Archiv für August 2016

Russland startet Bomber von iranischem Flugplatz in Hamedan

Iranische Medien berichten seit heute davon, dass zwischen Russland und dem Iran ein Abkommen besteht, dass es russischen Bombern erlaubt, für ihre Flüge nach Syrien einen iranischen Flugplatz in Hamedan zu nutzen. Die Nachricht stammt nicht von iranischen sondern von russischen und arabischen Nachrichtenagenturen.

Die diesbezüglichen Gespräche liefen schon länger und auch das amerikanische Außenministerium zeigte sich nicht besonders überrascht. Es bemerkte lediglich, dass dies den Beziehungen zwischen den USA und Russland im Kampf gegen den IS schade.

Die russischen Bomber können durch die größere Nähe des iraniuschen Stützpunkts zu Syrien ihre Flugzeiten um 60 % reduzieren. Ziel ihrer Bombardierungen sind angeblich Stellungen des IS und einer weiteren IS-nahen Gruppe namens Jebhatolnasr. In den letzten Tagen seien schon fünf Stellungen bombardiert und dabei Ausrüstung, Brennstoff, Waffen sowie Munition vernichtet worden.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Irak – Iran: Pasdaran beschießen kurdisches Gebiet im Irak


beschossene kurdische Gebiete im Nordirak

Vergangenen Donnerstag wurde berichtet, dass die Artillerie der iranischen Revolutionswächter kurdisches Gebiet im Irak an der Grenze zum Iran unter heftigen Beschuss genommen hat und dabei ein 19-Jähriger ums Leben gekommen sei.
Dies ist ein weiteres Indiz für die Ausweitung des Kampfs des iranischen Regimes gegen die Kurden.

Und Jagd auf die Kurden in der Türkei
Dies erfolgt parallel zur Verschärfung der Lage der Kurden in der Türkei, wo der stellvertretende AKP-Generalsekretär und Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu erklärt hat, dass die Putschisten mit der PKK zusammengehen werden. Es gebe zwar keine Beweise, aber die würden noch kommen…

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=75104
vom 21. Mordad 1395 (11. August 2016)
sepahe pasdaran manateqi dar kordestane °eraq-ra golulebaran kard

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Ajatollah Montaseri – die Stimme des Gewissens

Der Sohn von Ajatollah Montaseri hat kürzlich die Tondatei einer brisanten Rede seines Vaters aus dem Jahr 1988 veröffentlicht und damit einen Skandal für das heutige Regime im Iran geschaffen. Damals hatte Montaseri versucht, der Todeskommission für die bevorstehenden Gefängnismassaker ins Gewissen zu reden und sie von ihrem Vorhaben abzubringen – vergeblich wie wir heute wissen. Die Täter von damals sitzen heute noch in den höchsten Ämtern.


Ajatollah Montaseri auf Soundcloud (Audio aus dem Jahr 1988)
hier der Link zu seiner Original-Rede: https://soundcloud.com/bbcpersian/1367a

1988 eine Massenhinrichtung an den politischen Gefangenen
Im Iran fand ab 29. Juli 1988 eine Massenhinrichtung an den politischen Gefangenen statt – die Zahl der Opfer schwankt je nach Quelle zwischen 5000 und 30000. Die Hinrichtungswelle fand aufgrund eines Erlasses von Ajatollah Chomeini statt, der die Bildung einer Hinrichtungskommission („Todeskommission“) anordnete.

Die 6 Mitglieder der Todes-Kommission
Hossein-Ali Nayeri: Er hatte den Vorsitz der Todeskommission inne. Heute ist er der stellvortretende Vorsitzende des Kassationsgerichts (Diwane Aliye Keschwar) und Vorsitzender der Disziplinarkammer für Richter (Dadgahe Entezamiye Qad.at).
Mortesa Eschraghi: Er war damals der Oberstaatsanwalt von Teheran. Er ist einer der Enkel von Ajatollah Chomeini. Heute arbeitet er als Rechtsanwalt in Teheran.
Ebrahim Ra’isi: Er war damals stellvertretender Generalstaatsanwalt des Irans. Später Generalstaatsanwalt. Jetzt führt er die reichste religiöse Stiftung im Iran, die Astane Qodse Rasawi heißt (bezieht sich auf das Heiligtum von Imam Resa in Maschhad).
Mostafa Purmohammadi: Damals vertrat er das Geheimdienstministerium in der Todeskommission. Später war er stellvertretender Leiter der Auslandsabteilung des Geheimdienstministeriums unter Ali Fallahian und Innenminister zur ersten Amtszeit von Mahmud Ahmadineschad. Es sei daran erinnert, dass der Mord von kurdischen Politikern im Mykonos-Restaurant in Berlin 1991 vom Iran aus organisiert wurde und Ali Fallahian von dem zuständigen deutschen Gericht als einer der Täter bezeichnet wurde. Heute ist Mostafa Purmohammadi Justizminister unter Hassan Rouhani.
Ali Rasini: Damals war er Vorsitzender der Sondergerichte für Kriegsvergehen und hatte den Rang eines Hodschatoleslam, inzwischen ist er zum Ajatollah aufgestiegen.
Esma’il Schuschtari: Damals Chef sämtlicher Gefängnisse. Nach Abschluss der Hinrichtungswelle war er 16 Jahre lang Justizminister. Heute ist er Leiter der Sonderuntersuchungsbehörde des Präsidialamts (unter Präsident Hassan Rouhani).


sitzend Ajatollah Montaseri, stehen sein Sohn Ahmad Montaseri (ein altes Foto)

Ajatollah Montaseri
Ajatollah Hossein-Ali Montaseri war ein konservativer Geistlicher, der schon zur Schahzeit wegen seiner Überzeugung hinter Gittern saß. Er war ein gläubiger Mensch und überzeugter Anhänger der Herrschaft des Rechtsgelehrten. Bis Juli 1988 war er Stellvertreter des Rechtsgelehrten, das heißt, er war als Nachfolger von Ajatollah Chomeini vorgesehen, falls dieser sterben sollte. Zugleich war er ein Mensch, dem der Glaube wichtig war und nicht die Macht.
Als Ajatollah Montaseri von der anrollenden Hinrichtungswelle 1988 erfuhr, schrieb er zwei Briefe an Ajatollah Chomeini, um gegen die Massaker zu protestieren und sie zu stoppen. Ajatollah Chomeini antwortete ihm nicht, statt dessen schickte er die Todeskommission zu ihm, die ihn überzeugen sollte. Ajatollah Montaseri versuchte, den Mitgliedern der Kommission ins Gewissen zu reden. Er sagte wörtlich: „Das größte Verbrechen, das in der Islamischen Republik begangen wurde und wofür uns die Geschichte verurteilt, wurde von Ihnen begangen. Ihr Name wird in Zukunft als Name von Verbrechern in die Geschichte eingehen.“
Seine Rede dauerte nur 40 Minuten, aber mit dieser Rede war das Schicksal von Ajatollah Montaseri besiegelt. Vorbei war es mit der Rolle des Kronprinzen, stattdessen wurde sogenannter Hausarrest über ihn verhängt und erhielt ein Lehrverbot. Aber er ist seinem Gewissen treu geblieben, und so wurde sein Begräbnis im Jahr 2009, dem Jahr, in dem Chomeinis Nachfolger Chamene’i als Wahlfälscher in die iranische Geschichte einging, zu einer Demonstration von Milliionen Iranern gegen das Regime.

Die Stimme des Toten – ein Staatsgeheimnis?
Jetzt hat sein Sohn Ahmad Montaseri die Tondatei von dieser Rede im Iran veröffentlicht. Es war, wie wenn man Wasser in einen Ameisenhaufen gießt. Alle Mittäter und ihre Erben wurden aktiv. Die Pasdaran erklärten, entweder sei er ein naiver Mensch oder ein Spion. Er wurde auch schon vom Gericht vorgeladen. Ihm wird vorgeworfen, Staatsgeheimnisse veröffentlicht zu haben. Aber der Geist ist aus der Flasche gelassen, Dank Internet wird es nicht mehr möglich sein, diese Worte zu löschen.

Und die Reformer?
Mostafa Tadschsade, ein in Teheran lebender sogenannter Reformpolitiker, erklärte gegenüber Radio Farda, dass die Machthaber sich für das Massaker entschuldigen sollten – wobei er die hingerichteten Volksmudschahedin von dieser Entschuldigung ausnahm. Kein Wort davon, dass die Täter vor Gericht gestellt werden sollten. Aber wir wollen ihn nicht richten. Er lebt im Iran, und wie wir sehen, sind die Täter von damals auch Täter von heute.

Quellen:
https://soundcloud.com/bbcpersian/1367a
Ajatollah Montaseri auf Soundcloud (Audio aus dem Jahr 1988)

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/08/215994.php
vom Donnerstag, den 21. Mordad 1395 (11. August 2016)
wakoneshe ‚mojahedine xalq‘ be enteshare soxanane montazeri dar bareye e°damhaye sale 67
(enthält eine Übersicht über die Mitglieder der Todeskommission 1988)

http://www.radiofarda.com/a/f12-tajzadeh-on-1988-executions-in-iran/27920336.html
vom 24. Mordad 1395 (14. August 2016)
darxaste tajzade baraye °od_rxahiye hakemiyat az mellat be xatere e°damhaye 67
(Ansichten des in Teheran lebenden sogenannten Reformers Mostafa Tadschsade zu den Hinrichungen von 1988)

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/63752/
vom 25. Mordad 1395 (15. August 2016)
ahmade montazeri be dadgah ehd.ar shod
(Verfolgung von Montaseris Sohn wegen der Veröffentlichung der Tondatei von der Rede seines Vaters)

http://pezhvakeiran.com/maghaleh-29823.html
vom 15.08.2016
ba chehreye morted.a eshraghi °od.we heyate koshtare 67 ashna shawim
von Iraj Mesdaqi (Lebenslauf von Mortesa Eschraghi)

http://www.ayatollahrazini.com/%d8%b2%d9%86%d8%af%da%af%db%8c-%d9%86%d8%a7%d9%85%d9%87/
Lebenslauf von Ali Rasini

http://www.asriran.com/fa/news/318818/%D9%85%D8%AD%D9%85%D8%AF-%D8%A7%D8%B3%D9%85%D8%A7%D8%B9%DB%8C%D9%84-%D8%B4%D9%88%D8%B4%D8%AA%D8%B1%DB%8C-%D8%B1%DB%8C%DB%8C%D8%B3-%D8%AF%D9%81%D8%AA%D8%B1-%D8%A8%D8%A7%D8%B2%D8%B1%D8%B3%DB%8C-%D9%88%DB%8C%DA%98%D9%87-%D8%B1%DB%8C%DB%8C%D8%B3-%D8%AC%D9%85%D9%87%D9%88%D8%B1-%D8%B4%D8%AF
vom 04. Februar 2014, aktuelle Position von Esma’il Schuschtari

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Erdogan statt Christo: Enthüllungskünstler statt Verpackungskünstler


Hakkari – an der iranisch-irakischen Grenze

Am 2. August 2016 wurde bekannt gegeben, dass die türkischen Provinzen (mit kurdischer Bevölkerungsmehrheit) Hakkari und Şırnak ihren Status als Provinz (il) verlieren und zum Landkreis (ilçe) herabgestuft werden sollen.


Şırnak – unweit der syrisch-irakischen Grenze

Hakkari soll dann in Çölemerik (entsprechend der kurdischen Bezeichnung) umbenannt werden, Şırnak soll dann Nuh (Noah) heißen – so heißt die Stadt auch auf Kurdisch nicht. Die Umbenennungen sind somit wohl ein weiteres Zeichen des Sieges. Nicht nur die Städte wurden durch den Krieg seit 2015 der Erdoberfläche gleich gemacht, nun soll auch ihr Name aus der Erinnerung getilgt werden. Und während die Arche Noah ein Symbol der Rettung ist, sind die Trümmer Şırnaks ein Mahnmal der Zerstörung durch die türkische Armee und die Politik Erdogans (sowie des Städtekriegs der PKK).
Statt Hakkari soll der Landkreis Yüksekova zur Provinz aufgewertet werden, statt Şırnak der Landkreis Cizre. Während Şırnak erst seit 1990 unter Turgut Özal als Provinz geschaffen wurde – wohl aus militärischen Gründen, war Hakkari 1926 das erste Mal und seit 1936 dauerhaft eine eigene Provinz. Entsprechend droht die Bevölkerung mit Auswanderung in den Irak, falls das Gesetz verabschiedet werden sollte.
Häufig dienen Veränderungen von Verwaltungsgrenzen dazu, bestimmte Wählergruppen zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Im konkreten Fall liegt das Motiv allerdings nicht auf der Hand, denn Erdogan hat die beiden künftigen Provinzzentren Yüksekova und Cizre so gründliche zerbomben lassen, dass man ihn geradezu als das krasse Gegenstück zum Verpackungskünstler Christo bezeichnen kann.
Hier Fotos aus Yüksekova von diesem Jahr:

Und hier Fotos aus Cizre von diesem Jahr:

Das einzige, was von diesen Orten bleibt, sind die Menschen, und es bleibt zu hoffen, dass sie Erdogan überleben.

http://www.birgun.net/haber-detay/hakkarililerden-ilce-tepkisi-irak-a-goc-ederiz-123977.html

12.08.2016 17:04 GÜNCEL

http://www.diken.com.tr/cizre-ve-yuksekova-il-olacak-hakkari-ve-sirnakin-isimleri-degistirilecek/
02/08/2016 10:45

https://www.evrensel.net/haber/286618/hakkari-ve-sirnak-il-olmaktan-cikariliyor

02 Ağustos 2016 10:24

http://www.agos.com.tr/tr/yazi/16069/hakkari-ve-sirnak-il-olmaktan-cikarilacak

Haber Merkezi 02.08.2016 GÜNCEL

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Türkei: Die Chancen nach dem Putsch


Kuleli Askeri Lisesi, Militärgymnasium in Istanbul, 1845 gegründet, jetzt aufgelöst

Unterordnung der militärischen Ausbildungsstätten unter das Verteidigungsministerium
Am 31. Juli 2016 wurde im Rahmen des Ausnahmezustands, der nach dem gescheiterten Putsch verhängt wurde, ein Regierungsdekret veröffentlicht, in dem es heißt: „Die Kriegsakademien, die militärischen Gymnasien und die Unteroffiziersschulen werden geschlossen; im Rahmen des Nationalen Verteidigungsministeriums wird eine neue Universität unter dem Namen „Nationale Verteidigungsuniversität“ gegründet. (“Harp Akademileri, askeri liseler ve astsubay okulları kapatılacak, Milli Savunma Bakanlığı bünyesinde, Milli Savunma Üniversitesi adıyla yeni bir üniversite kurulacak.”)
Laut Angaben des Istanbuler CHP-Abgeordneten Dursun Çiçek, der zugleich Offizier im Ruhestand ist, studierten bzw. lernten an den genannten Einrichtungen rund 25.000 Studenten bzw. Schüler.


Jandarma-Hauptsitz in Ankara

Jandarma werden dem Innenministerium untergeordnet
Am 3. August 2016 teilte Staatspräsident Erdogan öffentlich mit, dass die militarisierte Polizei Jandarma, die 1839 gegründet wurde und heute vor allem für die Unterdrückung der Kurden zuständig ist (nicht offiziell, aber de facto), nunmehr dem Innenministerium zugeordnet wird.


Journalist Hrant Dink, türkische Polizisten feierten seinen Mörder

Mord an Hrant Dink – jetzt sind die Jandarma dran
Wie schon früher berichtet, war der Mord an dem türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink unter der Aufsicht des Geheimdienstes der türkischen Jandarma erfolgt. Die Staatsanwaltschaft hatte sich vor dem Putsch geweigert, dieses Organ auch nur auf die Liste der Verdächtigen zu setzen. Jetzt ist Bewegung in die Sache gekommen. Fünf Angehörige des Jandarma-Geheimdienstes wurden in U-Haft genommen, darunter auch der ehemalige Beamte des Jandarma-Geheimdienstes in Trabzon, Ergün Yorulmaz.


Journalist Faik Bulut, als ehemaliger PLO-Kämpfer 7 Jahre in israelischer Haft

Folgen auf kurze und lange Sicht
Kurzfristig bedeutet die Übertragung der Jandarma an das Innenministerium und die direkte Kontrolle über die militärischen Schulen durch das Verteidigungsministerium eine Stärkung der Position von Staatspräsident Erdogan und der Regierungspartei AKP. Die Übertragung der Jandarma festigt den Übergang vom Militärstaat zum Polizeistaat. Die Übernahme der Ausbildung des Militärs ermöglicht Erdogan, seine Imam-Hatip-Schüler in diesen Organen unterzubringen und seinen eigenen Parallelstaat aufzubauen, wie Faik Bulut in einem lesenswerten Interview vom 11.08.2016 gegenüber Diken erklärt.
Langfristig bedeutet dieses Vorgehen allerdings eine Unterordnung der militärischen Gewalt unter die zivile Gewalt, eine der Voraussetzungen für eine demokratische Türkei. Bis dahin ist es allerdings noch ein langer Weg. Ein Polizeistaat, in dem alle Richter und Staatsanwälte in der Hand des Präsidenten sind und ihm gehorchen müssen, wenn sie morgen nicht selber in den Knast wandern wollen, erinnert an die realsozialistischen Staaten, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Osteuropa geschaffen wurden. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis diese Phase überwunden war. Allerdings war sie an die KP und ihre Strukturen gebunden, während das System in der Türkei an die Person Erdogans gebunden ist und daher nicht so langfristig angelegt ist.

Aufrollen politischer Prozesse
Die Verhaftung der Jandarma-Geheimdienstbeamten im Mordfall Hrant Dink würde es ermöglichen, die staatlichen Verstrickungen in den Mord deutlich zu machen. Allerdings sieht es eher danach aus, dass Erdogan jetzt die politischen Prozesse der Vergangenheit alle den „Parallelstrukturen“ von Fethullah Gülen in die Schuhe schieben will, so als hätten er und seine Minister in der Vergangenheit nie die Zeitung gelesen und wüssten nicht, was in den Prozessen Ergenekon, Balyoz oder im Fall Hrant Dink gelaufen ist. Insofern ist selbst diese Verhaftung von mutmaßlich Schuldigen kein Versuch, dieses staatliche Verbrechen aufzuklären.


Rechtsanwältin Eren Keskin

Gefängnisse braucht das Land?
Bedenklich stimmt die Tatsache, dass die Anwälte, die den ehemaligen Staatssicherheitsdirektor Ali Fuat Yılmazer (eski Emniyet Müdürü) und den ehemaligen Leiter der Geheimdienstbehörde der Staatssicherheit Ramazan Akyürek (eski Emniyet İstihbarat Daire başkanı) in Zusammenhang mit dem Mordfall Hrant Dink verteidigten, ihr Mandat niedergelegt haben. In letzter Zeit gab es auch Verhaftungen von Rechtsanwälten als angebliche Mitglieder der Fethullah-Terror-Organisation, so dass nunmehr nur noch überzeugte Demokraten, die auch Haft für ihre Anwaltstätigkeit in Kauf nehmen – wie Eren Keskin, überhaupt noch engagiert für ihre Mandanten eintreten werden. Und Eren Keskin steht selbst schon wieder vor dem nächsten Haftaufenthalt. In einem kann man sicher sein. Die Kurden und die Menschenrechtsstrukturen sind die nächsten, die sich Erdogan vorknöpfen wird.

http://www.diken.com.tr/chpli-cicek-askeri-okullarin-kapatilmasindan-genelkurmay-baskani-da-rahatsiz/
11.08.2016

http://www.diken.com.tr/gazeteci-faik-bulut-amac-erdogani-devirmek-degildi/
11.08.2016 (Interview mit Faik Bulut).

http://www.diken.com.tr/dink-davasinda-sekiz-jandarma-istihbarat-gorevlisi-icin-tutuklama-talebi/
10.08.2016

http://www.diken.com.tr/darbe-girisimi-tutuklu-sayisi-13-bin-519a-yukseldi-2/
03.08.2016

https://twitter.com/keskineren1?lang=de

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Der Zorn der neuen Generation

Leserbrief zur Musik von Shahin Najafi, einem Rapper aus dem Iran, der in Deutschland im Exil lebt. Augrund seiner Texte muss er hier unter polizeilichen Personenschutz leben, weil gegen ihn ein Todesfatwa ausgesprochen wurde.


Youtube – Seite von Shahin Najafi

Ein Leserbrief
Die Webseite www.pyknet.net ist die Nachrichtenseite der iranischen Tudeh-Partei, zu Sowjetzeiten also der moskautreuen Kommunisten. Sie druckte am 10. August 2016 einen leicht überarbeiteten Leserbrief einer Iranerin namens Elham Motlaqi an ihren Chefredakteur ab. Der Chefredakteur hatte wohl in einer Antwort auf eine Leserfrage zu Shahin Najafi (Schahin Nadschafi) geschrieben, dass er diesen Mann nicht kenne und generell von der heutigen iranischen Musik und den heutigen Lieder nicht viel halte.

Die Generation zwischen 17 und etwas über 30
Die Leserin schrieb darauf an ihn, dass Sie zu der Generation gehöre, die jetzt zwischen 17 und etwas über 30 Jahre alt sei, die also weder die Zeit vor der Revolution noch die Revolution von 1979 miterlebt habe und einzig und allein in diesem Staat aufgewachsen sei. Auf Schahin Nadschafi, der unter anderem Rapp-Lieder schreibt und singt, sei sie per Zufall im Internet gestoßen. Seine Texte hätten sie sofort angesprochen, er spreche das an, was die junge Generation heute bewege. Seine Themen seien die sozialen Erscheinungen des iranischen Alltags: Drogensucht, Kinderarbeit, Wühlen im Müll, Prostitution…

Aufklärung mit Ohrfeigen
Sie berichtet auch von ihren eigenen Erfahrungen, als sie mit 24 eigene Gedichte ans Ministerium für religiöse Aufklärung geschickt hatte, um eine Erlaubnis zur Veröffentlichung zu erhalten. Sie sei dann zum Ministerium gerufen worden. Der Beamte habe zu ihr gesagt, sie solle die Tür zumachen, und ihr dann eine Ohrfeige geknallt und sie mit dem Wort Fahesche (Hure) beschimpft. Warum? Weil sie in ihren Gedichten das Wort zananegi (Bezeichnung für das weibliche Geschlechtsorgan) verwendet hatte und die Brüste mit einer Handgranate verglichen hatte.
Später sei sie ein zweites Mal von ihrem Mann geohrfeigt worden, weil sie vor seinen Augen die Schnapsflasche ins Klo ausgeleert hatte und ihn als Mensch mit zwei Gesichtern bezeichnet hatte, weil er am Arbeitsplatz so den Frommen rauskehrt.

Vulgär sind die Ajatollahs
Wenn dem Chefredakteur die Melodien und die Reimkunst der neuen Sänger und Sängerinnen auch nicht gefalle, so seien es doch gerade sie, die die Themen der jungen Generation anspreche, so Sängerinnen und Sänger wie Yaghma Golru‘i, Mahdi Mussawi, Fateme Extessari, die zum Teil fliehen mussten.
Ihre Lieder und Auftritt sprechen auch von der Gewalt und Vergewaltigung von Gefangenen im Gefängnis.
Wer die vulgäre Wortwahl der jungen Generation kritisiere, dürfe nicht vergessen, in was für einem Staat sie lebten: Ein Ajatollah in Qom bezeichnete Männer, die nicht auf die Verschleierung der Frauen achten, als dayuth, als Kuppler und Zuhälter, der die eigene Frau verkauft, und das kommt dann in den staatlichen Medien an vorderster Stelle. Geht es vulgärer?
Angehörige der Bassidschi-Milizen beleidigen die Tochter von Ajatollah Haschemi Rafsandschani als Hure (dschende laschi) und verbreiten dies sogar über einen youtube-Film. Das ist die „Höflichkeit“ der Machthaber.

Chawaran – der Islamische Staat der Ajatollahs
Die Leserin Elham Motlaqi schreibt auch von einem anderen Text von Schahin Nadschafi, der als Antwort auf die Worte eines angeblich fortschrittlichen Reformisten: „Was geschehen ist, ist geschehen, ihr braucht Chawaran nicht immer zu wiederholen“ sang: „Chawaran-ra faramusch nakonid“ – Vergesst Chawaran nicht. Chawaran ist ein Friedhof vor Teheran, auf dem das Regime die Toten des Gefängnismassakers, das auf Anordnung von Ajatollah Chomeini zum Ende des iranisch-irakischen Krieges in den iranischen Gefängnissen verübt wurde, mit Bulldozern beerdigt hatte.
Ein Kapitel, das das Regime gern verheimlicht, so dass gerade das Lied von Schahin Nadschafi die junge Generation darauf stößt.
Schahin Nadschafi lebt übrigens in Deutschland im Exil, sein Lied „Naghi“ hatte eine Mordfatwa im Iran zur Folge, so dass er ähnlich gefährdet ist wie Salman Rushdie (Autor der „Satanischen Verse“), nur dass er nicht berühmt ist.

http://www.pyknet.net/1395/08mordad/20/page/enghelab.php
vom 20. Mordad 1395 (10. August 2016)
anche dar jame°e mi god_arad enqelab-ra az cheshme mardom andaxte
elham motlaqi

https://de.wikipedia.org/wiki/Shahin_Najafi
vom 12.08.2016

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Sunnitischer Geistlicher kritisiert Hinrichtungswelle im Iran

Moulawi Abdulhamid, der Freitags-Imam der Sunniten in Sahedan, der Hauptstadt der Region Sistan und Balutschistan, hat am vergangenen Freitag, 5. 8. 2016, in seiner Freitagspredigt die kürzlich bekannt gewordenen Hinrichtungen von 20 Sunniten im Iran kritisiert. Er drückte sich dabei sehr vorsichtig aus. So meinte er, dass die Hinrichtungen angesichts der heiklen Bedingungen in der Region keine große Weitsicht verraten.
Er wies darauf hin, dass unter den sunnitischen Rechtsgelehrten (wohl im Iran) die Meinung herrsche, dass man sehr vorsichtig mit der Todesstrafe umgehen müsse. Er sprach sich auch dafür aus, die Gesetze zu revidieren, um die Zahl der Tatbestände auf ein Minimum zu reduzieren, für die die Todesstrafe verhängt werden könne. Er äußerte die Empfehlung, dass man Personen, die nicht Mörder oder direkte Täter sind, verzeihen solle, das heißt, dass diese nicht zum Tode verurteilt werden sollten.

http://www.radiofarda.com/a/o2-abdolhamid-on-sunni-execution/27902887.html
vom 15. Mordad 1395 (5. August 2016)
Moulawi Abdolhamid az e°damhaye axir dar iran enteqad kard

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Kurdistan: Überfall auf Polizeiwache

In Sardascht, das auf iranischer Seite an der Grenze zur „Autonomen Region Kurdistan“ des Nordiraks liegt und zur iranische Provinz West-Aserbaidschan gehört, wurde am vergangenen Montag, den 8. August 2016, ein bewaffneter Angriff auf eine Polizeiwache verübt. Die Täter warfen vom Motorrad aus drei Blendgranaten in Richtung der Wache. Dabei gingen mehrere Fensterscheiben in der Umgebung in Bruch. Anschließend soll es einen zehnminütigen Schusswechsel zwischen Angreifern und Sicherheitskräften gegeben haben. Die Täter sind bislang noch unbekannt.
In den jüngsten Tagen wurden 20 kurdische Gefangene sunnitischen Glaubensbekenntnisses im Iran hingerichtet.

http://www.radiofarda.com/a/f4_gunmen_attack_sardasht_police_office_iran/27910958.html
vom 19. Mordad 1395 (9. August 2016)
hamleye afrade mosallah be yek kalantari dar shahre sardasht

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Hinrichtung eines Atomphysikers


Sprecher der iranischen Justiz Gholamhossein Mohseni Esche’i

Schahram Amiri, ein iranischer Atomphysiker, hat eine bewegte Vergangenheit. Erst hieß es, er sei im Jahr 2009 auf einer Pilgerreise nach Mekka verschwunden. Dann tauchte er in den USA auf und beantragte Asyl. 2010 flog er wieder in den Iran zurück und erklärte, er sei in die USA entführt worden. Er wurde am Flughafen mit Blumen empfangen und als Held gefeiert. Aber es dauerte nicht lange, da wurde er verhaftet.

Am vergangenen Mittwoch, den 3. August 2016, wurde er hingerichtet. Die Hinrichtung wurde am Sonntag, den 7. August 2016, vom Sprecher der iranischen Justiz Gholamhossein Mohseni Esche’i, bestätigt. Schahram Amiri habe dem Erzfeind, den USA, lebenswichtige Informationen übergeben. Deshalb sei er zum Tode verurteilt worden. Auch nach dem Urteil habe er keine Spur von Reue gezeigt, obwohl er Gelegenheit dazu gehabt habe. „Reue“ – toube – hat im politischen Kontext der Islamischen Republik Iran ein besonderes Geschmäckle. Es bedeutet meist, dass man bereit ist, vor laufender Kamera sich selbst und alle möglichen anderen zu belasten, die dann mit ins Verderben gerissen werden. Wer nicht bereut, hat in der Regel massiven Erpressungsversuchen und evtl. auch der Folter widerstanden. Und das ist diesem Menschen hoch anzurechnen.

http://www.radiofarda.com/a/f12-iran-confirms-execution-shahram-amiri/27905984.html

vom Sonntag, 17. Mordad 1395 (7. August 2016)

qowweye qad.a’iyeye iran e°dame shahram amiri-ra ta’yid kard

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/08/215842.php

vom Montag, 18. Mordad 1395 (8. August 2016)

Shahram Amiri kist?

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Todesstrafe im Iran: 20 Hinrichtungen an einem Tag


Generalstaatsanwalt des Irans Mohammad Dschawad Montaseri

Der Generalstaatsanwalt des Irans Mohammad Dschawad Montaseri hat am Donnerstag, den 14. Mordad, bekannt gegeben, dass 20 Personen, die in drei iranischen Provinzen „terroristische Aktivitäten“ ausgeübt hätten, hingerichtet worden seien. Diese Personen hätten unter dem Einfluss von religiös extremistischen Gruppen gestanden. Laut iranischen Medien seien die 20 am Dienstag im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr in Karadsch hingerichtet worden. In den vergangenen Tagen hatten die Justizbehörde der Region Kurdistan und das iranische Geheimdienstministerium eine Erklärung herausgegeben, in der die Hingerichteten als Mitglieder einer Gruppe „Touhid wa Dschahad“ bezeichnet wurden. Die Vorwürfe gegen die Gruppe beinhalteten unter anderem, sie hätten vergiftete Schokolade (Pralinen) unter militärischem Personal in Sanandadsch verteilt und zwei sunnitische Geistliche – Mamusta Scheich ol-Eslam, Vertreter der Region Kurdistan im Expertenrat, und Mamusta Borhan Aali – ermordet.
Ein Teil der Hingerichteten hatte vergangenes Jahr erklärt, dass sie in der Haft unter Folter zu einem „Geständnis“ gezwungen worden seien.

http://www.radiofarda.com/a/f4_iran_general_prosecutor_20_execution_terror_group/27900369.html

vom 14. Mordad 1395 (4. August 2016)
dadsetane kolle iran te°dade afrade e°dam shodeye goruhe touhid wa jahad ra 20 nafar e°lam kard

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Syrien: Deutscher Kriegsbeitrag

Nach der Armenien-Resolution des deutschen Bundestags hatte die türkische Regierung dem CDU-Abgeordneten und Staatssekretär im Verteidigungsministerium der Bundesrepublik Deutschland Ralf Brauksiepe den Besuch deutscher Einheiten im türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik bei Adana verweigert. Damit stand deren Anwesenheit in der Türkei einmal kurz im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli 2016 kursieren in der Türkei verschiedene Behauptungen, die US-Einheiten an diesem Luftwaffenstützpunkt seien ebenfalls in den Putsch verwickelt gewesen. Als „Beweise“ dienen in der Regel Äußerungen von US-Militärs, dass die derzeitige Verhaftungswelle in der Türkei dazu geführt habe, dass man keine Ansprechspartner mehr habe. Auch die deutschen Militärs haben wohl ähnliche Probleme. Die Tageszeitung diken berichtet bei dieser Gelegenheit, dass derzeit in Zusammenhang mit dem Kampf gegen die IS („Islamischer Staat“) in Syrien 238 deutsche Soldaten in Incirlik Dienst leisteten. Sie seien seit Beginn ihrer Aktivitäten („Aufklärungsflüge“, so nennt man Flüge, mit denen Ziele für Bombardierungen ausgekundschaftet werden, und Flüge mit Tankflugzeugen) insgesamt 600 Mal von der Basis Incirlik gestartet. Derzeit würden sie nur kurze Flüge zu „Verteidigungszwecken“ vornehmen.

http://www.diken.com.tr/turk-muhatap-bulamayan-incirlik-ussundeki-alman-birlikleri-icin-ek-guvenlik-onlemi/
03.08.2016

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

10 Millionen Sunniten im Iran

Obwohl die Sunniten im Iran eine beachtliche religiöse Minderheit darstellen, geizt der Staat mit amtlichen Angaben. Der einzige, der wohl Zugang zu solchen Daten hatte und sich traute, sie zu veröffentlichen, war Doktor Mehdi Chas°ali (Khaz°ali). Die Sunniten im Iran sind bevorzugt in Balutschistan, Chusistan, Kurdistan und einem Teil von Torkaman-Sahra (wo Turkmenen leben) anzutreffen und somit unter folgenden Volksgruppen häufig: Balutschen, Arabern, Kurden und Turkmenen. Natürlich leben auch in den Großstädten Sunniten. Sunniten finden sich auch unter Aseris, Persern und anderen Volksgruppen, dort aber deutlich in der Minderheit.

http://www.pyknet.net/1395/08mordad/07/page/soni.php
vom 7. Mordad 1395 (28. Juli 2016)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran – Palästina

Vergangenen Samstag, den 30. Juli 2016, trafen sich der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde und Vorsitzende der PLO Mahmud Abbas und die Vorsitzende der iranischen Volksmudschahedin Mariam Radschawi in Paris. Der Inhalt der Gespräche ist nicht bekannt.
Nach der Revolution im Iran im Jahr 1979 besuchte auch der PLO-Führer Jassir Arafat Ajatollah Chomeini, der über diese Unterstützung sehr erfreut war. Im Laufe der Zeit distanzierte sich die PLO von den Methoden der Islamischen Republik Iran und ihrer Einmischung im Palästina-Konflikt, so dass die PLO-Vertreter von den iranischen Machthabern regelmäßig als Handlanger der USA abgewertet werden. Die iranische Geistlichkeit hat infolge der Kritik auf eine Spaltung der Palästinenserbewegung hingewarbeitet und die Hamas unterstützt.
Dass jetzt PLO und die bewaffneten iranischen Volksmudschahedin miteinander reden, ist beunruhigend, deutet es doch auf mögliche Pläne bewaffneter Zusammenarbeit hin.
In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass die Demokratische Partei Kurdistans (Iran), die in letzter Zeit in bewaffnete Auseinandersetzungen mit den iranischen Pasdaran verwickelt waren, erklärt hat, dass sie von nun an die Rechte des Volkes mit Waffen „verteidigen“ werde. Dies besagt, dass sie sich offensichtlich dem bewaffneten Kampf zuwendet.
Angesichts der verstärkten Zusammenarbeit der US-Militärs mit den nordirakischen Kurden gewinnt man den Eindruck, als würden hier die Fronten für den nächsten Krieg im Nahen Osten gebildet.

Saudiarabien
Nicht nur die USA, auch Saudiarabien hat hier ein Wörtchen mitzureden. Als die iranischen Volksmudschahedin am Samstag, den 9. Juli 2016, in Paris eine Großveranstaltung mit Tausenden von Teilnehmern abhielten, erschien auch Prinz Turki al-Faysal bin Abdulaziz as-Saud, Mitglied der saudischen Königsfamilie und ehemaliger Chef des saudiarabischen Geheimdienstes. Er erklärte vor den versammelten Mudschahedin, dass auch er ein Anhänger des Sturzes des jetzigen Regimes im Iran sei. Saudiarabien und Iran sind im Jemen direkte Kriegsgegner, und in der Frage der Unterstützung von Baschar al-Assad in Syrien, in der Aufstellung von bewaffneten schiitischen Milizen im Irak oder in der Frage des Konflikts zwischen Hamas und PLO in Palästina – überall stoßen die beiden Parteien aufeinander. Werden jetzt die Koalitionen für einen Krieg im Iran geschlossen?

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=113535
vom 10. Mordad 1395 (31. Juli 2016)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Roter Urumije-See

Fotos des NASA-Forschungssatelliten Aqua ebenso wie des EU-Satelliten LandSat vom April und Juli 2016 zeigen einen Farbumschlag des Urumije-Sees im Nordwest-Iran von grün nach rot. Zu solchen Erscheinungen kommt es anscheinend, wenn der Salzgehalt dieses riesigen Salzsees steigt. Angesichts der vermehrten Wasserentnahme für die Landwirtschaft schrumpft der Urumije-See schon seit über einem Jahrzehnt kontinuierlich.
Laut Mohammad Tourian von der Universität Stuttgart kann die rote Farbe von der Alge Dunaliella salina verursacht werden. Die Alge erscheint bei normalem Salzgehalt grün, bei hoher Salzkonzentration und starker Lichteinstrahlung wird sie rot, weil sie in ihre Zellen Carotinoide zum Schutz einbaut.
Eine andere mögliche Erklärung ist die Anwesenheit von Lebewesen aus der Familie der Halobacteriaceae, die zum Reich der Archaea gehören. Diese Archäen produzieren rotes Bacteriorhodopsin zur Photosynthese.

Solche Farbumschläge sind übrigens auch hier in der Umgebung zu beobachten.
So hat sich der Seealpsee im Alpstein (Appenzell) seit 2009 mehrfach rot verfärbt. Dort haben Wissenschaftler der ETH Zürich «Tovellia sanguinea» als Ursache bestimmen. Die Alge, ein einzelliger Organismus, ist eine von über 2000 sogenannten Dinoflagellaten-Arten. Tovellia sanguinea produziert bei ausreichenden Vorräten an Stickstoff und Phosphat ebenfalls eine rote Algenblüte.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=113336
vom 7. Mordad 1395 (28. Juli 2016)
toud.ih. nasa dar bareye taghyire range daryacheye urumiye + °aks
https://de.wikipedia.org/wiki/Aqua_(Satellit)

http://earthobservatory.nasa.gov/IOTD/view.php?id=88395&eocn=home&eoci=iotd_title&utm_content=bufferd24e9&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email