Iran: 16. Asar – Tag der Studenten

Vergangenen Montag (7. Dezember) war im Iran der „Tag des Studenten“, zu dem es natürlich auch ein staatliches Programm gab, wir hatten darüber berichtet.
Aber die Studentenbewegung war auch aktiv und hatte an den verschiedenen Hochschulen Kundgebungen organisiert, z.B. an der Universität von Teheran. Dort nahmen etwa 1000 Studierende teil. Sie wollten sich auf dem Gelände der Uni mit einem zweiten Protestzug vereinigen, was Herrschaften in Zivil und in Uniform zu verhindern suchten. Dagegen protestierten die Studenten laut, die Uni sei keine Kaserne, die Sicherheitskräfte hätten kein Recht, sie hier auf dem Gelände der Uni zu behindern. Sie setzten sich durch. Die Forderungen der Studierenden klingen zum Teil auch westlichen Ohren vertraut. So kritisierten sie die „Vermarktung der Hochschulbildung“. Auch im Iran gibt es immer mehr Privatuniversitäten. Die Kritik der Studierenden richtete sich vor allem dagegen, dass nur die Reichen sich eine Privatuni leisten können, so dass Bildung eine Frage des Geldbeutels wird. Beim Staat verbleiben vor allem noch die Wissenschaftsbereiche, die größere Investitionen erfordern, z.B. Medizin, Physik, Chemie. In Bereichen, wo die Lehrkräfte den Hauptteil der Kosten ausmachen und keine Labore oder Kliniken benötigt werden, z.B. Soziologie, Psychologie, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften oder Management fördert der Staat dagegen die Privatisierung, um seine Ausgaben zu verringern. Dort kann nur studieren, wer Geld hat. Ein Zweig allerdings, der auch ohne Labore auskommt und seine Experimente gleich an der ganzen Gesellschaft ausführt, ist aber nach wie vor in den Händen der Machthaber – weder staatlich noch privat – es sind die theologischen Lehrstätten, wo die Mollas und Ajatollahs der Zukunft ausgebildet werden. Sie sind meist in der Hand von religiösen Stiftungen.

Quelle:
http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1048&Id=374&pgn=

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