Archiv für September 2015

Bilder aus dem iranischen Dorf Deras

Das Dorf Deras liegt im Landkreis Sabol, Region Sistan und Balutschistan, Iran.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=96472

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Iran: Strafverlegung eines kurdischen Gefangenen

Mohammad-Amin Abdollahi, ein kurdischer Gefangener aus Bukan, war bis vor kurzem im Gefängnis von Tabas in Haft, wo er seit zwei Jahren fern seiner Heimat und Familie festgehalten wurde.
Vor zwei Monaten hatte Mohammad-Amin Abdollahi einen Hungerstreik eröffnet, damit er heimatnah verlegt wird und Hafturlaub erhält. Der Gefängnisdirektor sagte ihm dies zu, wenn er den Streik abbreche.
Eingehalten wurden die Versprechen nicht. Deshalb trat Mohammad-Amin Abdollahi erneut in den Hungerstreik. Schon am zweiten Tag, am Sonntagmorgen, wurde er um vier Uhr früh mit Gewalt aus der Zelle geholt und in ein noch weiter entferntes Gefängnis nach Birdschand in der östlich gelegenen Region Chorassan gebracht.

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Iran: Soldat erschießt Gefängniswärter

Im Innenhof des Gefängnisses von Abade (Region Fars) hat am Sonntag, den 27.09.2015, ein diensthabender Soldat um sieben Uhr morgens sowohl den Offizier wie auch mehrere Angehörige der Sicherheitstruppe des Gefängnisses erschossen. Gefangene hat er nicht verletzt. Der Schütze wurde festgenommen und wird derzeit verhört. Die Motive sind unbekannt.

http://www.radiofarda.com/archive/news/20150927/143/143.html?id=27273658

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Iran: 9. Streiktag der Stahlarbeiter

Die Arbeiter der Stahl- und Gußeisenfabrik „Karchane-ye Fulad wa Tschodan-e Dorud“ verleihen mit einem Streik ihrer Forderung Nachdruck, dass die ausstehenden 3 Monatslöhne endlich gezahlt werden. Sie protestieren außerdem dagegen, dass ihre Versicherungsbeiträge schon seit 3 Jahren (!) nicht bezahlt worden sind und dass sie auch kein Neujahrsgeld (zum Persischen Neujahrsfest im März) erhalten haben. Dies ist die Entsprechung des in Deutschland üblichen Weihnachtsgelds.

Quelle:
http://www.radiofarda.com/content/f35_strike_dorud_factory_continue/27273567.html

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Iran: Umweltprotest vor Chomeinis Geburtstagsturm


Wer kennt sie nicht, die Goldspray-Standbilder, mit denen sich hierzulande einige Menschen als lebende Statuen die Spenden der Zuschauer verdienen?

In Teheran hat jetzt ein Künstler vor einem der markantesten Gebäude der Stadt diese Aktionsform gewählt, um drei Stunden lang auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Das Gebäude ist ein Fernsehturm und heißt Bordsche Milad – Turm der Geburt. Der Name bezieht sich auf den 101. Geburtstag von Ajatollah Chomeini, dem ersten Führer der Islamischen Republik Iran. Die Pläne für den Bau des Turms sollen noch aus der Schahzeit stammen. Der Turm ist aufgrund seiner Höhe praktisch von jedem Ort in Teheran aus zu sehen.

Die persische Nachrichtenplattform gooya berichtet von der Aktion des Künstlers, ohne seinen Namen zu nennen. Vielleicht ist das gesünder für ihn.

Er will mit seinem dreistündigen Dasitzen auf die Wasserknappheit im Iran aufmerksam machen, wo Flüsse und Seen austrocknen.

Lehm ist ein gutes Sinnbild für die Thematik. Lehm ist aber zugleich auch der Stoff, aus dem laut Überlieferung der drei Bücher (Thora, Bibel und Koran) Adam geschaffen wurde. So bleibt im Ernstfall immer noch eine religiöse Deutung des Protests, mit der der Künstler seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2015/09/202661.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_und_Eva
https://de.wikipedia.org/wiki/Borj-e_Milad
https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%A8%D8%B1%D8%AC_%D9%85%DB%8C%D9%84%D8%A7%D8%AF

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DDR-Sozialismus im Iran

Wer erinnert sich noch an die Marke Wartburg?
Das Auto wurde in einem „Volkseigenen Betrieb“ (VEB) hergestellt, und wer es kaufen wollte, musste sich in eine Liste eintragen und Jahre warten, bis er das Auto bekam. Ein vergleichbares System existiert noch heute im Iran. Die iranischen Kunden müssen sich in eine Liste eintragen, das Geld zahlen sie im voraus auf ein Konto und dann warten sie aufs Auto. Zuerst heißt es, das Auto kommt in zehn Tagen, dann wird es ein Monat, dann drei und mehr. Jetzt haben sich die Kunden zusammengeschlossen und fordern ihr Geld zurück. Sie sagen: Wir wollen kein Auto, gebt uns unser Geld zurück.
Im Iran gibt es derzeit zwei große Autohersteller: Iran Chod-rou und Saypa. Der Kundenboykott wird dazu führen, dass ihr Absatz sinken wird.
Klar ist, dass jemand in diesen Firmen mit dem vorbezahlten Geld der Kunden zwischenzeitlich Geschäfte macht. Denen ist offensichtlich der Gewinn aus solchen Geschäften wichtiger als die Zukunft der Firma.

Quellen:
Privatpersonen und
http://news.gooya.com/politics/archives/2015/09/202493.php

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Bandar-Abbas (Iran): Green Peace auf Persisch


Kiyanusch Dschanbachsch: Gott hat der Menschheit das Meer geschenkt. Es war immer ein Segen für die Menschen. Aber damit (gemeint: mit dem Abwasser) bereiten wir der künftigen Generation Schwierigkeiten.

Kiyanusch Dschanbachsch ist Mitglied des Gemeinderats von Bandar-Abbas, einer wichtigen Stadt am Persischen Golf. Schon mehrfach hat er die zuständigen Behörden darauf hingewiesen, dass ungereinigtes Abwasser in den Persischen Golf geleitet wird, und gefordert, dass die Behörden Abhilfe schaffen. Auch Wasseranalysen belegen, dass das Wasser verunreinigt ist, wie er sagt. Geholfen hat das nicht, die Behörden stellen sich taub. Darauf hat Kiyanusch Dschanbachsch eine drastische, aber anschauliche Form des Protests gewählt. Vor den Augen der iranischen Medien ist er zu der Stelle gegangen, wo ein Rohr die Abwässer ins Meer leitet, und hat sich der dreckigen Flut in seinem tadellosen Anzug entgegengestellt.


Die Bilder gingen durch die iranischen Medien. Es dürfte den Behörden angesicht des schäumenden Wassers schwer fallen, nun noch die Tatsachen zu bestreiten.

Quelle:
http://news.gooya.com/didaniha/archives/2015/09/202472.php

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Die iranische Wirtschaft liegt im Koma

Als Rouhani Präsident wurde, erklärte er gleich in seinem ersten Interview, dass er ein schweres Erbe von der Vorgängerregierung übernommen habe. Es gäbe zwei große Probleme in der Wirtschaft: die Depression und die Inflation. Das gleichzeitige Auftreten dieser beiden Phänomene sei nicht normal und eine Ausnahmeerscheinung. Er versprach der iranischen Bevölkerung, beide Probleme zusammen mit seinem Regierungs-Team zu lösen.

Seit etwa zwei Jahren wird im Iran eine Hochzinspolitik verfolgt, die der massiven Inflation entgegenwirken sollte. Teilweise wurden von den Banken bis zu 30% Zinsen pro Jahr bei Festgeld mit einer Laufzeit von fünf Jahren bezahlt. Die Schuldzinsen lagen sogar bei 50%. Dies machte es der Wirtschaft quasi unmöglich, Kredite aufzunehmen, man ließ sein Geld lieber bei der Bank. Die Folge war eine tiefe wirtschaftliche Depression.

Letztes Jahr hatten die Wirtschaftswissenschaftler eine kleine Erholung der iranischen Konjunktur mit einem Wachstum von 3% beobachtet und vorausgesagt, dass sich dieser Trend in diesem Jahr fortsetzen würde, aber sie hatten sich getäuscht. Dies war in der Annahme begründet, dass bei einem erfolgreichen Ausgang der Atomgespräche in den 5+1-Verhandlungen als erstes die Sanktionen beendet würden und danach die Wirtschaft im Iran schnell wieder wachsen würde. Die Atomgespräche zogen sich allerdings hin und auch wenn sich der erfolgreiche Ausgang mittlerweile abzuzeichnen beginnt, drehte sich die Konjunktur in der Praxis wieder Richtung Nullwachstum. Valiollah Seif, der Vorsitzende der iranischen Zentralbank hat in einem Interview gesagt, dass der Iran in den verbleibenden Monaten des laufenden Jahres (noch 6 Monate nach dem iranischen Kalender) große Wirtschaftsprobleme habe und das Wachstum sich auf 1% reduziere.

Viele Wirtschaftsfachleute und Unternehmer schätzen die Aussichten noch negativer ein und vermuten, dass die Konjunktur unter Null sinken könnte. In der Zeitung „Welt der Wirtschaft“ ist heute ein Artikel veröffentlicht worden, dessen Tenor lautet, dass die Wirtschaft des Landes unglaublich erlahmt sei und es für die iranische Zukunft sehr gefährlich würde. Während die Wirtschaftsmächte aus aller Welt in schneller Folge ihr Stelldichein im Iran gegeben haben, fragt man sich im Iran: Warum? Die iranische Wirtschaft liegt im Koma.

Ein Faktor sind die ausländischen Sanktionen. Es wurden zwar Atom-Vereinbarungen unterschrieben doch die Sanktionen sind de facto geblieben. Sie haben auch einen wichtigen psychologischen Einfluss auf die Wirtschaft. Die Wirtschaftsdelegationen alleine, die zwischen dem Iran und dem Ausland hin- und herreisen, können keine große Wirkung haben.

Ein weiterer, noch wichtigerer Faktor, ist, dass der Ölpreis so stark gefallen ist.

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Teheran: 15.000 drogensüchtige Obdachlose

Der iranische Innenminister, der zugleich auch Generalsekretär des Stabs zur Bekämpfung der Drogensucht ist, hat kürzlich erklärt, dass allein in Teheran 15.000 Drogensüchtige auf der Straße leben, also obdachlos sind. Er wies in einer veröffentlichten Erklärung des Innenministeriums auch darauf hin, dass es in Teherans früher einmal Plätze zur Unterbringung und Behandlung von 400 Drogensüchtigen gab, jetzt sei die Zahl der Plätze auf 60.000 erhöht worden. Aus den Äußerungen gewinnt man den Eindruck, dass die 60.000 sich auf das gesamte Land bezieht. Denn in der Meldung heißt es weiter, dass derzeit 3000 Plätze in Behandlungszentren (marakez-e negahdari) (gemeint ist vermutlich: in Teheran) belegt seien, für weitere 3000 sei noch Platz, insgesamt würden die Plätze in Teheran auf 10.000 erhöht. Genaue Zeitangaben macht auch der Innenminister nicht.
Wie oberflächlich der Innenminister an die Sache herangeht, sieht man daran, dass er keine Angaben über die Arten der konsumierten Drogen noch über die Zahl der Abhängigen macht. Man vergleiche die dürftige Meldung mit folgendem Bericht auf EU-Ebene:
http://www.suchtmonitoring.ch/docs/library/europaische_beobachtungsstelle_fur_drogen_und_drogensucht_ebdd_9k1giovteohz.pdf

Quelle:
http://www.pyknet.net/1394/07shahrivar/23/page/motad.php

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Iran: Handwerker stirbt in Haft


Schahroch Samani

Gestern, den 13. September 2015, ist der iranische Dekorateur und Hausmaler Schahroch Samani im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr bei Karadsch ums Leben gekommen. Angeblich ist er an einem Gehirnschlag gestorben, eine Autopsie, wie sie von seiner Familie gefordert wird, hat noch nicht stattgefunden. Schachroch Samani war ein aktiver Gewerkschafter, der sich für die Gründung unabhängiger Gewerkschaften einsetzte. Er war darauf vom Revolutionstribunal in Tabris wegen „Propaganda gegen das System“ und wegen „Bildung einer Gruppe gegen die Sicherheit des Landes“ zu elf (!) Jahren Gefängnis verurteilt worden. Während seiner Haftzeit, in der er laufend von einem Gefängnis ins andere verlegt wurde, von Tabris nach Jasd, später nach Qesel-Hessar (in Karadsch) und nach Resa‘i-Schahr (Karadsch) und auch in eine Abteilung von Drogensüchtigen verlegt wurde, wurde erneut ein Verfahren gegen ihn eingeleitet. Er bekam weitere sechs Monate Haft wegen „Beleidigung des Führers“ – gemeint ist Ajatollah Chamene‘i. In einem offenen Brief hatte er auch die erlittenen körperlichen und seelischen Folterungen geschildert und unter anderem an den UN-Sonderberichterstatter zum Iran Ahmad Shaheed geschickt.
Wie seine Familie berichtet, hat er in den letzten vier Jahren keinen Hafturlaub erhalten, in den letzten drei Jahren durfte er im Gefängnis auch keinen Besuch ohne Trennscheibe empfangen.
Für seine Freilassung hatte sich auch Amnesty International eingesetzt.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=95867
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/57240/
http://www.amnesty-regensburg.de/Main/20140418003

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Islamischer Staat im Iran


Nilufar Ardalan

Nilufar Ardalan ist Spielerin der iranischen Fußball-Nationalmannschaft der Frauen. Unter ihren Kolleginnen gilt sie als Torschützenkönigin. Demnächst hätte sie an den ersten Asiatischen Fußballmeisterschaften teilnehmen sollen. Sie muss zu Hause bleiben. Ihre Ehemann rückt den Pass nicht heraus. Das entspricht der herrschende Auslegung islamischen Rechts im Iran.

Quelle:
http://news.gooya.com/sports/archives/202213.php

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Hilferuf aus dem Iran: Uns fehlen Mollas und Moscheen

General Seyyed Sia od-din Hasani, Berater des Oberbefehlshabers der Revolutionswächter (Pasdaran), hat anlässlich der Eröffnung einer Moschee im Dorf Ali-Abad bei Qom folgendes geäußert: „In der Islamischen Republik Iran gibt es zwei wesentliche Probleme. Eins ist der Mangel an Moscheen, und das andere ein Mangel an Geistlichen (Mollas).
Laut Angaben der iranischen Nachrichtenagentur ISNA soll der General erklärt haben: „Vor der Revolution waren wir mit den vorhandenen Moscheen und Geistlichen in der Lage, den Schah zu besiegen. In den acht Jahren der heiligen Verteidigung (ergänze: gegen den Angriff von Saddam Hussein) konnten wir mit den Angehörigen dieser Moscheen Saddam (Hussein) und seine Unterstützer schlagen.“ Und nun behauptet der General: „Seit der Revolution sind wenig Moscheen gebaut worden. Insgesamt haben wir in unserem geschätzten Heimatland Iran 70.000 Moscheen, von denen 60.000 den Schiiten und 10.000 den Sunniten gehören.“ (AdÜ: in Deutschland sind es ca. 45.000 katholische und evangelische Kirchen)
General Hasani meint weiter, dass nur 3.000 von den 60.000 Moscheen ihre Funktion voll erfüllen und das „heilige System der Islamischen Republik“ bestätigen.
Was der werte General zu erwähnen vergisst, ist die Tatsache, dass heute fast niemand mehr im Iran in die Moschee geht, und die Geistlichen hüten sich, in ihrer Kleidung auf die Straße und auf die Behörden zu gehen, denn da bekommen sie nichts Schmeichelhaftes zu hören, wenn sie erkannt werden.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=95563

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