Archiv für November 2014

Graffiti in Teheran


Ein Graffiti gegen die Säureanschläge auf Frauen


Ein Graffiti mit den Frauen in Kobane als Motiv


Drogensucht

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Ein Film, der dem Minister nicht gefällt


Szene aus dem Film „Ich bin nicht wütend“

Resa Darmischian hat einen Film unter dem Titel „Assabani nistam“ (Ich bin nicht wütend) gedreht, der vom Aufbegehren der Studenten im Jahr 2009 handelt. Es geht um einen kurdischen Studenten, der wegen seiner politischen Aktivitäten vom staatlichen Spitzeldienst „Sternchen“ bekommt, keineswegs eine Belohnung, denn wer zuviel davon hat, wird aus dem Studium geworfen.
So ergeht es auch dem Kurden. Die Geschichte geht weiter, er verliebt sich in eine junge Frau und so weiter. Der Film wurde mit staatlicher Erlaubnis gedreht, und damit er gezeigt werden darf, musste der Regisseur mehrmals diverse Szenen retouschieren. Sogar ein Parlamentsausschuss beschäftigte sich mit dem Film und kam zum Schluss, dass man ihn jetzt zeigen kann.
Nicht so der Minister für Kultur und religiöse Aufklärung (ein gar nicht so harmloses Ministerium – ein Protest gegen dessen Auftritt auf der Mustermesse in Basel hat dem Verfasser einmal einige Stunden Arrest auf der Polizeiwache eingebracht).
Dieser Minister also findet, man sollte den Film nicht zeigen – das war’s dann.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Syrien: 5 Atomwissenschaftler erschossen

Fünf Atomingenieure, darunter auch ein Iraner, wurden in Syrien erschossen, als sie auf dem Weg zu einer Kernforschungszentrale in der Nähe von Damaskus waren.
Die Zentrale soll nach US-Angaben von Nordkorea entwickelt worden sein. In diesem Neutronenreaktor soll 1 kg angereichertes Uran vorhanden sein. Seit einem Jahr erlaubt die syrische Regierung keine Besuche der Internationalen Atomenergiebehörde mehr in dieser Einrichtung.
Die Urheber für den Mordanschlag sind nicht bekannt.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Staatliches Radio und Fernsehen mit neuem Chef


Mohammad Sarafras – neuer Direktor von Seda wa Sima

Bis jetzt war der Pasdar-General Sarqami der Direktor der staatlichen Rundfunk- und Fernsehgesellschaft Seda wa Sima.
Es gab viele Proteste der iranischen Opposition gegen ihn, zuletzt sogar von Seiten der iranischen Reformisten, aber die dürften nicht der Grund für den Wechsel an der Spitze sein. Auch der jetzige Präsident Rouhani gehörte zu den Kritikern von General Sarqami, wie man sieht, hatte er es mit einem Wechsel aber nicht eilig. Das ist auch klar. Denn der Präsident hat da gar nichts zu sagen!
Der Chef des staatlichen iranischen Medienkonzerns wird nämlich von Ajatollah Chamene‘i, dem Religiösen Führer, festgelegt. Und so hat der Wechsel einen banalen Grund. Die fünf Jahre des Vorgängers sind abgelaufen.
Der neue Chef, Mohammad Sarafras sieht zwar jung aus, ist aber ein alter Hase im Geschäft. Seit zwanzig Jahren arbeitet er für Seda wa Sima, zuletzt als Leiter des Auslanddienstes. Und außerdem war er auch Direktor des in London stationierten Senders PressTV, der ebenfalls dem iranischen Staat gehört. Herr Mohammad Sarafras gehört zu dem erlauchten Kreis von neun Personen, die im März 2013 auf einer Sanktionsliste der Europäischen Union namentlich erwähnt werden. Sie haben Einreiseverbot in die EU, ihre Konten sind eingefroren.

Foltergeständnisse ausgestrahlt
Mohammad Sarafras wird konkret vorgeworfen, die unter Folter erzielten „Geständnisse“ des kanadisch-iranischen Journalisten Masiar Bahari ausgestrahlt zu haben, im Iran wie über PressTV im Ausland, um die iranische Protestbewegung von 2009 zu verunglimpfen und den Journalisten als „Spion“ zu diffamieren. Ajatollah Chamene‘i hat einmal mehr bewiesen, dass es nicht die Proteste an der Person des Vorgängers waren, die ihn zum Wechsel bewegt haben.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Oman – Brücke zwischen Iran und Amerika


Yussuf ibn Alawi ibn Abdullah, Außenminister des Oman

Der Außenminister des Oman, Yussuf ibn Alawi ibn Abdullah, hat heute erklärt, dass seit gestern in Maskat, der Hauptstadt des am Persischen Golf gelegenen Staates Oman, Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA über die Frage der atomaren Abrüstung verlaufen. Schon seit fünf Jahren dient der Sultan von Oman nach seinen Worten als Vermittler zwischen dem Westen und dem Iran. Die derzeitigen Verhandlungen im Bustan-Hotel in Maskat wurden heute fortgesetzt, hinter verschlossenen Türen, wie üblich.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Hungerstreik von politischer Gefangenen im Iran

Ghontsche Ghawani, eine junge Frau mit britisch-iranischer Staatsangehörigkeit, hat gestern im iranischen Gefängnis einen Hungerstreik ohne Trinkwasser begonnen.


Ghontsche Ghawani befindet sich im Hungerstreik

Ghontsche Ghawani war vor ein paar Monaten von England in den Iran gereist um ein Volleyballspiel zwischen zwei iranischen Teams zu sehen. Sie wurde im Stadion festgenommen und am selben Tag wieder freigelassen. Als sie Tage später ihre Sachen holen wollte, die sich noch auf der Polizeistation befanden, wurde sie erneut festgenommen.

Sie befindet sich nun seit vielen Wochen im Gefängnis und hat keine Aussichten bald entlassen zu werden. Ihr Anwalt berichtet, dass ein Richter ihm eine Beurteilung gezeigt hat, aus der hervorging, dass sie ein Jahr absitzen muss – allerdings ging diese Information noch nicht offiziell an den Anwalt.

Der zuständige Staatsanwalt gibt an, dass sie wegen Äußerungen gegen die Islamische Republik Iran festgenommen worden sei.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Männer mit entblößten Brüsten


Derzeit ein verbreiteter Anblick im Iran

Wenn ein Student mit kurzärmligem Hemd an die Uni will, lässt man ihn nicht ein.
Wenn jemand in der Sommerhitze kurzärmlig auf der Straße spazieren will, muss er mit der Sittenstreife rechnen.
Wenn jemand in eine Behörde geht, braucht er es gar nicht erst zu versuchen, wenn nicht sein Körper anständig bekleidet ist.
So verlangt es die Scharia, sagen die Geistlichen.
Aber jetzt, zum Trauermonat Moharram, zu den Trauerumzügen, bei denen die Männer sich auf die Brust schlagen, da gibt es offensichtlich eine neue Scharia, da kann man sogar das nackte Fleisch sehen. Warum wohl? Diese T-Shirts verkauft eine Firma der Pasdaran, die solche Schnitte gewählt hat, damit sie Absatz findet. Denn andere schwarze Kleidung haben die Leute ohnehin, die würde keiner kaufen.
Zu jedem anderen Zeitpunkt riskiert man eine Festnahme, wenn man mit T-Shirt auf die Straße geht, aber jetzt…
Wie man sieht, ist die Auslegung des Korans und der Überlieferung (des Hadis) genauso dehnbar wie Kaugummi, da unterscheiden sich Mollas nicht von Pfaffen.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Landi ist eine Reise wert…

Bachtiyari-Siedlung in der Gegend von Isfahan.
Das Dorf heißt Landi, liegt im Bezirk Miyankuh, im Landkreis Ardal, in der Provinz Tschaharmahal wa Bachtiyari.










Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Das schiitische Theater geht wieder los


Weiß jemand, warum sich diese Herren ständig an die Brust schlagen?
Klar, um nachzufühlen, ob die Brieftasche noch da steckt!


Und warum verdecken die beiden Herren hier die Augen?
Damit niemand merkt, dass sie sich das Lachen nicht verkneifen können – wie naiv die Zuhörer doch sind.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Schalom


Man beachte den weißen Kreis und die beiden weißen Striche: die beiden Worte dort lauten „as-sala:m °alayk“.
Zu Deutsch: Friede sei mit dir.
Der Mann mit dem Krummdolch ist nicht zur Fasnacht verkleidet, sondern zum schiitischen Trauermonat Moharram, in diesen Tagen sieht man solche Anblicke in den Moscheen und auf den Straßen im ganzen Iran.
Vor solchen Friedensgrüßen kann man sich nur fürchten…

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Gute Kurden, Böse Kurden

Syrien
Beginnen wir mit Hafis al-Assad, dem Vater des jetzigen syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Der hatte dem PKK-Chef Öcalan die Möglichkeit gegeben, von Syrien aus zu agieren. Öcalan konnte von Damaskus aus die PKK in der Türkei aufbauen und führen, im Libanon, der teilweise unter syrischer Kontrolle stand, konnte die PKK ihre Kämpferinnen und Kämpfer trainieren. Das ging bis 1998, als die Türkei Syrien mit Krieg drohte. Darauf musste Öcalan das Land verlassen, die Endstation ist derzeit eine Gefängnisinsel in der Türkei.
Die Sympathie von Hafis al-Assad endete freilich bei den eigenen Kurden, von denen viele im Gefängnis landeten. Unter Baschar al-Assad haben sich die Verhältnisse insofern gewandelt, als nach dem Aufbau der Freien Syrischen Armee sich die syrischen Kurden der PYD nicht diesem bewaffneten Oppositionsbündnis gegen Baschar al-Assad anschlossen, sondern ein autonomes Gebiet namens Rojava ausriefen, zu dem auch die Stadt Kobane gehört.

Türkei
Der türkische Ministerpräsident Davutoglu führt die Weigerung der PYD, sich der Freien Syrischen Armee anzuschließen, als einen der Gründe auf, wieso die Türkei keinen Grund habe, der PYD in Kobane zu helfen. Ein weiterer Grund ist die enge Verbindung zwischen PYD und der PKK, deren Kämpfer ebenfalls in Kobane mitkämpfen. Eine PKK-Bastion vor den Türen der Türkei ist anscheinend auch Erdogan nicht sympathisch. Die türkische Armee ließ verlautbaren, dass sie von türkischem Boden auf alle schießt, deren Geschosse türkischen Boden treffen, auf die kurdischen Kämpfer in Kobane genauso wie auf die der islamistischen IS.
Aber auch die Türkei kennt gute Kurden. Da sind die irakischen Peschmerga von Barsani und Talebani in Erbil. Schon früher, als die türkische Armee mit der Operation „Cekic Güc“ (Hammer-Kraft) gegen PKK-Stellungen im Nordirak vorging, waren die Peschmerga für sie der Amboss. Zwischen diesem und dem Hammer sollte die PKK zerrieben werden.
Jetzt durften die „Guten Kurden“ zur Rettung nach Kobane eilen. Am 30. Oktober starteten 150 irakische Peschmerga in Erbil, um über Zaho und die türkischen Provinzen Mardin und Sanli Urfa nach Kobane zu gelangen. Die mit Flak-Geschützen und Panzerfäusten bewaffneten irakischen Peschmerge wurden von den türkischen Sicherheitskräften begleitet. Das hinderte die Bevölkerung in der Provin Mardin aber nicht daran, die kurdischen Streitkräfte begeistert zu empfangen. Immerhin das Symbol eines kurdischen Staats. Am 1. November sind die Peschmerga in Kobane eingetroffen, wo die PYD gleich eine Pressekonferenz veranstaltete, um den vereinten kurdischen Kampf zu präsentieren. Was sie dabei lieber unter den Tisch kehrten, lässt sich bei Murat Yetkin nachlesen, der in der türkischen Tageszeitung Radikal am 31.10.2014 darauf hinwies, dass Barsani eigentlich 2000 Kämpfer nach Kobane schicken wollte, aber das war der PYD nicht genehm, denn dann wären die irakischen Kurden zahlenmäßig so stark gewesen wie die jetzt in der Stadt verbliebenen syrischen und türkischen Kurden und das hätte die Macht der PYD geschmälert.

Irak
Die irakischen Kurden haben sich durch ihre Unterstützung der Regierung al-Malikis eine Autonomie ausgehandelt und konnten ein eigenes Staatsgebilde aufbauen. Die Hauptstadt Erbil war allerdings mit dem Aufschwung der ISIS ebenfalls von der Eroberung bedroht wie Mossul. Da trat ein Retter auf den Plan.

Iran
Dieser kam aus Teheran. Es handelte sich um den General Qassem Soleimani, Befehlshaber der Qods-Brigaden, einer Spezialeinheit der iranischen Revolutionswächter für Auslandseinsätze aller Art. Nun ist die iranische Regierung gewiss nicht der Sympathie mit der kurdischen Sache verdächtig. Die alltägliche Unterdrückung im iranischen Kurdistan, die auch vor Hinrichtungen nicht halt macht, die Ermordung von iranischen Kurdenführern im Ausland (Wien und Berlin), die Verfolgung der Komele und der Demokratischen Partei Kurdistan (Iran) und die Kämpfe zwischen Pasdaran und der Peschwak, eines iranischen Ablegers der PKK, zeigen deutlich, dass Teheran seine eigenen Kurden genauso feindselig wahrnimmt wie Ankara. Trotzdem wurde Qassem Soleimani nach Erbil geschickt, der den irakischen Peschmerga Waffen und Trainer zukommen ließ, denn im Kampf gegen die ISIS wurden die Peschmerga zu Guten Kurden. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Ajatollahs und die Pasdaran im Iran zu den engsten Verbündeten von Baschar al-Assad zählen, und ein Fall der kurdischen Gebiete im Nordirak durch die sunnitischen Eroberer würden deren Vormasch in Syrien noch erleichtern. So ist Teheran im Krieg gegen ISIS de facto ein Verbündeter der USA geworden.

Von Kobane nach Aleppo
Am 31. Oktober beklagte sich der türkische Präsident Erdogan bei seinem Besuch im Institut francais des relations internationales (IFRI) darüber, dass alle Aufmerksamkeit des Westens auf Kobane gerichtet sei. Ob es denn dort Gold oder Diamanten gebe? Wie Le Monde am 31. Oktober berichtete, sprach er sich gegen jegliche Grenzänderungen in der Region (durch eine kurdische Staatsbildung) aus. Er beklagte auch, dass die Türkei 1,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen habe, die gesamte Europäische Union aber nur 200.000. Was Frankreich wie die Türkei aber sehr beunruhigt, ist die Befürchtung, dass die ISIS ihre Kämpfer von Kobane Richtung Aleppo in Marsch setzen könnte. Aleppo hat 1,5 Millionen Einwohner und ist nicht weit von der türkischen Grenze entfernt, schon die Gefahr eines Angriffs könnte innerhalb einer Woche anderthalb Millionen Menschen in die Flucht treiben, das heißt also, auf türkisches Territorium.

Schizophrenie in Deutschland

Während die Herrscher im Nahen Osten zumindest klare Vorstellungen davon haben, welches jeweils ihre Guten und ihre Bösen Kurden sind, üben sich Medien und Politik in Deutschland in Schizophrenie. Der „Spiegel“, der am 27.10.2014 die kurdischen Kämpferinnen in Kobane unter dem Titel „Allein gegen den Terror“ Rambo-mäßig aufs Titelblatt bringt und von den Kurden als dem verlassenen Volk schreibt, wusste die Kurden 1994 noch in ganz anderem Zusammenhang zu nennen: Da war die Rede von Kurdenkrawallen mit Autobahnblockaden, Selbstverbrennungen und Angriffen auf Polizisten. Volker Kauder, CDU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag und Vertreter des Wahlkreises Rottweil-Tuttlingen, der auf seiner eigenen Webseite die Firmen Junghans und Mauser als Beispiel für die funktionierende Wirtschaft der Region bringt und auch von der Firma „Heckler & Koch“ sehr geschätzt wird, forderte jüngst Waffenhilfe für die PKK. Als Flüchtlinge in Deutschland durften die türkischen Kurden nicht einmal frei reisen – dem Verfasser ist ein Kurde hier aus dem Süden bekannt, der wegen Verstoßes gegen die „Residenzpflicht“ ein halbes Jahr Gefängnis absitzen musste, aber schießen sollen sie schon. Auf die ISIS natürlich, nicht auf deutsche Polizisten …

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email