Iran: Freiheit auf leisen Sohlen

Massih Alineschad, Reformistin, ehemaliger Parlamentsabgeordnete, Journalistin, schreibt jetzt im Exil.
Schon früher veröffentlichten Iranerinnen Fotos von sich selbst in privater Umgebung, auf denen sie kein Kopftuch trugen, auf Facebook.
Mitunter tauchen auch Filme von unverschleierten oder singenden Frauen auf youtube oder Facebook auf, es gab sogar Filme, in denen Frauen in einer leeren Moschee singen – ein Tabubruch.
Später hat Massih Alineschad eine Facebook-Seite unter dem Titel „Azadi-haye yavashaki-ye zanane irani“ (Die heimlichen Freiheiten der Iranerinnen) eröffnet und Iranerinnen aufgefordert, in der Öffentlichkeit Fotos oder Filme aufzunehmen, auf denen sie ohne Kopftuch zu sehen sind, und diese Fotos an diese Facebook-Seite zu schicken.
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.859102224103873.1073741828.858832800797482&type=1

Diese Aktion fand unter Iranerinnen gewaltigen Anklang.
Es ist interessant zu sehen, mit welchen Bemerkungen Iranerinnen auf dieser Seite ihre Fotos veröffentlichten:


„Ich bin Mutter, ich bin Großmutter, und ich bin eine Frau. Aber an erster Stelle bin ich Mensch. Die Wahl, welches Kleidungsstück ich trage, ist eines der einfachsten natürlichen Rechte jedes Menschen.“


„Heute habe ich beschlossen, zum ersten Mal ohne Kopfverhüllung in einem Geschäft einzukaufen. Der geeignetste Ort, der mir dazu einfiel, war ein Blumenladen. Kaum sah mich der Verkäufer, sagte er: „Werte Frau, was tun Sie da? Als erstes werden die mir den Laden schließen.“ Darauf wickelte ich das Kopftuch um die Blumen und ging aus dem Laden. Ohne Kopftuch. Der Verkäufer rief mir noch nach: „Mit dem Kopftuch da werden ihnen die Blumen rasch verwelken!“


Meine beste Freundin und ich im Blumengarten von Isfahan


Freiheit auf leisen Sohlen in Buscher (Südiran)


Freiheit in Sari (Nordiran)


„Ich bin eine Mutter. Mein Verständnis von Freiheit ist, wenn ich eine freie Meinung haben und äußern kann“


„Ich mag es, wenn der Wind durch meine Haare streicht“


„Meine Freiheit im Vogelgarten in Teheran“


„Auf der Überführung in Nordostteheran. Ich möchte kein Kopftuch tragen, weil ich von meiner Mutter ohne Kopftuch geboren wurde.“

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