Scharia-Maria und Ziegenficker

Der deutsche Künstler Dieter Hallervorden hat jetzt ein neues Lied zu den deutsch-türkischen Beziehungen veröffentlicht, das hier zu hören ist:
https://soundcloud.com/sunrockstudios/merkel-zu-allem-bereit
Sehr treffend bringt er die Scheinheiligkeit der deutschen Strafverfolgungsbehörden und ihrer Vorgesetzten auf den Punkt:
„Hitler-Vergleiche so was lief hier ja immer, aber Ziegenficker – das ist ja viel, viel schlimmer.“
Daran, dass Machthaber wie Recep Tayyip Erdogan in ihrem eigenen Lande Tausende von Menschen umbringen, verstümmeln und im Gefängnis schmoren lassen, nicht nur „Terroristen“, von denen allein laut amtlichen Armeeangaben seit Mitte Dezember 2015 über 1500 (!) in der Türkei liquidiert wurden, sondern auch völlig unbewaffnete Menschen wie Hrant Dink, daran, dass Ajatollah Chamene‘i und Ajatollah Haschemi Rafsandschani politische Morde im Inland und Ausland in Auftrag gegeben haben, daran nimmt keine Strafverfolgungsbehörde Anstoß. Seit Hitler empfindet man das wohl als normale Regierungsgeschäfte. Aber wehe, man beleidigt einen dieser blutigen Drahtzieher als Ziegenficker, dann legt die Justiz los.

Ja, Beleidigung ist eine Straftat, aber was ist Mord?
Ajatollah Chamene‘i ist laut Feststellung eines deutschen Gerichts der Auftraggeber des Mykonos-Attentats vom 17. September 1992 in Berlin, bei dem unter anderem der Führer der Demokratischen Partei Kurdistans – Iran Sadeq Scharafkandi ermordet wurde. Sadeq Scharafkandi war damals auf Einladung der Sozialistischen Internationale in Berlin. Wo ist der internationale Haftbefehl gegen Ajatollah Chamene‘i? Hat der Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), hat der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), die alle mit umfangreichen Wirtschaftsdelegationen den Iran besuchten, sobald ein Ende der Sanktionen und das Fließen von Krediten in Sicht war, etwa eine Kopie dieses Haftbefehls in der Tasche? Nein! Um die Mörder zu hofieren ist man sogar bereit, eine bigotte Auslegung der Scharia in Westeuropa zu praktizieren. Italien macht’s vor, mit der Verhüllung klassischer Statuen aus dem alten Rom, ein französisches Luftfahrtunternehmen erlegt den Hostessen die Schleierpflicht auf, wenn sie in Teheran an Land gehen, und so weiter.
Davon, die Auftraggeber politischer Morde – Opfer waren Sadeq Scharafkandi in Berlin, Abdul Rahman Ghassemlou in Wien, Kazem Rajavi in Genf, Schapur Bakhtiyar in Suresnes bei Paris – strafrechtlich zu verfolgen, ist nichts zu hören. Und das sind Morde auf europäischem Boden.
Ja, wenn’s um’s Geschäft geht, ist das Recht auf Leben nichts wert.
Merkel steht da keineswegs allein, die Kolleginnen und Kollegen in Österreich, der Schweiz oder Frankreich sind da nicht anders.
Ich wiederhole: Beleidigung ist eine Straftat, aber was ist Mord?

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