Iran: Vorbeben vor dem großen Ausbruch?

Der stetig an Kraft gewinnende landesweite Streik der Lehrerinnen und Lehrer im Iran, die Gewaltausbrüche im Ostiran anlässlich einer versuchten Vergewaltigung in Mahabad (Iranisch-Kurdistan), die nicht minder gewaltsamen Angriffe auf Polizeistation und Polizeifahrzeuge in der Nähe von Iranschar (Sistan/Belutschistan) nach der willkürlichen Tötung von Zivilisten, die als Schmuggler verdächtigt wurden und natürlich auch die starke Präsenz der Arbeiterinnnen und Arbeiter auf den Straßen des ganzen Irans am 1. Mai 2015 – all das sind Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch der Wut der iranischen Bevölkerung, die das herrschende Modell der islamischen Republik Iran satt hat.

Sie sind es leid, sich bei den Behörden für die Vergehen eben dieser Behörden zu beschweren, sie brauchen nicht mehr die Ermittlung von Verbrechen vor den Polizeistationen einzufordern, wenn sie die Schuldigen bereits selbst kennen und sie haben keinerlei Hoffnung, dass der Staat das macht, was er nach seinen eigenen Prinzipien, seiner eigenen Verfassung eigentlich machen sollte, z.B. Verbrechen zu bestrafen, auch oder gerade dann, wenn sie von den Bütteln des eigenen Systems verübt wurden. Die Menschen fackeln nicht lange und nehmen mittlerweile die Justiz selbst in die Hand.

Die Frage ist, werden diese ersten Anzeichen für einen viel stärkeren Ausbruch Schule machen? Kommt es zu Verbindungen zwischen den einzelnen Kämpfen aus unterschiedlichen sozialen Sektoren? Werden die einzelnen Brandherde zu einem Flächenbrand, der sich nicht mehr kontrollieren lässt? Im Moment spricht vieles dafür.

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