Archiv für März 2014

Catherine Ashton besucht iranische Frauenrechtlerinnen


Catherine Ashton mit Narges Mohammadi und Gouhar Eschqi

Die EU-Außenministerin Catherine Ashton hat während ihres Iran-Besuchs am 8. März auch mit der iranischen Menschrechtlerin Narges Mohammadi und mit Gouhar Eschqi gesprochen. Gouhar Eschqi ist die Mutter des zu Tode gefolterten Webloggers Sattar Beheschti, und sie kämpft darum, dass die Verantwortlichen für die Folter vor Gericht gestellt werden. Catherine Ashton hatte sich schon früher für Narges Mohammadi eingesetzt, als sie für ihre Arbeit zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Während ihrer Reise sprach Catherine Ashton mit fünf weiteren aktiven Iranerinnen darüber, was man tun könne, um die Lage im Land zu verändern.
Angesichts der Tatsache, dass der radikale Flügel der iranischen Islamisten noch überall im Iran Macht ausübt und nach besten Kräften die Regierung von Hassan Rouhani attackiert, ist es erstaunlich, dass solche Begegnungen überhaupt stattfinden konnten.
Die eigentliche Botschaft dieser Meldung besteht darin, dass auch die radikalen Kräfte hoffen, dass Rouhani mit seiner Politik die wirtschaftliche und politische Krise im Iran lösen kann. Und wenn es sein muss, auch damit, dass er solche Treffen billigt.
Dies lässt hoffen, dass sich noch weitere Freiräume auftun können, wenn das Regime glaubt, dass sein Überleben davon abhängt.

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Iran: 8. März – Tag der Frau


auf dem Plakat im Hintergrund:
Unser Anteil am Weltfrauentag: Atmen hinter Gittern

„Ey zan, ey hozur-e zendegi / be sar resid zaman-e bandegi“
Frau, du bist das Leben / die Zeit der Sklaverei ist zu Ende!

Mit diesem Lied der iranischen Frauenbewegung wurde in der Hedayat-Straße in Teheran am 8. März 2014 mit Einwilligung der Behörden eine Veranstaltung zum Tag der Frau durchgeführt.
Auf dieser Veranstaltung kam alles zur Sprache. Die Zensur, die das „Ministerium für religiöse Aufklärung“ nach wie vor ausübt und damit die Bildungsarbeit der Frauenbewegung behindert, die diskriminierenden Gesetze, die Tatsache, dass zwar 60% der Hochschulabsolventen Frauen sind, aber 80% der staatlichen Angestellten Männer, und vieles mehr. Die Frauenbewegung im Iran ist nicht mehr zu stoppen, sagte eine der Teilnehmerinnen, sie ist im Inneren der Gesellschaft angekommen. Ein Mann, der als Ehrengast reden durfte, meinte, er wünsche sich, dass er in einem Land sterben dürfe, in dem die Frauen die gleichen Rechte hätten wie die Männer. Zum Abschluss fanden auch zahlreiche Ehrungen von Frauen statt, namentlich solcher, die Angehörige im Gefängnis verloren haben. Die Tochter des verstorbenen Ajatollahs Taleqani, A’sam Taleqani, sprach von der Notwendigkeit, die im Schiitentum existierenden Praxis des Edschtehad (Neuerung) zu nutzen, um die frauenfeindlichen Auslegungen des Korans zu beenden.
weitere Einzelheiten und viele Fotos
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/49811/

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Iran: nach Dichterlesung verhaftet

Seyyed Hossein Mussawi, ein Student an der Hochschule von Yassudsch, war am 13.12.1392 (4. März 2014) vom Geheimdienst der Pasdaran verhaftet worden, nachdem er ein kritisches Gedicht auf einem Gedichtabend vorgelesen hatte. Gestern, am 9. März 2014, haben sich etwa Hundert Studenten an der Hochschule von Yassudsch versammelt, um gegen die erstickende Atmosphäre an der Uni zu protestieren und die sofortige, bedingungslose Freilassung des Studenten zu fordern.

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Iran unter Rouhani: die Schlapphüte grüßen

Die im Iran betriebene Nachrichten-Webseite Namehnews.ir hat eine Liste von zehn Personen veröffentlicht, die ein wichtiges Amt unter der Regierung von Hassan Rouhani einnehmen und zuvor eine Rolle in den Sicherheitsorganen spielten.

  • Seyed-Resa Akrami, heute: Vorsitzender des Kulturrats des Präsidialamts. Früher: Verantwortlicher Leiter der Luftstreitkräfte der Armee für ideologische und politische Fragen.
  • Mostafa Purmohammadi, heute: Justizminister. Früher: stellvertretender Geheimdienstminister.
  • Hamid Tschitschian, heute: Energieminister. Früher: Stellung in der Kommando-Ebene der Pasdaran.
  • Hossein Dehqan, heute: Verteidigungsminister. Früher: Befehlshaber der Pasdaran in Teheran, stellvertretender Befehlshaber der Pasdaran in Isfahan, Befehlshaber der Pasdaran im Libanon, Befehlshaber der Region 1 der Pasdar-Einheit Thar-ollah und des Operationszentrums von Thar-ollah, Kommandant der Luftstreitkräfte der Pasdaran.
  • Ali Rabi‘i, heute: Minister für Kooperativen, für Arbeit und sozialen Wohlstand. Früher: stellvertretender Geheimdienstminister.
  • Ali-Resa Raschidian: heute Gouverneur der Region Chorassan (mit dem Zentrum Maschhad). Früher: Generaldirektor der Geheimdienstbehörde der Region Chorassan, stellvertretender Geheimdienstminister.
  • Ali Schamchani, heute: Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. Früher: Minister der Pasdaran, Verteidigungsminister, Befehlshaber der Pasdaran in der Region Chassdaran.
  • Mohammad Sadeq Salehi-Manesch, heute: Gouverneur von Qom. Früher: stellvertretender Vize-Geheimdienstminister, Generaldirektor im Geheimdienstministerium für die arabischen Staaten, Leiter des Wahlstabes des Geheimdienstministeriums.
  • Ali-Asghar Fani, heute: Kultusminister. Früher: Mitglied bei den Pasdaran. (Nach Aussagen von Lehrkräften des Lehrbezirks 16 von Teheran arbeitete Fani zur Schahzeit mit dem Geheimdienst Sawak zusammen).
  • Ali Yunessi, heute: Berater des Präsidenten. Früher: Geheimdienstminister.

http://namehnews.ir/News/Item/116233/2/116233.html
14.12.1392 (9.03.2014)

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Iran: WhatsApp


Der Freitags-Imam von Sarindascht (Region Fars) wendet sich über WhatsApp an die Jugendlichen mit obigem Text:
Liebe Jugendliche! Da wir Euch im wirklichen Raum nicht antreffen konnten, sind wir Euch in den (virtuellen) Raum von WhatsApp gefolgt.
Unter der Telefonnummer … könnt Ihr mit mir jeden Abend zwischen 21 und 22 Uhr Kontakt aufnehmen. Ich stehe Euch Rede und Antwort.
WhatsApp ist eine Art Skype, mit dessen Hilfe die Iraner kostenlos per Handy telefonieren können.

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Iran: Die Derwische halten zusammen

Am Samstag, den 8. März 2014, fand vor der Staatsanwaltschaft von Teheran eine Protestkundgebung der Gonabadi-Derwische und der Angehörigen anderer politischer Gefangener statt. Sie unterstützten damit die inhaftierten Gonabadi-Derwische, die einen trockenen Hungerstreik eröffnet hatten, um gegen die Verweigerung der medizinischen Behandlung ihrer Mitgefangenen zu protestieren. Dem Hungerstreik haben sich auch über 500 Derwische angeschlossen, die nicht in Haft sind. Die Behörden, die am Samstag wohl nicht mit Protesten gerechnet hatten, versprachen den Versammelten, dass sie sich Ihres Anliegens annehmen würden, am Samstag und am Sonntag wurde die Versammlung jedoch gewaltsam von den Sicherheitskräften aufgelöst. Einige Versammlungsteilnehmer wurden verletzt, 31 Frauen und über 200 Männer wurden festgenommen. Inzwischen sollen die Festgenommenen wieder auf freiem Fuß sein. Dies spricht für die Richtigkeit vereinzelter Berichte, wonach sich rund 5000 Personen vor der Staatsanwaltschaft Teherans versammelt haben sollen.
Inzwischen sind in den Stadtbezirken um die Staatsanwaltschaft Teherans Sondereinheiten stationiert, Beamten in Zivil gehen Streife. Eine Reihe von Autos, mit denen Anhänger der Gonabadi-Derwische von Auswärts nach Teheran fuhren, wurden angehalten, acht Derwische wurden festgenommen.

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Iran: Nicht genug Geld um sich ein Ei zu kaufen

Für das kommende Haushaltsjahr hat die iranische Regierung zur Gewährleistung der Sozialhilfeleistungen eine Budgeterhöhung in Höhe von 50.000 Mrd. Toman veranschlagt.

Um diese Einnahmen zu erzeugen, stehen der Regierung bestimmte, eng begrenzte Möglichkeiten zur Verfügung: Dazu zählt die Erhöhung der Preise bei staatlich bereitgestellten Infrastrukturgütern wie Wasser, Strom, Gas, Benzin, Diesel, … . Sie darf dabei den Preis von einem Jahr auf das andere maximal um 38% erhöhen.

Dr. Abed Fatahi, der Abgeordnete der Stadt Urumiye, hat in einem Interview erklärt, dass es gesetzlich vorgeschrieben sei, dass die Regierung diese Preiserhöhung erst nach dem 22. März umsetzen kann. Dessen ungeachtet habe die Regierung Rouhani schon Mitte letzten Monats damit begonnen. Es sagte weiter, dass diese Erhöhung die Menschen unzufrieden mache und sie in diesem Fall die Regierung nicht mehr unterstützen würden.

Zur Verwirrung der Menschen trage bei, dass in vielen Haushalten zu Beginn des aktuellen Monats Gas-Rechnungen in doppelter Höhe eingegangen seien. Insbesondere so kurz vor dem iranischen Jahreswechsel und den Noruz-Feiertagen habe das der Stimmung im ganzen Land geschadet.

Weiter meinte Dr. Abed Fatahi, dass er im Parlament Mitglied der Fraktion Rouhani sei. Dennoch sei das der falsche Weg. Vielmehr sollten die Einnahmen über die Erhöhung des Erdölexports gesteigert werden. Er würde sich schämen, wenn er seiner Stadt von der Bevölkerung kritisiert würde, von Leuten, die nicht genug Geld hätten, sich auch nur ein Ei zu kaufen und daher keine Ahnung hätten, wie sie diese Preiserhöhungen jetzt finanzieren könnten.

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Sabol (Iran): Nomaden oder Obdachlose

Die iranische Nachrichtenagentur hat mit Angehörigen der Qasaqsehi gesprochen, die jetzt im Süden Irans als Nomaden leben.

Infolge eines Hochwassers waren sie obdachlos geworden und ziehen nun mit ihren Zelten und Habseligkeiten von Ort zu Ort. Ihren Unterhalt verdienen sie mit Eseln, die sie züchten. Das neunjährige Mädchen auf dem ersten Photo war in seiner Kindheit aufgrund der Armut der Eltern zum Arbeiten an Afghanen verkauft worden, lebt jetzt aber wieder mit seinen Angehörigen. Mit zehn soll es heiraten. Das ist früh, sagt das Mädchen, aber in ihrem Leben wird man früh alt.

Die Nomaden haben Bücher, aber sie kann sie nicht lesen, sagt sie mit Bedauern. Es ist ein karges Leben, nur das Fernsehen hat auch bei ihnen Einzug gehalten.

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Iran: Bei der Krawatte des Propheten


Hochzeit beim Militärmanöver

Bei einem der jüngsten Militärmanöver fand kürzlich eine Hochzeitszeremonie statt, deren Foto in den iranischen Medien veröffentlicht wurde. Die anwesenden Herren sind neben dem Geistlichen hochrangige Militärs und der Jüngling, der die weiß gekleidete Frau – wir nehmen an, dass es eine Frau ist – heiratet.
Das Pikante an der Geschichte: Der Bräutigam trägt eine Krawatte.

Ein anderer Krawattenträger war einer der Berater des iranischen Präsidenten Rouhani bei den Gesprächen in Davos. Seit Wochen läuft in den radikal-islamistischen Medien des Irans eine Kampagne gegen den iranischen Präsidenten, dass er so einen Mann mitgenommen habe, der mit dem Tragen der Krawatte das Islamische Recht – die Scharia – mit Füßen getreten habe.

Wie man sieht, wird auch hier mit zweierlei Maß gemessen.

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Iran: Verfolgte Gonabadi-Derwische

Kasri Nuri, ein Web-Aktivist der Gonabadi-Derwische, der derzeit im Gefängnis Nesam-Abad in Schiras in Haft ist, hat am Sonntag, den 2. März 2014, ebenfalls einen Hungerstreik erklärt, um gegen die verweigerte ärztliche Behandlung von Gonabadi-Derwischen im Ewin-Gefängnis zu protestieren. Auch wurde bekannt, dass drei Gonabadi-Derwische aus der Stadt Kwar in der Provinz Fars Ende vergangenen Jahres zu lebenslänglicher Verbannung nach Chusestan sowie Sistan und Balutschestan verurteilt wurden.

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Ewin-Gefängnis: Teheran

Fünf Derwische der Gonabadi-Gemeinschaft namens Resa Entessari, Amir Eslami, Mostafa Abdi, Farschid Yadollahi und Omid Behrusi, die im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses in Haft sind, haben einen unbefristeten Hungerstreik eröffnet.
Damit protestieren sie dagegen, dass zwei Mitgefangene – Hamidresa Moradi und Mostafa Daneschdschu, die am Herzen operiert werden sollten, ohne Operation ins Gefängnis zurück verlegt wurden. Auch wird einem weiteren Gefangenen, nämlich Afschin Karampur, der unter anderem an einer Nierenerkrankung leidet, eine Behandlung im Krankenhaus verweigert, was ebenfalls Gegenstand des Protests ist. Die drei Kranken haben ihrerseits einen Medikamentstreik eröffnet, um gegen die verweigerte Behandlung zu protestieren.
20 politische Gefangene des selben Gefängnisses haben einen Brief an den Chef der iranischen Justiz geschrieben und darauf hingewiesen, dass die illegale Verweigerung der medizinischen Verhandlung auf das willkürliche Vorgehen des Richters Salawati zurückzuführen ist.

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Isfahan: 16 Hinrichtungen umgewandelt

Der Zeitraum der letzten 10 Tage vor der iranischen Revolution vom 22. Bahman (11. Februar 1978) wird in der Islamischen Republik Iran feierlich unter dem Namen „Dahe-ye Faradsch“ begangen.
Aus diesem Anlass fand im Gefängnis von Isfahan auch eine Koranlesung unter Anwesenheit des Gefängnisdirektors und 2000 Gefangener statt. Anlässlich dieser Feier wurden 16 zum Tode verurteilte Gefangene, darunter 5 Frauen, begnadigt, das heißt, ihre Strafe wurde in lebenslängliche Haft umgewandelt. Der Grund für die Umwandlung der Todesstrafe war, dass diese Gefangenen 5 von insgesamt 30 Abschnitten (Dschos‘) des Korans auswendig gelernt hatten.

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Iran: Zum Tag der Frau

Frau
Du bist

in dieser Wüste

in dieser Wüste, die herrscht

in dieser Wüste, die über mein Land herrscht

mein Land, den Iran

in dieser Wüste

ohne Wasser und Sonne

bist du

ein Regenbogen

unter diesem

Schleier der Finsternis

in dieser Trauer

in diesem Leid

bist du

ein Funken

Liebe

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