Iran: Der Schutzpatron der Diebe

Kürzlich hat der oberste Chef der iranischen Polizeikräfte, Ahmad Moqaddam, seinen Rücktritt eingereicht. Inzwischen wurde bekannt, dass eine Stiftung namens „Bonyad-e Ta‘awon-e Niru-ye Entesami“ (Stiftung der Kooperative der Ordnungskräfte) Gelder in der Höhe von 1200 Milliarden Tuman (315 Millionen Euro) veruntreut hat. Auch Ahmad Moqaddam bestätigte, dass von dieser Institution größere Geldbeträge veruntreut worden seien, natürlich nicht von ihm. Auch die Spitzeldienste der Ordnungskräfte halten den Vorwurf für zutreffend.
Daraufhin setzte das iranische Parlament eine Kommission ein, die den Fall untersuchen soll.
Mohammad-Resa Pur-Ebrahimi, Abgeordneter der Region Kerman im iranischen Parlament, hat heute, den 6. Juli 2015, in einer Presseerklärung dagegen protestiert, dass die Abgeordneten des Parlaments von der Stiftung nicht zur Kontrolle eingelassen wurden. Als Begründung für die Verweigerung heißt es, dass diese Institution der Kontrolle des Religiösen Führers, also von Ajatollah Chamene‘i, unterliegt und nur mit dessen Einwilligung überprüft werden kann.
Wie man sieht, gibt es auch im Islam einen Schutzpatron der Diebe.

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