Archiv für April 2014

Iran: Gefangene schreiben an Präsident Rouhani

Am Sonntag haben 28 politische Gefangene des Trakts 350 des Ewin-Gefängnisses von Teheran einen Brief an den iranischen Präsidenten Hassan Rouhani geschrieben und ihn gefordert, die Vorfälle vom Donnerstag zu untersuchen. Auch der Nationale Sicherheitsrat des Irans solle sich mit diesem massiven Gewaltakt befassen, dem die Gefangenen ausgesetzt waren.
Am Montag, den 21.04.2014 haben darüber hinaus 12 politische Gefangene den Hungerstreik erklärt, um gegen die beispiellose Gewalt gegen die Gefangenen zu protestieren.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Staatlicher Überfall im Gefängnis kommt vors Parlament

Wie berichtet, wurden am Donnerstag, den 17. April 2014, die politischen Gefangenen des Traktes 350 im Ewin-Gefängnis Opfer einer Razzia, bei der über 100 Beamte eingesetzt waren – Gefängnisbeamte, Geheimdienstbeamte und Revolutionswächter (Pasdaran). Über 30 Gefangene sollen dabei verletzt worden sein, davon 8 schwer, über 30 Gefangene wurden mit verbundenen Augen verlegt.
Am Sonntag, den 20. April 2014 versammelten sich darauf die Angehörigen der Gefangenen vor dem iranischen Parlament in Teheran, um gegen die Gewalttaten zu protestieren. Der Justizminister, Mostafa Purmohammadi, unter Ahmadineschad Innenminister, spielte wie üblich das Geschehen herunter und sprach von nur zwei leichten Verletzungen. Der Parlamentsabgeordnete Ali Mottahari versprach den Angehörigen, sich um die Sache zu kümmern. Eine Gruppe von Abgeordneten hat den Vorsitzenden der Parlamentskommission für Nationale Sicherheit und Außenpolitik aufgefordert, den Gefängnisdirektor von Ewin sowie den Direktor für das Gefängniswesen ins Parlament vorzuladen, damit sie Rede und Antwort zu den Ereignissen stehen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Ewin-Gefängnis (Teheran): gewaltsame Razzia gegen politische Gefangene


Schwarzer Donnerstag im Ewin-Gefängnis

Am Donnerstag, den 17. April 2014, stürmten etwa 100 Beamte drei verschiedener staatlicher Institutionen – der Gefängnisverwaltung, des Geheimdienstes und der Pasdaran – Zellen des Trakts 350 im Ewin-Gefängnis. In diesem Trakt sind politische Gefangene inhaftiert. Etwa 25 der Beamten waren vermummt, durch Masken oder Sonnenbrillen. Zum Zeitpunkt der Razzia befand sich ein Teil der Gefangenen im Gefängnishof, ein Teil war in den Zellen geblieben, weil sie die Zerstörung ihrer Habe durch die Beamten befürchteten. Zum Zeitpunkt der Razzia war es im Trakt 350 ruhig, was die Beamten anhand der an verschiedenen Stellen positionierten Videokameras sehen konnten.
Während der Razzia in den Zellen 1 und 3 des Trakts 350 begannen die Beamten die Gefangenen zu schlagen. Durch die lauten Schreie wurden ihre Mitgefangenen unten im Hof alarmiert, die darauf Parolen gegen die Razzia riefen und versuchten, die Hoftür aufzubrechen, um ihren Kollegen zu Hilfe zu kommen. Die Beamten filmten darauf die protestierenden Gefangenen und die Versuche, die Tür aufzubrechen. Die Kamera wurde nicht eingeschaltet, wo es zu Misshandlungen gegen die Gefangenen kam. Einige derer, die in den Zellen geblieben waren, berichteten später, dass die Beamten eine Gasse gebildet hätten, durch die die Gefangenen durch mussten. Sie wurden dabei massiv mit Knüppeln geschlagen. Acht Gefangene erlitten schwere Verletzungen – Knochenbrüche an Fuß und Schulter, einem wurden sogar die Zähne ausgetreten. Ein Gefangener erlitt einen Herzinfarkt. Insgesamt sollen über 30 Gefangene verletzt worden sein, über 30 wurden mit verbundenen Augen wegverlegt.

Die Rolle des Gefängnisarztes
Dr. Madschid Resasade, der Gefängnisarzt, der für die Krankenstation des Gefängnisses verantwortlich ist, legte in Zusammenhang mit diesen Vorfällen ein merkwürdiges Verhalten an den Tag. Er ließ zwei Gefangene, die auf dem Weg zu einem externen Krankenhaus waren, noch vor Erreichen des Krankenhauses wieder zurückbringen und fesselte sie beide persönlich ans Krankenbett der Krankenstation des Gefängnisses. Einen weiteren Gefangenen, der im Krankenhaus Schohada-ye Tadschrisch eingewiesen war und nach Überzeugung der Fachärzte zur Operation als Notfall dabehalten werden sollte, holte er eigenhändig ab und brachte ihn ohne Operation ins Krankenhaus zurück.

Vernichten von Beweismitteln
Das vorrangige Bemühen des Gefängnisarztes Dr. Madschid Resasade scheint vor allem darin bestanden zu haben, jegliche Beweise für die Gewalt, die den Gefangenen zugefügt wurde, zu beseitigen. So beschlagnahmte er die extern gemachten Computer-Tomographie-Aufnahmen des Gefangenen Akbar Amini, und es ist anzunehmen, dass der Rückruf der beiden anderen Gefangenen vor allem von dem Wunsch beseelt war, das Entstehen unabhängiger Beweise für die Gewaltorgie im Gefängnis zu unterbinden. So ist es kein Wunder, dass er die Herausgabe von Röntgenbildern von Knochenbrüchen, die in der Krankenstation gemacht wurden, an die Gefangenen oder außenstehende Ärzte verweigerte.
Sein Handeln steht in Einklang mit dem Filmteam der Razzia, das auch nur die für künftige Anklagen genehmen Szenen filmte und alles andere ausblendete.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Kermanschah (Iran): Kurde hingerichtet

Im Jahre 2011 war der Kurde Samku Chorschidi auf einer Autobahn bei Teheran von den sogenannten Sicherheitskräften verhaftet worden. Bei der Verhaftung machten die Beamten von ihrer Schusswaffe Gebrauch und schossen ihm in den Arm. Dem Kurden wurde Mitgliedschaft in einer bewaffneten kurdischen Organisation zur Last gelegt. Unter diesem Vorwurf wurde er 2012 zur Hinrichtung verurteilt.
Jetzt, am 17. April 2014, wurde die Hinrichtung im Gefängnis von Diesel-Abad (Stadtteil von Kermanschah) vollstreckt.
In den vergangenen sechs Monaten sind weitere Hinrichtungen politisch aktiver Kurden bekannt geworden:
Habibollah Golparipur, Resa Esma‘ili Mamdi und Schirku Mo‘arefi sind die Namen von drei weiteren Opfern der Todesstrafe im Iran.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Studentische Anhänger der Grünen Bewegung demonstrieren gegen Said Dschalili

Am gestrigen Montag, 14.4.2014, hatten Bassidschi und radikale Gruppen unter den Studenten der Amir Kabir-Universität in Teheran ein Fest für die Atomenergie organisiert. Die Veranstaltung wurde mit Parolen und Gesängen von studentischen Anhängern der Grünen Bewegung gestört und konnte erst mit 45 Minuten Verspätung beginnen.

Als Hauptredner trat Said Dschalili auf, ehemaliger iranischer Chefunterhändler bei den 5+1 Atomenergiegesprächen unter Prädident Ahmadinejad. Dschalili war außerdem bei den letzten Präsidentschaftswahlen angetreten, allerdings – trotz Unterstützung durch den Religiösen Führer Chamene’i – mit nur 5 Mio. Wählern dem jetzigen Präsidenten Rouhani unterlegen, der 18 Mio. Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Zu Beginn der Veranstaltung hatten sich die Anhänger von Dschalili ganz vorne an der Bühne versammelt. Sie riefen unterstützende Parolen für Dschalili und machten sich für den Ausbau und die Weiterentwicklung der Atomenergie stark.

Im hinteren Bereich des Vortragssales versammelten sich die Anhänger der Grünen Bewegung und versuchten durch Skandieren von Parolen und das Absingen von Liedern die Veranstaltung zu stören. Sie riefen unter anderem „Ya Hussein, Mir Hussein“ (Mir Hussein Mussawi ist der im Jahr 2009 um seinen Wahlsieg betrogene Kandidat der Grünen Bewegung, der zur Zeit unter Hausarrest steht), „Mussawi, Karrubi azad bayad gardante“, (Mussawi und Karrubi sollen frei gelassen werden), „Marg bar Dictator“ (Tod dem Diktator). Auch wurde das populäre Lied „Yare Dabestani“ (Mein Freund in der Grundschule) gesungen. Die von ihnen ebenfalls gerufenen Parolen „Salam bar Chatami, dorud bar Rouhani“ und „Rouhani, Rouhani, hemayatat mikonim“ drückten die Unterstützung der StudentInnen für die Politik des Präsidenten Rouhani aus.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: An Balutschistan scheiden sich die Geister

Wie vergangene Woche berichtet, hat die bewaffnete Organisation „Dschaisch ol-Adl“ vier entführte iranische Grenzsoldaten freigelassen. Die Freilassung erfolgte Dank der Vermittlung sunnitischer Geistlicher der Region.

Moscheen und Kasernen
Innerhalb des islamischen Regimes gibt es zwei Herangehensweisen zum Umgang mit der Minderheit der Balutschen. Da sind die Fundamentalisten, nach deren Meinung es das Beste ist, alle Ämter in der Region den Schiiten zu geben. Denen könne man vertrauen, den Sunniten, die die Mehrheit stellen, dagegen nicht. Was die Region brauche, seien Moscheen und Kasernen. Wobei mit Moscheen natürlich nur schiitische gemeint sind. Wenn die Minderheit, die hier die Mehrheit stellt, aufmuckt, muss mit harter Hand durchgegriffen werden. Dafür sorgen die Bassidschi-Milizen und die Revolutionswächter. Als Dschaisch ol-Adl (Die Armee der Gerechtigkeit) fünf iranische Grenzwächter entführte, kommentierte das die Führung der Revolutionswächter (Pasdaran) mit den Worten: Dann sollen sie die eben umbringen. Es waren führende Pasdaran-Generäle, die sich gegen Verhandlungen mit den Entführern aussprachen.

Vertrauen und Arbeitsplätze
Eine Gegenposition nehmen die sogenannten Reformisten ein. Sie sind der Ansicht, dass man die lokale Bevölkerung für sich gewinnen muss, dass man sie in die Verwaltung der Region einbinden muss und Arbeitsplätze schaffen muss, damit die Menschen zufrieden sind. Von diesem Grundsatz ausgehend hatte die Regierung Rouhani in Zusammenhang mit der Entführung die Vermittlungsdienste lokaler sunnitischer Größen gesucht und gefunden, was letztlich zur Freilassung der überlebenden Geiseln führte. Man kann davon ausgehen, dass Rouhanis Regierung im Gegenzug nicht nur Freilassungen, sondern auch wirtschaftliche Leistungen für die Region versprochen hat.

Der Stein des Anstoßes
Das wiederum ist den Radikalen überhaupt nicht recht. Gleich nach der Freilassung der Entführten kamen die ersten Äußerungen von Vertretern der Sicherheitsorgane (z.B. Polizei), den freigelassenen Soldaten solle man keine Kränze umhängen, sondern sie vor Gericht stellen. Wieso sie überhaupt im Dienst geschlafen hätten, als sie überfallen wurden. Und Parlamentsabgeordnete fanden, dass auch die sunnitischen Vermittler vor Gericht gestellt werden müssen. Die „Armee der Gerechtigkeit“ sei ihr bewaffneter Arm, mit der einen Hand entführten sie Menschen, mit der anderen ließen sie diese frei. Solche Äußerungen sind keineswegs harmlos, denn die Regierung Rouhani mag zwar in Teheran etwas zu sagen haben, in Balutschistan dagegen sitzen noch diejenigen fest im Sattel, die von Ahmadineschad eingesetzt wurden, diejenigen, die von der Politik der Kasernen und Moscheen profitieren. Zugeständnisse an die Gegenseite oder eine sinnvolle Entwicklungspolitik sind für diese Menschen Fremdworte.

Rouhani kommt nach Baluschistan
Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die sunnitischen Geistlichkeiten der Bevölkerung empfehlen, Präsident Rouhani bei seinem bevorstehenden Besuch in der Region einen herzlichen Empfang zu bereiten, um ihm deutlich zu machen, wo seine Verbündeten zu finden sind. Wenn Rouhani es nicht schafft, vor Ort für die Umsetzung seiner Versprechen zu sorgen, wird der Kreislauf der Gewalt in der Region kaum noch aufzuhalten sein. Dann werden die Waffen sprechen, statt die Bauern, Händler und Handwerker.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Ali Mottahari und andere Saubermänner

Ali Mottahari, ein einflussreicher Parlamentsabgeordneter, der in der letzten Amtszeit von Ahmadineschad als Kritiker des Präsidenten und sogar des Religiösen Führers aufgetreten ist und den „Reformern“ nahe steht, hat jüngst gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ‚Mehr‘ deutlich gemacht, wes Geistes Kind er ist: „Wir sind überzeugt, dass jemand, der vorsätzlich und geplant einen Menschen tötet und für den dies zu einer Gewohnheit geworden ist, den Kreis der Menschen verlassen hat. Die Gesellschaft muss von dessen Existenz gesäubert werden, so wie der menschliche Körper von der Existenz der Mikroben gesäubert werden muss. Wenn wir so einen hinrichten, haben wir de facto keinen Menschen hingerichtet, sondern einen Un-Menschen. Das Gleiche gilt auch für Ehebrecher und ihresgleichen.“
Einmal abgesehen davon, dass Herr Mottahari noch nie etwas von Darmflora gehört hat, könnte man fast meinen er wolle hier das Todesurteil der Führer der Islamischen Republik fällen, die mit Vorsatz und geplant Menschen getötet haben und denen dies zur Gewohnheit geworden ist. Aber das täuscht: Der Mann hat seinen eigenen Widerspruch nicht erkannt, und man merkt, dass sich seine Begründung zur Rechtfertigung der Todesstrafe herzlich wenig von dem unterscheidet, was jeder beliebige Gouverneur in Texas auch sagen würde. Nur dass dieser Gouverneur wohl nicht für die Hinrichtung von Ehebrechern, Juden oder Atheisten stimmen würde.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Sahedan (Iran): 3 Hinrichtungen angekündigt

Die Staatsanwaltschaft von Sahedan (Region Sistan und Balutschistan) hat die Hinrichtung von drei Personen angekündigt, die für den Mordanschlag auf einen Staatsanwalt in Sabol verantwortlich sein sollen. Die Hinrichtung soll in den kommenden zwei Wochen vollstreckt werden.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Ahwas, Abadan, Schadgan (Iran): Verhaftungen

In der vergangenen Woche wurden in Ahwas, Abadan und Schadgan in der Region Chusestan, wo die arabische Minderheit lebt, mindestens 60 arabischsprachige politische Aktivisten auf Vorrat festgenommen. Die Behörden wollten damit verhindern, dass Gedenkfeiern an den arabischen Aufstand von 2005 in der Region abgehalten werden.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Ahwas (Iran): Vom Fußballsieg zum Sturz des Regimes


Am Freitag, den 11. April 2014, feierten die Menschen in Ahwas den Sieg der Fußballmanschaft Fulad-e Chusestan. Bei dieser Gelegenheit wurden auch Parolen auf Arabisch gerufen, die den Sturz des islamistischen Regimes forderten. Politische Aktivisten der arabischen Minderheit in Chusestan sind sowohl Opfer von Verhaftungen als auch von Hinrichtungen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Vorgeschlagener UN-Botschafter an Mordfall in Rom beteiligt?

Am 9. April 2014 veröffentlichte die britische Zeitung Daily Telegraph einen Artikel über Hamid Abutalebi, der von der iranischen Regierung als neuer UN-Botschafter in New York vorgeschlagen wurde. Der Senat und das Repräsentantenhaus der USA haben ein Gesetz verabschiedet, das verbieten soll, dass Hamid Abutalebi ein Einreisevisum in die USA erhält. Als Begründung wurde seine Beteiligung an der Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran nach der Revolution von 1979 genannt. Die iranische Regierung erklärt hierzu, er sei damals lediglich als Dolmetscher tätig gewesen. Auf diesen Vorwurf wollen wir hier nicht näher eingehen, die Motive beider Seiten für ihr Vorgehen sind ein Thema für sich.

Der Mord an Naghdi in Rom
Was aus europäischer Sicht viel interessanter ist, ist die Rolle von Hamid Abutalebi in Rom. Dort war er bis September 1992 Botschafter der Islamischen Republik Iran. Er soll dann unter falscher Identität und mit falschen Papieren nach Italien zurückgekehrt sein und bei der Vorbereitung des Mords an Mohammad Hossein Naghdi eine wichtige Rolle gespielt haben. Mohammad Hossein Naghdi war Vertreter der Islamischen Republik Iran am Heiligen Stuhl Anfang der 1980-er Jahre. Er und Hamid Abutalebi kannten sich schon seit den Jahren der Revolution. Als im Iran die Verfolgung gegen die Volksmudschahedin einsetzte, gab Mohammad Hossein Naghdi sein Amt als Botschafter auf und arbeitete für die Vertretung der Volksmudschahedin in Rom. Als Naghdi am 16. März 1993 von seinem Fahrer zum Sitz der Modschahedin-Vertretung gefahren wurde, wo schon ein Polizeiauto zu seinem Schutz auf ihn wartete, wurde Naghdi mit einer Maschinenpistole erschossen. Der Täter flüchtete zu Fuß, stieg auf die Vespa eines Mittäters und konnte unerkannt fliehen. Die italienische Polizei hat bis 2008 keinerlei Täter festgenommen.

Abutalebi von iranischem Geheimdienstoffizier belastet
Abolghasem Mesbahi, ein ehemaliger iranischer Geheimdienstoffizier, der in Deutschland lebte, hat gegenüber den ermittelnden Polizeibeamten ausgesagt, dass der Agent, der von Teheran ausgeschickt wurde, um Naghdi zu ermorden, unter der Aufsicht von Hamid Abutalebi tätig wurde. Abutalebi soll dabei vom Leiter des iranischen Geheimdienstes in Rom, Herrn Bozorgian, unterstützt worden sein. Wie das Berufungsgerichts in Rom (Corte di Appello di Roma) am 16. Dezember 2008 in einem Urteil feststellte, sei es der italienischen Polizei aber nicht gelungen, nachzuweisen, dass die mutmaßlichen Täter nach Italien eingereist seien, weshalb es kein abschließendes Urteil zu diesem Mord fällte. Hamid Abutalebi, der von September 1995 – September 2000 Botschafter der Islamischen Republik Iran in Belgien und bei der Europäischen Union war, ist somit nicht rechtskräftig verurteilt. Es fällt aber auf, dass im Jahr 2003 sein Antrag auf ein Schengen-Visum für einen europäischen Staat abgelehnt wurde. Das ist immerhin beachtlich für einen ehemaligen Botschafter. Damals fand die iranische Regierung – erst Präsident Chatami, dann Ahmadineschad – rasch andere Verwendung für den erprobten Mann: Er wurde Botschafter des Irans in Australien von September 2003 bis November 2006.

Sanktionen – es darf auch ein bißchen mehr sein
Bedenkt man, dass die Grundlinien der Außenpolitik nach der iranischen Verfassung vom Religiösen Führer, also von Ajatollah Chamene‘i, festgelegt werden, der auch direkt auf Personalentscheidungen Einfluss nimmt, kann man davon ausgehen, dass mit der Auswahl von Hamid Abutalebi ein weiterer Schritt unternommen wurde, die Rücknahme der Sanktionen dosiert zu bremsen. Dann nämlich können die „Schmuggelbrüder“ – wie Ahmadineschad die Pasdaran nannte – und Chamene‘is Sohn Modschtaba weiterhin von diesem einträglichen Geschäft leben. Denn freier Handel schmälert die Gewinne der Schmuggler.

Quellen:
1. Hamid Abutalebi / Mord am Ex-Botschafter Naghdi, auf Englisch
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/middleeast/iran/10755831/Iranian-diplomat-rejected-by-US-implicated-in-Italian-murder.html
Daily Telegraph
By Damien McElroy, Tom Kington and Ahmed Vahdat
6:24PM BST 09 Apr 2014
2. Beschreibung der Ermordung von Mohammad Hossein Naghdi im Corriere della Sera, einen Tag nach dem Mord in Rom, auf Italienisch
http://archiviostorico.corriere.it/1993/marzo/17/colpi_Uzi_vendetta_degli_ayatollah_co_0_93031717586.shtml
a colpi di Uzi la vendetta degli ayatollah.

3. Beschreibung der Vorbereitungen und Durchführung des Mordes an Mohammad Hossein Naghdi durch die Volksmudschahedin, 20 Jahre nach seiner Ermordung. In diesem Text werden weder Abutalebi noch Bozorgian erwähnt, evtl. weil sie unter falschem Namen auftraten?
http://www.hambastegimeli.com/%D8%AF%D9%8A%D8%AF%DA%AF%D8%A7%D9%87-%D9%87%D8%A7/%D9%BE%D8%B4%D8%AA-%D9%BE%D8%B1%D8%AF%D9%87-%D8%B1%DA%98%D9%8A%D9%85/40158-2013-03-19-22-05-20
Name von Abutalebi nicht erwähnt

4. 2003 Antrag von Abutalebi auf Schengen-Visum wird abgelehnt, auf Italienisch
http://www.ilgiornale.it/news/esteri/linviato-iraniano-allonu-accusato-omicidio-politico-roma-e-1007506.html

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: General fordert Bestrafung der freigelassenen Entführten

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Kommission für nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, der Pasdar-General Ismail Kousari, hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Chane-ye Mellat“ erklärt: „Ich bin der Überzeugung, dass die 4 Grenzsoldaten, die von der Gruppe Dschaisch ol-Adl freigelassen wurden, wegen Verstoßes gegen die Dienstvorschriften und Mängeln in der Verübung ihrer Dienstpflicht zur Rechenschaft gezogen werden müssen.“
Er meinte weiter: „Wäre ich verantwortlich gewesen, hätte ich dafür gesorgt, dass sie bestraft werden, statt ihnen Hilfsleistungen für Freigelassene zu gewähren, damit solche Pflichtverletzungen während der Dienstausübung nicht wiederholt werden.“

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=74835

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Rüstungsprogramm geht weiter


Werkzeug für Herstellung von Waffen oder Schrott für 1 Million Euro?

In Genf hat die Regierung von Hassan Rouhani mit den Westmächten vereinbart, ihr Atomprogramm unter Aufsicht zu stellen. Im Gegenzug wurden finanzielle Erleichterungen und eine teilweise Suspendierung der Sanktionen versprochen. Das ist die eine Seite der Medaille. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Guardia Civil in Spanien am 1. April 2014 vier Personen in Tarragona, Barcelona und Palma de Mallorca unter dem Vorwurf festgenommen, illegal Maschinen in den Iran exportieren zu wollen, die für militärische wie zivile Nutzung einsetzbar sind.
Drei der Festgenommenen sind spanische Staatsbürger und wieder auf freiem Fuß, die vierte Person ist iranischer Staatsbürger und erst vor zwei Wochen nach Spanien eingereist, genauer, nach Palma de Mallorca. Der iranische Staatsbürger wurde in ein Gefängnis eingewiesen.
Nach den amtlichen Darstellungen, wie sie in der spanischen Tageszeitung El País wiedergegeben werden, hat sich der Vorgang so abgespielt:
Vor einem Jahr verkaufte ein britisches Rüstungsunternehmen Metallform-Maschinen der deutschen Marke Leifeld an ein zweites britisches Unternehmen. Dieses Unternehmen verkaufte die gebrauchten Maschinen an den iranischen Unternehmer, der jetzt in Palma de Mallorca verhaftet wurde zu einem stolzen Preis von 1 Million Euro. Die Maschinen wurden dann heimlich nach Spanien gebracht, was für eine zivile Verwendung ein seltsames Vorgehen ist. Laut El País kann man mit diesen Anlagen sowohl Feuerlöscher als auch Rohre für Nuklearraketen oder für Gaszentrifugen von Uran-Anreicherungsanlagen herstellen. Ob dies beabsichtigt wurde, ist nicht bewiesen.
Die Ermittlungen in diesem Fall standen bis jetzt unter der Aufsicht des Untersuchungsgerichts Nr. 6 von Tarragona (Juzgado de Instrucción número 6 de Tarragona).
Die Tatsache, dass die iranischen Behörden zu diesem Zeitpunkt den Unternehmer nach Spanien schickten, lässt den Verdacht aufkommen, dass bestimmte Kreise (um den Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i) ein Interesse daran haben, dass die Sanktionen aufrecht erhalten werden. Mit solchen Maßnahmen lässt sich das gewiss leicht erreichen.

Quelle:
http://politica.elpais.com/politica/2014/04/07/actualidad/1396859146_451988.html

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Entführte Grenzsoldaten frei


Die vier Entführten vor der Freilassung

Am Samstag, den 5. April 2014, hat die bewaffnete Organisation „Dschaisch ol-Adl“ (Armee der Gerechtigkeit) vier iranische Grenzsoldaten freigelassen, die sie vor einiger Zeit entführt hatte. Die Freilassung erfolgte Dank der Vermittlung von sunnitischen Geistlichen und Ältesten in der Region Sistan und Balutschistan. Sogar das iranische Geheimdienstministerium drückte diesen Personen – ohne Namen zu nennen – öffentlich ihren Dank aus.
In einer Presse-Erklärung gab die „Armee der Gerechtigkeit“ bekannt, dass sie aus humanitären Gründen auf Bitten der sunnitischen Geistlichkeit die vier Geiseln freigelassen habe, die Leiche des ermordeten fünften Grenzwächters wollte sie gegen die Leichname von Anhängern ihrer Gruppe austauschen, die vom Regime der Islamischen Republik Iran umgebracht wurden. Die Organisation erwartet, dass die iranischen Behörden die Freilassung ihrerseits mit Freilassungen von politischen sunnitischen Gefangenen erwidern.


und hier danach, als Soldaten der Pasdaran

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Sizdah Bedar – 13. Fahrwardin im Iran

Der Sizda Bedar (13. Fahrwardin, dieses Jahr am Mittwoch, den 2. April 2014) ist ein wichtiger Tag im Iran. Gemäß der iranischen Nourus-Tradition müssen die Iranerinnen und Iraner aus ihren Häusern kommen und ins Grüne fahren. Selbst die Kranken, sofern sie können.

Sie versuchen den ganzen Tag zu spielen, spazieren zu gehen, zu essen und zu trinken, zu musizieren und zu tanzen.

Bis zum 13. Fahrwardin sind alle Schüler und Studenten in den Ferien.

Beamte haben normalerweise fünf Tage Ferien.

Große Betriebe und Fabriken werden jedoch nicht geschlossen.

Die für das Nourusfest aufgezogenen Weizenpflanzen sind nun vergilbt und werden der Natur zurückgegeben.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email