Iran: Gewalttätigkeit im Alltag

Ein Artikel von Mina Mehri in der Zeitung Schahrwand, der von der Webseite iran-emrooz verbreitet wird, befasst sich mit der ausufernden Kultur der Gewalt im iran.
Ohne nähere Details berichtet sie, dass der iranische Justizminister unlängst Statistiken vorgelegt habe, wonach allein im vergangenen (iranischen) Jahr 6 Millionen Verfahren wegen Tätlichkeiten (Körperverletzung) bei der iranischen Justiz eingeleitet wurden. Hinzu kommen 3 Millionen Beschwerden, die beim „Rat zur Schlichtung von Konflikten“ (Shouraye Halle Extelaf) wegen Gewalttätigkeiten eingegangen sind. Das sind 9 Millionen Fälle, bei einer Bevölkerung von 80 Millionen. Natürlich ist bei einer Gesellschaft mit einem hohen Anteil von Jugendlichen der Anteil solcher Delikte höher als bei einer Gesellschaft mit einer überalterten Bevölkerung, aber das Ausmaß der alltäglichen Gewalt scheint so groß, dass man in einer beliebigen iranischen Großstadt bei einem beliebigen Spaziergang Zeuge solcher Vorfälle wird. Auch verbale Auseinandersetzungen mit gegenseitigen Beleidigungen sind an der Tagesordnung, und sei es nur, wenn man ein Taxi benutzt.
Diese Erscheinung ist auch im modernen Gewand zu beobachten: Wenn irgendjemand auf der Welt sich den Zorn iranischer Jugendlicher zugezogen hat, kann es leicht passieren, dass er auf seinem Facebook-Account oder ähnlichen Seiten eine Flut von Beleidigungen vorfindet.
Über die Ursachen schreibt die Autorin nichts.
Sicher ist eins: In einem Staat, in dem das Recht nichts zählt und Korruption überall anzutreffen ist, ist Selbstjustiz eine übliche Reaktion. Es gilt das Recht des Stärkeren. Der Staat macht es vor.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/63169/
vom 13.07.2016
rawaje xoshunat dar beyne iranian

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