Iran – Saudi-Arabien: Zankapfel Jemen

Nach dem Sturz der Schah-Regierung im Iran im Jahre 1979 verschlechterten sich die Beziehungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien schlagartig. Ajatollah Chomeini äußerte die Meinung, dass die saudischen Herrscher nicht geeignet seien, die Aufsicht über das Zentrum des Islams, über die Ka‘ba in Mekka auszuüben. Mekka ist auch für die Schiiten wichtig, denn egal ob Sunniten oder Schiiten, eine Pilgerreise nach Mekka gehört zu den Pflichten eines Muslims.
Als Ajatollah Chomeini starb (1989), sahen Politiker wie Rafsandschani die Gelegenheit gekommen, nach einem Ausgleich zu suchen, um die Reisen für iranische Pilger nach Mekka zu erleichtern. Angesichts gegensätzlicher Interessen innerhalb der iranischen Geistlichkeit dauerte der Verhandlungsprozess zwischen Rafsandschani und den Saudis lange. Erst unter Präsident Ahmadineschad war man so weit gekommen, einen für beide Seiten akzeptablen Vertrag auszuhandeln. Aber dann sorgten die staatlichen Medien unter Ahmadineschad durch Verbreitung der nachweislich falschen Behauptung, der iranische Außenminister sei in Saudi-Arabien verprügelt worden, dafür, dass auch dieser Vertragsentwurf auf Eis gelegt wurde.
Jetzt, nach der Wahl von Präsident Rouhani, schien die Zeit gekommen, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Erneut war eine Reise von Rafsandschani nach Saudi-Arabien geplant. Nun wurde sie abgesagt.
Der Krieg in Jemen, in dem der Iran die bewaffneten Rebellen unterstützt, während Saudi-Arabien mit der Entsendung von 150.000 Soldaten die jemenitische Regierung verteidigt, hat alles über den Haufen geworfen.

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