Archiv für April 2016

Air-France: Ko-Tau vor den iranischen Islamisten

Wenn’s um’s Geld geht, zählen die Menschenrechte auch in Europa wenig.
So verlangt Air France jetzt von den Stewardessen, dass sie bei Flügen nach Teheran das „islamische“ Kopftuch überziehen sollen, sobald sie dort aus dem Flugzeug aussteigen. Das Management von Air France erwägt sogar, die Frauen finanziell zu bestrafen, die sich nicht an die Regel halten. Die Firmenleitung begründet das damit, dass auch andere Fluggesellschaften, die nach Teheran fliegen, solche Vorschriften haben. Im Iran ist die Pflicht, das Kopftuch in der Öffentlichkeit zu tragen, seit 1983 gesetzliche Vorschrift.
Air France will die Direktflüge von Paris nach Teheran, die im Jahr 2008 eingestellt wurden, am 17. April 2016 wieder aufnehmen.
Die Menschenrechte werden gern zitiert, wenn man Truppen nach Afghanistan oder Syrien entsenden will, aber wenns ums Geschäft mit den bärtigen Gewalttätern geht, dann ist das Geld heiliger als unsere Rechte.

http://www.radiofarda.com/content/f12-airfrance-iran-hijab-problem/27651619.html

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Türkei: Erdowie ErdoWo Erdogan

Für Kritik von Menschenrechtsorganisationen sind die meisten Machthaber der Welt in der Regel taub. Das können sie sich auch leisten, denn Politik und Wirtschaft interessieren sich für Menschenrechte höchstens dann, wenn es ihnen ins Geschäft passt. Saddam Hussein bombardiert den Iran? Kein Problem, kriegt die Waffen. Immerhin hat die iranische Revolution ja den Schah gestürzt, mit dem man so gut konnte. Saddam Hussein besetzt Kuwait? Oho, Kindermörder und so weiter, die Panzer und Flugzeuge rollen an. Weg vom Fenster.
Danach kommen die von den iranischen Ajatollahs finanzierten schiitischen Milizen unter Moqtada Sadr und terrorisieren die Bevölkerung Iraks. Kein Problem, Augen zu und durch, die Bomben fallen ja nicht bei uns. Dann kommt der IS (Islamische Staat) und massakriert die Christen, Jesiden und Schiiten im Irak und u.a. die Alawiten in Syrien? Böse, böse. Da müssen die Flugzeuge wieder anrollen. Die deutschen Flugzeuge zum Beispiel aus Incirlik in der Türkei.
Ja, so selektiv wird das mit den Menschenrechten präsentiert, da können amnesty international oder Human Rights Watch tonnenweise Berichte verfassen. Aber es geht auch anders. Bei der Satire-Sendung von extra 3 (NDR) wurde ein Satire-Video auf Erdogan veröffentlicht, das die Kritik knapp und treffend in zwei Minuten zusammenfasst und schon jetzt über 5 Millionen Zuschauer auf youtube erreicht hat.
Hier der link
https://www.youtube.com/watch?v=he6zbv5S6Zg
Es lohnt sich, das anzuschauen… Selbst Erdogan hat sich das nicht entgehen lassen, und gleich den deutschen Botschafter einbestellt. Wahrscheinlich findet er es lustiger, wenn sie den Film gemeinsam anschauen.

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Iran: Raketen und Staatsverrat

Der vom US-Kongress finanzierte Sender Radio Farda berichtete am 1. April 2016 von der innenpolitischen Entwicklung im Iran in der Raketenfrage. Vorausgegangen waren Raketentests der iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) mit Mittelstreckenraketen des Typs Qiyam 1 am 8. und 9. März 2016. Der iranische Brigadegeneral Amir Ali Hadschisadeh, der Befehlshaber der Luft- und Weltraumstreitkräfte der Pasdaran soll erklärt haben, dass man mit diesen Raketen das zionistische Regime aus sicherer Entfernung treffen könne.
Die Regierungen der USA, Frankreichs, Großbritannien und Deutschlands warfen darauf der iranischen Regierung vor, dass diese Tests gegen das Atomabkommen mit dem Iran verstießen, weil der Iran sich für acht Jahre verpflichtet habe, keine Tests mit Trägerraketen für Nuklearsprengköpfe durchzuführen.
Ajatollah Haschemi Rafsandschani, der Vorsitzende des Rats zur Wahrung der Interessen des Systems, soll darauf geäußert haben: „Die Welt von morgen ist eine Welt der Gespräche, nicht der Raketen.“
Darauf beschuldigte Ajatollah Ali Chamene‘i, der Religiöse Führer des Irans, die Kritiker des Raketenprogramms des „Verrats“.
Ajatollah Rafsandschani ließ darauf seine Äußerungen dementieren, sie seien unvollständig und verkürzt wiedergegeben worden.
Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif (Zarif) rechtfertigte das Raketenprogramm mit den Worten, dass sich das Atomabkommen nicht auf Raketen beziehe, die nicht als Trägerraketen für Atomsprengköpfe dienten.


Brigadegeneral Amir Ali Hadschisade, Befehlshaber der Luft- und Weltraumstreitkräfte des Irans

Auch der Vorsitzende des iranischen Parlamentsausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik, Ala‘din Borudscherdi, rechtfertigte das Raketenprogramm im Namen des iranischen Parlaments.
Der iranische Außenminister Sarif argumentierte darüber hinaus, dass der Besitz solcher Raketen iranischerseits den irakischen Herrscher Saddam Hussein seinerzeit vielleicht davon abgehalten hätte, iranische Städte zu bombardieren.
Es fällt einmal mehr auf, dass die Argumentation der iranischen Amtspersonen widersprüchlich sind. Der Außenminister und Ajatollah Rafsandschani sprechen fürs ausländische Publikum und bringen sachliche Argumente vor, der Parlamentsvorsitzende und der Pasdar-General schlagen dagegen nationalistische bzw. israelfeindliche Töne an, um sich innenpolitisch zu profilieren.
Faktum ist, dass nach der Verfassung der Islamischen Republik Iran der Religiöse Führer in der Außenpolitik das Sagen hat, weder die Regierung (also Außenminister und Verteidigungsminister) noch das Parlament haben da etwas zu vermelden. Kein Wunder, dass Ajatollah Rafsandschani da wieder zurückrudert. Es ist jetzt schon das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass ihm Ajatollah Chamene‘i öffentlich „Verrat“ vorwirft, und das würde für einen normalen iranischen Bürger genügen, mit ihm kurzen Prozess zu machen und ihn zum Tode zu verurteilen.
Quellen:
http://www.tagesschau.de/ausland/iran-raketentests-101.html
Iran soll gegen Atomabkommen verstoßen haben
Stand: 30.03.2016 07:37 Uhr
http://www.tagesschau.de/ausland/iran-raketentest-105.html
Iran meldet Start weiterer Raketen
Stand: 09.03.2016 11:24 Uhr
http://www.tagesschau.de/ausland/iran-raketentest-103.html
Iran startet offenbar Mittelstreckenraketen
Stand: 08.03.2016 16:59 Uhr
http://www.radiofarda.com/content/f2-iran-zarif-boroojerdi-defending-missile-tests-un-resolution-reaction/27648149.html
01.03.2016

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