Afghanen im Iran

Als die Taliban in Afghanistan die Macht übernahmen, flohen ca. 2 Millionen Afghanen in den benachbarten Iran. Sie waren froh, wenn sie ein Dach über dem Kopf bekamen, Nahrung und Kleidung für die Familie, Hauptsache, sie überlebten. So wurden sie im Iran als billige Arbeitskräfte für die schwersten Arbeiten auf dem Land und in der Stadt (Bauarbeiten, Landwirtschaft) eingesetzt, zu einem Bruchteil der Löhne, die iranische Arbeitskräfte erhielten.
Gleichzeitig blieb ihre rechtliche Stellung wackelig, es gab Kampagnen, sie zwangsweise nach Afghanistan zurück zu schicken. Was die Rechte afghanischer Kinder angeht, sieht es düster aus. Vor zwei Jahren gab eine iranische Nachrichtenagentur bekannt, dass schätzungsweise 300.000 bis 450.000 afghanische Kinder im Iran die Schule nicht besuchen konnten. Das liegt daran, dass den afghanischen Kindern kein Schulrecht eingeräumt wurde, von den ohnehin armen Eltern, die oft ihren Lohn nur in Naturalien erhielten, wurde ein Schulgeld verlangt, wenn sie das Kind trotzdem in die Schule schicken wollten. Und dieses Geld hatten viele nicht. Wenn das Kind es schaffen sollte, das iranische Abitur zu machen, durfte es nicht an die Uni, es sei denn, es zahlte dort eine Studiengebühr.
Diese Diskriminierung betraf sowohl Kinder afghanischer Eltern wie auch solche Fälle, in denen der Vater Afghane, die Mutter aber Iranerin war. Auch wenn das Kind im Iran geboren wurde, galt es dann als Afghane, mit allen rechtlichen Einschränkungen. Andererseits erlaubten die iranischen Behörden den iranischen Frauen afghanischer Ehemänner nicht, sich mit ihrem Mann in Afghanistan niederzulassen.
Jetzt bahnen sich leichte Veränderungen an: So erklärte der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i unlängst, dass auch afghanische Kinder im Iran die Schule besuchen dürften. Immerhin etwas.

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