Wahlen im Iran: Wer gegen wen?

Die Parlamentswahlen, die in einer Woche im Iran stattfinden, stehen im Zeichen heftiger Auseinandersetzungen. Da ist zum einen das Lager der Anhänger der Islamischen Republik. Der Ton zwischen ihnen wird immer schärfer. Die Fundamentalisten bezeichnen die Kandidaten, die auf einer Liste mit Ajatollah Rafsandschani stehen, als Werkzeug der Engländer, Rafsandschani kontert und spricht vom Einfluss des Satans im Herzen derjenigen, die ihre Konkurrenten als „Engländer“ bezeichnen. Man darf auch nicht vergessen, dass die Führer der Reformer, also Mussawi und Karubi, bis heute unter Arrest stehen, obwohl sie allesamt Anhänger der islamischen Republik sind.

Und das Stimmvolk?
Nicht minder erhitzt ist die Stimmung unter den Wahlberechtigten. Die einen sind dafür, dass jeder wählen gehen soll, um für Rafsandschanis Liste zu stimmen, die anderen finden, dass man nicht wählen soll, weil der Wächterrat ohnehin alle kritischen Leute ausgesiebt habe. Der Ton zwischen den beiden Richtungen wird schärfer, und das ist bedauerlich, denn so verfeinden sich diejenigen, die auf alle Fälle Änderungen wollen.

Unabhängige Intellektuelle
Einige Leute halten größere Distanz zur Tagespolitik. Ob man wählen geht oder nicht, ist ihnen egal, das Parlament hat ohnehin nichts zu sagen. Sie denken langfristiger. Denn eins ist klar: Es gibt im Iran keine Parteien, die frei die Interessen der Wähler vertreten können, und so interessieren sich die Abgeordneten auch nicht für das, was die Mehrheit der Bevölkerung betrifft. Nämlich die gewaltige Arbeitslosigkeit, die einen immer größeren Anteil der Bevölkerung im Elend versinken lässt.

Quellen
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/02/208825.php
http://www.radiofarda.com/content/f35_iran_society_elections_com_mohammadi/27566147.html

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