Archiv für März 2015

Krieg in Jemen aus iranischer Sicht


Aufständische in Sanaa, vor dem „Tor des Jemen“

In Jemen ist etwa ein Drittel der Bevölkerung Anhänger des Saiditentums, einer islamischen Denkrichtung, die in Deutschland gern mit „schiitisch“ umschrieben wird. Es wäre voreilig, daraus eine ideologische Nähe zur iranischen Geistlichkeit zu folgern. Die Saiditen betrachten Ali, Hassan und Hossein als „Imame“, also als Vertreter des verstorbenen Propheten Mohammad, aber dann ist Schluss. Die unter den iranischen Schiiten als gültig betrachteten zwölf Imame lehnen sie ab. Auch vom Mythos des entschwundenen zwölften Imams, des Mahdi, halten sie nichts.
Eine jemenitische Sippe namens Huthi (th ist wie im englischen think zu sprechen) hat sich in den letzten zehn Jahren daran gemacht, die benachteiligten jemenitischen Saiditen hinter sich zu scharen, um mit diesem Rückhalt Machtpositionen im Land zu erobern. In dem Maße, wie die Europäer ihre Vertretungen in Jemen schlossen, baute nun der Iran seine Präsenz in Jemen aus. Sogar eine Flugverbindung zwischen Teheran und Sanaa richtete er ein. In der iranischen Zeitung „Dschawan“, die von den Pasdaran betrieben wird, wurde berichtet, dass der Iran die jemenitischen „Schiiten“ auch mit Waffenlieferungen unterstützt. Nachdem die Huthi-Bewegung die Hauptstadt erobert hat und im Februar 2015 das Parlament aufgelöst hat, ist für die Regierung von Saudi-Arabien das Maß voll. Sie hat beschlossen, 150.000 Soldaten in den Jemen zu entsenden. Damit will sie die Huthi-Bewegung an den Verhandlungstisch zwingen. Gegen eine derart hohe Militärpräsenz kann der Iran nichts ausrichten, der ja den Krieg in Syrien und im Irak – beide vor der Haustür – noch keineswegs zu Ende gebracht hat und derzeit in Lausanne noch Atomverhandlungen mit dem Westen führt. Angesichts der saudischen Verbündeten (USA und Westeuropa), für die der Eingang ins Rote Meer und damit die Verbindung zum Suez-Kanal ein wichtiger Transportweg zur Sicherung der Erdöllieferungen darstellt, ist damit zu rechnen, dass Saudi-Arabien in diesem Fall nicht nachgibt.
Für Jemen bedeutet das vermutlich einen ausgewachsenen Krieg.

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Iranischer Journalist setzt sich ab


Payam Yunesipur, der stellvertretende Chefredakteur der iranischen Sportzeitschrift „Iran-e warseschi“, die unter der jungen Leserschaft sehr beliebt ist, hat jetzt anläßlich einer Dienstreise nach Österreich dort einen Asylantrag gestellt. Er hatte zuvor kritisiert, dass die Pasdaran, die die Nachrichtenagentur Tasnim und die Zeitung Watan-e Emrus betreiben, zwar Journalisten ins Ausland schicken, diesen aber nicht genug Geld zur Verfügung stellen. Zwei seiner Kollegen waren deshalb aus Spanien mit dem verunglückten Flugzeug von German Wings nach Düsseldorf geflogen und kamen dabei ums Leben.

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Afghanistan: Demo gegen Hexenverbrennung

In Kabul wurde jüngst eine Afghanin bei lebendigem Leibe verbrannt, weil sie angeblich einen Koran angezündet haben soll. In Wirklichkeit hatte die Frau mit dem Vornamen Farchunde einen Konflikt mit einem Geistlichen, der gegen Farchunde aus Rache, dass sie ihn nicht als Autorität anerkannte, das Gerücht verbreitete, sie habe einen Koran angezündet. Darauf überfielen religiöse Eiferer die Frau und verbrannten sie.
Am Sonntag, den 29.03.2015, fand darauf eine Demonstration in Kabul statt, die nicht nur religiösen Aberglauben kritisierte, sondern auch eine Bestrafung der Täter und des aufhetzenden Geistlichen forderte. Auch die Absetzung des Obersten Polizeikommandanten wurde verlangt, da bei der Verbrennung der Frau anwesende Polizisten zugeschaut hätten, ohne einzugreifen.

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Tschangis Qadamcheir: Kurde in iranischer Haft

Der iranische Kurde Tschangis Qadamcheir war wegen angeblicher Verbindungen zu bewaffneten kurdischen Gruppen zu 40 Jahren Gefängnis und anschließender Verbannung verurteilt worden. Er ist am Sonntag, den 29. 03. 2015 in Hungerstreik getreten, weil ihm selbst zum iranischen Neujahrsfest Nourus ein Besuch der Angehörigen verweigert wurde und er keinerlei medizinische Behandlung erhält, obwohl seine Beine entzündet sind und seine Augen trüb werden (Grauer Star?).

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Iran – Saudi-Arabien: Zankapfel Jemen

Nach dem Sturz der Schah-Regierung im Iran im Jahre 1979 verschlechterten sich die Beziehungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien schlagartig. Ajatollah Chomeini äußerte die Meinung, dass die saudischen Herrscher nicht geeignet seien, die Aufsicht über das Zentrum des Islams, über die Ka‘ba in Mekka auszuüben. Mekka ist auch für die Schiiten wichtig, denn egal ob Sunniten oder Schiiten, eine Pilgerreise nach Mekka gehört zu den Pflichten eines Muslims.
Als Ajatollah Chomeini starb (1989), sahen Politiker wie Rafsandschani die Gelegenheit gekommen, nach einem Ausgleich zu suchen, um die Reisen für iranische Pilger nach Mekka zu erleichtern. Angesichts gegensätzlicher Interessen innerhalb der iranischen Geistlichkeit dauerte der Verhandlungsprozess zwischen Rafsandschani und den Saudis lange. Erst unter Präsident Ahmadineschad war man so weit gekommen, einen für beide Seiten akzeptablen Vertrag auszuhandeln. Aber dann sorgten die staatlichen Medien unter Ahmadineschad durch Verbreitung der nachweislich falschen Behauptung, der iranische Außenminister sei in Saudi-Arabien verprügelt worden, dafür, dass auch dieser Vertragsentwurf auf Eis gelegt wurde.
Jetzt, nach der Wahl von Präsident Rouhani, schien die Zeit gekommen, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Erneut war eine Reise von Rafsandschani nach Saudi-Arabien geplant. Nun wurde sie abgesagt.
Der Krieg in Jemen, in dem der Iran die bewaffneten Rebellen unterstützt, während Saudi-Arabien mit der Entsendung von 150.000 Soldaten die jemenitische Regierung verteidigt, hat alles über den Haufen geworfen.

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Lausanne: Atomverhandlung mit dem Iran

Von einer Sitzung der iranischen Verhandlungspartner in den Atomgesprächen in Lausanne (CH) gibt es ein Video, auf dem der russische Außenminister Sergej Lawrow und der US-Außenminister John Kerry vor Verhandlungsbeginn zu sehen sind. Beide lachen. Auf der Sitzung stellte ein Journalist Lawrow die Frage, ob er bezüglich der Verhandlungsergebnisse optimistisch sei. Sergej Lawrow antwortete: „Ich werde nicht dafür bezahlt, dass ich optimistisch bin.“
Darauf meinte John Kerry lachend: „Sie bekommen nicht genug bezahlt, damit sie optimistisch sind.“
Iranische Quellen weisen darauf hin, dass die iranische Regierung viel Geld für Flugzeugeinkäufe in Russland ausgibt, und zwar für alte Maschinen, um so die russische Regierung auf ihre Seite zu ziehen. Der Ausspruch Kerry’s mag auf diesen Sachverhalt anspielen.

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Sistan und Balutschistan: Tod eines Entführten

Oberbefehlshaber der Grenztruppen von Sistan und Balutschistan, General Rahambachsch Habibi, gab im Interview mit iranischen Journalisten bekannt, dass ein nach Pakistan entführter iranischer Gendarmeriebeamter namens Dschamschid Dana‘i-far nach einem Monat von der Gruppe Dscheisch ol-Adl (Heer der Gerechtigkeit) umgebracht worden sei. Erst jetzt, nach einer Verhaftung im Iran, wurde bekannt, wo seine Leiche sich befand. Sie wurde am Samstag, den 21. März 2015, in den Iran überführt, wo ihn seine Angehörigen erkannten.

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Irak: Vorwürf gegen den Iran

Schachewan Abdollah, Vorsitzender des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des Irakischen Parlaments hat in einem Interview mit Al-Jazeera vom Sonntag, den 22. März 2015, den Iran beschuldigt, 30.000 Soldaten und Spezialisten in den Irak entsandt zu haben.
Dieser Vorwurf steht in Zusammenhang mit dem iranischen Eingreifen gegen die Kämpfer der IS (Islamischer Staat). Die iranische Regierung spricht bislang nur von „Beratern“, aber nicht von Truppeneinsätzen.
Aus anderen Quellen wurden Vorwürfe laut, dass die vom Iran geförderten schiitischen Milizen in von ihnen eroberten Dörfern im Irak die sunnitische Bevölkerung vertrieben und deren Häuser zerstört habe.

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Arabischer Frühling im Iran?


zu Tode schikaniert: Yunes Assakere – hier sein Begräbniszug

Am 13. März 2015 hatte die Polizei von Chorramschahr (nahe der irakischen Grenze) den Obstladen von Yunes Assakere zerstört und damit seine Lebensgrundlage vernichtet. Gegen diese Staatswillkür protestierte Yunes Assakere am 14. März vor der Stadtverwaltung, indem er sich mit Benzin übergoss und anzündete. Am Sonntag ist er an den Folgen der Verbrennung im Mottahari-Krankenhaus in Teheran verstorben. Heute, den 23. März 2015, fand in Chorramschahr seine Beerdigung statt. Die Beerdigung verwandelte sich in eine große Protestkundgebung gegen die Staatswillkür, überall tauchten Poster mit dem Bild von Yunes Assakere und der arabischen Aufschrift „hurriya“ sowie der persischen „azadi“ (beides: Freiheit) auf. Der 31-jährige Mann hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

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Ahwas (Iran) – staatlicher Rassismus gegen Araber


Rassistische Verhaftungen gegen Araber in Ahwas

Am 17. März fand ein Fußballspiel im Al-Ghadir-Sportstadion in Ahwas statt. Die Polizei nahm dabei gezielt Verhaftungen von Personen vor, die die typische weiße arabische Tunika trugen. Es sollen über 1000 Personen gewesen sein. Darauf protestierten Tausende von Jugendlichen und setzten auch zwei Polizeifahrzeuge in Brand.


Feuer und Flamme für den Staat

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Iranisches Noruz-Fest

Solche Szenen kann man jetzt überall im Iran entdecken. Nächsten Samstag, den 21. März 2015 feiert man im Iran landesweit den ersten Frühlingstag mit dem Noruz-Fest. Diese Tradition ist ungefähr 3000 Jahre alt. Jede Familie feiert zu Hause. Gemeinsam steht man früh auf, zieht neue Kleider an und frühstückt zusammen. Die Kinder gratulieren ihren Eltern und bekommen Geschenke. Am Nachmittag oder am Folgetag besuchen sich die Familien gegenseitig. Die erwachsenen Kinder kommen in das Haus ihrer Eltern oder älteren Verwandeten und tauschen wieder Geschenke aus.

Auch wir gratulieren unserer Leserschaft zum Frühlingsanfang!

Anmerkung: Seit 36 Jahren hat die iranische islamische Regierung versucht, diese Tradition zu tilgen. Bis heute konnte sie es nicht schaffen.

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Chomeinis Saat: Friedhöfe

Im Jahre 1988 fand das große Gefängnismassaker statt, das auf der Grundlage einer Fatwa von Ajatollah Chomeini durchgeführt wurde. Damals wurden rund 4000 ermordete Gefangene in Chawaran im Südosten Teherans in Gräben geworfen und verschüttet. In der Nähe befindet sich der Friedhof der Baha‘is und der Friedhof der Armenier. Als bekannt wurde, dass das Regime dort die Gefangenen vergraben hat, begannen die Angehörigen, dort Gedenkstätten einzurichten. Jahr für Jahr halten die Angehörigen der Ermordeten am letzten Freitag des iranischen Jahres in Chawaran Gedenkfeiern ab, soweit möglich. Dieses Jahr wurde der Zugang durch die sogenannten Sicherheitskräfte verhindert, von denjenigen, die gekommen waren, wurden Fotos gemacht.

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Chorramschahr (Iran): Straßenhändler übergießt sich mit Benzin

In Abadan und Chorramschahr gehen die Behörden derzeit gegen Straßenhändler vor, weil sie den „Verkehr behinderten“. Yunes Assakere, ein Obstverkäufer aus Chorramschahr, dem dadurch die Lebensgrundlage geraubt wurde, hat sich darauf aus Protest vor der Stadtverwaltung mit Benzin übergossen und angezündet. Feuerwehr und Ambulanz versuchten ihn zu retten und brachten ihn ins Krankenhaus. 70% seiner Haut ist verbrannt.

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Iran: Religiöser Führer hetzt seine Hunde auf Kritiker


„Erste Warnung“ an den Mostafa Tork-Hamedani, den Anwalt des Abgeordneten

Die reformistische Web-Zeitung „Kalame“ (Das Wort) schrieb am Sonntag, den 15.03.2015:
„Es scheint, als sei Schiras völlig außer Kontrolle der Zentralregierung geraten. Paramilitärs, die den Pasdaran und den Bassidschi-Milizen nahestehen, beherrschen die Stadt. Der Freitags-Imam verteidigt sie, und sie hören nicht einmal auf die Ermahnungen aus dem Hause der Religiösen Führers.“
Die Zeitung berichtet weiter, dass der einflussreiche iranische Parlamentsabgeordnete Ali Mottahari den Anwalt Mostafa Tork-Hamedani beauftragt hat, den Überfall auf ihn in Schiras, der vorletzte Woche erfolgte, zu verfolgen.

Vorgeschichte
Wie berichtet, sollte Ali Mottahari am Montag, den 9. März 2015 (im ersten Artikel ist fälschlich 7. März genannt), einen Vortrag zum Thema „Islam und die Freiheit“ an der Universität Schiras halten. Der Abgeordnete Mottahari wurde am Flughafen von Schiras von Hisbollahis und Bassidschis angegriffen, das Taxi, mit dem er vom Flughafen zur Uni fahren wollte, wurde beschädigt. Als das Taxi sich durch einen Druck aufs Gaspedal in Sicherheit bringen wollte, wurde es von rund 50 schweren Motorrädern verfolgt und eingeholt. Mottahari und das Taxi brachten sich auf einer Polizeiwache in Schiras in Sicherheit. Die Wache wurde von den Motorradfahrern so lange belagert, bis Mottahari einwilligte, ohne Vortrag wieder aus Schiras abzufliegen.

Überfall auf den Anwalt
Wie „Kalame“ gestern berichtete, erging es auch dem Anwalt Mostafa Tork-Hamedani in Schiras nicht besser. Die Bewaffneten überfielen ihn am Samstag, den 14.03.2015, in Schiras in seinem Auto, zerschlugen die Scheiben und sprühten auf das Auto: „Erste Warnung“ (Echtar-e awwal). Der Provinzgouverneur erklärt, er kenne die Täter nicht, aber der Staat werde eine Kommission entsenden, um den Vorfall zu untersuchen.

Pasdaran-Einheit Fadschr
Die Zeitung „Kalame“ schreibt weiter, dass die Täter der Pasdaran-Einheit Fadschr zuzurechnen seien, die in Schiras stationiert ist. Nur die besäßen so schwere Motorräder und verfügten über Pfeffergas – damit war Mottahari bei seinem Besuch in Schiras attackiert worden. „Kalame“ fährt fort: „Sie erteilten dem Anwalt des Abgeordneten Ali Mottahari eine „erste Warnung“, damit sowohl er wie auch sein Mandant wissen, dass Schiras und seine Sicherheitsbehörden nicht mehr der Kontrolle der Regierung unterstehen.“

Freitag-Prediger mit der Waffe in der Hand

„Kalame“ berichtet nicht nur, dass der Freitagsprediger von Schiras mit der Waffe in der Hand den Überfall auf den Abgeordneten mit den Worten gutgeheißen habe, wer Wind säe, werde Sturm ernten. Ha‘eri Schirasi, der vorige Freitags-Imam von Schiras, der jetzt in der Kanzlei des Religiösen Führers arbeitet (!), bezeichnete die Angreifer auf Ali Mottahari als junge Männer, die die Herrschaft des Rechtsgelehrten mit Leib und Seele verteidigen.

Mächtiger als die Polizei
Zum Ende des Artikels berichtet „Kalame“, dass diejenigen, die Ali Mottahari überfielen, die Polizeiwache, in der er mit dem Taxi-Fahrer Zuflucht gefunden hatte, für mehrere Stunden belagerten und sogar Kontrollen der dort passierenden Personen vornahmen. Was „Kalame“ nicht schreibt, aber dafür andere Webseiten, ist die Tatsache, dass diese mächtigen Belagerer Pasdar-Offiziere in Zivil waren.

Die Heuchelei der Reformisten
Diese Vorfälle machen nicht nur deutlich, dass die Pasdaran im Iran mehr zu sagen haben als die Regierung und das Parlament, sie zeigen noch etwas anderes. Aus der Berichterstattung der Reformisten-Webseite wird deutlich, dass die Angreifer die volle Unterstützung des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i genießen. Denn sowohl der Freitags-Imam von Schiras als auch sein Vorgänger befürworten deren Vorgehen öffentlich, und beide wurden direkt vom Religiösen Führer in ihr Amt eingesetzt. Mehr noch, der Vorgänger des heutigen Amtsinhabers arbeitet jetzt sogar in der Kanzlei des Religiösen Führers. Unmöglich, dass er ohne dessen Einverständnis solche Worte äußert. Dies wissen die Reformisten auch. Wenn „Kalame“ also schreibt, dass die Pasdaran in Schiras sich nicht der Zentralregierung unterordnen, ist das kein lokales Problem von Schiras, sondern Ausdruck der Machtverhältnisse an der Spitze. Der gewählte Präsident hat nicht die Macht über die „Sicherheits“organe, sondern der Religiöse Führer. Und ihm gehorchen sie. Aber die Reformisten trauen sich nicht, das offen zu schreiben.
Es wird spannend, wie die Geschichte weitergeht. Denn auch Ali Mottahari hat mächtige Unterstützer, und es ist die Frage, wie diese – zum Beispiel Ajatollah Rafsandschani – auf die Attacken reagieren werden. Man schlägt den Sack und meint den Esel!

Quelle:
http://www.kaleme.com/1393/12/24/klm-212117/?theme=fast

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Iran:Bilder


Torkaman Sahra

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Torkaman Sahra

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Orumiye -Noruzbazar

Orumiye -Noruzbazar

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Hamedan

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