Iran: Die Erklärung von Lausanne

Nach achttägigen Verhandlungen haben sich die Vertreter des Irans und der P5+1-Staaten (gemeint sind Russland, China, USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) laut westlichen Berichten auf eine Grundsatzvereinbarung über die atomare Abrüstung des Irans und eine gemeinsame Erklärung geeinigt. (siehe z.B. NZZ vom 3.4.2015, http://www.nzz.ch/international/einigung-bei-atomverhandlungen-mit-iran-1.18515728)

Neue Zürcher Zeitung: Zwei Drittel der Zentrifugen werden stillgelegt
Der NZZ-Korrespondent Jean-Pierre Kapp berichtet aus Lausanne: „Wenn das definitive Abkommen in Kraft tritt, wird Teheran sein Atomprogramm einer umfassenden internationalen Kontrolle unterstellen und seine Kapazitäten für die Urananreicherung um zwei Drittel zurückfahren. Von den derzeit 19000 in Iran befindlichen Zentrifugen sollen 13000 unter internationaler Aufsicht während mindestens 10 Jahren «stillgelegt» und nur noch etwa 5000 effektiv für die Urananreicherung genützt werden. Iran verpflichtet sich zudem, keine Zentrifugen der neuen Generation einzusetzen und während der nächsten 15 Jahre kein Uran auf einen Reinheitsgrad von mehr als 3,67% anzureichern.

Uran-Anreicherung nur in Natanz (sprich: Natans)
Während des gleichen Zeitraums dürfen zudem keine neuen Anlagen für die Urananreicherung gebaut und Uran nur mehr in den Anlagen von Natanz angereichert werden.“
Der vereinbarte maximale Anreicherungsgrad von 3,67% reicht aus, um damit Leichtwasserreaktoren zu betreiben, nicht aber, um damit direkt Atomwaffen herzustellen.

Angereichertes Uran ins Ausland
Die NZZ berichtet im selben Artikel auch, dass angereichertes Uran entweder ins Ausland exportiert oder wieder abgereichert werden soll. „Die Vorräte an leicht angereichertem Uran sollen auf diese Weise von derzeit 10′000 auf noch 300 kg gesenkt werden.“
Uneinig sind sich die Verhandlungspartner wohl darüber, ob der Iran die überzählige Menge nur ins Ausland „auslagern“ oder verkaufen soll.

Nuklearzentrum Fordow nur für zivile Forschung
Um eine Verlagerung der Anreicherungsaktivitäten an andere Standorte zu unterbinden, soll die Nuklearanlage von Fordow „während mindestens 15 Jahren nicht mehr für die Urananreicherung genützt und mindestens zwei Drittel der dort installierten Zentrifugen entfernt werden“, wie die NZZ schreibt. Weiter heißt es dort: „In naher Zukunft sollen die Installationen von Fordow zudem in ein Zentrum für die zivile nukleare Forschung umgewandelt werden.

Kein Plutonium aus Schwerwasserreaktor in Arak
Die Pläne für den Bau eines Schwerwasserreaktors in Arak sollen so abgeändert werden, dass in der Anlage kein waffenfähiges Plutonium anfällt. Nicht zuletzt verpflichtet sich Iran, abgebrannte Brennelemente nicht wieder aufzubereiten. Bei diesem Prozess würde Plutonium gewonnen werden.“

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