Archiv für Februar 2016

Iran: Wahlfälschung und Kolonialismus in Balutschistan

Abdos-Sattar Doshoki ist ein bekannter Gegner des islamistischen Regimes im Iran, der in London lebt und dort eine Oppositionspartei der Balutschen gegründet hat.
Er berichtet über die Methoden der Wahlfälschung in der Stadt Sahedan, der Hauptstadt der iranischen Region Sistan und Balutschistan. Im Verlauf der Wahlen hatte sich herauskristallisiert, dass der Anführer der Fundamentalisten, ein Herr namens Hossein-Ali Schahriyari, abgeschlagen hinter zwei anderen Kandidaten erst an dritter Stelle der ausgezählten Stimmen zu finden war. Den ersten Platz hielten zwei in der Region beliebte Personen, namentlich Gholamresa Asisiyan (Schiit aus Sistan) Alim Yarmohammadi (Rigi) (Sunnit aus Balutschistan).
Plötzlich geschah ein Wunder. Nachdem die Frist der Ablieferung der Wahlurnen schon längst abgelaufen war, tauchte in der Wahlbehörde des Vertreters des Innenministeriums (die Vertretung wird Farmandari genannt) 35 noch nicht geöffnete Urnen auf. Keiner hat gesehen, woher sie kamen. Aber es traute sich auch keiner, dieses „Geschenk“ der Polizei zu übergeben, um ein Verfahren gegen Wahlfälschung einzuleiten. So kam es, dass der berüchtigte Hossein-Ali Schahriyari die anderen Kandidaten auf einmal überholte. Das war freilich nicht seine einzige Methode. Wie Herr Doshoki berichtet, hat er 20.000 Personalausweise zur Verfügung, die er bei den Wahlen einsetzen kann (Wähler finden sich immer, im Notfall auch aus den bewaffneten Organen des Staats).


Eine Busladung voll Bassidschis

Und wie folgender Film zeigt, gibt es noch einen dritten Weg. Während in Deutschland die Stimme an den gemeldeten Wohnort gebunden ist, kann man im Iran auch als im Inland Reisender anderswo die Stimme abgeben. Das nützt Hossein-Ali Schahriyari weidlich aus und lässt Busladungen von Bassidschis (paramilitärische Miliz) ankarren, um die Wahlen zu seinen Gunsten zu beeinflussen. In diesem Film sieht man, wie die Wähler gegen diese Form des Wahlbetrugs protestieren. Ein Mann bittet den Heiligen (Imamsade), dessen Wallfahrtsort hier ist, den Bus zu vernichten.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/02/209154.php
Autor: Abdos-Sattar Doshoki
عبدالستار دوشوکی
مرکز مطالعات بلوچستان
دوشنبه ١٠ اسفند ١٣٩٤
doshoki@gmail.com

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Iran: Wozu wählen?


Die iranische Nachrichten-Webseite gooya.com hat am Wahltag, also am 26. Februar 2016, ein Interview mit dem Filmschauspieler Hamid Faroch-Neschad geführt, als er in der Wähler-Warteschlange stand.
Er erklärt darin seine Motive und die anderer Wähler, warum sie wählen gehen.
Das erste ist, dass sie verhindern wollen, dass die schlechtesten Charaktere sich bei den Wahlen durchsetzen. Ich wähle, damit die nicht siegen.
Große Hoffnungen darauf, dass aus den Wahlen ein Reformparlament hervorgeht hat er nicht. Er weist daraufhin, dass im Vorfeld viele Reformkandidaten zusammengestrichen wurden. „Wir versuchen, mit dem bißchen Sauerstoff zu atmen, das man uns lässt,“ sagt er.
Er ist auch der Auffassung, dass den Herrschenden herzlich egal ist, wie es dem Volk geht. Er sieht die Zukunft der Menschen in den Nachbarländern, wo die Regierung keine Basis im Volk hat, auch als Zukunft der Iraner – auf der Flucht im Meer zu ertrinken…

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/02/209125.php

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Iran: Wahlen in den Expertenrat

Der Expertenrat ist die Instanz im Land, die den religiösen Führer wählt. Er hat 86 Mitglieder (laut Wikipedia.de). Auch die Kandidaten zum Expertenrat müssen vom Wächterrat erst zugelassen werden. Im Wächterrat sitzen nur Geistliche vom Rang eines Hodschatoleslam aufwärts.
Am 26. Februar 2016 wurde nicht nur das Parlament neu gewählt, sondern auch die Mitglieder des Expertenrats. Für den Wahlkreis Teheran wurden 28 Kandidaten zur Wahl zugelassen, die Wahlberechtigten durften 16 Personen daraus auswählen, hatten also 16 Stimmen. Laut dem Informationsschreiben Nr. 91 des Landeswahlrats haben im Wahlkreis Teheran 4500894 Menschen (also rund 4,5 Millionen Wähler) von ihrem Recht zur Wahl der Mitglieder des Expertenrats Gebrauch gemacht. Diese Wähler verfügten somit über rund 72 Millionen Stimmen. Zählt man die in Akhbar-rooz veröffentlichten Stimmenzahlen aller 28 Kandidaten von Teheran zusammen, kommt man auf 35,8 Millionen Stimmen, also ziemlich genau die Hälfte dessen, was die teilnehmenden Wähler vergeben konnten.

Wo bleibt die andere Hälfte der Stimmen?

Das ist beachtlich. Eine Erklärung könnte das Einwerfen leere Wahlzettel als Zeichen des Protests sein, eine weitere könnte darin liegen, dass die Wähler nur die Hälfte der Stimmen einsetzte, weil ihnen die anderen Kandidaten auf der Liste missfielen. Eine andere Erklärung könnte auch sein, dass die Herrschenden einen beachtlichen Teil verschwinden ließen, um einen bestimmten Kandidaten doch noch durchzubringen. Was wirklich passiert ist, werden wir wohl nie erfahren. Nun aber zu den vergebenen Stimmen.


Ajatollah Dschannati, der Mann, der nicht verlieren kann

Ohrfeige für den Religiösen Führer
Es wurden zwei wichtige Ajatollahs nicht mehr gewählt:
Ajatollah Taqi Mesbah Yasdi: Er war der Schutzpatron von Ex-Präsident Ahmadineschad, er ist der Direktor der wichtigen religiösen Schule in Qom (Houseye Elmiye Qom), wo die Mollas ausgebildet werden, er war ein wichtiges Mitglied des Expertenrats und vor allem, er setzte sich energisch dafür ein, dass Modschtaba Chamene’i, der Sohn des Religiösen Führers und einer der führenden Köpfe der Korruption im Lande, der Nachfolger seines Vaters als Führer werden sollte.
Ein zweiter, den die Wählenden aus dem Expertenrat gekickt haben, war Ajatollah Mohammad Jasdi, der bisherige Vorsitzende des Expertenrats, der eine Reihe wirtschaftlich mächtiger religiöser Stiftungen unter sich hat.


Die amtliche Liste der gewählten Kandidaten für den Expertenrat, Ajatollah Dschannati bildet das Schlusslicht.
Am Wahrheitsgehalt der Zahlen bestehen ernsthafte Zweifel

Das Machtwort des Führers
Eigentlich hätte es auch ein Dritter nicht geschafft. Ajatollah Ahmad Dschannati, ein Scharfmacher, der bislang der Vorsitzende des mächtigen Wächterrats ist. Laut anhaltenden Gerüchten hat auch er es nicht geschafft, unter die ersten 16 zu kommen, auch wenn der Innenminister alle Gerüchte dementiert. Faktum ist, dass es auch nach der Auszählung der Stimmen zum Expertenrat zu einer Verzögerung der Bekanntgabe kam. Vermutlich hat hier Ajatollah Chamene’i persönlich interveniert, damit Ajatollah Dschannati wenigstens auf Platz 16 kommt. Im Fälschen von Wahlergebnissen hat Ajatollah Chamene’i ja Übung, wie er 2009 unter Beweis stellte. Bezeichnend ist, dass der Innenminister, der Staatspräsident Hassan Rouhani sowie Ajatollah Rafsandschani in diesem Punkt es wohl für klüger hielten, nachzugeben. Denn der Wächterrat hätte sicher einen Weg gefunden, im Gegenzug die ganzen Wahlergebnisse in Frage zu stellen, wenn Dschannati aus dem Rennen ausgeschieden wäre.

https://de.wikipedia.org/wiki/Expertenrat
http://www.akhbar-rooz.com/news.jsp?essayId=72351
(Auflistung der Stimmen für alle 28 Kandidaten)
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/02/209140.php
(Angaben über die Wahlberechtigten)

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Wahlen im Iran: Der Innenminister berichtet

Am vergangenen Freitag, den 26. Februar 2016, fanden im Iran Wahlen zum Parlament und zum Expertenrat statt. Laut Angaben des iranischen Innenministers Abdolresa Rahmani Fasli vom Montag, den 29.02.2016, lag die Wahlbeteiligung in Teheran bei 50 Prozent, im gesamten Iran bei 62 Prozent.

Ausgezählt war schnell, aber dann war der Wächterrat an der Reihe…
Auf eine Frage eines Reporters der iranischen Nachrichtenagentur ISNA, warum die Wahlergebnisse so spät eintrafen, erklärte der Innenminister, es habe nicht an der Auszählung der Stimmen gelegen, die sei zügig erfolgt. Vielmehr habe man auf die Bestätigung der Ergebnisse durch den Wächterrat warten müssen, bevor man sie veröffentlichen durfte. Der Wächterrat ist übrigens auch zuständig für die Behandlung von Beschwerden gegen den Ablauf der Wahlen. Beschwerden müssen innerhalb von zwei Tagen nach den Wahlen eingereicht werden.

Ehemalige Präsidentschaftskandidaten – selbst ihr Name ist tabu
Eigenartig gewunden klingt die Erklärung des Innenministers auf die Frage, ob die drei Personen, die unter Arrest stehen, auch wählen konnten. Der Innenminister wählt die selbe Formulierung in seiner Antwort. Mit anderen Worten, weder der Journalist noch der Innenminister trauen sich, die Namen von Karubi, Mirhossein Mussawi und Sahra Rahnaward (der Frau von Mirhossein Mussawi) zu nennen, obwohl die beiden erstgenannten die zugelassenen Kandidaten zur Präsidentschaftswahl vom Juni 2009 waren. Seit der Zeit befinden sich die drei ohne Prozess – auch unter Verletzung des iranischen Rechts – unter Arrest. Hier nun die eigenartige Antwort des Innenministers auf die Frage nach dem Stimmrecht der Drei: „Zwei Personen haben ihre Stimme abgegeben, aber eine Person konnte dies nicht, weil die letzte Stunde der Abstimmung abgelaufen war.“ Das ist insofern bemerkenswert, weil die drei ja unter Arrest stehen, also keine Entscheidungsfreiheit darüber haben, wann sie zur Wahl gehen können. Und wenn eine der drei Personen trotz der Wahlverlängerung bis Freitag Mitternacht nicht wählen konnte, dann ist die Verantwortung bei denen zu suchen, die auch für den Arrest verantwortlich sind.


Innenminister Abdolresa Rahmani Fasli
Unregelmäßigkeiten dementiert
Der Innenminister bezeichnete Behauptungen, dass Stimmen verschwunden seien, als Gerüchte. Es gebe 60.000 Kontrolleure, die Stimmen würden elektronisch übermittelt, er habe überall Einblick, was ablaufe.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/02/209153.php

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Wahlen im Iran: Wer gegen wen?

Die Parlamentswahlen, die in einer Woche im Iran stattfinden, stehen im Zeichen heftiger Auseinandersetzungen. Da ist zum einen das Lager der Anhänger der Islamischen Republik. Der Ton zwischen ihnen wird immer schärfer. Die Fundamentalisten bezeichnen die Kandidaten, die auf einer Liste mit Ajatollah Rafsandschani stehen, als Werkzeug der Engländer, Rafsandschani kontert und spricht vom Einfluss des Satans im Herzen derjenigen, die ihre Konkurrenten als „Engländer“ bezeichnen. Man darf auch nicht vergessen, dass die Führer der Reformer, also Mussawi und Karubi, bis heute unter Arrest stehen, obwohl sie allesamt Anhänger der islamischen Republik sind.

Und das Stimmvolk?
Nicht minder erhitzt ist die Stimmung unter den Wahlberechtigten. Die einen sind dafür, dass jeder wählen gehen soll, um für Rafsandschanis Liste zu stimmen, die anderen finden, dass man nicht wählen soll, weil der Wächterrat ohnehin alle kritischen Leute ausgesiebt habe. Der Ton zwischen den beiden Richtungen wird schärfer, und das ist bedauerlich, denn so verfeinden sich diejenigen, die auf alle Fälle Änderungen wollen.

Unabhängige Intellektuelle
Einige Leute halten größere Distanz zur Tagespolitik. Ob man wählen geht oder nicht, ist ihnen egal, das Parlament hat ohnehin nichts zu sagen. Sie denken langfristiger. Denn eins ist klar: Es gibt im Iran keine Parteien, die frei die Interessen der Wähler vertreten können, und so interessieren sich die Abgeordneten auch nicht für das, was die Mehrheit der Bevölkerung betrifft. Nämlich die gewaltige Arbeitslosigkeit, die einen immer größeren Anteil der Bevölkerung im Elend versinken lässt.

Quellen
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/02/208825.php
http://www.radiofarda.com/content/f35_iran_society_elections_com_mohammadi/27566147.html

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Wahlkampf im Iran: Ajatollah Rafsandschani kontert

Auf den Vorwurf, zusammen mit den anderen Kandidaten auf seiner Liste nur im Dienste der Engländer und Amerikaner zu stehen, hat Rafsandschani am Vortag, den 21.2.2016, auf einer Versammlung mit Hochschuldozenten mit den Worten reagiert:
„Einige Kreise (…) bezeichnen heute kämpferische Persönlichkeiten mit einer revolutionären Vergangenheit, die auch vom Wächterrat bestätigt wurden, mit Ausdrücken wie „Engländer“ oder „Mittel zur Einflussnahme“ (…)“
„Das schlimmste „Mittel zur Einflussnahme“ auf die Menschen ist der Einfluss des Satans im Herzen derjenigen, die alle unmoralischen Handlungen, wie die Brandmarkung ihrer Wahlkampfgegner zur Erreichung ihrer Ziele rechtfertigen, um ihre Begierden im Diesseits, das nur ein paar Tage dauert, zu stillen.“

Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis der „Große Satan“ im Iran nicht mehr als Bezeichnung für die USA verwendet wird, sondern als Etikett, mit dem sich die Geistlichen gegenseitig titulieren. So Unrecht hätten sie damit nicht.
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=103444

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Wahlkampf im Iran: Freitagsimam von Teheran beklagt sich

Seyyed Ahmad Chatami ist der Freitagsimam in Teheran. Dieses Amt verdankt er direkt dem Religiösen Führer. Außerdem sitzt er als Vertreter der Stadt Kerman im Expertenrat. Kürzlich ist er in Kerman aufgetreten, wo er gegen die Konkurrenz (= Reformisten) vom Leder zog: „Sie haben sich gemeinsam mit den Engländern verschanzt. Sie haben von London aus eine Kampagne organisiert. Wenn sie sagen, gebt Dschannati, Jasdi, Chatami (er meint sich selbst) und Alamolhadi keine Stimme, was für ein Unterschied besteht dann zwischen ihnen und den Engländern?“

Der englische Botschafter hechelt, um ein Treffen mit mir zu arrangieren, aber ich schlag ihm nur eins in die Fresse
„Die Engländer haben Recht, gegen mich in Stellung zu gehen. Denn ich habe ihnen die Macht genommen. Der englische Botschafter hechelt, um ein Treffen mit mir zu arrangieren, aber ich schlag ihm nur eins in die Fresse. Und jetzt will das englische Radio, dass man nicht für die Liste stimmen soll, auf der mein Name steht.“
„Nun, stellen wir uns vor, dass sie damit Erfolg haben und Chatami nicht mehr im Expertenrat sitzt. Vergesst eins nicht: Chatami (also er selbst) hat die Tribüne des Freitagsgebets (in Teheran) und Redemöglichkeit im ganzen Land.“
„Eine Zeitung in in Kerman hat eine Karikatur gegen mich veröffentlicht. Und auf „Telegram“ (vgl. Viber, Whatsapp etc.) wird ständig gegen mich gehetzt. (…) Ich sage der Wahlkampfbehörde, dass sie gegen die Saboteure gesetzliche Schritte ergreifen soll, da eine Wochenzeitung Karikaturen zeichnet, die nach Verrat riechen. Aber denen passiert nichts.“

http://www.pyknet.net/1394/01esfand/03/page/kerman.php

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Iran: Ayatollah Chamene’i verurteilt „britische und amerikanische“ Einmischung in den Wahlkampf

Wie berichtet, hat Ajatollah Rafsandschani kürzlich die Entscheidung des iranischen Wächterrats in Frage gestellt, den Hauptteil der Reformkandidaten von den Wahlen auszuschließen. Rafsandschani hatte damals gefragt, wer denn dem Wächterrat die Kompetenz gegeben habe, darüber zu entscheiden. Jetzt nimmt der Religiöse Führer des Irans, Ayatollah Chamene’i diesen Punkt wieder auf und fragt, was es denn zu bedeuten habe, wenn man die Entscheidung des Wächterrats in Frage stelle. Das heiße doch, dass man die Legitimität der Wahlen in Zweifel ziehe und letztendlich auch die des gewählten Parlaments. Und wenn man den Gedanken zu Ende verfolge, seien dann auch die Gesetze dieses illegal gebildeten Parlaments ungültig. Der Iran werde somit in ein vierjähriges Vakuum gestürzt. Wer so rede, sei sich nicht bewusst, dass er den Feinden im Ausland in die Hände spiele, er wolle da keinen des Verrats bezichtigen.

Wenn man weiß, was der Feind will, sollte man genau das Gegenteil tun
Dann fährt Ajatollah Chamene’i fort: „Das britische Radio (gemeint ist der persische Dienst des BBC) ist derzeit dabei, der Bevölkerung von Teheran Handlungsanweisungen zu erteilen, sie solle dem und dem ihre Stimme geben, und dem anderen dafür nicht. Was soll das heißen? Die Engländer vermissen ihre Möglichkeiten, sich in die iranischen Angelegenheiten einzumischen. Es gab Zeiten, in denen der Schah von Persien dann, wenn er eine wichtige Entscheidung treffen wollte, den englischen Botschafter herbeirief und ihn fragte, ob er das tun solle oder nicht. Einst mischten sich die Engländer auf diese Art in die Angelegenheiten des Landes ein. Später dann die Amerikaner, und dann beide zusammen. Heute sind ihre Hände abgehackt. Heute sind solche Einmischungen nicht mehr möglich, dank der Revolution, dank der Wachsamkeit des Volkes. Und das vermissen sie nun. So versuchen sie, über das Radio der Bevölkerung Anweisungen zu erteilen, wen sie wählen sollen und wen nicht. Was ich damit sagen will, ist, dass das Volk mit Weitsicht und Verstand in die Wahlen gehen soll, denn es soll wissen, was der Feind will. Wenn man weiß, was der Feind will, sollte man genau das Gegenteil tun.“
(Gemeint ist, wenn BBC und Voice of America die Liste empfehlen, auf der Rafsandschani steht, soll man genau nicht die Liste wählen).

http://farsi.khamenei.ir/speech-content?id=32331

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Iran: Echter Wahlkampf im virtuellen Raum


Das „Zentrum für Meinungsumfragen der Studenten Irans“ (Markaze Afkarsanjiye Daneshjuyane Iran), kurz ISPA, das dem Dschahade Daneshgahi untergeordnet ist, einer Art Vermittlungsstelle für Studenten, die ihr Fachwissen unter der Landbevölkerung verbreiten sollen, hat kürzlich eine Umfrage veröffentlicht, wonach 53% der iranischen Bevölkerung mindestens in einem sozialen Netzwerk wie Facebook, Viber, Whatsapp oder Telegram Mitglied sind. Für die Altersgruppe der 18-29-Jährigen beträgt der Anteil 72%, für die Menschen im Alter von 30-49 53%, für die über 50-Jährigen 25%. Allein bei Telegram sind 20 Millionen iranische StaatsbürgerInnen Mitglied, also ein Viertel der Bevölkerung.

Dies bietet erstmals die Möglichkeit, Wahlplakate, die von den staatlichen Stellen nicht zugelassen werden, ohne deren Erlaubnis im Internet zu platzieren, wo sie die Wahlberechtigten sehen können. Dies bildet natürlich auch die Möglichkeit, Gerüchte zu verbreiten, um Kandidaten zu diskreditieren. So ist es kein Wunder, dass nicht nur die Reformer, sondern auch die Fundis diese neuen Möglichkeiten nutzen. Solange Räume wie Telegram aber noch nicht zensiert werden, ist zumindest ein deutlich größeres Angebot an Informationen, Filmen, Tonaufzeichnungen, Fotos etc. abrufbar als im öffentlichen Raum möglich wäre.
Der virtuelle Raum kann natürlich nichts daran ändern, wenn der Wächterrat die große Mehrheit der Reformkandidaten von vornherein von der Kandidatur ausschließt, aber wer dann noch im Rennen bleibt, hat jetzt mehr Möglichkeiten, die Wählenden zu erreichen als dies früher möglich war.

Quelle:
http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/60224/

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Türkei im Krieg – zwei Fronten geschlossen, zehn neue eröffnet

Wie berichtet, begann Mitte Dezember 2015 die Eroberung von Straßengräben und Barrikaden in drei türkischen Ortschaften: in Sur (Diyarbakır), in Silopi (Şırnak) und in Cizre (Şırnak). An den drei Orten hatte sich die PKK verbarrikadiert, wohl um „autonome Zonen“ zu schaffen. Die türkische Armeeführung nahm den Auftrag zur „Säuberung von Terroristen“ wohl erst an, nachdem ihr Staatspräsident Erdogan zwei Dinge zugesichert hatte: 1. Straffreiheit 2. das Militär entscheidet, wann der Krieg zu Ende ist.
Die Meldungen der Webseite des türkischen Generalstabs über den Verlauf des Kriegs (www.tsk.tr) bezüglich der Kämpfe in Silopi (Şırnak) enden Ende Januar 2016, wobei wohl auch eine beachtliche Zahl von Kämpfern (mehrere Dutzend!) in die Hände der Staatsorgane fiel, als sie versuchten, den Kampfort zu verlassen und unter der Bevölkerung unterzutauchen. Von den beiden anderen Kampforten wurde derartiges nicht gemeldet. Inzwischen scheinen auch die Kämpfe in Cizre beendet, es gibt Tage, da taucht der Ort nicht mehr in den Armeemeldungen auf. Es fällt aber auf, dass seit 10. Februar von unter den Trümmern gefundenen Leichen von „Terroristen“ die Rede ist, 12 am 10. Februar, 24 am 11., 30 am 12. (korrigiert auf 31 am 13.), 13 am 17. Februar, macht also 80 Leichenfunde bis zum 19. Februar 2016. Ein Teil davon war schon davor als „unschädlich“ gemacht in den Armeestatistiken gezählt worden, der Totenstand für Cizre betrug zuletzt (17.2.2016) 663. Der einzige Ort, wo anscheinend noch bewaffneter Widerstand geleistet wird, ist Sur (Diyarbakır), mit amtlich 219 toten „Terroristen“ (am 19.2.2016).
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Für den 16. Februar berichtet die Armeeseite von „Operationen“ in Bulanık (Provinz Muş), Erciş (Van) und in Sason (Batman), sowie von einem „Feldzug der Luftwaffe“ in Nusaybin (Mardin) – also in vier neuen Kampfzonen.
Für den 17. Februar vermeldet sie „Operationen“ in Bulanik (Mus,), Sason (Batman), Ovacik (Tunceli). Da ist ein fünftes Kriegsgebiet dazugekommen.
Für den 18. Februar meldet sie eine Operation mit 5 „unschädlich gemachten“ Terroristen in İdil (Şırnak), für den 19. Februar Operationen mit einem weiteren toten Terroristen in İdil (Şırnak), sowie Operationen in Kulp (Diyarbakır), in Sarıkamış (Kars), in Bitlis und in Gürpınar (Van).
Macht nochmals 5 neue Kriegsgebiete, insgesamt 10 neue in vier Tagen.
In İdil (Şırnak) hat die Armee schon wieder begonnen, die Toten zu addieren (bis 19. Februar 6), was darauf hindeutet, dass sie dort mit längeren Kämpfen rechnet. Dies könnte ein Indiz sein, dass die PKK die Kämpfer aus Silopi nach İdil verlagert hat, deshalb auch der Versuch, im Volk unterzutauchen.
Aus Yüksekova in der Provinz Hakkâri berichtet die Armee außerdem zum 19. Februar, dass bei einer Wegkontrolle vier Personen verhaftet wurden, die von zu Hause geflohen waren, um sich einer „separatistischen Terrororganisation“ anzuschließen, drei von ihnen Kinder.

Quelle:
http://www.tsk.tr/4_olaylar/4_2_onemli_yurtici_olaylar/onemliyurticiolaylar.html
(an verschiedenen Daten abgerufen)

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Iran: Innenministerium warnt vor Ausbreitung des IS in den Iran

Es ist absurd: In einem Staat, in dem religiöse Extremisten seit 1979 einen Islamischen Staat am Leben erhalten, warnt man jetzt vor der Ausbreitung des „Islamischen Staats“. Die Warnung selbst und ihre Hintergründe sind allerdings ernst zu nehmen.


Dr. Sadeq Scharafkandi, vom iranischen Regime ermordeter Kurdenführer

Bericht aus dem Innenministerium
So berichtet der in den USA finanzierte Nachrichtensender Radio Farda, der auch eine Webseite betreibt, am 10. Februar 2016 folgendes:
In der 17. Ausgabe der Zeitschrift „Rahbord“ (Wegweiser) wurde von Fachleuten aus dem iranischen Innenministerium ein Bericht unter dem Titel „Die innere Sicherheit der Islamischen Republik Iran und die Einflussnahme und Wirkung salafitisch-dschihadistischer Parteien im irakischen und iranischen Kurdistan“ (amniyate daxeliye jomhuriye eslamiye iran wa ta‘t_ir wa ta‘at_t_ore ahzabe salafi-takfiriye kordestane °eraq wa kordestane iran) veröffentlicht. Das hier verwendete arabisch-persische Wort takfir bedeutet eigentlich jemand anderen als Ungläubigen zu bezeichnen, was Islamisten üblicherweise tun. Es dient aber im Gebrauch des iranischen Regimes zur Bezeichnung von Gruppen, die nach Meinung der Ajatollahs den Unglauben verbreiten und deshalb zu bekämpfen sind. Es ist also kein juristischer Begriff, sondern eine propagandistische Bezeichnung wie etwa das Wort „Terrorist“. Hierzulande wird mit der gleichen propagandistischen Zielrichtung gern der Begriff „dschihadistisch“ verwendet. Die Zeitschrift „Rahbord“ wird zentral vom iranischen Innenministerium herausgegeben und richtet sich ausschließlich an einen eng begrenzten Kreis von Amtsträgern.


Ajatollah Chomeini, Begründer der Islamischen Republik Iran, Dschihadistenführer, erklärte im August 1979 den Dschihad gegen Kurdistan

Neue Generation radikaler Sunniten
Die Autoren des Berichts schreiben, dass Strömungen, die die Organisation „Islamischer Staat“ unterstützen, in den kurdischen Gebieten des Irans dabei seien, Unterstützer anzuwerben. Angesichts der heiklen Situation könne jeder scheinbar unbedeutende Fehler der zuständigen Behörden in diesen Gebieten zu einem Domino-Effekt führen. In den letzten Jahren hätten Bewegungen, die mit dem IS sympathisieren, in allen kurdischen Gebieten des Irans intensiv geworben, so dass deren Gedankengut nicht mehr als „fremd und importiert“ bezeichnet werden könne. In allen kurdischen Gebieten von Urumiye bis Pawe seien nicht an eine Organisation gebundene Aktivitäten der salafitischen Strömung zu beobachten, Dutzende von bekannten Geistlichen wie auch jungen Theologiestudenten propagierten salafitisches Gedankengut. Die Autoren warnen vor dem Heranwachsen einer neuen Generation sunnitischer Geistlicher, die mit der alten Schule nichts mehr gemeinsam habe und eifrig unter dem Volk für die salafitische Denkweise Werbung machten. In den Gebieten von Bukan, Sar-e Pol-e D_ahab, Urumiye und Dschawanrud seien sie einigermaßen erfolgreich gewesen.
Dies könne man am Auftreten von Verhaltensweisen beobachten, die bislang unter den iranischen Kurden nie zu beobachten gewesen seien. So trügen jetzt Männer „kurze Hosen“, die bis oberhalb des Fußknöchels gingen, und ließen sich einen dichten Bart wachsen, während die Frauen einen Gesichtsschleier anlegten. Das sei unter Kurden nie üblich gewesen, auch die traditionelle sunnitische Geistlichkeit unter den Kurden habe so etwas nie gefordert.


Moulawi Abdolhamid, ein angesehener Vertreter der Sunniten in Sistan und Balutschistan, Kritiker der Diskriminierung von Sunniten durch die Regierung

Diskriminierung der Sunniten
Zu diesem Thema hatte sich schon früher Moulawi Abdolhamid, der Freitagsimam der Sunniten in Sahedan (Region Sistan und Balutschistan) wiederholt warnend geäußert. Er wies darauf hin, dass die grundlosen Schikanen und unhaltbare Diskriminierung von Sunniten „extremistischen Elementen“ in die Hände spielten, was zu Unruhen führen könne. So betonte Moulawi Abdolhamid, dass der Bau einer sunnitischen Moschee in Teheran eine Forderung sei, die auch noch 37 Jahre nach dem Sieg der Islamischen Revolution (im Iran) unerfüllt geblieben sei. Moulawi Sadati, der Freitagsimam der Sunniten in Sarawan (Balutschistan) meinte hierzu: „Auch wenn in den hochrangigen Führungsgremien des Landes den Sunniten keine Ämter eingeräumt werden, ist das doch kein Grund dafür, ihnen die Religionsfreiheit zu entziehen.“
Der Freitagsimam von Sahedan, Moulawi Abdolhamid, kritisierte auch den Plan der Gründung von sunnitischen Religionsschulen, in denen die Vertreter des Obersten Rechtsgelehrten, also des schiitischen Ajatollahs Chamene‘i, das Sagen hätten, und verurteilte die Scheinheiligkeit der Regierenden, die einerseits die Anwesenheit ausländischer Theologiestudenten (aus Afghanistan und Tadschikistan) in den Religiösen Lehranstalten der Sunniten kritisierten, während in Qom – dem religiösen Zentrum der schiitischen Geistlichkeit – allein an der Dschame‘e l-Mostafa 10.000 ausländische Theologiestudenten studierten, von denen die Mehrheit Sunniten seien.


Moulawi Abdulsamad Sadati, Freitagsimam der Sunniten in Sarawan (Balutschistan)

In einer Predigt in Sahedan hatte Moulawi Abdolhamid klar geäußert: „Wir fordern, dass das Gesetz für alle gilt, dasselbe Gesetz, das für Qom gilt, muss auch für uns gelten. Wo liegt der Unterschied zwischen denen in Qom und uns? Wir sind genauso Iraner!“
Auch Ali Yunessi, der Sonderbeauftragte von Staatspräsident Hassan Rouhani für Fragen der Volksgruppen und religiösen Minderheiten, hatte eingeräumt, dass unter den ethnischen und religiösen Minderheiten „ein Gefühl der Ungleichheit“ herrsche. Er betrachtet das Thema des „Wachstums von religiösen Minderheiten mit Gefährdungspotential“ unter dem Sicherheitsaspekt.


Hodschatolleslam Ali Yunessi, ehemaliger Chef des iranischen Geheimdienstes, jetzt Sonderbeauftragter des Präsidenten Hassan Rouhani für ethnische und religiöse Minderheiten


Empfehlungen gegen eine Ausbreitung des IS-Gedankenguts

Die Empfehlungen der Verfasser des Berichts aus dem iranischen Innenministerium an die zuständigen Behörden lauten wie folgt: Einschränkungen der Handlungsfreiheit von radikalen Geistlichen, von Moscheen, die den Tendenzen nahestehen und von Satelliten-Programmen, die von ihnen betrieben werden. Verstärkte Kontrolle der Ein- und Ausreise an den Grenzen, begrenzte und dosierte Unterstützung von volksnahen Organisationen, von Strömungen, die Sufi-Gedanken vertreten, und von sunnitischen Geistlichen, die in der Bevölkerung verankert sind. Die Autoren empfehlen außerdem, jegliche diskriminierenden Maßnahmen und Äußerungen gegenüber ethnischen und religiösen Minderheiten zu vermeiden, namentlich im Westen und Nordwesten des Landes. Wer hiergegen verstoße, solle zur Rechenschaft gezogen werden.

Das Umfeld der Radikalisierung

Im Bericht des Innenministeriums heißt es, dass die sunnitische Geistlichkeit im iranischen Kurdistan sich traditionell nicht in die Politik eingemischt habe und gewöhnlich das herrschende System unterstützt habe. Als sich aber das Gedankengut der Muslimbrüder im irakischen Kurdistan ausgebreitet habe, habe es aufgrund der engen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Verflechtungen auch auf das iranische Kurdistan übergegriffen. Die Verfasser des Berichts schreiben auch: „Die Tätigkeit fundamentalistischer schiitischer Gruppen blieb auch nicht ohne Einfluss auf das Anwachsen islamisch-fundamentalistischer Denkweisen unter den Kurden.“ Zugleich sei das Verhalten einiger Schiiten während einiger religiöser Feste – hier dürften die Aschura-Umzüge im Fastenmonat Moharram gemeint sein – beleidigend für die Sunniten, erklärt Ali Yunessi, der Sonderbeauftragte des Präsidenten für ethnische und religiöse Minderheiten.

Übersicht über islamistische Parteien und Organisationen im iranischen Kurdistan

Maktab-e Qoran“ – Die „Koranschule“. Ihr Gründer sei Ahmad Mofti-Sade, aus einer Familie eines sunnitischen Geistlichen in Sanandadsch, die ursprünglich aus Pawe stammt. Ihre Einflusssphäre erstrecke sich auf sunnitische Kurden in Mariwan, Sanandadsch, Saqes, Kermanschah, Dschawanrud und Pawe. Sie habe keine Kontakte zu Parteien im irakischen Kurdistan.

Ahmad Mofti-Sade vor seiner Verhaftung


Hinweis: An dieser Stelle wird deutlich, wie einseitig sowohl die Darstellung des iranischen Innenministeriums als auch die von Radio Farda ist:
Ahmad Moftizadeh (Mofti-Sade) hat zwar auch theologische Studien im Irak betrieben, da ihm dies als Sunnit im Iran nicht möglich war, aber seine Koranschule als islamistische Bewegung zu bezeichnen, klingt eher nach Propaganda. Er hatte Ajatollah Chomeini vertraut, als dieser den Kurden Autonomie zusicherte, wurde deshalb auch von den nationalistischen und kommunistischen Kurden geschnitten, aber als er feststellte, dass sich das Ajatollah-Regime nicht an die Vereinbarungen hielt, kündigte er seine Loyalität. Er wurde 1983 verhaftet, zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt und im Gefängnis massiv gefoltert, so dass er 1993 starb.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ahmad_Moftizadeh


Ahmad Mofti-Sade im neunten Jahr der Haft – ein Opfer eines Islamischen Staats namens Islamische Republik Iran

Jama°at-e da°wat wa eslah-e Iran“ – Gesellschaft zur Missionierung und Reformierung des Irans, die den Muslimbrüdern nahestehe. Ihre Zielgruppe sei die Mittelschicht, vor allem Akademiker, Geistliche und Meinungsbildner. Sie verfüge im iranischen Kurdistan über beträchtlichen Einfluss. Viele ihrer Anhänger beherrschten auch Fremdsprachen und hätten enge Kontakte zur entsprechenden Organisation im irakischen Kurdistan, der „Yekgirtuy ‚islami kurdistan“ (Islamische Union Kurdistan), deren Führer Mahmud Faradsch sei.
Weitere Einzelheiten zur Islamischen Union Kurdistan: https://en.wikipedia.org/wiki/Kurdistan_Islamic_Union
Webseite der Jama°at-e da°wat wa eslah-e Iran: http://www.islahweb.org/about-us

Beide Organisationen zielten auf Veränderungen ab, seien aber gemäßigt.

Eine dritte Organisation sei die „Jarayan-e jama°at-e tablighi“ – „Strömung der Vereinigung zur (religiösen) Werbung“. Ihr Verständnis sei wichtig, um sowohl die Denkweise der missionarischen wie der salafitisch-dschihadistischen Gruppen zu verstehen. Sie habe sich sowohl in der Region Sistan und Balutschistan wie auch in Kurdistan ausgebreitet. Sie gehe erst von Einzelpersonen aus und entwickle sich dann zu einer gesellschaftlichen Strömung. Unter den gegenwärtigen Umständen befürworte sie Selbstläuterung und Selbsterziehung, die Praktizierung sunnitischer Traditionen, Verzicht auf Beteiligung an der Politik und Abstand von der Praxis des „nahy monker“ – damit ist die oft gewaltsame Unterbindung von Handlungen gemeint, die als religiös unzulässig eingestuft werden. Diese Doktrin ist die ideologische Basis für die Verfolgung von „unzureichend verschleierten“ Frauen an der Öffentlichkeit.

Eine vierte Strömung sei die salafitisch-dschihadistische, die in allen Abweichlern Ungläubige sehe und sich in einen propagandistischen und einen aktiv die „Ungläubigen“ bekämpfenden Zweig aufspalte. Die beiden Zweige unterschieden sich nicht in der islamischen Überzeugung und auch nicht in der Auslegung der Texte. Vielmehr sei der propagandistische Zweig der Wegbereiter für den andern.


Abdul Rahman Ghassemlou, Kurdenführer der DPK-I, 1989 in Wien ermordet. Einer der Täter wurde unter Polizeischutz zum Wiener Flughafen eskortiert, so dass er der österreichischen Justiz entging..


Anwerbung iranischer Kurden für den IS (Islamischen Staat)

Angesichts der Tatsache, dass der IS 32% des irakischen Territoriums kontrolliere und diese Organisation auch das irakische Kurdistan angreife, sei eine vermehrte Mobilisierung dschihadistischer Gruppen im irakischen Kurdistan und in der Folge im iranischen Kurdistan zu erwarten. Im Bericht aus dem Innenministerium heißt es auch: „Die intensive Werbung des ‚Islamischen Staats‘ und anderer dschihadistischer Gruppen über Satellitenfernsehen und Internet hat dazu geführt, dass zahlreiche iranische salafitische Kurden ihre Bereitschaft erklärt hätten, sich ihnen im Irak anzuschließen, und viele auch nach Syrien ausgewandert seien.“
(Zahlenangaben fehlen leider. Sollte die Behauptung zutreffen, ist der Bürgerkrieg in Syrien zugleich auch schon der Beginn eines iranischen Bürgerkriegs, denn auf der Gegenseite – an der Seite von Bascher al-Assad, stehen die iranischen Pasdaran. Diejenigen, die heute in Syrien auf der Seite des IS kämpfen, werden morgen mit Kampferfahrung in den Iran zurückkehren).
Im besagten Bericht heißt es weiter: „Die salafitisch-dschihadistische Strömung im Iran wirbt derzeit junge iranische Kurden für den IS an, um sie in den Irak zu übersenden. Es vergeht kein Tag im iranischen und irakischen Kurdistan, an dem nicht die Leichen dieser Personen beerdigt und sie als Helden im Kampf gegen die Ungläubigkeit und den Satan gefeiert werden.“
Die Propaganda des IS im Irak legt den Schwerpunkt auf den Gegensatz zwischen Schiiten und Sunniten und stellt die Schiiten als Feinde der Sunniten dar, was angesichts der Erfahrungen mit dem Staat auch für iranische Sunniten glaubhaft klingt. Die islamistische Elite im irakischen Kurdistan betrachte den IS als Rächer der Sunniten im Irak, die von der schiitischen Regierung im Irak unterdrückt würden. Diese Wahrnehmung falle auch im Iran auf fruchtbaren Boden, so dass der Bericht davon ausgeht, dass viele iranische Kurden und Balutschen dem IS anschließen werden.

Was nicht zur Sprache kommt

Radio Farda bemängelt in seinem Artikel über diesen Bericht des iranischen Innenministers, dass ein ganzes Spektrum von Themen vernachlässigt wurden. So die Tatsache, dass das Thema der Minderheiten vor allem unter dem Blickwinkel der Sicherheit betrachtet werde, das Misstrauen der Zentralregierung ihnen gegenüber, der fehlende direkte und ehrliche Dialog zwischen beiden Seiten, gegenseitige Beschuldigungen, Ernennung von Führungskadern, die nicht aus dem Kreis der Einheimischen kommen und oft Schiiten sind, selbst wenn sie in sunnitischen Gebieten eingesetzt werden, die Übermittlung von einseitigen und verfälschten „Tatsachenberichten“ über Vorkommnisse in der Region an die Zentralbehörden, die Abneigung, Angehörige der Elite der ethnischen und religiösen Minderheiten auf den oberen Etagen der Macht einzustellen, obwohl es auch in den sunnitischen Gebieten und in den Gebieten ethnischer Minderheiten eine Schicht von Akademikern gibt, die Armut und unzulängliche Versorgung in diesen Gebieten, speziell in der Region Sistan und Balutschistan, das Ignorieren des Rechts auf Unterricht in der Muttersprache in diesen Gebieten, ungleiche Verteilung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt, in der Politik, in der Gesellschaft, der Kultur und der Wirtschaft für die Minderheiten.
Moulawi Abdolhamid hat dieses Gefühl der Diskriminierung direkt ausgesprochen: „Zur Erhaltung der Einheit (des Landes) haben wir 30 Jahre lang die Schwierigkeiten ertragen, aber unsere Kinder, die an der Uni studieren, haben eine ungewisse Zukunft. Sie werden zu Spezialisten ausgebildet und haben einen Hochschulabschluss, aber sie werden nicht eingestellt.“


Ajatollah Ali Chamene‘i, Religiöser Führer der Islamischen Republik Iran nach dem Tod von Ajatollah Chomeini


Ajatollah Chamene‘is Unterschrift – die hat er unter dem Befehl gesetzt, Dr. Scharafkandi zu ermorden.

Vorschläge, um dem IS entgegenzuwirken
Der Bericht des Innenministeriums macht auf dem Gebiet der Sicherheit und der Politik Vorschläge, wie man der Gefahr begegnen kann:
- Bildung von konkurrierenden Strömungen unter den salafitischen Gruppen im Iran, um deren Zusammenhalt zu untergraben,
- Freiheitsbeschränkungen für Geistliche und Moscheen, die salafitisches Gedankengut verbreiten,
- vermehrte Zusammenarbeit mit den anderen kurdischen und sunnitischen Geistlichen, namentlich in der Form von amtlich zugelassenen, gemäßigten Strömungen
- vermehrte Kontrolle der Ausreise sunnitischer Theologiestudenten aus dem Iran zum Studium in Pakistan, in den Golfstaaten und in Saudiarabien.
- Aktivierung von Beobachterposten im Irak, um die salafitisch-dschihadistischen Gruppen im dortigen Kurdistan und ihre Kontakte zu gleichgesinnten Elementen im Iran zu überwachen
- Überwachung der Einreisen und Ausreisen an den Westgrenzen des Irans, namentlich von sunnitischen Kurden und Balutschen, wenn sie in den irakischen Kurdistan reisen
- ständige Beobachtung von salafitischen Satellitenprogrammen
- Ausübung von „Druck“ auf die Golfstaaten, die Tätigkeit dieser Sender einzuschränken.
Zu den politischen Vorschlägen zählen:
- eine ernsthafte Bekämpfung von religiös oder ethnisch diskriminierenden Maßnahmen gegen Sunniten,
- eine begrenzte, kontrollierte Stärkung volksnaher Institutionen in der Region, namentlich von Sufi-Anhängern wie den Qaderi, den Naqschbandi und den Yarsan sowie den Ahle Haqq
- Unterstützung der im Volk verankerten sunnitischen Geistlichen
- Kontrolle der religiösen Propaganda im Fastenmonat Ramadan und zu anderen religiösen Festen.


Foad Mostafa Soltani, einer der Begründer der kurdischen Komala

Foad Mostafa Soltani, einer der Begründer der linken iranischen Kurdenpartei Komala. Er wurde zur Schahzeit inhaftiert und schwer gefoltert, im Revolutionsjahr 1979 wurde er nach vier Jahren aus dem Gefängnis entlassen und von Tausenden Kurden in Mariwan gefeiert. Er machte sich gleich an die Arbeit und begann die Kurden zu organisieren, um ihre Autonomie zu verwirklichen. Dies führte dazu, dass Ajatollah Chomeini noch im selben Jahr, im August 1979, den Dschihad gegen die Kurden erklärte. Im September 1979 besetzten die bewaffneten Kräfte des Ajatollah-Regimes Marivan und ermordeten viele Einwohner, darunter auch die beiden Brüder von Foad Mostafa Soltani, Hossein und Amin. Foad Mostafa Soltana eilte darauf nach Mariwan und wurde unterwegs von den Pasdaran umzingelt. Er kam im Gefecht ums Leben.
https://en.wikipedia.org/wiki/Foad_Mostafa_Soltani

Die Dornensaat geht auf
Auch der Bericht von Radio Farda weist seine blinden Flecken auf. So ist die Entstehung des „Islamischen Staats“ im Irak selbst auch eine Reaktion auf die Schulung und Unterstützung schiitischer Milizen im Irak durch die Islamische Republik Iran. Wir hatten wiederholt über die Rolle des irakischen Geistlichen Moqtada Sadr berichtet, der im Iran ausgebildet wurde und mit iranischer Hilfe seine bewaffneten Einheiten im Irak aufbaute. Der Ausbau des iranischen Einflusses im Irak war eine direkte, wenn auch nicht beabsichtigte Folge des US-Kriegs gegen den damaligen irakischen Diktator Saddam Hussein. Die USA besiegten zwar die irakischen Truppen, aber auf die Stunde danach waren sie nicht vorbereitet, dafür aber der Iran.
Auch führte die Entmachtung der irakischen Armee durch die USA dazu, dass der IS auf eine große Reserve an ausgebildeten Militärs und Geheimdienstlern zurückgreifen konnte, die nun eine Chance sahen, wieder zu Einfluss zu gelangen. Die enge Waffenbrüderschaft zwischen dem syrischen Regime von Baschar al-Assad und den iranischen Pasdaran ist ebenfalls bekannt. Auch sie stärkt den IS, weil der Aufbau von (schiitischen) „Volksmilizen“ in Syrien durch die Pasdaran es ihrer Propaganda leicht machte, den schiitisch-sunnitischen Gegensatz in den Vordergrund zu rücken. Und wenn das iranische Innenministerium jetzt darüber jammert, dass die Radikalen im iranischen Kurdistan an Oberhand gewinnen, darf man auch die Frage stellen, welche Alternativen der iranische Staat ihnen denn lässt.


Das Grab des in Berlin ermordeten Kurdenführers Dr. Sadeq Scharafkandi

Die Demokratische Partei Kurdistans (Iran) ist seit Jahrzehnten Zielscheibe des iranischen Regimes, der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i selbst ist einer der Hauptverantwortlichen für die Ermordung des damaligen Chefs dieser kurdischen Partei in Berlin (Mykonos-Attentat). Die deutsche Bundesregierung war schon damals bemüht, die Täter, die von der iranischen Botschaft in Berlin organisiert wurden, laufen zu lassen, und redet auch heute lieber von Dialog und Verständigung als von der Notwendigkeit, Ajatollah Chamene‘i vor Gericht zu stellen. Die kurdische Komele wird ebenfalls verfolgt, die der PKK nahestehende Pejwak auch. Wenn also alle linken und demokratischen Parteien verfolgt werden, bleibt in einem fundamentalistisch-religiösen Staat nur ein Freiraum: religiöser Fundamentalismus. Das ist die Saat, die der Islamische Staat der Ajatollahs gesäht hat. Aber wie so oft in der Geschichte, bleiben nicht die Anführer an den Dornen hängen, es ist das normale Volk, das verblutet…

Quelle:
http://www.radiofarda.com/content/o2-sunni-hardliners-kurdistan/27522716.html

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Wahlkampf im Iran mit Musik

Hier die Transkription des im Teheraner Umgangspersisch geschriebenen Liedtexts mit Übersetzung und Link.
Ein Lied, das es sich lohnt, anzuhören, zusammen mit den Begleitfotos aus dem iranischen Parlament.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/02/208256.php

Ali Sakariyayi und Resa Ehsanpur präsentieren:
Der Typ ist gekommen und will Abgeordneter werden
und der Macker von mir und dir und dem (den andern) werden

er sagt, er sei gekommen, um die Schmerzen zu heilen
ein Vorbild für die künftige Generation zu werden
(Strophe 2x)

die Freude, die der Typ euch wünscht,
der will nicht euch, der will eure Stimmen
warum sollen wir ihn zum Abgeordneten machen?
warum sollen wir ihn zum Verantwortlichen für die Zukunft machen?
als der Typ gekommen ist,
als der unverschämte Kerl gekommen ist,

gekommen ist, um zu genießen,
ach, um zu genießen,
ja, um zu genießen,
Bruder, um zu genießen,
mein Bester, um zu genießen,
um zu genießen und dann zu gehen
(Strophe 2x)

Schade um unsere Stimme, die wir ihm zu Füßen werfen
sind wir denn –
(fern von deiner Seele/deinem Leben =) ohne dich beleidigen zu wollen –
(so einer oder so was – gemeint zum Beispiel) sind wir ein Esel oder eine Kuh?
es gibt so viele Menschen, die besser sind als dieser Typ
gebe Gott, dass die einmal gewinnen

Korrekturlesen und Ordnen des Texts – von Amin

Ali Zakariyayi
wa Reza Ehsanpur
taqdim mikonand
yaru umade mixahad nemayande beshe
hame kareye to wa un bande beshe

mige umade dardaro darmun bokone
d.arb ol-mat_ale naslaye ayande beshe
(Strophe 2x)

del-xoshi ke in yaru shomaharo mixad
shomara nemixad yaru araro mixad
chera nemayandash konim?
mas’ule ayandash konim?
waqti ke yaru umade
un bache por-ru umade

umade halesho
ax halesho
are halesho
dadash halesho
aziz halesho
bebarad berawad
(Strophe 2x)

heyfe ra’ye maha ke be pahash berizim
mage ma dur az junet felanim o chizim
in hame adam hastan ke az yaru saran
inshallah haminha ham tahe kar mibaran

wirayesh wa tanzime matn – amin

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/02/208256.php

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Iran: Offener Brief von 296 Professoren

296 Professoren aus dem ganzen Iran haben einen offenen Brief an Staatspräsident Hassan Rouhani gerichtet, der am Montag, den 8. Februar 2016, auf iranischen Webseiten veröffentlicht wurde.

Die Professoren gratulieren darin zum Erfolg in den Atomverhandlungen, die zur Aufhebung der Sanktionen geführt haben. Sie fordern nun eine vergleichbare Anstrengung im Namen der „nationalen Aussöhnung“, um die Gegensätze im Land ebenfalls auf dem Verhandlungsweg zu lösen. Ansonsten sei die territoriale Integrität des Irans in Gefahr, wie die Situation in den Nachbarstaaten zeige.

Ohne die Dinge beim Namen zu nennen, fordern die Professoren hiermit, die Interessen der verschiedenen Volksgruppen im Iran zu berücksichtigen, also die der Kurden, Turkmenen, Aseris, Balutschen, Araber und anderer. Auch der Gegensatz zwischen Sunniten und Schiiten wird hier angesprochen, denn im Iran sind auch Sunniten staatlicher Unterdrückung ausgesetzt. Um eine „nationale Aussöhnung“ zu ermöglichen, seien offene Wahlen erforderlich, in denen die verschiedenen Positionen im Wettkampf stünden.

Wenn die Regierung dies nicht garantieren könne, sei es besser, auf deren Abhaltung zu verzichten. Damit ist nicht gemeint, dass die Wahlen nicht stattfinden sollen, denn laut Verfassung wird alle vier Jahre das Parlament gewählt, vielmehr verbirgt sich dahinter die Forderung an den Präsidenten, für den Fall, dass er auf die Streichung so vieler Kandidaten durch den Wächterrat keinen Einfluss nehmen kann, selbst zurückzutreten. Dann läge die Durchführung der Wahlen in der Hand des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i und der Pasdaran – und wahrscheinlich würde nur ein Bruchteil der Wähler hingehen.

Hassan Rouhani hat mit seinem Vergleich vom Kleiderkauf letztlich schon abgelehnt, was die Professoren fordern. Aber die Analyse trifft zu. Wenn die iranischen Machthaber weiterhin so rücksichtslos gegen die verschiedenen Volks- und Religionsgruppen vorgehen, leisten sie ihren Beitrag zum Zerfall des Landes. Der Irak ist gespalten, Syrien, und es ist denkbar, dass Organisationen wie der Islamische Staat auch versuchen, im Iran Fuß zu fassen.

Quelle:
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/02/208282.php

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Iran: Staat übt Niederschlagung von Arbeiterunruhen


Wie die iranische Webseite Peykiran berichtet, fanden am vergangenen Freitag (5. Februar 2016) im Iran Manöver „zur Niederschlagung von Arbeiterunruhen“ statt. Klare Worte. Die Wirtschaftspolitik ist am Ende, also bleibt nur noch der Griff zu den Waffen. Und solange die Pasdaran im Iran an der Macht sind, wird auch keine Regierung so etwas wie Wirtschaftspolitik betreiben können.
Hier ein paar Fotos von dem Manöver:

So lachend wird es im Ernstfall nicht zugehen.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=102550

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Iran: Staatspräsident Hassan Rouhani zu den Wahlen

Kürzlich erklärte der iranische Staatspräsident Hassan Rouhani, dass viele Leute ihn angeschrieben und angesprochen hätten, die mit der massiven Streichung von Reformkandidaten durch den Wächterrat unzufrieden sind. Er äußert sich zu diesem Thema äußerst diplomatisch und meint einerseits, er sei bereit, für das einzustehen, was er sage, aber man müsse auch weiterdenken. Und so wählt er das Beispiel vom Einkauf:
Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Geschäft, um Kleidung für Ihr Kind zu kaufen. Es kann sein, dass Sie in dem Laden nicht das finden, was Ihnen vorschwebt. Aber bevor Sie gar nichts einkaufen und das Kind sich nachher erkältet, werden Sie trotzdem eine Wahl treffen und ein Kleidungsstück erwerben, das nicht Ihrem Ideal entspricht. So sei das auch bei den Wahlen. Wer nicht teilnehme und wähle, verliere auf alle Fälle, wer hingehe und seine Stimme abgebe, gewinne wenigstens ein kleines bißchen. Lieber ein kleiner Gewinn als ein sicherer Verlust. Das war sein Fazit angesichts der bevorstehenden Wahlen.
Man merkt, dass er sich sehr zurückhält und auf Zeit spielt. Aber diejenigen, die heute arbeitslos sind und kein Einkommen haben, können nicht auf Zeit spielen, sie würden verhungern.

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