Iran: Frauen auf dem Vormarsch

Zugegeben, viel ist es nicht, wenn unter 290 Abgeordneten 17 oder 18 Frauen ins Parlament einziehen, das ist noch weit entfernt von einer bescheidenen 10-Prozentmarke. Aber es ist deutlich mehr als die üblichen 3 Prozent, die bislang im Parlament zu finden waren (wohl gerundet, denn Komma-Frauen gibt es auch im Iran nicht).
In der ersten Wahlrunde wurden 14 Frauen gewählt, in der zweiten 4, so dass man bei klarem Kopf mit 18 Frauen rauskommt.


Die gewählten Frauen der ersten Runde

Aber klare Köpfe herrschen beim Wächterrat, der sich wie üblich das letzte Wort rausnimmt, wohl selten, wenn es um Machtdemonstration geht.
Laut Verfassung prüft der Wächterrat die charakterliche (= islamistische) Eignung von Kandidaten vor der Wahl. Danach kann er noch prüfen, ob die Wahl legal verlaufen ist, aber die Eignung kann er nachträglich nicht aberkennen. Er hat es trotzdem getan, und zwar bei der Abgeordneten von Isfahan, Frau Minu Chaleqi. Da das illegal war, kann die Regierung von Präsident Hassan Rouhani das Vorgehen einfach ignorieren und Frau Minu Chaleqi trotzdem die Bestätigung der Wahl zur Abgeordneten aushändigen. Ob sie dann geeignet ist oder nicht, kann dann immer noch das Parlament entscheiden. Aber dazu gehört Mut. Und ob es dem Präsidenten das wert ist, sich wegen einer Frau mit dem Religiösen Führer anzulegen?
Jetzt kann er zeigen, ob ihm die Frauen mehr bedeuten als bloß Stimmvieh im Wahlkampf.


Die gewählten Frauen der zweiten Runde

http://www.radiofarda.com/content/f7-women-in-10th-parliament/27708915.html

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