Iran: Handwerker stirbt in Haft


Schahroch Samani

Gestern, den 13. September 2015, ist der iranische Dekorateur und Hausmaler Schahroch Samani im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr bei Karadsch ums Leben gekommen. Angeblich ist er an einem Gehirnschlag gestorben, eine Autopsie, wie sie von seiner Familie gefordert wird, hat noch nicht stattgefunden. Schachroch Samani war ein aktiver Gewerkschafter, der sich für die Gründung unabhängiger Gewerkschaften einsetzte. Er war darauf vom Revolutionstribunal in Tabris wegen „Propaganda gegen das System“ und wegen „Bildung einer Gruppe gegen die Sicherheit des Landes“ zu elf (!) Jahren Gefängnis verurteilt worden. Während seiner Haftzeit, in der er laufend von einem Gefängnis ins andere verlegt wurde, von Tabris nach Jasd, später nach Qesel-Hessar (in Karadsch) und nach Resa‘i-Schahr (Karadsch) und auch in eine Abteilung von Drogensüchtigen verlegt wurde, wurde erneut ein Verfahren gegen ihn eingeleitet. Er bekam weitere sechs Monate Haft wegen „Beleidigung des Führers“ – gemeint ist Ajatollah Chamene‘i. In einem offenen Brief hatte er auch die erlittenen körperlichen und seelischen Folterungen geschildert und unter anderem an den UN-Sonderberichterstatter zum Iran Ahmad Shaheed geschickt.
Wie seine Familie berichtet, hat er in den letzten vier Jahren keinen Hafturlaub erhalten, in den letzten drei Jahren durfte er im Gefängnis auch keinen Besuch ohne Trennscheibe empfangen.
Für seine Freilassung hatte sich auch Amnesty International eingesetzt.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=95867
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/57240/
http://www.amnesty-regensburg.de/Main/20140418003

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