Iran-Luristan: Peitsche statt Kopftuch

Kürzlich fand in den lurischen Gebieten des Irans (Chorramschahr, Borudscherd) ein Fest der Luren (ebenfalls eine der zahlreichen Volksgruppen, die im Iran leben) statt, bei dem die Frauen mit staatlicher Genehmigung ihr traditionelles (buntes) Kopftuch tragen durften und außerdem Männer und Frauen gemeinsam tanzten, wie es auch unter den Luren Brauch ist.

Das stieß den Freitagsimamen der Region sauer auf, und man darf annehmen, dass sie in Absprache mit dem Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i handeln. Einstimmig verurteilten sie das Tragen bunter Kopftücher und den gemeinsamen Tanz. Das verstoße gegen den Islam. Mehr noch – sie forderten, dass diejenigen, die diese Feier in dieser Form genehmigt hatten, und diejenigen, die am Fest in dieser Kleidung „nach islamischem Recht“ bestraft werden. Und das heißt bei diesen Betonköpfen: Auspeitschen.

Man sieht: Im Iran ist der „Islamische Staat“ schon längst an der Macht. Und man sieht auch: 35 Jahre islamische Diktatur haben nicht gereicht, dem Volk seine Traditionen zu rauben.

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