Iran: Umweltprotest vor Chomeinis Geburtstagsturm


Wer kennt sie nicht, die Goldspray-Standbilder, mit denen sich hierzulande einige Menschen als lebende Statuen die Spenden der Zuschauer verdienen?

In Teheran hat jetzt ein Künstler vor einem der markantesten Gebäude der Stadt diese Aktionsform gewählt, um drei Stunden lang auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Das Gebäude ist ein Fernsehturm und heißt Bordsche Milad – Turm der Geburt. Der Name bezieht sich auf den 101. Geburtstag von Ajatollah Chomeini, dem ersten Führer der Islamischen Republik Iran. Die Pläne für den Bau des Turms sollen noch aus der Schahzeit stammen. Der Turm ist aufgrund seiner Höhe praktisch von jedem Ort in Teheran aus zu sehen.

Die persische Nachrichtenplattform gooya berichtet von der Aktion des Künstlers, ohne seinen Namen zu nennen. Vielleicht ist das gesünder für ihn.

Er will mit seinem dreistündigen Dasitzen auf die Wasserknappheit im Iran aufmerksam machen, wo Flüsse und Seen austrocknen.

Lehm ist ein gutes Sinnbild für die Thematik. Lehm ist aber zugleich auch der Stoff, aus dem laut Überlieferung der drei Bücher (Thora, Bibel und Koran) Adam geschaffen wurde. So bleibt im Ernstfall immer noch eine religiöse Deutung des Protests, mit der der Künstler seinen Kopf aus der Schlinge ziehen kann.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2015/09/202661.php
https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_und_Eva
https://de.wikipedia.org/wiki/Borj-e_Milad
https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%A8%D8%B1%D8%AC_%D9%85%DB%8C%D9%84%D8%A7%D8%AF

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