Iran: Führender Reformer nach 6 Jahren frei

Mohsen Mirdamadi, Leiter der Studentenorganisation Daneschdschujane Chatt-e Emam, Generalsekretär der Partei Dschebhe-ye Moscharekat, ehemaliger Vorsitzender des Parlamentsausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik im iranischen Parlament und während des iranisch-irakischen Krieges Provinzgouverneur der erdölreichen Grenzregion Chusestan war vor sechs Jahren inhaftiert worden, weil er es gewagt hatte, öffentlich diesen Satz auszusprechen:
„Es war nicht ausgemacht, dass die Revolution an diese Stelle kommt, wo sie jetzt steht.“
(qara:r nabud enqela:b be inja: beresad ke reside).
Auch wenn seine Kritik sehr höflich verpackt war – die Machthaber verstanden. Und sperrten ihn ein.
Vergangene Woche wurde er freigelassen. Weil die Revolutionswächter Angst hatten, dass seine Freilassung Anlass zu einem großen Empfang werden könnte, schnappten sie ihn und setzten ihn mitten in der Nacht in Teheran aus. Er musste dann mit seiner Familie Kontakt aufnehmen, damit sie ihn von dort abholen konnte. Die Familie benachrichtigte gleich einen Bekanntenkreis, und als sie mit dem Freigelassenen zu Hause eintrafen, wartete schon einige Prominenz auf ihn, die das Regime heute am liebsten in der Versenkung verschwinden ließe. Es kamen Abdollah Nuri, der ehemalige Innenminister von Präsident Chatami, Mohammad Resa Chatami, der heutige Vorsitzende der Partei Dschebhe-ye Moscharekat und Bruder des Ex-Präsidenten Chatami, Mostafa Mo‘in, der Hochschulminister von Präsident Chatami, und noch einige andere Leute.

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