten sie die Reaktion der Regierung auf die Proteste gegen die Entnahme von Wasser aus dem Karun-Fluss und Ableitung in andere Gebiete als inakzeptabel. Denn das fehlende Wasser schädige die Landwirte in Chusestan gewaltig.
Während die 18 Abgeordneten aus Chusestan am Folgetag wieder im Parlament Einzug hielten, nachdem ihnen ein Gespräch mit Parlamentspräsident Laridschani zugesichert worden war, erklärten die kurdischen Abgeordneten ihrerseits am 11. Dezember 2013 den Rücktritt. Die Wahlkampfversprechen, künftig die Regionen mehr zu berücksichtigen und für deren Entwicklung zu sorgen, seien mit diesem Budget nicht zu verwirklichen. Kurdistan habe damit keine Chance, wirtschaftlich voranzukommen.

Kommentar
Wenn selbst die in so unfreien Wahlen ins Parlament gewählten Abgeordneten von Minderheiten in den Budgetverhandlungen so deutlich protestieren, kann man davon ausgehen, dass die Unzufriedenheit in der Provinz beträchtlich ist. Sie muss inzwischen die Stellung der Abgeordneten vor Ort bedrohen, dass sie sogar schon den „Rücktritt“ erklären. Das jetzige Regime, das keine Antwort auf die kulturelle Vielfalt des Landes bietet, schafft die besten Voraussetzungen für einen Zerfall des Landes nach irakischem oder libanesischem Muster.

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Iran: Von Wanzen und Leisetretern

Die iranische Nachrichtenseite gooya.com berichtete Ende der vergangenen Woche davon, dass der iranische Parlamentsabgeordnete Ali Mottahari, der noch unter der Regierung Ahmadineschad Abhörwanzen in seiner Wohnung entdeckt hatte, schließlich vom neuen iranischen Geheimdienstminister Alawi empfangen wurde. Ali Mottahari hatte eigentlich gefordert, dass der Geheimdienstminister vor dem Parlament Auskunft über die Hintergründe geben solle, aber anscheinend wurde der Protest jetzt auf diesem Weg geschlichtet. So erklärte der neue Geheimdienstminister, die Beamten, die die Wohnung des Abgeordneten verwanzt hätten, seien noch im Auftrag der vorigen Regierung aktiv geworden. Die Täter hätten im Auftrag des Stellvertreters des vorigen Geheimdienstministers und des Generaldirektors des Geheimdienstes gehandelt. Diese beiden Personen, also die Auftraggeber, seien nun entlassen worden. Ali Mottahari soll sich damit zufrieden gegeben haben.
Modschtaba Wahedi, ehemaliger Berater und Sprecher des noch immer unter Arrest stehenden Präsidentschaftskandidaten Mehdi Karubi, schreibt in diesem Artikel weiter, dass Ali Mottahari sich zumindest bemühen sollte, den richtigen Namen der beiden entlassenen Geheimdienstler zu erfahren, um ihr weiteres Schicksal verfolgen zu können.

Von Saulus zu Herodes
Als warnendes Beispiel erwähnt Modschtaba Wahedi den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Meytham (gesprochen: Meyssam). Meyssam war unter den ehemaligen politischen Gefangenen im Iran (aus den 1980-er Jahren) unter den Namen Meyssam-e Katuni-push (der Meyssam mit den Sportschuhen) ein berüchtigtigter Folterer. Er ging auf so leisen Sohlen, dass man nie merkte, ob er da war oder weg war, und damals (er war in seinen Zwanzigern) galt er als einer der sadistischen Beamten seines Handwerks. Er soll viele weibliche Gefangene vergewaltigt haben, wie ehemalige politische Gefangene berichten. Dieser Meyssam hatte sich in seiner Position so viel zuschulden kommen lassen, schreibt Modschtaba Wahedi, dass er unter der damaligen Regierung Rafsandschani aus dem Dienst im Geheimdienst entlassen wurde. Aber was für eine Entlassung!

Das Erbarmen des Ajatollahs
Ajatollah Ali Chamene‘i, einer der ehemaligen Lehrer von Meyssam, ließ ihn nicht auf der Straße stehen, sondern holte ihn noch am selben Tag zu sich ins Sekretariat des Religiösen Führers. Nun nicht mehr als Meyssam-e Katuni-push, sondern unter seinem wahren Namen Hossein Ta‘eb. Und von da an war sein Aufstieg nicht mehr aufzuhalten. Der zupackende Hossein Ta‘eb wurde zum Oberbefehlshaber der Bassidschi-Milizen. Und in dieser Eigenschaft war er für Ajatollah Chamene‘i unersetzlich. Denn als im Juni 2009 und den Monaten danach die Iraner zu Millionen auf die Straße gingen, um gegen die vom Ajatollah angeordnete Wahlfälschung zugunsten von Ahmadineschad zu protestieren, waren es die Bassidschi-Schläger von Hossein Ta‘eb, die dem Religiösen Führer halfen, sich weiter an der Macht zu halten, so dass die Proteste nach einem Jahr zum Erliegen kamen.
So kommt es, dass aus Saulus nicht Paulus wurde, sondern ein Mann, der nach den Foltertaten seiner Jugendjahre im fortgeschrittenen Alter aus seiner reichen Erfahrung mit der Anwendung von Gewalt schöpfen konnte.

Meyssam Katani-push alias Hossein Ta‘eb
Es wäre wahrscheinlich nie rausgekommen, was für eine Vergangenheit Hossein Ta‘eb hat, denn die Gefangenen, die seine Folter erlebten, mussten Augenbinden tragen und konnten ihn nicht sehen. Nur an seiner Stimme konnten sie feststellen, wie jung er noch war. Aber Modschtaba Wahedi, der Autor des Artikels, der nach der Niederschlagung der Grünen Bewegung ins Ausland fliehen musste, ist nicht irgendwer. Mehdi Karubi dürfte ihn, seinen ehemaligen Sprecher und Wahlkampfmanager, in so manche Geheimnisse eingeweiht haben, die Karubi in seiner Eigenschaft als Parlamentspräsident bekannt waren. Und so offenbart Modschtaba Wahedi nicht nur die doppelte Identität von Hossein Ta‘eb, sondern schließt seinen Artikel auch mit einer Empfehlung an den heutigen Parlamentsabgeordneten Ali Mottahari, sich nicht leichtgläubig mit der Entlassung der zwei am Anfang erwähnten Geheimdienstführungsleute zufrieden zu geben, sondern ihre Identität herauszufinden und ihre Spur weiter zu verfolgen. Wer weiß, vielleicht endet auch die beim Religiösen Führer…

Quellen:
1. http://news.gooya.com/politics/archives/2013/12/172091.php
2. unveröffentlichte Interviews mit ehemaligen politischen Gefangenen

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Iran: Mollas statt Ingenieure

Die Regierung des iranischen Präsidenten Hassan Rouhani war angetreten, die politische Isolation des Landes zu durchbrechen, und die gelähmte Wirtschaft des Irans wieder in Gang zu setzen. Wie weit Worte und Taten auseinander klaffen, zeigen die Daten, die die Zeitung „Scharq“ (Der Osten), die den Reformisten nahe steht, am 15. Dezember 2013 (24. Adhar) veröffentlichte.

1300 Milliarden für die Ausbildung für Geistliche
So gibt es im neuen Haushalt den Posten „Nehad-haye dini va houzavi“ (Religiöse Einrichtungen und islamische Lehranstalten), der 18 religiöse Institutionen betrifft, die direkt dem Staat unterstehen. Diese hatten im fiskalischen Vorjahr ein Budget von 1030 Milliarden Tuman, jetzt sind es 1300 Milliarden Tuman, also ein Zuwachs von 26%. Angesichts der horrenden Inflation im Iran (selbst die staatliche iranische Zentralbank sprich von über 45%) bedeutet dies zwar in Wirklichkeit zwar eine deutliche Einbuße, aber erst, wenn man die Zahlen in Vergleich zu den nicht religiösen Schulen oder Hochschulen setzt, sieht man, wo die Schwerpunkte liegen. Denn es ist klar, dass bei einem infolge der Sanktionen geschrumpften Staatsbudget weniger Gelder zu verteilen sind als früher.
Und hier wird es interessant.

178 Milliarden für die beste Elite-Universität des Landes
So erhalten die fünf wichtigsten staatlichen Universitäten des Irans im neuen Budget 829 Milliarden Tuman, darunter die Scharif-Hochschule in Teheran (Daneshgahe Scharif) gerade einmal 178 Milliarden Tuman. Dabei werden die Abgänger dieser Hochschule überall im Westen, auch in Deutschland, mit Handkuss aufgenommen.

Über 1000 Milliarden für die „Universität“ der Pasdaran
Während hier gespart wird, sieht das Budget für die private „Universität“ Daneshgah-e Payam-e Nur (Hochschule der Botschaft des Lichts) über 1000 Milliarden Tuman vor. Diese Hochschule produziert nichts außer theologischem Altpapier, sie dient dazu, den Bassidschis und Pasdaran einen Doktortitel zu beschaffen, damit sie danach noch mehr Geld vom Staat als Gehalt einziehen können.
An diesem Detail sieht man übrigens auch, wie kurzsichtig auch die Pasdaran denken. Wer Atombomben bauen will, täte besser daran, in die Universitäten und die Physik zu investieren, nicht in die Produktion falscher Doktoren. So hat die Geldgier auch ihr Gutes.

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Karadsch (Iran): Razzia in Priesterwohnung am 3. Advent

Am Sonntag, den 15. Dezember 2013, stürmten drei Gruppen von jeweils drei Beamten des iranischen Geheimdienstes in Karadsch in Begleitung von zwei Kirchenangestellten die Privatwohnung eines verheirateten Priesters in Karadsch.
Die Geheimdienstbeamten beschlagnahmten unter anderem ein Laptop, religiöse Bücher und sogar die Bibel. Der 5-jährige Sohn der beiden hatte panische Angst, dass die Beamten auch seine Mutter fortschleppen würden, so wie sie schon seinen Vater geholt hatten.
Auch die Mutter, die Tochter – die ganze Familie steht noch unter dem Schock der Razzia. Der Priester, dessen Wohnung gestürmt wurde, heißt Behnam Irani und ist als politischer Gefangener im Gefängnis.
Er bittet die internationalen Menschenrechtsinstitutionen, dafür zu sorgen, dass die Verantwortlichen für die erniedrigende und einschüchternde Razzia zur Verantwortung gezogen werden.

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Iran:Teheran 14.12.2013

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Iran: Vier junge Gefangene in Chusestan hingerichtet

Laut Meldungen vom Mittwoch, den 4. Dezember 2013, wurden die vier jungen Gefangenen Ghasi Abbassi, Abdolresa Amir Chanafare, Abdolamir Modschdemi und Dschassem Moqaddam-Panah – alle Angehörige der arabischen Minderheit, am Vortag hingerichtet. Die vier Gefangenen waren am 4. Aban (also etwas mehr als einen Monat zuvor) vom iranischen Geheimdienst aus dem Karun-Gefängnis geholt und an einen unbekannten Ort verschleppt worden.
Während die Gefängnisbehörden und Gerichte den Angehörigten versicherten, dass die Akte der Gefangenen noch einmal überprüft wurde, schufen die iranischen Behörden jetzt vollendete Tatsachen. Den vier jungen Arabern wurde eine ganze Reihe von angeblichen Delikten zur Last gelegt:
Verstoß gegen die nationale Sicherheit, bewaffnete Aktivitäten, „Verderbnis auf Erden“ (bezieht sich darauf, dass sie andere Menschen „verderben“, also der typische Vorwurf, der schon Sokrates traf), und „Krieg gegen Gott“.
Diese Form der iranischen Minderheitenpolitik wird ein schweres Erbe für jeden Staat sein, der der Diktatur der Mollas folgt.

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Iran: Sa‘id Mortasawi schlägt zurück

Laut einer Meldung der Zeitung Arman hat Sa‘id Mortasawi, der ehemalige Staatsanwalt von Teheran und vorige Direktor der Behörde für Sozialversicherung, den Bericht des Ermittlungs- und Untersuchungsausschusses des iranischen Parlaments über finanzielle Korruption während seiner Amtszeit als „politisch“ bezeichnet und zugleich ergänzt:
„Die Geschenkkarten und -gutscheine beschränkten sich nicht auf die 37 im Bericht des Ermittlungs- und Untersuchungsausschuss des Parlaments erwähnten Abgeordneten, vielmehr gehörten zur vorigen Wahlperiode 150 (von 270) Abgeordnete des Parlaments zu den Empfängern (dieser Geschenke), darunter der Vorsitzende des Ermittlungs- und Untersuchungsausschusses des Parlaments und eine Reihe anderer Mitglieder.“
Interessant ist, dass Mortasawi offensichtlich noch immer Zeitungsinterviews geben kann, während die iranischen Gerichte angeblich nicht in der Lage sind, ihn zu Gerichtshandlungen vorzuladen, weil sie seine Adresse nicht haben…

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Hochschule Teheran: Studentenbewegung

Zur Feier des Tags der Studenten (9. Dezember) fand am Samstag, den 7. Dezember, an der Fakultät für Literatur der Universität Teheran eine Feier mit mehreren Reden statt. Zu diesem Anlass sprach auch der iranische Staatspräsidant Hassan Rouhani.
Hier ein paar Eindrücke aus dem Publikum, wie sie von iranischen Nachrichtenagenturen verbreitet wurden:


Die Fotos geben auch einen Eindruck davon, wie aktiv die Frauen in der Studentenbewegung sind.

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Iran: Schariatmadari ausgepfiffen


Studentinnen und Studenten beim Auftritt von Hossein Schariatmadari

Hossein Schariatmadari war am Samstag, den 16. Adhar (7. Dezember 2013), an der Technischen Hochschule Scharif in Teheran aufgetreten, um dort über die Aufgabe der Studentenbewegung und die Aufgabe der Zeitung Keyhan („Die Welt“) zu sprechen, deren Herausgeber er ist.
Er ist das Sprachrohr der Scharfmacher des islamistischen Regimes, ein Gegner jeder Aussöhnung mit der USA oder mit Israel, einer derjenigen, für die das Recht auf eine Atombombe zu den Grundartikeln der Allgmeinen Erklärung der Menschenrechte gehört. Im Iran hat er sich einen Namen damit gemacht, gegen die Grüne Bewegung zu hetzen, die mit der Wahlfälschung vom Juni 2009 um ihren Sieg betrogen wurde.
Vier Jahre massive Unterdrückung haben es trotzdem nicht geschafft, die iranische Studentenbewegung mundtot zu machen, denn sie vermasselte ihm gründlich den Auftritt an der Hochschule im Vorfeld des Tags der Studenten (18. Adhar, entsprechend dem 9. Dezember).
Die Studenten begrüßten ihn mit Parolen wie: „Keyhan, Netanyahu – wir gratulieren zum Bündnis“ (weil beide gegen das in Genf verhandelte Atom-Abkommen sind).
„Schariatmadari, geh raus!“
„Nieder mit den Taliban, ob in Kabul oder Teheran!“
Seine Entgegnung: „Wir sind nicht wie die Weiden, die unter dem Wind erzittern.“
So spricht einer, der die Scharfrichter, Folterer und Serienmörder der Islamischen Republik hinter sich weiß.

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Iran: Drohungen zum Tag des Studenten

Der 18. Adhar (9. Dezember) wird im Iran offiziell als „Tag der Studenten“ begangen. Im Vorfeld, am Samstag, den 7. Dezember, fanden auch Veranstaltungen an der Universität von Teheran statt, bei denen viele Studentinnen und Studenten mit kritischen Forderungen ihr Präsenz zeigten. So hielten sie Transparente hoch, in denen sie eine Freilassung der politischen Gefangenen forderten, namentlich derer, die nach den Protesten vom Juni 2009 verhaftet wurden – damals waren Millionen Menschen gegen die gefälschten Präsidentschaftswahlen auf die Straße gegangen.
Staatspräsident Hassan Rouhani, der eine Rede vor den versammelten Studenten hielt, erklärte: „Die Regierung steht zu allen Versprechen, die sie der Bevölkerung gemacht hat.“ Hassan Rouhani, aber auch andere Redner, sollen dabei über das Thema „Hausarrest“ der damaligen Präsidentschaftskandidanten Mirhossein Mussawi und Karubi und über die Inhaftierungen gesprochen haben.

Proteste Schari‘atmadari
Laut einer Meldung der Zeitung E‘temad soll Hossein Schariatmadari, der Vertreter des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i und Herausgeber der Teheraner Zeitung „Keyhan“, der ein Wortführer der radikal-fundamentalistischen Elemente ist, mit Protesten und Parolen gegen die Zeitung „Keyhan“ begrüßt worden sein.

Kaum verhüllte Drohungen der Pasdaran
Die Zeitung Dschawan, die die Position der iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) vertritt, kritisierte die Gegenwart bekannter Vertreter der Reformisten auf dieser Feier zum Tag des Studenten an der Universität Teheran. Die Zeitung missbilligte die Unterstützung der Studenten für die inhaftierten „Führer der Proteste von (13)88″ (gemeint ist die Zeit nach dem Juni 2009), und ließ beiläufig auch eine Drohung gegen Präsident Hassan Rouhani einfließen, dem ein ähnliches Ende wie dem vorletzten Präsidenten Chatami blühe.
Die Zeitung Dschawan schrieb: „Es bleibt abzuwarten, ob das Schicksal von Chatami auch für Rouhani zu zählen begonnen hat. Dieser Tag wird nicht allzu weit sein.“

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Haft-Tape (Iran): Sitzstreik auf den Feldern

Aus Protest gegen das Ausbleiben der vereinbarten Lohnerhöhung haben 650 Saisonarbeiter des Agro-Industriekomplexes „Haft-Tape“ einen „Streik auf den Feldern“ erklärt. Diese Arbeiter sind darauf spezialisiert, das Zuckerrohr zu schneiden. Der Agro-Industriekomplex „Haft-Tape“ ist im Iran ein wichtiger Zuckerproduzent.

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