Archiv für Juni 2014

Iran – Italien: Volleyballspiel – Frauen außen vor


Fateme Dschamalpur (Jamalpour), Journalistin

Am Freitag, den 20. Juni 2014, fand im Asadi-Stadion in Teheran, dass 12.000 Sitzplätze fasst, ein Volleyballspiel zwischen der iranischen und der italienischen Nationalmannschaft statt. Auch Frauen wollten das Spiel anschauen, aber sie wurden daran gehindert. Als sich männliche Besucher gegen die Aussperrung der Frauen protestierten, wurden sowohl sie festgenommen als auch mehrere Frauen, jüngere wie ältere. Eine Journalistin namens Fateme Dschamalpur (Jamalpour), die vom Ort des Geschehens berichten wollte, stieg in ein Taxi ein und wollte wieder fortfahren, als sie sah, wie die Lage vor Ort war. Das Taxi konnte nicht losfahren, es wurde von den sogenannten Sicherheitskräften gestoppt. Als Fateme Dschamalpur fragte, wieso man sie anhalte, was man ihr den vorwerfe, hieß es, man müsse wissen, wer sie sei und was sie hier zu suchen habe. Sie wies sich aus und zeigte auch eine Genehmigung, dass sie von der Veranstaltung berichten dürfe, aber auch das half nichts. Sie wurde gezwungen, auszusteigen, dann wurde sie von mehreren Beamtinnen und Beamten – zehn an der Zahl angegriffen, geohrfeigt, zu Boden gezerrt und schließlich festgenommen und zum Verhör abgeführt. Erst sechs Stunden später wurde sie wieder freigelassen.
Sie berichtete auf Facebook von den erlittenen Peinigungen und wies darauf hin, dass die Regierung Rouhani erst kürzlich bekannt gegeben habe, dass man den Frauen die Möglichkeit geben wolle, bei Volleyballspielen zuzuschauen. Auch hatte das Innenministerium den Journalistinnen Erlaubnisscheine ausgestellt, von der Veranstaltung zu berichten.
Dies zeigt einmal mehr, dass es neben den Behörden, die der Regierung unterstehen, weitere „Sicherheitskräfte“ gibt, die anderen Kräften gehorchen (z.B. dem Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i und Co.).

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Iran: Public viewing – Feier einer Niederlage

Auch im Iran ist das Fußballfieber ausgebrochen. Und wie man sieht, ist auch dort das Anschauen von Direktübertragungen der Spiele in der Öffentlichkeit (public viewing) zu beobachten, diesmal ohne die in iranischen Stadien aufgezwungene Geschlechtertrennung.

Da die Iraner nicht unter überspannten Erwartungen leiden, war es für sie schon ein Grund zu feiern, als die iranische Mannschaft im Spiel mit der nigerianischen ein 1:1 erzielte, und auch die Niederlage gegen die argentinische Mannschaft mit 0:1 wurde wie ein Sieg gefeiert. Denn das Tor fiel in der 91. Minute und wurde von Messi geschossen, und der schießt schließlich auch bei ganz anderen Tore.

Die iranischen Behörden hatten zwar martialisch angekündigt, dass sie sich auf Unruhen während der Fußballspiele vorbereiten, ließen dann aber die feiernden Menschenmengen in Ruhe.

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Iran: Inhaftierter Gewerkschafter im Hungerstreik


Resa Schahabi, Mitglied der Gewerkschaft der Busfahrgesellschaft Wahed in Teheran, der aus politischen Gründen in Haft ist, befindet sich seit 14 Tagen in Hungerstreik. Er protestiert auf diesem Weg gegen seine Zwangsverlegung aus dem Trakt 350 im Ewin-Gefängnis nach Karadsch, ins dortige Gouhardascht-Gefängnis.

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Iran: Frauen in der Musik


Auftritt der iranischen Folklore-Musik-Gruppe Rastak in Rostamkola Behschahr (Provinz Gilan, am Kaspischen Meer)
Diese Fotos, die von der iranischen Nachrichtenagentur Mehr verbreitet wurden, sind ein deutliches Zeichen des Wandels.


Über Jahrzehnte hat die Islamische Republik Iran Frauen den öffentlichen Auftritt als Musikerinnen und Sängerinnen verboten, und die Fotos zeigen gleich beides. Rostamkola ist keine Großstadt.


Bemerkenswert ist aber, dass die Macht der Fundementalisten nicht mehr ausreicht, solche Auftritt im ganzen Iran zu verhindern. Und ebenfalls beachtlich ist, dass solche Fotos über eine der großen iranischen Nachrichtenagenturen verbreitet werden.

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Iran – Brasilien: Sport macht frei


In Teheran fand am Samstag, den 14.06.2014, ein Volleyball-Spiel zwischen Brasilien und Iran statt. Ins Stadion, das 12.000 Zuschauer fasst, durften nur männliche Iraner, aber keine Iranerinnen. Für die brasilianischen Familien, die das Spiel besuchen wollten, galt diese Beschränkung nicht. So nutzten manche Iranerinnen die Gelegenheit, sich mit der brasilianischen Fahne begleitet unter die brasilianischen Familien zu mischen und so der iranischen Apartheid zu trotzen.

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Iran: Sitzstreik vor Gefängnis gegen Todesurteile

Über 50 Angehörige von vier sunnitischen Gefangenen, die aus politischen Gründen zum Tode verurteilt wurden, halten derzeit vor dem Gefängnis Qesel-Hessar in Karadsch einen Sitzstreik ab. Die vier Gefangenen Hamed Ahmadi, Kamal Miladi, Dschamschid Dehqani und Dschahangir Dehqani wurden kürzlich aus dem Gefängnis von Radscha‘i-Schahr dorthin verlegt, damit die Hinrichtung vollstreckt werden kann. Es ist beachtlich, mit welchem Mut die Angehörigen einer religiösen Minderheit jetzt an die Öffentlichkeit treten.

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Maschhad (Iran): 1-Jahresfeier der Regierung Rouhani

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An der Medizinischen Universität von Maschhad fand am Freitag, den 13. Juni 2014, also ein Tag bevor sich die Amtsübernahme von Präsident Hassan Rouhani zum ersten Mal jährte, eine Feier statt, auf der der Präsidentenberater Mohammad-Ali Nadschafi eine Rede hielt. Auf seiner Rede kritisierte er die Gegner der Regierung Rouhani als die Ewig-Gestrigen, die spürten, dass ihre Zeit abgelaufen sei. Studenten ebenso wie die Angehörigen der politischen Gefangenen und die Anhänger der Grünen Bewegung nutzten den Auftritt von Mohammad-Ali Nadschafi, um ihre Forderungen an die Öffentlichkeit zu tragen: Entlassung der beiden früheren Präsidentschaftskandidaten Mirhossein Mussawi und Mehdi Karubi aus dem Hausarrest, Freiheit für politische Parteien, Freilassung der politischen Gefangenen und Untersuchung der gewalttätigen Razzia in Trakt 350 im Ewin-Gefängnis in Teheran.

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Amol (Iran): Sicherheitskräfte lassen Rouhanis Feier platzen

Zum ersten Jahrestag der Bildung der Regierung von Präsident Hassan Rouhani sollte im Koussar-Saal im Frauenpark von Amol eine Feier stattfinden, auf der ein Video mit einer Telefonbotschaft des Präsidenten gezeigt werden und der Provinzgouverneur von Masandaran, Ahmad Nateq Nouri, eine Rede halten sollte. Die Feier ist den sogenannten „Sicherheitskräften“ zum Opfer gefallen. Denn plötzlich wurde der Strom abgestellt, vom Ende des Saals – beim Fraueneingang hörte man Schreie, es wurde Tränengas und Pfefferspray gegen das versammelte Publikum eingesetzt. Die Anwesenden mussten flüchten, um sich in Sicherheit zu bringen.
Es zeigt sich einmal mehr, dass die Hauptmacht im Iran nicht bei der Regierung liegt, die nicht einmal in der Öffentlichkeit die Bilanz ihrer einjährigen Tätigkeit ziehen kann.

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Iran: Freiheit auf leisen Sohlen

Massih Alineschad, Reformistin, ehemaliger Parlamentsabgeordnete, Journalistin, schreibt jetzt im Exil.
Schon früher veröffentlichten Iranerinnen Fotos von sich selbst in privater Umgebung, auf denen sie kein Kopftuch trugen, auf Facebook.
Mitunter tauchen auch Filme von unverschleierten oder singenden Frauen auf youtube oder Facebook auf, es gab sogar Filme, in denen Frauen in einer leeren Moschee singen – ein Tabubruch.
Später hat Massih Alineschad eine Facebook-Seite unter dem Titel „Azadi-haye yavashaki-ye zanane irani“ (Die heimlichen Freiheiten der Iranerinnen) eröffnet und Iranerinnen aufgefordert, in der Öffentlichkeit Fotos oder Filme aufzunehmen, auf denen sie ohne Kopftuch zu sehen sind, und diese Fotos an diese Facebook-Seite zu schicken.
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.859102224103873.1073741828.858832800797482&type=1

Diese Aktion fand unter Iranerinnen gewaltigen Anklang.
Es ist interessant zu sehen, mit welchen Bemerkungen Iranerinnen auf dieser Seite ihre Fotos veröffentlichten:


„Ich bin Mutter, ich bin Großmutter, und ich bin eine Frau. Aber an erster Stelle bin ich Mensch. Die Wahl, welches Kleidungsstück ich trage, ist eines der einfachsten natürlichen Rechte jedes Menschen.“


„Heute habe ich beschlossen, zum ersten Mal ohne Kopfverhüllung in einem Geschäft einzukaufen. Der geeignetste Ort, der mir dazu einfiel, war ein Blumenladen. Kaum sah mich der Verkäufer, sagte er: „Werte Frau, was tun Sie da? Als erstes werden die mir den Laden schließen.“ Darauf wickelte ich das Kopftuch um die Blumen und ging aus dem Laden. Ohne Kopftuch. Der Verkäufer rief mir noch nach: „Mit dem Kopftuch da werden ihnen die Blumen rasch verwelken!“


Meine beste Freundin und ich im Blumengarten von Isfahan


Freiheit auf leisen Sohlen in Buscher (Südiran)


Freiheit in Sari (Nordiran)


„Ich bin eine Mutter. Mein Verständnis von Freiheit ist, wenn ich eine freie Meinung haben und äußern kann“


„Ich mag es, wenn der Wind durch meine Haare streicht“


„Meine Freiheit im Vogelgarten in Teheran“


„Auf der Überführung in Nordostteheran. Ich möchte kein Kopftuch tragen, weil ich von meiner Mutter ohne Kopftuch geboren wurde.“

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Iran: Justizsprecher Esche‘i macht sich für den Schleier stark

Der iranische Justizsprecher Esche‘i (und ehemalige Geheimdienstminister) pocht erneut darauf, dass schlechte Verschleierung nicht geduldet wird.
Da hoffen wir doch, dass er bald mit gutem Beispiel vorausgehen wird:

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Iran: Sistan und Balutschistan (Fotos)

Fotos aus den Dörfern „Tutan wa Mahmdan“, „Gowajuyik“, die in den Bezirken Nikschahr und Qasre Qand in der Region Sistan und Balutschistan (Iran) liegen.

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Baqf (Zentraliran): Streik gegen räuberische Privatisierung

2500 Arbeiter der Eisenerz fördernden Firma „Scherkat-e Sang-e Ahan-e Markasi-ye Schahrestan-e Baqf“ aus der Stadt Baqf (Zentraliran, bei Kerman) streiken schon seit mehr als 19 Tagen, um gegen die Teilprivatisierung ihrer Firma zu protestieren. Es ist eine Privatisierung von 28,5% der Aktien geplant, aber die Erfahrung im Iran zeigt, dass die einheimischen „Heuschrecken“ (häufig führende Revolutionswächter oder aus der Schicht der herrschenden Geistlichen) nicht weniger zimperlich vorgehen als ihre Gesinnungsbrüder im Westen. Erst behauptet man, die Firma fahre Verluste ein, um die Preise der Aktien zu drücken, dann kauft man sich billig ein, dann entlässt man den Hauptteil der Arbeiter und schließlich verkauft man die Grundstücke und Maschinen zu wesentlich höheren Preisen an den Meistbietenden. Anstelle der eigenen Produktion tritt dann Import aus China. Die iranischen Arbeiter, die wissen, was ihnen blüht, warten nicht ab, bis es so weit kommt, sondern streiken jetzt.

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Iran: Repressionen gegen Studierende und AkademikerInnen

Der neue Bericht von Amnesty International
2. Juni 2014 – Die iranische Regierung hat über die letzten drei Jahrzehnte hinweg eine schonungslose Repressionskampagne gegen Studierende und AkademikerInnen geführt, die wegen friedlicher Aktivitäten, ihrer Ansichten oder Überzeugungen regelmäßig schikaniert, inhaftiert oder von Studium und Lehre ausgeschlossen werden.
Der neue Bericht von Amnesty International „Silenced, Expelled, Imprisoned: Repression of Students and Academics in Iran“ dokumentiert Repressionen gegenüber studentischen AktivistInnen, Andersdenkenden, Frauen und religiösen Minderheiten im iranischen Hochschulwesen.
„Die Universitäten im Iran werden schon lange als Ausgangspunkt für abweichende Meinungen wahrgenommen. Die Behörden haben durchgehend eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Andersdenkenden verfolgt. Studierende und ProfessorInnen, die auf friedfertige Art und Weise ihre Meinung kundtun oder OppositionspolitikerInnen unterstützen, werden unverzüglich vom Studium ausgeschlossen oder entlassen, eingesperrt und gefoltert,“ erklärt Hassiba Hadj Sahraoui, stellvertretende Direktorin der Abteilung für den Mittleren Osten und Nordafrika bei Amnesty International.
Die iranischen Behörden halten die akademischen Institutionen im eisernen Griff. Der Staatssicherheitsdienst und der Geheimdienst können Disziplinarverfahren in den Universitäten überwachen. Das schonungslose Bestreben des Staates, den Würgegriff um akademische Freiheiten zu verengen, friedliche studentische AktivistInnen aus den Universitäten zu verbannen und Frauen und religiöse Minderheiten beiseite zu drängen, hat das Leben aus den akademischen Institutionen Irans gesogen. Für freie Meinungsäußerung oder auch nur gedankliche Freiheit ist kaum noch Raum.
‚Islamisierung‘ der Lehrpläne und Quoten gegen weibliche Studierende
Der neue Bericht von Amnesty International dokumentiert die vermehrte Anwendung repressiver Taktiken insbesondere seit der Wahl Ahmadinedschads zum Präsidenten 2005. Dazu gehört die „Islamisierung“ des akademischen Kurrikulums, um es von „westlichen“ und säkularen Einflüssen zu säubern. Maßnahmen werden ergriffen, um die Zahl weiblicher Studierender an den Universitäten zu reduzieren. Im Bereich der Frauenstudien wurden Themen wie internationale Frauenrechte aus dem Lehrplan entfernt, um „islamische Werte“ zu betonen.
Mit der Präsidentschaft Ahmadinedschads kam der konstante Anstieg an Frauen, die sich an Universitäten einschrieben, zu einem abrupten Ende. 2002 machten Frauen noch mehr als die Hälfte der Studierenden an iranischen Universitäten aus. Unter Ahmadinedschad wurden Maßnahmen verabschiedet, um Frauen davon abzuhalten, sich in Studiengänge einzuschreiben, die als besser geeignet für Männer gelten wie beispielsweise Bergbautechnik. Zusätzlich wurde ein Quotensystem nach Geschlechtern eingeführt, um die Anzahl von Frauen in Universitäten zu begrenzen.
Kein umfassender Kurswechsel unter Rohani in Sicht
Trotz anfänglicher willkommener Schritte von Präsident Rohanis Regierung, die die Rückkehr einiger vom Campus verbannter Studierender und ProfessorInnen ermöglichten, bleibt die Situation düster. Hunderte Studierende sind weiter von universitärer Lehre ausgeschlossen, viele befinden sich im Gefängnis, darunter einige Studierende, die erst nach der Amtsübernahme von Rohani festgenommen wurden.
Die wachsende „Islamisierung“ der Universitätsbildung beinhaltet die strikte Durchsetzung geschlechtlicher Segregation und bestimmter Kleidungsvorschriften für Frauen und Mädchen auf dem Campus. Zusammen mit den von Ahmadinedschad eingeführten Quoten werden Frauen so von einem Eintritt in die Hochschulbildung abgeschreckt.
Während der Revolutionsführer in einer kürzlich gehaltenen Rede zur Förderung des Bevölkerungswachstums aufrief, machen staatliche Stellen und religiöse Führer die Bildung von Frauen für höhere Arbeitslosigkeit unter Männern, den Anstieg der Scheidungs- und das Absinken der Geburtenrate im Land verantwortlich.
Religiösen Minderheiten wird Zugang zu Universitäten erschwert oder gänzlich verwehrt
Einschränkungen im Zugang zu universitärer Bildung sind jedoch nicht auf Frauen begrenzt. Jedes Jahr werden Studierende der Religionsgemeinschaft der Baha‘i nach dem Bestehen der Aufnahmeexamen davon abgehalten, sich in Studiengänge einzuschreiben oder nachträglich von diesen ausgeschlossen. Baha‘is werden von staatlicher Seite mit großem Argwohn betrachtet und leiden unter Verfolgung und Inhaftierungen. Trotz eindeutiger Beweislage leugnen iranische Behörden weiterhin öffentlich, dass Personen aufgrund ihres Glaubens von Universitäten verwiesen und eingesperrt werden.
„Die iranischen Behörden müssen sicherstellen, dass das Recht auf Bildung für jeden gewährleistet ist. Präsident Rohani muss seine Versprechen erfüllen, allen IranerInnen, unabhängig von ethnischer und religiöser Zugehörigkeit, die gleichen Chancen zu gewähren“, fordert Hassiba Hadj Sahraoui. „In der Realität kann man im Iran der Universität verwiesen werden, weil man einer Minderheit angehört oder Ansichten vertritt, die denen des Staates widersprechen“.
Gemäß internationalem Recht darf niemand aufgrund seines Geschlechts, seiner sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität, ethnischen Zugehörigkeit, Nationalität, religiöser oder anderer Weltanschauungen daran gehindert werden, seine Bildung abzuschließen.
„Für die iranische Regierung unter Präsident Hassan Rohani ist es ein entscheidender Test, ob sie es schafft, den Zugriff der Sicherheitsbehörden auf akademische Institutionen zu entschärfen. Universitäten müssen die Freiheiten erhalten, sich als Zentren unabhängigen Denkens und freier Meinungsäußerung zu etablieren“, sagt Hassiba Hadj Sahraoui.

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Iran: Hinrichtung eines politischen Gefangenen


Gholamresa Chosrawi

Gholamresa Chosrawi war 2007 verhaftet und später zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er den Volksmudschahedin Informationen und materielle Unterstützung gegeben haben soll. Noch in Haft, wurde er ein zweites Mal unter dem selben Vorwurf erneut vor Gericht gestellt, diesmal lautete das Urteil auf Todesstrafe, das auch vom obersten Gerichtshof bestätigt wurde.
Ein Mitgefangener, der nach ihm vor den selben Richter geführt wurde, berichtete, dass auch der Richter verärgert gewesen sei. Der Richter habe sich in seiner Gegenwart beklagt, dass er von den Verhörbeamten gezwungen werde, Leute, die nichts Nennenswertes angestellt hätten, sogar zum Tode zu verurteilen. Die Verhörbeamten, also die Folterer, haben solche Macht, dass die Richter sich nicht trauen, von deren Forderungen abzuweichen, aus Angst, sie könnten die nächsten sein.
Auch Amnesty International hat sich für ihn eingesetzt. Trotzdem wurde Gholamresa Chosrawi Sawaddschani am Sonntag, den 1. Juni 2014, im Radscha‘ischahr-Gefängnis von Karadsch hingerichtet.
Quellen:
http://deathpenaltynews.blogspot.de/2014/06/iran-executes-political-prisoner.html
http://www.radiofarda.com/content/o2-khosravi-executed-iran/25405872.html
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=76795

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Iran: Afghanische Flüchtlinge als Kanonenfutter

Im Iran leben etwa zwei Millionen Flüchtlinge aus Afghanistan. Ihre Notlage machen sich auch die iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) zunutze. Bekanntlich haben diese in Syrien Truppen stationiert, angeblich, um das Heiligtum von Seynab nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus zu schützen. Um die Zahl der Opfer unter den eigenen Leuten zu reduzieren, haben die Pasdaran laut einer Meldung des afghanischen Dienstes von Radio Liberty rund 400 afghanische Flüchtlinge angeworben, teils unter Drohungen, teils unter dem Versprechen einer entsprechenden Bezahlung, um in Syrien auf Seiten der Pasdaran mitzukämpfen. Von mehr als 200 dieser Afghanen weiß man heute nicht, ob sie noch am Leben sind.

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