Islamische Welt: der neue Chalif

Am Sonntag, den 29. Juni 2014, hat die Führung der ISIS einen Chalifen gewählt. Er heißt Abu Bakr al-Baghdadi und hat den bescheidenen Anspruch, Vertreter aller Muslime der Welt zu sein. Die Wahl war etwa so demokratisch wie die des Papstes im Vatikan. Abu Mohammad al-Adnani, der Sprecher der ISIS, wies darauf hin, dass das Chalifentum mit dem Untergang des Osmanischen Reichs vor rund 100 Jahren ausgelöscht wurde. Jetzt sei es wieder eingeführt. Von nun an werde man auch aus allen öffentlichen Dokumenten Begriffe wie Irak oder Syrien löschen, denn es gebe nur eine islamische Gemeinde, keine Staaten. Die Nachricht schlug im Iran wie eine Bombe ein – staatliche Nachrichtenagenturen unterbrachen ihr laufendes Programm, um die Meldung von der Wahl eines neuen Chalifen aller Muslime an ihr Publikum zu übermitteln.

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