Iran: Der Pate mit dem Kinderwagen

1979 bis 2014 ist eine lange Zeit – 35 Jahre, und so lange schon ist im Iran dieselbe – wenn auch untereinander zerstrittene – Elite an der Macht. Genügend Zeit für die an der Spitze, ihre Ansprüche zu definieren und ihre Herrschaftsbereiche abzugrenzen, mit allen Methoden, wie sie aus Filmen wie „Der Pate“ bekannt sind. Es ist keine Frage der Religion, sondern der fehlenden Gewaltenteilung.


Der Pate – 1
Modschtaba Chamene‘i, der Sohn des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i, ist einer dieser Paten. Er macht sich die Hände nicht schmutzig, dafür hat er seine Leute. Wenn diese so lange ihr Unwesen getrieben haben, dass sie allgemein bekannt und verrufen sind, zieht man sie aus dem Verkehr, eventuell mit einer Todesstrafe, die dann in eine lebenslängliche Strafe umgewandelt wird, dann in 10 Jahre Gefängnis, dann in 5 Jahre, und draußen sind sie, und können die Reichtümer in Ruhe genießen, die sie im Schatten der Macht angehäuft haben. Die eigentlichen Drahtzieher aber treten selten an die Öffentlichkeit und erst recht nicht mit ihrer Familie.


Der Pate – 2

Hier sehen wir mal einen von ihnen: Modschtaba Chamene‘i, mit Ehefrau und zwei netten kleinen Kindern. Das wirkt im Iran genauso wie in der deutschen Regenbogenpresse. So, wie die Paten noch bis vor kurzem den Segen der Kirche hatten, hat dieser den des Religiösen Führers. Und wer wagt es schon, Menschen mit so einem Heiligenschein öffentlich zu kritisieren?
Wie man sieht, ist der Trick der ägyptischen Pharaonen, die sich selbst als Götter darstellten, zwar einige Jahrtausende alt, aber er wirkt noch heute nach.

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