Archiv für Dezember 2015

Iran: Sprecher der Lehrergewerkschaft im Hungerstreik


Seit 17 Tagen ist Mahmud Beheschti Langarudi, der Sprecher der iranischen Lehrergewerkschaft, im Hungerstreik. Er protestiert damit gegen das ungerechte Urteil, aufgrund dessen er in Haft gehalten wird.
Zu seiner Unterstützung haben sich Lehrkräfte in den verschiedenen Städten des Landes versammelt, um gegen seine Inhaftierung zu protestieren und auf seine Lage aufmerksam zu machen.

Quelle:
http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=70815

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Iran: 16. Asar – Tag der Studenten

Vergangenen Montag (7. Dezember) war im Iran der „Tag des Studenten“, zu dem es natürlich auch ein staatliches Programm gab, wir hatten darüber berichtet.
Aber die Studentenbewegung war auch aktiv und hatte an den verschiedenen Hochschulen Kundgebungen organisiert, z.B. an der Universität von Teheran. Dort nahmen etwa 1000 Studierende teil. Sie wollten sich auf dem Gelände der Uni mit einem zweiten Protestzug vereinigen, was Herrschaften in Zivil und in Uniform zu verhindern suchten. Dagegen protestierten die Studenten laut, die Uni sei keine Kaserne, die Sicherheitskräfte hätten kein Recht, sie hier auf dem Gelände der Uni zu behindern. Sie setzten sich durch. Die Forderungen der Studierenden klingen zum Teil auch westlichen Ohren vertraut. So kritisierten sie die „Vermarktung der Hochschulbildung“. Auch im Iran gibt es immer mehr Privatuniversitäten. Die Kritik der Studierenden richtete sich vor allem dagegen, dass nur die Reichen sich eine Privatuni leisten können, so dass Bildung eine Frage des Geldbeutels wird. Beim Staat verbleiben vor allem noch die Wissenschaftsbereiche, die größere Investitionen erfordern, z.B. Medizin, Physik, Chemie. In Bereichen, wo die Lehrkräfte den Hauptteil der Kosten ausmachen und keine Labore oder Kliniken benötigt werden, z.B. Soziologie, Psychologie, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften oder Management fördert der Staat dagegen die Privatisierung, um seine Ausgaben zu verringern. Dort kann nur studieren, wer Geld hat. Ein Zweig allerdings, der auch ohne Labore auskommt und seine Experimente gleich an der ganzen Gesellschaft ausführt, ist aber nach wie vor in den Händen der Machthaber – weder staatlich noch privat – es sind die theologischen Lehrstätten, wo die Mollas und Ajatollahs der Zukunft ausgebildet werden. Sie sind meist in der Hand von religiösen Stiftungen.

Quelle:
http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1048&Id=374&pgn=

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Iran: Analphabetismus heute

In verschiedenen Webzeitungen wird darüber berichtet, dass in den südlichen iranischen Provinzen Sistan und Balutschistan sowie Chusistan die Zahl der Kinder, die die Schule nicht besuchen, steigt. Was die Analphabetenrate angeht, folgen die Regionen West-Aserbaidschan und Ost-Aserbaidschan. Zuverlässige Zahlenangaben fehlen. Bekannt sind nur amtliche Angaben, dass im ganzen Land 1,43 Millionen Kinder zwischen 6 und 18 (Schulpflichtalter) derzeit die Schule nicht besuchen, das sind ein Viertel der Kinder im schulpflichtigen Alter. Das iranische Kultusministerium behauptet, dass der Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gering sei und die Jungen 51%, die Mädchen 49% der Schüler ausmachten. Dies scheint nicht der Wirklichkeit zu entsprechen. Denn aus den südlichen Provinzen wird berichtet, dass bevorzugt die Töchter zu Hause behalten werden, damit sie zu Hause arbeiten, und es nach Ansicht der Eltern auch nicht schlimm ist, wenn die Töchter nicht lesen und schreiben können. Die hohe Arbeitslosigkeit im Iran führt zudem dazu, dass die Eltern den Arbeitsmöglichkeiten hinterher ziehen, also nicht mehr unbedingt einen dauerhaften Wohnsitz haben, was den Schulbesuch der Kinder erschwert, wenn der Staat nicht darauf eingerichtet ist.
Auffällig ist allerdings, dass der Analphabetismus in den Regionen besonders hoch ist, in denen die Muttersprache der Kinder nicht persisch ist, sondern Balutschi, Arabisch oder Aseri (Aserbaidschanisch). Möglicherweise verstecken sich hinter dem mangelndem Schulbesuch auch noch andere Faktoren, etwa die schulische Vernachlässigung der sogenannten Minderheiten, die im Iran zusammengenommen sogar die Mehrheit bilden.

Quelle:
http://www.radiozamaneh.com/250438

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Iran: Wasser für den Urumije-See?


Der Urumije-See schrumpft noch

Laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Mehr erklärte Parwis Araste, der Generaldirektor der Umweltschutzbehörde der iranischen Region West-Aserbaidschan am Sonntag, den 6. Dezember 2015, dass der austrocknende Urumije-See in seinem Südteil eine Wassermenge von 700 Kubikkilometer erhält. Zum Vergleich: Der Bodensee enthält 50 Kubikkilometer (50 Milliarden Kubikmeter) Wasser.
Woher diese immense Wassermenge kommen soll?
Nach Angaben von Parwis Araste zum einen von der Begradigung der Flussläufe des Sarine-Rud und des Simine-Rud kommen, die beide in den Urumije-See fließen, aber unterwegs schon viel Wasser verlieren (AdÜ: Und was bedeutet dies für die Gebiete, wo das Wasser bislang „verschwand“?), sowie vom Anzapfen des Kani-Sib-Staudamms (im Landkreis Piranschahr). Die Leitungen müssten in den nächsten vier Jahren gelegt werden, das ist also noch Zukunftsmusik. Regenfälle sollen ebenfalls etwas beitragen.
Fakt ist, dass der Urumije-See im südlichen Teil nach seinen Worten einen Wasserstand von 12-20 Zentimeter hat, das ist nicht mehr als in einem Planschbecken…

Quelle:
http://www.radiofarda.com/content/f16-iran-urmia-lake/27412122.html

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Irans Cyber-Polizei schlägt zu


General Seyyed Kamal Hadyanfar, der Chef der iranischen Cyber-Polizei

Heute, den 7. Dezember 2015, hielt General Seyyed Kamal Hadyanfar, der Chef der iranischen Cyber-Polizei „Fata:“ (Polise Fad.a:ye Toulid wa Taba:dole Et.t.ela:°a:t), eine Pressekonferenz ab, auf der er Folgendes bekannt gab:
„In den vergangenen 20 Monaten hat die Cyber-Polizei 285 Webseiten und Profile von Verteidigern des „Islamischen Staats“ und von terroristischen Gruppen festgestellt, wobei 108 von diesen Seiten im Ausland betrieben wurden, so dass sie über die Interpol angegangen wurden.“ 34 Profile seien gar nicht mehr aktiv gewesen, wie er sagte. Er berichtete weiter: „53 Personen mit dem Gedankengut des Islamischen Staats haben diese Gruppe im Inland im virtuellen Raum verteidigt. Sie wurden festgenommen und den Gerichten vorgeführt. Ein Teil von ihnen hatte aus Nachlässigkeit oder Unwissenheit gehandelt, sie wurden gegen eine Verpflichtungserklärung freigelassen. Diejenigen, die ihre Tat gestanden, wurden verhaftet“. Laut den Worten von General Hadyanfar stamme der Hauptteil dieser Personen aus den Grenzprovinzen des Irans.

Quelle:
http://news.gooya.com/politics/archives/2015/12/205659.php

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Iran: Tag des Studenten

Heute, den 7. Dezember 2015 (16. Asar 1394 im iranischen Kalender) traf der iranische Staatspräsident Hassan Rouhani zusammen mit mehreren amtierenden und ehemaligen Ministern an der Technischen Hochschule „Scharif“ in Teheran ein, um einen Vortrag vor den Studierenden zu halten. Er betonte, dass Kritik für jedes System wichtig sei, weil es sonst vom richtigen Weg abweiche und in eine Diktatur münde.
Er forderte die Studierenden auf, mit ihrer Kritik gleich mal beim Staatspräsidenten zu beginnen.
Wie man an folgendem Foto sieht, taten das auch einige:

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Wir sind iranische Flüchtlinge, keine Terroristen

Bericht von Iranerinnen und Iranern, die an der Grenze zwischen Griechenland und Makedonien an der Weiterreise gehindert werden.

Radio Farda hat gestern ein Interview mit IranerInnen gesendet, die sich derzeit auf der Flucht befinden und an der griechisch-makedonischen Grenze nicht mehr weiterkommen. Die IranerInnen berichten, dass die Grenze für sie seit 14 Tagen geschlossen ist und nur noch Afghanen, Syrer und Iraker nach Makedonien einreisen dürfen. Alle übrigen Flüchtlinge – darunter allein über tausend Iraner – müssen an der Grenze bei eiskaltem Wetter, schlechten hygienischen Bedingungen und kaum etwas zu essen ausharren. Es gibt kaum Unterkünfte; nur ein paar und viel zu wenige Zelte der UN sowie einige enge, instabile Kleinzelte, die kaum vor der Witterung schützen. Viele Menschen müssen daher unter freiem Himmel übernachten. Viele Flüchtlingen sind mittlerweile krank.

Die IranerInnen appellieren an Europa, ihnen die Weiterreise zu gestatten. Sie erinnern Europa daran, dass sie Flüchtlingen sind und keine Terroristen.

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