Iran: Es spricht der Chef des Wächterrats

Ajatollah Ahmad Dschannati, der Vorsitzende des Wächterrats, hat sich am 14. August 2017 im Rahmen seiner Freitagspredigt ebenfalls zum Fall Mehdi Haschemi und auch über dessen Vater geäußert. Der Wächterrat spielt eine wichtige Rolle, Kandidaten von Wahlen für das Parlament, für den Staatspräsidenten und für den Expertenrat auszuschließen und „nicht islamische“ Gesetze für ungültig zu erklären. Der Expertenrat ist zuständig für die Wahl eines Nachfolgers des Religiösen Führers. In ihm sitzen religiöse Rechtsgelehrte.

Ein gerechtes Urteil
Namentlich zum Urteil gegen Mehdi Haschemi erklärte Ajatollah Dschannati: „Ajatollah Laridschani und seine Mitarbeiter im Justizapparat haben alle Arbeit geleistet und es geschafft, eine Akte von über 20.000 Seiten trotz der Druckversuche auf die Beteiligten, auf die Verantwortlichen und die Behörden, durchzuarbeiten und ein gerechtes Urteil zu fällen und zu vollstrecken.“
Und dann wendet er sich – ebenfalls ohne Namensnennung – an Ajatollah Haschemi Rafsandschani:
„Wenn manche versuchen, mit aller Gewalt Mitglied des Expertenrats zu werden, so muss man dem entgegentreten, auch wenn ihre Zahl nur gering ist. Denn die Experten dürfen keine politische Färbung besitzen. Die zur Auslegung befugten Gelehrten der theologischen Lehranstalt müssen sich zur Ausübung ihrer grundlegenden Pflichten gemäß des Grundgesetzes bereit halten.“

Mit anderen Worten, er ruft die Mitglieder des Expertenrats dazu auf, sich einer Kandidatur Rafsandschanis entgegenzustellen.

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