Ahwas (Iran): 4 Monate Arbeit und kein Lohn

In Ahwas wird derzeit eine Straßenbahn gebaut. Gut und schön, könnte man meinen, öffentliche Verkehrsmittel sind sicherlich nützlicher als PKWs, die alle Straßen verstopfen. Aber wie es bei großen Bauprojekten oft der Fall ist, nutzen manche Geschäftemacher die Gelegenheit, sich dabei auf Kosten der Arbeiter eine goldene Nase zu verdienen. Auch bei diesem Projekt werden Subunternehmen eingesetzt, die auf der einen Seite staatliche Gelder einstreichen (vermutlich mit Hilfe von Vermittlern aus den Reihen der Pasdaran, die auch ihren Teil daran verdienen), auf der anderen Seite stehen die Arbeiter, die schon seit vier Monaten keinen Lohn erhalten haben. Dabei ist Bauarbeit wahrlich kein Zuckerschlecken. So streiken und protestieren die Arbeiter seit zwei Wochen, um ihren Lohn einzufordern. Die Reaktion des Arbeitgebers, einer Kontraktfirma namens Kissun, war die: Erst entließ er 170 Protestierende, jetzt wieder 60. Statt des ausstehenden Lohnes händigte er ihnen Schecks aus, die erst in einem Monat einlösbar sind, wenn überhaupt. Die Erfahrung mit Schecks im Iran ist die, dass man sein Geld nie sieht, so dass bei vielen Geschäften von vornherein festgelegt wird, dass Schecks nicht akzeptiert werden.
Seit dem 17. Mai 2015 streiken jedenfalls 600 Arbeiter auf dieser Großbaustelle.

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