Archiv für April 2015

Iran: Der Aufstand der Massen


In totalitären Regimen ist es schwer, irgendeine Bewegung aufzubauen, die nicht zur Verhaftung führt. Deshalb sind die Iraner erfinderisch geworden, Möglichkeiten zu schaffen, zusammen zu kommen. Sei es zum Mülleinsammeln im Stadtpark, sei es zum Schutz der Hunde oder eben zum Sport. Tai-Chi hat jetzt auch im Iran eine zunehmende Zahl von Anhängern zu verzeichnen, wie dieser Auftritt im „Park des Wassers und Feuers“ (Park-e Ab o Atasch) in Teheran zeigt:

hier die Männer


hier die Frauen


und trotz islamischer Bekleidung so farbenfroh, dass sich jeder islamische Fundamentalist im Grabe umdrehen wird.

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Iran: Zweimal Gefängnis für dieselben Gedichte

Mohammad-Resa Aali Payam ist ein iranischer Satiriker, der unter dem Künstlername „Halu“ (einfältiger Mensch) auftritt. Er wurde wegen seiner Gedichte schon einmal ins Gefängnis gesteckt. Jetzt hatte erneut eine Gerichtsverhandlung wegen derselben Gedichte. Darauf sagte er zum Richter: „Wie geht denn das? Ich bin dafür doch schon ins Gefängnis gegangen? Da kann ich doch nicht nochmal dafür bestraft werden.“ Darauf der Richter: „Das erste Mal haben die Pasdaran gegen dich geklagt, diesmal die Sicherheitspolizei.“
Halu kam erst ins Ewin-Gefängnis, von dort wurde er nach Gouhar-Dascht weiterverlegt. In der Abteilung gibt es zwar ein Telefon, mit dem manche Häftlinge nach draußen telefonieren dürfen, er jedoch nicht. Noch vor der Verhaftung hatte er angekündigt, er werde auch weiter Gedichte schreiben und übers Internet veröffentlichen.

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Iran: Anhänger von Hassan Rouhani in Haft

Vor etwa anderthalb Jahren wurde der iranische Regisseur Samad Khatibi (sprich: Chatibi), der in Holland lebte und dort seine Doktorarbeit beginnen wollte, bei der Rückreise nach Teheran am Flughafen verhaftet.
Erst wurde er ins Ewin-Gefängnis gebracht, später auf freien Fuß gesetzt und jetzt nach einer Gerichtsverhandlung, bei der er zur einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, wieder ins Ewin-Gefängnis gesperrt.
Nicht einmal seine Angehörigen wissen, was für eine Haftstrafe er erhalten hat.
Beachtlich an seinem Fall ist, dass es sich bei ihm um einen Anhänger der Islamischen Republik Iran handelt. Er vertrat stets die Auffassung, dass die Islamische Republik weiterbestehen soll und dass man dazu die Reformisten unterstützen soll. Er hatte bei der 2. Präsidentschaftswahl von Ahmadineschad einen Werbefilm zugunsten von Mirhossein Mussawi gedreht, und später, schon in Holland, eifrig Werbung für den jetzigen Präsidenten Hassan Rouhani gemacht. Exil-Iraner haben nämlich das Recht, vom Ausland aus an den Wahlen teilzunehmen. Sein Engagement brachte ihm unter den Iranern in Holland den Ruf eines Hisbullah-Anhängers ein.
Dieser Mann also muss jetzt eine Gefängnisstrafe unbekannter Länge im Iran absitzen!

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Iran: Der Staat übt den Aufstand

Egal, wie sich die Staatsform nennt, vor dem Volk haben alle Angst.
Hier die islamischen Revolutionäre im Iran, die schon seit 35 Jahren an der Macht sind:

Um die Bevölkerung einzuschüchtern, üben sie derzeit in Teheran den Aufstand.

Mit Gas und Rauch:

Mit flotten Angreifern, die dann wohl den „schwarzen Block“ simulieren, wenn man einen Vorwand sucht, Demonstranten zu verjagen.

Sie zeigen dem Volk, wie toll sie es bekämpfen können.

Mit Schwert

und Feuer sind sie dabei,

P.S: Noch nie hat ein Demonstrant im Iran sein Schwert gezückt, nicht zu Schahzeiten, nicht unter den Ajatollahs. Man merkt, wes Geistes Kind diese „Demonstranten“ sind…

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Iran: Im Feuer der Verzweiflung


Hamid Farrochi

Hamid Farrochi war ein 43-jähriger Straßenhändler in Tabris (iranischer Aserbaidschan). Er besaß sogar eine Gewerbeerlaubnis der Stadtverwaltung. Trotzdem konfiszierten die Beamten seine Waren und weigerten sich, sie ihm wieder herauszugeben. Er drohte ihnen darauf, sich umzubringen, die Beamten ignorierten ihn. Darauf übergoss er sich mit Benzin und zündete es an. Nach einer Woche starb er an den Folgen der schweren Verbrennungen.

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Iran – Irak: Militärische Hilfe


irakische Kurdenführer Mas‘ud Barsani
Die iranischen Pasdaran hatten schiitische Milizen im Irak unterstützt, damit sie die irakische Stadt Tigrit von den Kämpfern des „Islamischen Staats“ befreiten. Diese schiitischen Milizen nützten die Gunst der Stunde, um die Häuser in den eroberten Gebieten zu plündern und die sunnitische Bevölkerung zu schikanieren und zu ermorden. Die Kunde von ihrem Vorgehen verbreitete sich rasch im Irak, so dass sich die irakische Armee genötigt sah, gegen die schiitischen Milizen einzuschreiten und sie am weiteren Vormarsch zu hindern. Das dürfte auch der Grund sei, warum der irakische Kurdenführer Mas‘ud Barsani jetzt erklärt hat, dass der Iran bei der Rückeroberung von Mossul keine Rolle spielen werde.

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Iran: Über 40 Hinrichtungen in drei Tagen

Auffällig ist, dass nach dem scheinbaren Erreichen einer Übereinkunft zwischen dem Westen und dem Iran über eine atomare Abrüstung eine Hinrichtungswelle im Iran eingesetzt hat. Sie ist zwar nicht mit den Massenhinrichtungen von 1987 vergleichbar, als Ajatollah Chomeini nach dem Waffenstillstand mit dem Irak ein Massaker in den Gefängnissen anordnete. Aber sie weckt Befürchtungen, dass das Nachfolgeregime von Ajatollah Chamene‘i zum Schluss gelangt sein könnte, die Öffentlichkeit durch die Schaffung einer intensiven Atmosphäre des Schreckens unter Kontrolle zu halten.
Am Mittwoch, den 15. April, wurden 5 Gefangene in Gefängnis von Radscha‘i-Schahr erhängt.
Am Montag und Dienstag, den 13. und 14. April, wurden 37 Gefangene im Gefängnis von Rascha‘i-Schahr und von Qesel-Hessar erhängt.
Eine größere Zahl von Gefangenen wurde jetzt in Einzelzellen verlegt, ein Indiz, dass auch ihre Hinrichtung bald bevorstehen könnte.

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Iran: Der Führer ruft zu den Waffen

Schon vor einiger Zeit hatte der Iran mit Russland einen Vertrag zum Kauf eines modernen Raketenabwehrsystems geschlossen, mit dem man sowohl Flugzeuge wie Raketen vom Himmel schießen kann. Darauf kam die internationale Diplomatie in Gang, und Russland legte die Lieferung auf Eis. Jetzt, nach der Erklärung von Lausanne, hat Putin seine Unterschrift unter das entsprechende Dokument gesetzt, die Raketen dürfen in den Iran exportiert werden. Darauf reagierte der Vorsitzende des Generalstabs der US-Armee mit den Worten, dass die militärische Option noch immer auf dem Tisch liege.
Diese Erklärung wiederum löste eine Gegenreaktion des Führers der Islamischen Republik Iran, Ajatollah Chamene‘i, aus. Er erteilte den bewaffneten Kräften des Irans – gemeint sind Armee, Pasdaran und Bassidschi-Milizen – den Befehl, moralisch und militärisch gerüstet zu sein und die Verteidigungsbereitschaft zu erhöhen. Diese Handlungsanweisung ist als Machtwort des „Rechtsgelehrten“ zu verstehen, an das sich alle Institutionen der Islamischen Republik zu halten haben: Parlament und Regierung, und natürlich auch die Reformer. Angesichts der angeheizten Stimmung über den Krieg in Jemen und die von den Staatsmedien gefütterte Feindseligkeit gegen Saudiarabien ist von einer neuen Rüstungsspirale auszugehen. Sollte die Aufhebung der Sanktionen Gelder freisetzen, wird dies wohl vor allem den Rüstungskäufen dienen.
Faktum ist, dass die Äußerung des US-Generalstabschef – falls sie so gefallen ist, den Hardlinern in der Islamischen Republik Iran entgegen kommt.

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Iran: Vorsitzender der Lehrergewerkschaft verhaftet

Ali-Resa Haschemi, der Vorsitzende der Lehrervereinigung des Irans, die die Rolle einer Gewerkschaft spielt, wurde am Sonntag, den 19. April 2015, verhaftet. Die Polizei war bei ihm zu Hause erschienen, als er in der Schule unterrichtete (Im Iran ist Sonntag ein Schultag). Darauf rief ihn seine Frau an, er kam nach Hause und wurde ins Ewin-Gefängnis abgeführt. Ali-Resa Haschemi war schon früher wegen seiner Kontakte zu den Angehörigen inhaftierter Lehrer vor Gericht gestellt und wegen „Propaganda gegen das System“ und ähnlicher politischer Vorwürfe zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil wurde damals nicht vollstreckt. Offensichtlich ist das die Antwort des Regimes auf die umfassenden Streikaktionen der Lehrer im ganzen Land in den letzten Wochen.

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4000 Lehrer protestieren in Maschhad (Iran)


Am 16. April 2015 gingen in Maschhad 4000 Lehrer auf die Straße, um mit einer Schweigeaktion auf die katastrophale Lage im iranischen Bildungswesen aufmerksam zu machen. Der Vertreter der Obersten Schulbehörde der Region Chorassan lehnte es ab, sich an ihrer Aktion zu beteiligen.

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Streik vor dem Kraftwerk Tabris (Iran)

Gestern, den 19. April 2015, streikten 300 Arbeiter vor dem Kraftwerk in Tabris, um dagegen zu protestieren, dass 60% der Firmenanteile „privatisiert“ werden sollen. Schon im Vorfeld wurden den Arbeitern die Löhne und Zulagen gekürzt, um die Firmenaktien als lukrative Anlage zu präsentieren, und die Arbeiter befürchten – sicher zu Recht – weitere einbußen, wenn die Privatisierung durchgeführt wird.

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Der Islam ist auf den Hund gekommen


Der Hund ist der beste Freund des Menschen

Eigentlich gilt der Hund unter den Muslimen als unrein. Deswegen ist das Schimpfwort Hund oder Hundesohn in islamischen Kulturen besonders beleidigend, im Persischen sollte man deshalb niemals zu jemandem „Pedar-Sag“ (Vater-Hund) sagen. Auch „it“ oder „itoglu“ im Türkischen ist nicht empfehlenswert, oder „kalb“ im Arabischen.
Interessanterweise hat dies aber auch die iranische Polizei nicht daran gehindert, mit Hunden gegen Demonstranten vorzugehen. Oder bei Durchsuchungen von Wohnungen oder Autos die feine Nase von Hunden zu nutzen.
Und in vielen Dörfern des Irans ist es ganz normal, einen Hund zu haben. Man hält ihn nicht in der Wohnung, sondern draußen, wo er schläft und frisst, aber auch iranische Kinder spielen mit den Hunden wie hier im Westen auch.
Zur Schahzeit war es unter Städtern noch wenig üblich, einen Hund zu halten, von den ganz Reichen mit großen Villen einmal abgesehen. Unter der Islamischen Republik Iran hat sich das gründlich geändert. Gerade, weil die Mollas ständig predigen, dass Hunde unrein seien, wurde es unter Jugendlichen zur Mode, sich einen kleinen Hund anzuschaffen und mit ihm im Park spazieren zu gehen, wo man auf gleichgesinnte HundebesitzerInnen traf und sich unterhielt. Wenn sich ein Junge und ein Mädchen treffen wollten, ohne verheiratet zu sein, wäre das sonst ein Problem gewesen, aber die jeweiligen Hunde boten eine willkommene Ausrede.
Aber irgendwann kriegten die Geistlichen das spitz und wiesen die Polizei an, den Menschen zu verbieten, die Hunde in den Park zu bringen.
So führt man die Hunde heute in der Stadt eher zu nächtlicher Stunde aus.

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TierschützerInnen im Iran


Auch im Iran hat sich inzwischen eine Tierschutzbewegung gebildet. Die BürgerInnen protestieren dagegen, dass streunende Hund mit Giftspritzen getötet werden, so dass sie qualvoll verenden. Sie fordern, dass die Tiere entweder kastriert werden oder an Tierschutzvereine abgegeben werden. Um keiner politischen Umtriebe verdächtigt zu werden, drücken sie sich auf ihren Plakaten vorsichtig aus. So schreiben sie: „Alles sind Gottes Schöpfungen“. Oder: „Das Gebot der Religion ist die Barmherzigkeit.“
Hoffen wir, dass es ihnen nicht ergeht wie in Österreich, wo einigen Tierschützern gar die „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ vorgeworfen wurde.

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Iran: Landesweiter Lehrerstreik

Die Proteste von Lehrerinnen und Lehrern erstrecken sich inzwischen über das ganze Land.Huete, am Donnerstag, den 16.4. 2015, kam es zu Kundgebungen in Teheran, Lorestan, Hormosgan, Kurdistan, Chusistan, Qaswin und anderen Städten und Regionen.


Kundgebung in Teheran

Kundgebung in Teheran

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Iran: Bilder

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