Irans Lehrkräfte: Wir wollen den Direktor wählen!

Der Streik der Lehrerinnen und Lehrer im Iran weitet sich aus, da die Regierung nicht auf die Forderungen eingeht. Der jüngste Aktionstag war der 7. Mai 2015. Vor dem Parlament in Teheran versammelten sich rund 3000 Lehrerinnen und Lehrer. Aber der Protest war im ganzen Land präsent. In folgenden Städten kamen die Lehrerinnen und Lehrer vor der Vertretung des Kultusministeriums zusammen, um ihre Rechte einzufordern:
Sanandadsch, Hamedan, Bandar-Abbas, Ilam, Sandschan, Kermanschah, Borudscherd, Sabsewar, Dameghan, Tabris, Teheran, Schiras, Isfahan, Qaswin, Rascht, Arak, Schahre-Kord, Ardabil, Sahedan, Buschahr, Dehdascht und Kuhdascht.
Die Demonstrierenden wiesen darauf hin, dass die Armutsschwelle im Iran bei 3 Millionen Tuman Monatseinkommen liegt, die Lehrergehälter liegen bei 1 Million Tuman. Einige forderten die Freilassung politischer Gefangener, also von Lehreren, die für ihre Gewerkschaftsaktivität im Gefängnis sind. Andere forderten, dass sie die SchuldirektorInnen selber wählen sollen (das wäre doch auch mal eine Forderung für so manche Demokratien des Westens ..).
Was vielen Lehrkräften aufstieß, war nicht einfach die Tatsache, dass es ihnen materiell so schlecht geht, sondern, dass der Staat Unterschiede macht. Andere Beamten verdienen nämlich gar nicht schlecht, aber die sozialen Berufe sind offensichtlich auch im islamischen Paradies unterbezahlt, ob im Krankenhaus, ob in den Schulen. Man sieht, auch hier kochen die islamistischen Revolutionäre nur mit Wasser.
Im übrigen zeigte sich der Staat nicht untätig. Eine Reihe von Lehrern wurde im Vorfeld verhaftet. Eine Freilassung wurde ihnen nur in Aussicht gestellt, wenn sie sich schriftlich verpflichteten, an den Kundgebungen nicht teilzunehmen.

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