Archiv für Juni 2016

Iran: Studienausschluss fürs Tanzen

Wie berichtet, hatte ein Parlamentsabgeordneter der Region Sistan und Balutschistan, der offensichtlich fundamentalistisches Gedankengut vertriet, kritisiert, dass auf einer Musikveranstaltung von Studenten auch nicht-traditionelle, moderne Tänze getanzt wurden, die im Internet veröffentlicht wurden.
Inzwischen hat die Disziplinarkommission der Universität von Sahedan, der Hauptstadt von Sistan und Balutschistan, getagt und Strafen gegen sieben Studenten verhängt, dafür, dass sie getanzt haben. Fünf Studenten wurden für zwei Semester vom Studium ausgeschlossen, zwei weitere für ein Semester. Unter den Ausgeschlossen befinden sich auch zwei Moderatoren des Abendprogramms. Einer der betroffenen Studenten (es waren nur männliche Jugendliche anwesend, so will es der staatliche Geschlechterrassismus) meinte, wieso sie bestraft würden. Sie hätten doch niemanden geschädigt und nur getanzt.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=110689#
vom 26. Chordad 1395 (15. Juni 2016)
mahrumiyat az tahsil-e 7 daneshju be ettehame harekat-e mouzun (raqsidan)

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Iran: „Das Gesetz“ wird beschlagnahmt

Auf Beschluss der Generalstaatsanwaltschaft von Teheran (also keines Gerichts) wurde die Zeitung Qanun (Das Gesetz) am 20. Juni 2016 aufgrund einer Klage der Revolutionswächter beschlagnahmt. Die Revolutionswächter erhoben den Vorwurf, die Zeitung habe Lügen verbreitet, um die öffentliche Meinung anzustacheln.
Der Beschluss der Beschlagnahmung wurde mit Abschnitt 5 Grundsatz 156 des iranischen Grundgesetzes begründet.


„Liebe Freunde, wenn Sie mit dem neuen Vorhaben gegen Rouhani einverstanden sind, sagen Sie bitte „Ja“ und dann werde ich hier dran ziehen.“ (Anm.: In dem Kreis versammelt sind Vertreter des Geheimdienstes, der Revolutionswächter, der Bassidschi, der Prinzipialisten und Vertreter des Religiösen Führers.)

Neben einigen anderen Artikeln war den Pasdaran wohl besonders ein Artikel vom 5. Chordad (also von Ende Mai) aufgestoßen, in dem diese Zeitung die Verabschiedung eines Gesetzes durch das Parlament kritisierte, das dem Geheimdienst der Pasdaran (Revolutionswächter) besondere Rechte einräumt. Das iranische Parlament hatte am Dienstag, den 4. Chordad, – wohl auf Druck seitens der bewaffneten Organe – ein Gesetz verabschiedet, wonach die Verwaltungsbehörden bei der Einstellung einer Person auf heikle Positionen beim Geheimdienstministerium, bei der Obersten Justizbehörde und beim Geheimdienst der Revolutionswächter Erkundigungen einholen müssen, ob sie das dürfen.
Diese Vollmacht führt dazu, dass keine Person je für ein Amt eingestellt werden darf, bei der auch nur eines der drei genannten Organe Einwände hat.

http://www.radiofarda.com/content/f8-ghanoon/27809314.html
vom 31. Chordad 1395 (20. Juni 2016)
ruzname-ye qanun touqif shod (Die Zeitung qanun (Das Gesetz) wurde beschlagnahmt).

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Islamisten im Iran – denen kann man’s nie Recht machen

In Sahedan, der Hauptstadt der Region Sistan und Balutschistan, fand im größten Saal der Universität von Sistan und Balutschistan kürzlich ein Fest mit Tanz und Musik statt. Im Saal waren nur männliche Jugendliche, auch auf der Bühne waren keine Frauen anwesend, aber die Islamisten haben schon wieder was auszusetzen, diesmal aus dem Munde des Parlamentsabgeordneten von Sahedan. Ihm missfiel, dass einzelne Studenten dort „fränkische Karatespiele“ getanzt hätten – mit fränkisch ist hier europäisch gemeint, und mit Karate bezeichnet er ruckartige Handbewegungen. Der Abgeordnete will jetzt den Rektor der Uni vor Gericht stellen lassen, weil er den Ferdousi-Salon der Uni für so was hergegeben habe.
Schrecklich! Die islamische Republik wird untergehen! (und das hoffentlich bald)
Gegen die besonders islamisch Gesinnten Balutschen haben die selben Herrschaften übrigens auch einiges: Die bewaffnete Gruppe Dschond-ollah (Soldat Gottes) wird amtlich – nicht zu Unrecht – als Terrorgruppe eingestuft.

Ein Filmausschnitt vom Tanz ist derzeit unter diesem Link zu finden:
http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/06/213487.php
vom 22. Chordad 1395 (11. Juni 2016)
didaniha – filme raqs wa qarati-baziye farangiye daneshjuyane daneshgahe sistan wa baluchistan

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Iran-Besuch endet im Gefängnis


Die 65-jährige Homa Hoodfar, Professorin an der Concordia University in Montreal, Canada

Die 65-jährige Homa Hoodfar, die die kanadische, irische und iranische Staatsangehörigkeit besitzt und Professorin für Sozialanthropologie ist, war nach dem Tod ihres Ehemanns im Februar 2016 aus Kanada zum Besuch ihrer Verwandten in den Iran geflogen. Im März wurde sie verhaftet und nach Hinterlegen einer hohen Kaution unter der Auflage, das Land nicht zu verlassen, wieder auf freien Fuß gesetzt. Vergangene Woche wurde sie erneut verhaftet, wohl vom Geheimdienst der Revolutionswächter (Pasdaran). Den Angehörigen wird jegliche Auskunft darüber verweigert, wo sie sich befindet. Homa Hoodfar ist an einem Nervenleiden erkrankt, es ist zu bezweifeln, dass die iranischen Behörden für eine angemessene Behandlung sorgen.
Der Guardian berichtet, dass solche Inhaftierungen nun schon mehrere iranische Staatsangehörige mit doppelter Staatsangehörigkeit betreffen, so aus den USA, Großbritannien, Kanada und Frankreich.


Homa Hoodfar war engagiert im Kampf gegen die Strafe der Steinigung und befasste sich wissenschaftlich mit der Rolle der Frau in islamischen Gesellschaften.
Auch in diesem Fall hatten die Angehörigen erst über die Verhaftung geschwiegen, weil sie dachten, das ganze sei ein Missverständnis.
Als weitere ähnlich gelagerte Fälle nennt der Guardian den Fall von Nazanin Zaghari-Ratcliffe, von Kamal Foroughi, von Siamak Namazi und von Nazak Afshar, letztere eine ehemalige Angestellte der französischen Botschaft in Teheran. Sie wurde im April zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt.
Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft, die u.a. noch die iranische besitzen, verweigert der Iran die konsularische Betreuung. Als Anklage wird meist der Vorwurf der Spionage gewählt. Vermutlich schafft das Regime auf diese Art Verhandlungsmasse für irgendwelche Forderungen an den Westen.

https://www.theguardian.com/world/2016/jun/08/canadian-iranian-professor-arrested-iran-homa-hoodfar
The Guardian vom 8. Juni 2016
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/06/213419.php
vom 20. Chordad 1395 (9. Juni 2016)
bazdashte homa hudfar, ostade daneshgahe kunkurdya-ye kanada dar iran

http://www.amnesty.ca/news/amnesty-international-calls-immediate-and-unconditional-release-dr-homa-hoodfar
https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-117-2016/stiftungsmitarbeiterin-inhaftiert?destination=node%2F31182

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Teheran: Flash-Mob zur Feier des Schuljahresendes


In der Kurusch-Passage in Teheran

Am Mittwoch vergangene Woche (8. Juni 2016) versammelten sich Jugendliche nach Verabredung über das soziale Netzwerk (Seiten wie telegram und instagram) in der Kurusch-Einkaufspassage in Teheran und im Wasser-und-Feuer-Park von Teheran, um das Ende des Schuljahrs zu feiern. Den Staatsorganen war dieses suspekt, sie sperrten zwei Eingänge der Kurusch-Passage und setzten Tränengas ein, um die friedliche Versammlung aufzulösen. Es waren vielleicht 3000 Jugendliche gekommen.

Von einer anderen angekündigten Versammlung im Bustan-Park im Süden Teherans erfuhren die sogenannten Sicherheitskräfte frühzeitig, so dass sie den ersten Aufrufer zum Verhör vorladen konnten und das Treffen abgeblasen wurde.

Solche spontanen Versammlungen wurden auch schon benutzt, um vor der Schulbehörde gegen zu schwere Prüfungen zu protestieren. Diese Proteste fanden allerdings nicht ihren Weg in die Medien.


vor der Kurusch-Passage

Wie man sieht, nutzt auch die iranische Jugend die neuen Technologien, und noch hat der Unterdrückungsapparat Mühe, damit Schritt zu halten. Die Volksrepublik China mit ihrem ausgefeilten Zensurapparat ist dem Iran da weit voraus…


Die Polizei – der treue Begleiter von Jugendprotesten…

Quellen:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=110260
vom 19. Chordad 1395 (08.06.2016)
°aks / mitinge jawanane daheye haftadiha wa hashtadiha dar pasazhe kurush

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/06/213473.php
vom 21. Chordad 1395 (10.06.2016)
tajammo°e jawanan dar parke ab wa atash tawassote mamuran be xoshunat keshide shod

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Kindesmissbrauch – nicht nur bei der Katholischen Kirche


In der Mitte: Mohammad Gandom-Neschade Tussi, kurz Sa’id Tussi

Mohammad Gandom-Neschade Tussi, kurz Sa’id Tussi genannt, ist ein berühmter Mann im Iran. Er gehört zu den Koran-Vorlesern, die in der Gunst des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i stehen und zu verschiedenen Anlässen geladen werden, um aus dem Koran zu lesen.
Koran hin, Koran her, sein Umgang mit Kindern, die das Koranlesen bei ihm Lernen wollten, würde nicht nur im Iran, sondern auch in westlichen Staaten unter das Strafgesetzbuch fallen, Kategorie: Missbrauch von Minderjährigen. Seit über fünf Jahren sind deshalb gegen ihn die Klagen der Eltern von fünf Kindern anhängig, ohne Erfolg. Die Staatsanwaltschaft stellte zwar die Daten zusammen, aber die Justiz, die sich sonst nicht gerade durch Schnelligkeit auszeichnete, lehnte die Anzeige schon nach einem Tag als unbegründet ab. Die Eltern der Opfer ließen nicht locker, ihre Anwälte wandten sich mit einem erneuten Klageantrag an Dscha’far Doulatabadi, den Staatsanwalt der Stadt Teheran. Dieser lehnte eine Klageerhebung ab. Der mutmaßliche Täter, Sa‘id Tussi, wurde rasch auf freien Fuß gesetzt und nutzte die Zeit, die Eltern der betroffenen Kinder zu bedrohen oder ihnen Geld anzubieten, wenn sie die Klage zurückziehen. Die Eltern gingen nicht darauf ein, so dass die Angelegenheit nach den Regeln der islamischen Justiz noch nicht abgeschlossen ist.
Die Webseite Amad-News hat nun den Fall aufgegriffen und die Vorwürfe aus den Akten veröffentlicht. Das sollte den Druck auf die Justiz erhöhen, sich des Falls endlich ernsthaft anzunehmen.
Eine erste Reaktion gab es auch schon. Vergangene Woche, am 7. Juni 2016, war Sa’id Tussi vom Religiösen Führer eingeladen worden, öffentlich zum Fest des Fastenbrechens am ersten Tag des Fastenmonats Ramadan aus dem Koran zu lesen. Die Botschaft ist klar: Lasst die Finger weg von ihm, er steht unter meinem Schutz.
Wie wir sehen, halten nicht nur Bischöfe ihre schützende Hand über den sexuellen Missbrauch von Jugendlichen durch Geistliche, in der Islamischen Republik Iran geht es den Opfern nicht besser. Solange die Herrschaft der Geistlichen nicht beendet wird, besteht auch wenig Hoffnung auf Gerechtigkeit. Aber immerhin hat die Veröffentlichung der Vorwürfe ein Gutes. Die Eltern anderer Kinder sind gewarnt, sie werden es sich wohl überlegen, ob sie diesem Mann ihre Kinder anvertrauen.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/06/213559.php
vom 24. Chordad 1395 (13.06.2016)
qari-ye qor’an mottaham-e a°mal-e manafi-ye °effat, nazde rahbari raft

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Bankrotterklärung für das islamische Modell Iran

Der iranische Innenminister, Abdolreza Rahmani Fazli, hat am Montag, den 5.6.2016 im iranischen Parlament eine Rede gehalten und dabei u.a. erschütternde Statistiken vorgestellt, die die Islamische Revolution im Iran als gescheitert erscheinen lassen.

Von den ca. 80 Millionen EinwohnerInnen des Irans sollen laut Innenminister 11 Millionen in Slums wohnen. Diese Slums verteilen sich auf Teheran und alle größeren Städte des Irans, insgesamt gibt es 2700 verschiedene Slums.

5,5 Mio. EinwohnerInnen sind mehr oder weniger abhängig von Drogen.

In manchen Gebieten beträgt die Arbeitslosenquote 60%.

Jedes Jahr landen 600.000 Iraninnen oder Iraner im Gefängnis. Von ihnen bleiben 200.000 dauerhaft an diesem Ort, während die Übrigen wieder herauskommen.

60% der Gefängnisinsassen haben direkt oder indirekt mit Drogen zu tun.

50% der geschiedenen Frauen und Männer haben ebenfalls Drogenprobleme.

Diese gesellschaftlichen Probleme zeigen laut Abdolreza Rahmani Fazli, welche Defizite im Bereich der Bildung, Kultur, Politik, Wirtschaft und der Sicherheit bestehen.

Der Innenminister sieht das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie, zw. Teheran und den übrigen Gebieten in einem Ungleichgewicht. Alles konzentriere sich auf Teheran, von dort gehe die Befehlsgewalt der Verwaltung und der Bürokratie aus und in den übrigen Landesteilen müsse man sich diesen unterordnen. Das sei nicht in Ordnung. Diese Zentralisieurng müsse geändert werden und jedes Gebiet solle seine eigenen, dezentralen Verwaltungsstrukturen bekommen.

Bemerkenswert war sein Hinweis darauf, dass allein in Teheran, Maschad und Ahwas über 3 Mio. SlumbewohnerInnen leben. Zwischen den Zeilen kann man darin eine Warnung vor der Gefahr lesen, die von so vielen unzufriedenen Menschen ausgehen kann, wenn sie sich gegen den Staat erheben.

Die Rede des Innenministers kann man indirekt als einen Versuch interpretieren, das neue Parlament aufzurütteln und ihm zu sagen, dass es so nicht weiter gehen kann, wenn man das islamische Modell retten möchte.

Die Zahlen des Innenministers sind in vielen Fällen noch untertrieben. Letztlich sind sie eine Bankrotterklärung für das islamische Modell Iran.

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Proteste gegen harte Strafen für protestierende Arbeiter

17 Arbeiter wurden vor Kurzem zu Gefängnisstrafen zwischen 37 Monaten und 5 Jahren verurteilt, zu 20 bis 50 Peitschenschlägen und zu einer Geldstrafe von 500.000 Tuman. Viele Organisationen kritisierten das inzwischen, darunter auch 52 islamische Studentenvereine.

Gegen die Auspeitschung und die weiteren harten Strafen für die 17 Arbeiter des Goldbergwerks Aq-Dare (Nordwestiran) protestieren inzwischen Menschenrechtsorganisationen im Ausland, die iranische Lehrergewerkschaft, Die Gewerkschaft der Fabrikarbeiter, der iranische Schriftstellerverein. Sie haben ihre Proteste auf Ihren Webseiten im Internet verbreitet.

Darüberhinaus haben 52 Islamische Studentenvereine eine gemeinsame Protest-Erklärung herausgegeben. Sie verteilen diese Erklärung in hohehr Auflage in gedruckter Form an ihren Universitäten.

In der Erklärungen kritisieren die 52 Studentenvereine zunächst, dass weder in den Medien der Prizipialisten noch in den Medien der Reformisten über die Verurteilung und Bestrafung berichtet wurde. Sie halten die Bestrafung für nicht rechten und für sehr sehr hart.

Die Islamischen Studentenvereine sind der Ansicht, dass es im Iran in diesen Zeiten für Arbeitslose oder Entlassene praktisch keine Möglichkeit gibt, ihre Stimme zu erheben und ihren Unmut kundzutun. Nicht viel anders geht es auch denjenigen, die noch einen Arbeitsplatz haben.

Während einfache Leute wie diese 17 Arbeiter für geringste Vergehen hart bestraft werden, liefen laut dieser Erklärung korrupte Führungspersonen aus der Verwaltung in Freiheit herum und bräuchten eine Strafverfolgung nicht zu fürchten, selbst wenn sie vor Gericht geladen würden.

Während Seda und Sima, der staatliche Fernseh- und Radiosender ausführlich über jede Kleinigkeit im Ausland berichte, würde er nicht über solch gewichtigen Vorkommnisse im Iran selbst berichten.

Die Erklärung endet neben verschiedenen Forderungen mit einer Verurteilung der Bestrafung dieser 17 Arbeiter und der Forderung nach einer Ermittlung gegen alle an diesem Urteil beteiligten Personen samt ihrer Bestrafung nach den Regel der islamischen Verfassung. Sie hoffen, dass auch das iranische Parlament noch öffentlich gegen diese Bestrafung der 17 Arbeiter Stellung bezieht.

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Iran – Ewin-Gefängnis: Anhänger von Mohammad Ali Taheri protestieren


„Ansicht des Menschen“ – von der Webseite von Erfan Halgheh

Gestern, den 5. Juni 2016, versammelten sich Anhänger von Mohammad Ali Taheri vor dem Ewin-Gefängnis in Teheran. Mohammad Ali Taheri war 2011 unter anderem wegen „Blasphemie“ zu 74 Peitschenhieben und außerdem zu einer Geldstrafe von 900 Millionen Tuman verurteilt worden. Im August 2015 wurde er vom Revolutionstribunal wegen „Verderbnis auf Erden“ zum Tode verurteilt. Er hatte eine philosophisch-mystisch-esoterische Denkschule gegründet, die unter dem Namen Erfan Halgheh bekannt ist. Die Anhänger, die offen für ihn eintreten, wurden selbst schon von den Behörden verfolgt und vor Gericht gestellt, aber sie geben nicht nach.

http://www.kanoonjb.co/index.php/human-rights/news/item/2582-mysticism-fans-gathered-in-front-of-evin-prison-ring
https://en.wikipedia.org/wiki/Mohammad_Ali_Taheri
Webseite von Erfan-Halgheh:
http://www.halghehacademy.com/

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Iran: „Trockener Hungerstreik“ eines inhaftierten Journalisten

Der iranische Journalist Ehsan Masandarani, der im Gefängnis sitzt und einen Hungerstreik eröffnet hatte, hat am Sonntag, den 5. Juni 2016, wegen der demütigenden und beleidigenden Behandlung durch die Gefängnisbehörden und aus Protest gegen die Schläge, die er im Krankenhaus erhalten hat, einen „trockenen Hungerstreik“ eröffnet, bei dem er auch keine Flüssigkeit zu sich nimmt.
Ehsan Masandarani war vergangenen Dienstag ins Sina-Krankenhaus in Teheran verlegt worden, weil er an einer Entzündung der Speiseröhre, der Lunge und der Därme litt. Im Krankenhaus wurde er von von seiner Schwester und der 11-jährigen Tochter seiner Schwester besucht. Der bewachende Pasdar beleidigte darauf die Anwesenden und vertrieb die Besucherinnen mit den Worten, sie seien keine Verwandten ersten Grades. Bei der Gelegenheit „beschlagnahmte“ der Revolutionswächter auch gleich das I-Pad des 11-jährigen Mädchens. Aus Protest gegen dieses Verhalten erklärte Ehsan Masandarani, er wolle ins Gefängnis zurück, und versuchte, sich im Bett aufzurichten. Der Pasdar stürzte sich darauf auf ihn und drückte so fest auf den rechten Arm des Patienten, an dem eine Infusionslösung angeschlossen war, dass Ehsan Masandarani ohnmächtig wurde.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=110134
vom 17. Chordad 1395 (6. Juni 2016)
ehsan mazandarani, ruznamenegare zendani, e°lame e°tesabe ghad_a’iye xoshk kard
(tamase telefoni ahmade montazeri ba xanewadeye nargese mohammadi)

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Vizechef der iranischen Justiz ignoriert die Gesetze


Hadi Sadefi ist der Vizechef der iranischen Justiz für Kulturfragen
(Kulturfragen ist im Iran häufig eine Umschreibung für ideologische Überwachung)

Hadi Sadefi ist der Vizechef der iranischen Justiz für Kulturfragen. Er hat heute öffentlich bestritten, dass es im iranischen Recht den Begriff der politischen Straftat gibt. Er kennt so etwas nicht und hält es auch nicht für nötig, über so einen Begriff zu verfügen.
Nun gut, mag man sagen, du Türkei nennt die politischen Gefangenen auch nicht politische Gefangene, sondern Terroristen, und die Parkschützer, die sich in Stuttgart gegen die illegale Baumfällung im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 wehrten und von der Polizei schwer misshandelt wurden, wurden auch nicht als politisch Verfolgte bezeichnet. Die Unterdrücker und ihre Verbündeten in den Medien sorgen in der Regel dafür, dass ihre Opfer als Verbrecher dargestellt und verleumdet werden. Warum sollte das im Iran anders sein?
Das steht hier aber nicht zur Debatte. Im Iran haben die Machthaber die politischen Gefangenen in der Regel als „Sicherheitsgefangene“ bezeichnet, also als Leute, die die Sicherheit des Landes gefährden. Das ging so lange, bis es im 2009 zur Fälschung der Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahlen kam, in deren Folge die Wahlsieger zu Verlierern erklärt wurden und Ahmadineschad ein zweites Mal zum Präsidenten deklariert wurde. Diesmal kam es zu Demonstrationen von Millionen Menschen, die um ihre Stimme betrogen wurden, und Tausende wanderten ins Gefängnis. Die Verlierer, die sogenannten Reformisten, waren aber selbst Anhänger des islamischen Systems und akzeptierten auch die Rolle des religiösen Führers. Sie bestritten daher in ihren Medien, dass der Begriff „Sicherheitsgefangene“ gerechtfertigt sei, da diese Menschen ja die islamische Republik befürworteten. So kam es schließlich zu einem Gesetz, das den Begriff politische Gefangene definierte und am Sonntag, den 5. Juni 2016, mit Unterschrift von Präsident Rouhani in Kraft getreten ist. Selbst der Wächterrat hatte an diesem Gesetz nichts auszusetzen, sonst hätte er es bedenkenlos kassiert.
Die Führung der iranischen Justiz interessiert es nicht. Die Gesetze, die ihnen nicht passen, ignorieren sie einfach und tun so, als wären sie nie verabschiedet worden.
Das sollten alle Regierungen und Unternehmen bedenken, die jetzt Geschäfte mit dem Iran beginnen. Wenn es Probleme gibt, können sie die iranische Justiz vergessen.

http://www.radiofarda.com/content/f4_deputy_iran_judiciary_reject_political_/27782466.html
vom 17. Chordad 1395 (6. Juni 2016)
mo°awene qoweye qad.a’iye : chizi be esme jorme siyasi-ra be rasmiyat nemishenasim

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Iran: Schnelle Einsatzbrigaden für Syrien und Irak


Ali Fadawi, Oberbefehlshaber der Marinestreitkräfte der Pasdaran

Der Oberbefehlshaber der Marinestreitkräfte der iranischen Revolutionswächter (Sepahe Pasdaran) Ali Fadawi hat am 6. Juni 2016 auf dem Stützpunkt einer Spezialeinheit der Marine der Pasdaran auf der Insel Farur im Persischen Golf erklärt, dass die Pasdaran „Schnelle Einsatzbrigaden“ gebildet haben und auch ausländische Kämpfer, namentlich Schiiten aus Afghanistan, dem Irak, Syrien, dem Libanon und Pakistan ausbilden. Gegenwärtig seien sie an Kämpfen in Syrien und dem Irak beteiligt.
Die Schulung und das Training vieler dieser Kämpfer erfolge durch den Pasdaran-Stützpunkt „Imam Hossein“.

http://www.radiofarda.com/content/f12-new-unit-formed-in-revolutionary-guard/27781932.html
vom 17. Chordad 1395 (6. Juni 2016)
ijade tiphaye wakoneshe sari° dar sepah wa amuzeshe razmandegane xareji

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