Iran: Dem Revolutionsgericht ins Stammbuch


Effat Mar‘aschi

Effat Mar‘aschi ist die Mutter von Mehdi Haschemi und die Ehefrau von Ajatollah Rafsandschani. Ajatollah Rafsandschani ist der Vorsitzende des Rates zur Wahrung der Interessen des Systems und einer der einflussreichsten Geistlichen des Irans. Sein Sohn Mehdi war zu Studienzwecken, wie es heißt, nach Großbritannien gereist. Auf Anraten seines Vaters kam er in den Iran zurück, um sich dort einem Gerichtsverfahren zu stellen, das, wie ihm sein Vater versprach, mit einem Freispruch enden würde. Ajatollah Rafsandschani hatte diese Versprechen im Vertrauen auf eine Zusage von Ajatollah Chamene‘i gegeben.
Die Wirklichkeit sah anders aus. Vergangene Woche verurteilte ein Islamisches Revolutionstribunal Mehdi Rafsandschani zu insgesamt 10 Jahren Gefängnis und 50 Peitschenhieben wegen Veruntreuung in Verein mit Fälschung und Bestechlichkeit, sowie wegen Delikten gegen die Sicherheit. Das war eine Überraschung für den Heimkehrer und seine Eltern.
Als nun seine Mutter Effat Mar‘aschi von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim gefragt wurde, was sie von dem Urteil halte, sagte sie kurz und unmissverständlich:
Das Urteil gegen Herrn Haschemi – Betrug, Betrug und das Werk von Hurensöhnen. (pedar-suxte heißt wörtlich „der Vater möge verbrannt sein“, das heißt, man wünscht ihn in die Hölle, es gehört zu den schlimmsten Schimpfwörtern der persischen Sprache, hat allerdings keine sexuelle Bedeutung wie das deutsche Schimpfwort. Die Übersetzung fällt hier schwer).
„hokme a:qa:-ye ha:shemi, taqallob, taqallob, pedar-suxte-ba:zi“
Effat Mar‘aschi beleidigt hier schlicht und ergreifend die Revolutionsgerichtsbarkeit, die Scharia-Richter. Im Iran ist das sehr ungesund. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht.

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