Im real existierenden Islamischen Staat

Ja, es gab sie, die Revolutionäre, die von einem sozialistischen Staat träumten und dann im Gefängnis des real existierenden Sozialismus aufwachten. Und es gab auch die Revolutionäre, die von einem islamistischen Staat träumten und dann im real existierenden Islamismus aufwachen durften. Und wenn es heute wieder Revolutionäre im Namen des Islams gibt, ob in Syrien oder im Irak, dann kann man sich aus iranischer Sicht nur wundern, ob die die letzten 35 Jahre geschlafen haben, denn ihr Paradies existiert doch schon längst und direkt vor der Haustür – im Iran.
Wie gut es den Arbeitern dort geht, sieht man daran, wie sich die Regierenden auf den ersten Mai vorbereitet haben. Da wurde ein Führer der Lehrergewerkschaft verhaftet, und noch wenige Tage vor dem 1. Mai fanden Razzien gegen eine ganze Reihe von Gewerkschaftern statt:
Ebrahim Madadi, stellvertretender Vorsitzender der Busfahrergewerkschaft in Teheran, wurde verhaftet, ebenso Dawud Rasawi, Mitglied des Vorstands der selben Gewerkschaft, Mahmud Salehi, Gewerkschaftsaktivist in Saqes (Kurdistan), Kak Osman Esma‘ili, Sprecher des Komitees zur Verteidigung inhaftierter Arbeiter in Mahabad (Kurdistan) – sie alle wurden von den bewaffneten Organen des Staates der Islamischen Revolution abgeschleppt und ins Gefängnis gebracht.
Aber die Kundgebungen zum 1. Mai fanden trotzdem statt, und diesmal in aller Öffentlichkeit. Der Machtkampf hat erst begonnen. Und zwar diesmal nicht zwischen denen da oben, sondern zwischen den einfachen Menschen, die ums Überleben kämpfen, und denen da oben.

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