Archiv für September 2016

Ajatollah Montaseri: Gegen den Schnüffelstaat


Ajatollah Montaseri spricht

Am Mittwoch, den 28.09.2016, ist im Internet ein weiteres Video einer Rede von Ajatollah Montaseri aufgetaucht, der einst der Nachfolger von Ajatollah Chomeini als religiöser Führer werden sollte und wegen seiner Kritik am Gefängnismassaker von 1988 entmachtet und unter Hausarrest gestellt wurde, bis er 2009 verstarb. In diesem Video kritisiert Ajatollah Montaseri die Einmischung sogenannter Revolutionäre ins Privatleben der Menschen. Es sei falsch, in die Wohnungen einzudringen und zu schauen, ob dort eine Flasche Alkohol im Schrank stehe oder eine Musikkassette zu finden sei. Wenn sich jemand an der Öffentlichkeit betrinke, sei das ein Grund, einzuschreiten, aber in der Privatsphäre der Menschen habe der Staat nichts verloren. Wer so vorgehe, schaffe dem Islam Feinde, statt Menschen für die Religion zu gewinnen.
Recht hat er, der gute Mann, auch nach seinem Tode.

Quelle:
http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/09/218059.php
vom 28.09.2016

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Irans Killerjustiz: 16 Jahre Gefängnis für Narges Mohammadi


Narges Mohammadi

Narges Mohammadi ist die stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Menschenrechtsverteidiger (Kanun-e Modafe°an-e Hoquq-e Bashar) und Aktivistin der Kampagne Legam (Zügel), die für eine schrittweise Abschaffung der Todesstrafe im Iran eintritt.
Die 36. Kammer des Revisionsgerichts der Region Teheran, die ihren Sitz am Revolutionstribunal hat, hat am Mittwoch, den 28.09.2016, das Urteil der Vorinstanz gegen die iranische Menschenrechtlerin Narges Mohammadi in vollem Umfang bestätigt. Die Vorinstanz hatte unter dem Vorsitz des berüchtigten Richters Salawati im Mai dieses Jahres Narges Mohammadi wegen „Verbrechen gegen die Staatssicherheit“ und „Propaganda gegen das System“ zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.
Der Grund für die Anklage ist ihr aktiver Einsatz gegen die Todesstrafe im Iran und ihr Treffen mit der EU-Außenministerin Catherine Ashton im März 2014, wie Amnesty International über sie schreibt.

Man darf gespannt sein, ob kritischer Dialog in den sich selbst so demokratisch präsentierenden Staaten Westeuropas nur bedeutet, dass man Kaffekränzchen mit Folterern wie Mahmud Ahmadineschad oder Sa‘id Mortasawi pflegt und dann untätig zuschaut, wie diejenigen, die den Dialog mit Leben erfüllen, im Gefängnis umkommen. Denn dass Narges Mohammadi die Strafe nicht überleben kann, ist klar. Sie leidet an einer Lungenerkrankung (Blutklumpen in der Lunge) und an einer Nervenerkrankung, die im Gefängnis nicht behandelt wird und zu Anfällen und Lähmungserscheinungen führt.

Quellen:

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/218072.php
vom 7. Mehr 1395 (28.09.2016)
16 sal-e habs-e ta°ziri baraye narges mohammadi

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64801/
iran-emrooz.net | Wed, 28.09.2016, 9:51

https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/09/iran-shameful-16-year-sentence-for-narges-mohammadi-a-devastating-blow-to-human-rights/
28 September 2016, 15:41 UTC
https://www.amnesty.org/en/latest/news/2016/05/iran16-year-sentence-against-critically-ill-human-rights-defender-signals-all-out-repression/
19 May 2016, 17:28 UTC

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Iran: Qaritschak – das größte Frauengefängnis des Landes


Abzweiger zum Frauengefängnis Qaritschak

Bei Kilometer 17 der Autobahn von Teheran nach Waramin zweigt eine Straße zum Frauengefängnis von Qaritschak ab. Das Gefängnis wurde seinerzeit mitten in die Wüste gebaut. Entsprechend heiß ist es dort, das Wasser aus der Leitung ist versalzen und unhygienisch.
Ursprünglich wurde das Gefängnis für Drogenabhängige gebaut. Es hat sieben Abteilungen, große Betonhallen wie für Hühnerställe, insgesamt sind im Gefängnis 2000 Frauen untergebracht, zum Teil mit ihren Kleinkindern. Im Gefängnis sind Frauen aller Altersstufen inhaftiert, eine Trennung nach der Art der Anklagepunkte wird nicht vorgenommen.

Behandlung in Haft

Die Gefangenen werden vom Personal gedemütigt und beleidigt, im Falle von Protesten wird ihnen damit gedroht, dass sie in Arrestzellen kommen, die eigentlich für psychisch Kranke gedacht sind – eine Art Gummizelle, wo die Menschen an Händen und Füßen gefesselt sind. Die Abteilungen werden so belegt, dass es zu Streit unter den Gefangenen kommt. Das führte in konkreten Fällen so weit, dass Gefangene von Mitgefangenen umgebracht wurden – vor den Augen des Gefängnispersonals, das nicht eingriff.

Kein Schutz vor Vergewaltigung
Obwohl es ein reines Frauengefängnis ist, sind auch Männer als Wachpersonal eingestellt. Diese nutzen die Situation, um gefangene Frauen zu vergewaltigen. Eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, haben sie nicht. Da sie auch nach der Tat weiter in der Hand der Wärter sind, nützen auch Beschwerden nichts.

Hygiene und Gesundheit
In jeder Abteilung sind 200-300 Gefangene untergebracht. Ihnen stehen vier Toiletten und Bäder zur Verfügung. Hautkrankheiten sind verbreitet. In 24 Stunden gibt es nur eine Stunde lang warmes Wasser – im Winter ist es in der Wüste kalt! Die medizinische Behandlung im Gefängnis ist unzulänglich. Es gibt zu wenig Medikamente, dafür aber einen mafiös organisierten Verkauf von Medikamenten zu horrenden Preisen, die einzige Möglichkeit für viele Gefangene, überhaupt Medikamente zu erhalten. Selten werden Kranke zur Behandlung außerhalb des Gefängnisses in eine Klinik verlegt.

Ernährung und Unterbringung
Die Rationen für die Gefangenen sind zu klein, das Essen ist sehr eintönig, Kartoffeln, Nudeln und Brot, die Gefangenen leiden an Vitaminmangel. Für 2000 Gefangene gibt es nur 600 Betten. Deshalb müssen 1400 der Gefangenen auf dem Betonboden schlafen.

Quelle:
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/217966.php
vom 5. Mehr 1395 (26.09.2016)

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Türkei: Erst war das Kopftuch verboten, jetzt der Short


Protest in Istanbul

Die Krankenschwester Ayşegül Terzi war in Istanbul verprügelt worden, weil sie im städtischen Bus eine kurze Hose (Short) trug. Das führte an vielen Orten zu Protesten, so wie hier vor dem Beşiktaş Kartal-Denkmal in Istanbul, wo auch die Väter aus Protest Shorts anzogen.
Die Zeitung Birgün hat einige der teilnehmenden Frauen befragt. Mucize Ayrık erklärte: „Es hieß doch immer, dass der Islam eine tolerante Religion sei. Tatsächlich wird die Religion aber missbraucht und das lässt meine Begeisterung abkühlen. Der Islam ist schließlich keine Religion, anderen etwas mit Gewalt aufzuzwingen und ihnen den Kopf abzuschneiden“, sagte sie. Sie fuhr fort: „In den heiligen Büchern sind immer die Männer an erster Stelle. Heißt das, dass die Bücher nach den Interessen der Männer geschrieben wurden? Warum soll ich mich verhüllen? Damit die Männer nicht von den Reizen verführt werden? Dann könnte ich doch als Frau auch von den Reizen eines Manns verführt werden, dann sollen sich auch die Männer verhüllen. Bin ich dann gezwungen, mich zu verhüllen, bloß weil die Männer es wollen?“

http://www.birgun.net/haber-detay/carsi-da-kadinlardan-sortlu-protesto-129332.html
Çarşı’da kadınlardan şortlu protesto
26.09.2016 08:27

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Iran: Studentenproteste


An drei Universitäten in Teheran, der Schahid-Beheschti-Universität, der Amir-Kabir-Universität und der Scharif-Universität fanden an am 25. September Protestkundgebungen der Studierenden statt. Die Proteste richteten sich zum einen dagegen, dass die Studierenden 1 Million Tuman bezahlen sollen, wenn sie das 5. Semester nicht erfolgreich abschließen. Ein weiterer Kritikpunkt war die Lage in den Studentenwohnheimen, die massiv überbelegt wurden. Das heißt, die Wohnungen, die noch belegt sind, werden zusätzlich an neu eintreffende Studenten vom Land vergeben, so dass diese dann de facto auf der Straße landen.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=117099
vom 4. Mehr 1395 (25. September 2016)

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Iran: für die Botschaft der Freiheit kommen Musiker auf die Straße

Straßenmusiker in Kermanschah finden große Anerkenung für klassische iranische Musik

https://www.youtube.com/watch?v=f7og-9xy9Aw

Bei youtube wurde gestern ein kurzes aber interessantes Video hochgeladen, das eine Straßenszene in der iranisch-kurdischen Stadt Kermanschah zeigt: Zwei junge Musiker spielen am hellichten Tag mitten auf einer belebten Straße virtuos klassische iranische Musik und ziehen innerhalb von Sekunden die Aufmerksamkeit sämtlicher Passantinnen und Passanten auf sich.

Zu Beginn des aufgeführten Musikstücks schauen sich die Musiker noch nervös um, als wollten sie mögliche Gefahren durch Sicherheitskräfte prüfen. Nach kurzer Zeit bildet sich jedoch ein Kreis von PassantInnen um sie, die stehenbleiben und – sei es auch nur für ein paar Sekunden- den Klängen lauschen. Es dauert nicht lange, bis einzelne ZuhörerInnen auf die Musiker zugehen und ihnen den einen oder anderen Geldschein in die Hand drücken oder in die Hosen stecken. Es gibt keinen Hut und keinen Beutel, in dem das Geld gesammelt wird, was vermutlich seinen Grund darin hat, dass die Musiker schneller fliehen können, sollte eine Kontrolle auftauchen. Mit Sicherheit haben sie jedenfalls keine behördliche Erlaubnis für ihre Straßenmusik.

Auch ist die gesamte Situation eine sehr flüchtige: die Zeit drängt, die Musik hat ein hohes Tempo und vermutlich wurde das Stück dahingehend ausgewählt, dass es trotz des hohen Spieltempos gut klingt. Und es scheint so, als würde sich in der letzten Sekunde des Videos die gesamte Szenerie in Sekundenbruchteilen auflösen, so als ob die Musiker durch ein schnelles Wort gewarnt worden wären und danach schnell verschwinden.

Grundsätzlich können Musiker bei den Behörden eine Genehmigung für ihre Aufführung beantragen, z.B. für Konzerte in einem Saal etc. Allerdings werden solche Genehmigungen selten erteilt und oft dürfen Konzerte selbst mit vorhandener behördlicher Genehmigung nicht stattfinden. Wenn also Konzerte in solchem Rahmen unmöglich werden, gehen die Musiker eben auf die Straße.

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Iran: Bezahlte Frauenarbeit im regionalen Vergleich

Iran-Emrooz gibt einen Artikel der iranischen Zeitung „Schahrwand“ (Bürger) wieder (ohne Datumsangabe), der auf eine nicht näher bezeichnete Veröffentlichung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hinweist, in der die relative Beschäftigungsquote der Frauen im Vergleich zur Beschäftigungsquote der Männer (auf Englisch: Ratio of female to male labor force participation rate) in den Ländern der Region aufgeführt wird.
Sie beträgt 22,6 Prozent im Iran, 29 Prozent in Saudi-Arabien, 21,5 Prozent im Irak, 41,4 Prozent in der Türkei, 74,6 Prozent in Armenien, 89,8 Prozent in der Republik Aserbaidschan, 60,9 Prozent in Turkmenistan, 20,1 Prozent in Afghanistan, 29,9 Prozent in Pakistan, 49,2 Prozent in den Vereinigten Arabischen Emiraten, sowie 26 Prozent in Qatar. Der durchschnittliche Lohn der Frauen im Iran beträgt 41 Prozent weniger als der Lohn der Männer.
Die exakte ILO-Quelle für diese Angaben konnten wir leider nicht ermitteln, auch nicht auf der ILO-Webseite, die Werte entsprechen aber in etwa denen der Weltbank, die sich ihrerseits auf die ILO beruft:
http://data.worldbank.org/indicator/SL.TLF.CACT.FM.ZS
(Es müssten demnach die Zahlen für das Jahr 2014 sein).

Frauenbeschäftigungsquote in der iranischen Statistik
Laut Angaben des Statistischen Zentrums des Irans (Markaz-e Amar-e Iran) betrug die Beschäftigungsrate der Frauen Mitte der 1990-er weniger als 10 Prozent, stieg dann auf 17 Prozent (Regierungszeit von Staatspräsident Chatami) und fiel dann unter den beiden Regierungen von Ahmadineschad auf 7 Prozent. Jetzt soll sie sich wieder im Steigen befinden und bei 14,5 Prozent liegen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64554/
iran-emrooz.net | Fri, 16.09.2016, 22:10
bazare kare zanane iran moshabehe keshwarhaye jangzade ast

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Freiheit für Abdolfattah Soltani: 5000 Iranerinnen und Iraner unterschreiben


Rechtsanwalt Abdolfattah Soltani

Über 5000 iranische Staatsangehörige haben einen Brief an Ajatollah Ameli Laridschani, den obersten Chef der iranischen Justiz, unterschrieben, in dem sie die Freilassung des Rechtsanwalts und Menschenrechtsaktivisten Abdolfattah Soltani fordern. In der Petition wird darauf hingewiesen, dass der Anwalt schon über die Hälfte seiner Haftstrafe verbüßt hat und demnach auf Bewährung aus der Haft entlassen werden kann. Weiter wird auf den schlechten Gesundheitszustand des Gefangenen verwiesen, der eine angemessene ärztliche Behandlung benötigt. Mehr noch als alles andere betonen die Unterzeichnenden, dass die gerichtliche Überprüfung des Urteils schon seit drei Jahren bei der Obersten Justizbehörde des Landes zur Bearbeitung vorliegt, damit diese den Fall an das zuständige Gericht überweist. Das heißt indirekt, dass die Oberste Justizbehörde auf diesem Weg verhindert, dass das Fehlurteil korrigiert werden kann.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=75710
vom 29. Schahriwar 1395 (19. September 2016)
bish az panj hezar nafar xastare azadiye °abdolfattah soltani shodand

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Türkei: Aus dem Ruder


Die Brüder Ahmet und Mehmet Altan

Die Verfolgung angeblicher Anhänger des Putschversuchs vom 15. Juli 2016 in der Türkei führt zu immer absurderen Ergebnissen. So wurden am Samstagmorgen, den 10. September 2016, die Brüder Ahmet Altan und Prof. Mehmet Altan von Einheiten der Antiterror-Polizei von Istanbul in Haft genommen. Die Abteilung für Terror und organisiertes Verbrechen der Staatsanwaltschaft der Republik in Istanbul hatte in ihrem Haftbefehl geschrieben, dass die beiden Brüder im Fernsehprogramm ‘Özgür Düşünce’ (Freier Gedanke) ‚im Unterbewusstsein wirkende Botschaften in Zusammenhung mit einem Aufruf zum Putsch‘ (darbe çağrışımıyla ilgili subliminal (bilinçaltı düşünce) mesajlar) abgegeben hätten.

Verdächtiges Sparschwein
Veysel Ok, der Anwalt der beiden, hat jetzt laut einer Meldung des Senders T24 die Liste der als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände aus den Wohnungen der beiden Inhaftierten veröffentlicht. Dazu zählt ein Sparschwein von Mehmet Altan, in dem dieser das von Auslandsreisen mitgebrachte Kleingeld (US-Dollar und Euros) sammelte. Als Beweismittel wurden fünf 1-Dollar-Noten ausgewählt – Fethullah Gülen lebt ja in den USA, da taugten die Euros nicht. Zwei Bücher, die von Abdullah Öcalan geschrieben wurden und bei Mehmet Altan gefunden wurden, wurden ebenfalls als Beweismittel beschlagnahmt. Von den verschiedenen Bankkarten, die Mehmet Altan besaß, wurde nur eine ausgewählt, die der Bank Asya, gegen die ebenfalls in Zusammenhang mit dem Putschversuch vom 15. Juli ermittelt wird.


http://fgulen.com/tr/fethullah-gulen-kimdir/fethullah-gulenin-taziyeleri/49761-cetin-altan-icin-verdigi-taziye-mesaji
Von der Webseite von Fethullah Gülen stammendes Beileidsschreiben zum Tod von Çetin Altan

Arabisch, die unbekannte Sprache
Ein weiteres Beweismittel war das Beileidsschreiben des irakischen Ministerpräsidenten Fuad Masum, eines engen Verwandten von Ahmet und Mehmet Altan. Fuad Masum hatte es anlässlich des Todes ihres Vaters Çetin Altan an sie geschickt. Das Beileidsschreiben war auf arabisch geschrieben, also in der Staatssprache des Iraks, und wurde von der Polizei als Dokument „in einer unbekannten Sprache“ registriert. Man bedenke: Syrien und Irak sind türkische Grenznachbarn, die große Mehrheit der türkischen Bevölkerung ist muslimisch, aber die Polizei des Landes ist nicht einmal in der Lage, einen arabischen Text zu erkennen.


Arabische Beileidsformeln: Es ist Gottes, was er genommen hat, und ihm gehört, was er gegeben hat…

http://www.diken.com.tr/altanlarin-evini-basan-polis-bozuk-para-kutusundan-feto-cikarmis/
Altanların evini basan polis, bozuk para kutusundan ‘FETÖ’ çıkarmış
16/09/2016 23:14

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Iran – Kahrisak (Kahrizak): Folterer vor Gericht?


Sa‘id Mortasawi, 2009

In den vergangenen Tagen wurde bekannt, dass der ehemalige Staatsanwalt von Teheran Sa‘id Mortasawi am Sonntag, den 11. September 2016, einen „Entschuldigungsbrief“ als offenen Brief an die 22. Kammer des Revisionsgerichts der Provinz Teheran übergeben hat. Dort fand am selben Tag die zweite Sitzung der Revisionsverhandlung im Todesfall von Mohsen Ruh-ol-Amini statt. Mohsen Ruh-ol-Amini war der Sohn von Dr. Abdolhossein Ruh-ol-Amini, eines Beraters von Ajatollah Chamene‘i, der dadurch direkten Zugang zum Religiösen Führer hatte. Mohsen Ruh-ol-Amini war in Kahrisak gefoltert und vergewaltigt worden und an den Folgen der Folter gestorben. Weitere Todesopfer der Folter waren Mohammad Kamrani und Amir Dschawadi-Far (Javadi-Far). Die Gefangenen, die in Zusammenhang mit den Protesten gegen die Fälschung der Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahlen vom Juni 2009 festgenommen worden waren, waren damals auf Anweisung von Sa‘id Mortasawi ins Kahrisak-Gefängnis verlegt worden.


Sa‘id Mortasawi, 2016

Verhandlung gegen Sa‘id Mortasawi nicht öffentlich
Der/die Journalist/in von Iran-Emrooz nahm telefonisch mit den Hinterbliebenen der Todesopfer Kontakt auf und befragte sie nach ihrer Meinung zum Entschuldigungsbrief von Sa‘id Mortasawi. In zwei der drei Fälle, die zu einem Gerichtsurteil der ersten Instanz geführt hatten – einem Freispruch für den Folterer, kannten die Angehörigen den Text des Entschuldigungsbriefes noch nicht – auch wir haben vorerst nur Auszüge davon gefunden. Dr. Abdolhossein Ruh-ol-Amini lehnte eine Auskunft am Telefon ab. Er sagte, er werde vor Gericht sagen, was er zu sagen habe, und verwies darauf, dass die Verhandlung nicht öffentlich sei.

Zu Tode geprügelt
Ein viertes Todesopfer war Ramin Aqasade Qahrmani (Aqazade Qahrmani). Er war zwei Tage nach der Entlassung aus Kahrisak im Rasul-Akram-Krankenhaus in Teheran gestorben. Als Todesursache gaben die Ärzte an, dass aufgrund der erlittenen Schläge das Gehirn und das Herz nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt gewesen seien. Der Fall von Ramin Aqasade Qahrmani wurde separat von den anderen drei Fällen vor der Militärgerichtsbarkeit verhandelt, die Familie sah sich am Schluss gezwungen, sich mit der Entscheidung zufrieden zu geben, dass ein „Blutgeld“ gezahlt wird, wie es das islamische Recht in Todesfällen vorsieht.


Gefängnisarzt Ramin Pur-Andarjani, vergiftet, weil er die Folterungen in Kahrisak bestätigte


Gefängnisarzt vergiftet – Gerichtsverfahren verweigert

Ein fünftes Todesopfer war der Gefängnisarzt Ramin Pur-Andardschani (Pur-Andarjani). Er hatte seinerzeit die Verletzungen und die Todesursache von Mohsen Ruh-ol-Amini bescheinigt. Mit dieser Bescheinigung hatte der Vater des Toten den religiösen Führer direkt angesprochen, es ist anzunehmen, dass sie auch auf die Spuren der Vergewaltigung hinwies. Am 19. Aban 1388 (10. November 2009) kam Ramin Pur-Andardschani auf mysteriöse Weise ums Leben. Erst gaben die Behörden bekannt, er sei an einem Herzinfarkt gestorben. Dann sprachen sie von einem Selbstmord. Bis schließlich der Arzt, der die Autopsie durchführte, bekannt gab, der junge Arzt sei an einer Vergiftung gestorben. Die Hinterbliebenen des Gefängnisarztes Ramin Pur-Andardschani hatten damals Anzeige erstattet, aber die iranischen Behörden weigerten sich, diese Anzeige zu verfolgen.

Nur ein Fall vor Gericht – und die Folter?
Es ist bezeichnend für die iranische Justiz, dass nur noch ein einziger Fall aus Kahrisak vor Gericht anhängig ist. Die ganzen Folteropfer, die überlebt haben, interessieren die Justiz anscheinend überhaupt nicht, sonst hätte es zig Verfahren geben müssen. Dass gerade der Fall von Mohsen Ruh-ol-Amini noch nicht eingestellt wurde, ist einerseits der Hartnäckigkeit seines Vaters zu verdanken, andererseits der Tatsache, dass er durch seinen direkten Draht zum Religiösen Führer den Schutz genießt, den alle anderen nicht haben. In der ersten Instanz war Sa‘id Mortasawi noch vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord und der Abfassung falscher amtlicher Berichte (entspricht in etwa dem Vorwurf der Irreführung der Justiz) freigesprochen worden, für die Angehörigen der Folteropfer war das ein schwerer Schlag und ließ sicher Zweifel aufkommen, ob es Sinn mache, sein Recht auf dem iranischen Justizweg zu versuchen.

Kein Vorsatz?
Die Schwester des ermordeten Mohammad Kamrani schreibt, dass es Sa‘id Mortasawi reichlich spät einfalle – nämlich sieben Jahre nach dem Geschehen, sich für die Vorgänge in Kahrisak zu entschuldigen. Bislang habe er immer vorgeschoben, dass er damals dabei gewesen sei, seine Doktorarbeit zu schreiben, und von nichts eine Ahnung gehabt habe. Laut Aussage des Generals Ahmadi-Moqaddam sei er es aber gewesen, der beschlossen habe, die Gefangenen nach Kahrisak zu verlegen. Auf dem Weg dorthin seien den Gefangenen an einer Stelle die Augenbinden abgenommen worden. Am Beheschte-Sahra-Friedhof. Dort wurden die Gefangenen des Massakers von 1988 mit dem Bulldozer verscharrt. Ihnen sei gesagt worden, das hier sei der Ort, an dem sie einige Zeit später selbst eintreffen würden. Die Schwester stellt deshalb die Aussage von Sa‘id Mortasawi, bei der Verlegung sei kein Vorsatz im Spiel gewesen, in Frage. Dies hatte Sa‘id Mortasawi in seinem „Entschuldigungsschreiben“ nämlich auch behauptet. Sie spricht auch die Unterbringung der Gefangenen in einem Betongebäude an, das eher für Geflügelzucht geeignet war, die systematische Folter und die Entehrung der Gefangenen. Das alles sei „ohne Vorsatz“ geschehen? Sie wies auch darauf hin, dass Sa‘id Mortasawi die Todesfälle unter den Gefangenen seinerzeit als Folge von Meningitis bezeichnet habe. Ohne Vorsatz?


Ali Motahhari

Von Märtyrern und Hintermännern
Der inzwischen zum Vize-Vorsitzenden des iranischen Parlaments aufgestiegene Abgeordnete Ali Motahhari, Sohn des 1979 verstorbenen, angesehenen Ajatollahs Mortesa Motahhari, zielt inzwischen deutlich höher. Zum einen bewertet er es positiv, dass Sa‘id Mortasawi in seiner Entschuldigung für die Todesopfer von Kahrisak das Wort „Schahidan“ – Märtyrer, verwendet, also Menschen, die für eine gerechte Sache gestorben sind. Dies sei geradezu eine Anerkennung der Berechtigung des damaligen Bürgerprotests und ein Eingeständnis, dass auch in einer islamischen Republik Fehler passieren können und die Protestierenden deshalb nicht einfach als Feinde des Islams abgetan werden dürften. Ali Motahhari erinnert zudem an den Tod der iranisch-kanadischen Journalistin Sahra Kasemi im Jahr 2004 im Ewin-Gefängnis. Da sei Sa‘id Mortasawi noch einen Entschuldigungsbrief schuldig. Die Behörden hätten damals zwar behauptet, sie sei ohnmächtig geworden und dabei mit dem Kopf unglücklich auf den Boden aufgeschlagen, aber eine Untersuchungskommission des Parlaments habe damals Sa‘id Mortasawi beschuldigt, die Journalistin im Gewahrsam verprügelt und verletzt zu haben. Und dann holt Ali Motahhari im Interview gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ISNA aus:
Er sagt, mehr noch als Sa‘id Mortasawi seien diejenigen Verbrecher, die Mortasawi aufgebaut und geschützt hätten.

Wer versteckt sich hinter Sa‘id Mortasawi?
Er sagte weiter: „Wenn Sie einem jungen, unerfahrenen Mann derartige Vollmachten geben, dass er alle Publikationen schließen kann, wie er will, und mit den Angeklagten auf jede erdenkliche Art umspringen darf, wird er automatisch selbstherrlich, das ist die Natur des Menschen. (…) Andere haben Herrn Mortasawi, der nach Macht strebte, als Werkzeug benutzt und sich hinter ihm versteckt. Auch ihre Akte muss vor Gericht verhandelt werden.“ Nun, als erstes kann man das als Vorwurf an Ahmadineschad und seine Regierung lesen. Aber Ali Motahhari weiß selber, wer hinter Ahmadineschad stand: Ajatollah Mesbah-Yasdi und Ajatollah Chamene‘i, um ein paar Namen zu nennen. Hinter den Worten des stellvertretenden Parlamentspräsidenten verbirgt sich somit nichts Geringeres als die Forderung, dass die Gerichte sich auch den Religiösen Führer vorknöpfen sollten.

Quellen:

http://www.radiofarda.com/a/f7-motahari-reaction-on-mortazavi-excuse-letter/27988171.html
vom 24. Schahriwar 1395 (14. September 2016)
vakoneshe motahhari be °od_rxahiye mortazavi: bish az mortazavi hamiyane u mojrem hastand

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64470/
vom 23. Schahriwar 1395 (Tue, 13.09.2016, 6:55)
vakoneshe xanevadehaye qorbaniyan be °od_rxahiye mortazavi

http://www.ilna.ir/%D8%A8%D8%AE%D8%B4-%D8%B3%DB%8C%D8%A7%D8%B3%DB%8C-3/410002-%D8%B9%D8%B0%D8%B1%D8%AE%D9%88%D8%A7%D9%87%DB%8C-%D8%B3%D8%B9%DB%8C%D8%AF-%D9%85%D8%B1%D8%AA%D8%B6%D9%88%DB%8C-%D8%A7%D8%B2-%D9%81%D8%A7%D8%AC%D8%B9%D9%87-%DA%A9%D9%87%D8%B1%DB%8C%D8%B2%DA%A9-%D8%B9%D9%85%D8%AF%DB%8C-%D8%AF%D8%B1-%DA%A9%D8%A7%D8%B1-%D9%86%D8%A8%D9%88%D8%AF-%D8%B4%D8%B1%D9%85%D9%86%D8%AF%D9%87-%D8%A7%D9%85
vom 21. Schahriwar 1395 (11. September 2016)
°od_rxahiye sa°id mortazavi az faje°eye kahrizak / °amdi dar kar nabud, sharmande‘am
(Meldung von der Gerichtsverhandlung vom 11. September 2016)

http://alischirasi.blogsport.de/2010/08/25/iran-macht-schuetzt-vor-strafe-nicht/

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Wege der Veränderung


Nicht nur einzelne Lebewesen, auch Gemeinschaften von Lebewesen verändern sich. So sind Hausrotschwänze nicht nur in den Bergen zu Hause, sondern auch in den Städten. Steinwände mit Spinnen und Insekten finden sich auch hier, und bislang fanden sich auch Brutgelegenheiten. Der Grauschnäpper, der davon lebt, nach Insekten zu schnappen, ist neuerdings ein Fan von Apfelplantagen, weil die Hagelnetze auch viele Insekten am Weiterflug hindern, so dass er sie von unten von der „Decke“ absammeln kann.

Ein Stein kommt ins Rollen
Auch menschliche Gemeinschaften ändern sich, und die Wege sind vielseitig. Manchmal sind es technische Neuerungen, die unser Leben drastisch ändern, sei es die Waschmaschine, die digitale Kamera, das Internet oder die Kontokarte. Für manche dieser Änderungen muss man wenig tun: Sind sie erst einmal ausreichend bekannt, wollen die in Frage kommenden Personen sie von sich aus haben, Werbung ist da nicht mehr nötig. Damit solche Änderungen in Gang kommen, sind Anbieter, Käufer und Märkte erforderlich, und die existieren in den meisten Gesellschaften der Welt.


Gebt dem Kaiser …

Wer wälzt den Stein bergauf?
Viel schwieriger sind Veränderungen, die gegen die Wünsche, Gewohnheiten und Machtverhältnisse menschlicher Gemeinschaften in Gang kommen sollen. Wobei Gewohnheiten häufig von Machtverhältnissen gefestigt werden, erinnert sei an die Rede von der „gottgewollten Ordnung“ oder an den biblischen Spruch „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“. Auch die Kleidungsmode gehört prinzipiell in diesen Bereich, was viele wundern wird, denn der Wunsch, sich nach der Mode zu kleiden, scheint in Konsumgesellschaften weit verbreitet.

Kleidung – Zeichen der Macht
Die Freiheit in der Wahl der Kleidung ist keine Selbstverständlichkeit. Purpurrot war einmal eine Farbe der Papstkleidung, und das „schlichte Schwarz“ war zu Zeiten, als es noch keine „Chemiefarben“ gab, das Ergebnis aufwändiger Färbschritte, die solche Kleidung so teuer machten, dass sich nur vornehme Menschen und erfolgreiche Kaufleute einen schwarzen Anzug leisten konnten. Auch Kopftuch, Tschador oder Burka gehören ebenso wie das türkische Fes zu den Abzeichen der Macht, und zwar nicht als Zeichen der Macht der Trägerinnen, sondern als sichtbares Zeichen des Herrschaftsanspruchs einer Religion.

Änderung – der gewaltsame Weg
So gehörte es zu den revolutionären Schritten Atatürks, Kopftuch und das Fes der Männer zu verbieten und die religiösen Orden gleich mit. Atatürk war am modernen Europa orientiert, namentlich am französischen Vorbild, und dazu gehörte auch die Trennung von Staat und Religion. Nachdem der Sultan in Istanbul so machtlos geworden war, dass sich England, Frankreich, Russland, Italien und Griechenland ihre Stückchen aus dem Osmanischen Reich herausschneiden konnten und das Land besetzten, machte Atatürk nach europäischem Vorbild den Nationalismus zur Staatslehre und verbot alles, was den Machtanspruch der Religion in der Öffentlichkeit sichtbar machte, auch die religiöse Kleidung.

Dekrete
Für gewaltsame Änderungen braucht man entweder einen Staatsapparat, dann kleidet man die Veränderungen in Erlasse (Dekrete) oder Gesetze. Wer dagegen verstößt, macht mit dem Militär, der Polizei, den Gerichten und den Gefängnissen Bekanntschaft. Alles pure Gewalt. Auch die Schulen, die den Ärmeren den Zugang zur Bildung und einen gewissen Aufstieg ermöglichen, sind ein Mittel der gewaltsamen Änderung, zum Beispiel, um Sprachen oder Dialekte auszumerzen. Das hat die französische Revolution nach ihrem Sieg so mit dem Baskischen, Okzitanischen und Bretonischen gemacht, das machte Atatürk mit dem Kurdischen und anderen Sprachen, die in der Türkei gesprochen werden.


Ajatollah Chomeini

Oder Revolution
Oder man hat diese Macht noch nicht in den Händen. Dann ist die Bildung von Gruppen Gleichgesinnter und der Griff zu den Waffen ein möglicher Weg zur Umwälzung der Verhältnisse. Das ist der Weg der PKK, aber auch viele Oppositionsgruppen unter dem Schah von Persien hatten diesen Weg beschritten. Sie wollten die Militärs entmachten, die durch ihren Landbesitz wie Feudalherren über die Untertanen herrschten, sie wollten das Einkommen aus dem Erdölexport gleichmäßig unter allen aufteilen. Die iranische Revolution war im Februar 1979 erfolgreich und führte zum Import von Ajatollah Chomeini aus Paris, mit dem Ergebnis, dass die Geistlichkeit mit ihren Stiftungen die Militärs als Grundherren wieder ablöste und sie über die Verteilung des Erdöleinkommens entschied. Mit dem Aufbau der Revolutionswächter als parallele Institution zur bisherigen Armee führten die Geistlichen zudem durch die Hintertür wieder die Macht der Bewaffneten ein, die noch umfassender ist als zur Schahzeit.

Änderung – der sanfte Weg
Die gewaltsamen Methoden haben einen Nachteil. Die Täter müssen dabei ihre Ziele gegen den Widerstand eines beträchtlichen Teils der Bevölkerung durchsetzen. Sie können dabei erfolgreich sein, wenn das Ergebnis nicht mehr umkehrbar ist. So ist das Okzitanische in Frankreich als Sprache weitgehend ausgestorben. Aber in den meisten Fällen gibt es einen Rückweg, und da hat das Volk den längeren Atem. Oder wie Voltaire es ausdrückte: Auf Bajonette kann man sich stützen, aber nicht sitzen. Das ist keine bequeme Art des Herrschens. Es gibt zu denken, dass das türkische Militär noch 1998 einen türkischen Politiker zu 10 Monaten Gefängnis verurteilen ließ, weil er folgendes Gedicht zitierte:

Die Minarette sind Bajonette
minareler süngü, kubbeler miğfer
camiler kışlamız, mü‘minler asker
bu ilahi ordu dinimi bekler
allahu ekber, allahu ekber
Die Minarette sind Bajonette, die Kuppeln Helme,
die Moscheen unsere Kaserne, die Gläubigen Soldaten.
Dieses göttliche Heer wacht über meinen Glauben.
Gott ist der Größte, Gott ist der Größte.
und weiter:
elimde tüfenk, gönlümde iman,
dileğim iki: din ile vatan…
ocağım ordu, büyüğüm sultan,
sultan’a imdad eyle yarabbi!

In meiner Hand das Gewehr, in meinem Herzen der Glaube,
meine Wünsche zwei: Glaube und Vaterland…
mein Heim das Heer, mein Ältester der Sultan,
Hilf dem Sultan, oh Herr!
Während der zweite Vers aus dem Gedicht „Asker duasi“ (Soldatengebet) von Ziya Gökalp stammt, wurde ihm der erste wohl irrtümlich zugeschrieben, er stammt von einem anderen Dichter namens Cevat Örnek. (Quelle: https://eksisozluk.com/asker-duasi--1226742 ). Der Politiker, der deshalb hinter Gittern kam, hieß übrigens Recep Tayyip Erdogan!
Wenn das Militär über 70 Jahre nach Atatürks Ausrufung der Republik noch immer Angst vor einem Gedicht hatte, das zudem von einem der Begründer des türkischen Nationalismus stammte, scheint es von seiner eigenen Macht nicht sehr überzeugt gewesen zu sein.


Sabiha Gökçen, erste türkische Pilotin

Werbung – nicht nur für Waschmittel und Zigaretten
Wenn man Menschen dazu bringen will, etwas zu tun, was anderen Vorteile bringt, braucht es eine gute Dosis Psychologie und ständige Wiederholung, damit sie sich an den Gedanken gewöhnen und wie gewünscht tätig werden. Werbung schafft das. Wenn Werbung dagegen nicht dazu dient, die Kassen zu füllen, sondern Vorstellungen zur Änderung der Machtverteilung zu verbreiten, wird sie häufig Propaganda genannt. Das liegt daran, dass die Machthaber es nicht lieben, wenn man über eine Änderung der Verhältnisse nachdenkt, und das auch noch mehrheitlich. Den Wert der Werbung schätzten die Kommunisten, die „Helden der Arbeit“ kürten, um andere Arbeiter zu höherer Leistung anzuhalten, aber auch Atatürk, der die Frauen gezielt förderte, um sie in Männerberufe zu holen. Sabiha Gökçen war die erste türkische Pilotin und die erste Kampfpilotin der Welt. Sie war eines von acht Adoptivkindern von Mustafa Kemal Atatürk. Indem Atatürk Gegenbeispiele setzte, versuchte er, die religiös geprägten Vorurteile gegen berufstätige Frauen zu unterwandern. Durchaus erfolgreich, denn selbst wenn das Kopftuch in der Türkei wieder auf dem Vormarsch ist, kann man doch einen beträchtlichen Anteil von Frauen und Mädchen sehen, die dieses religiöse Kleidungsstück ablehnen, weil sie mit dessen Ausbreitung eine Beschränkung ihrer Freiheiten befürchten. Sie haben nicht ganz Unrecht, denn im benachbarten Iran hieß es nach dem Sieg der Revolution: „Yaa rusari, yaa tusari. – Entweder Kopftuch, oder eins auf die Rübe.“


Yaa rusari, yaa tusari

Überzeugungsarbeit
Werbung kann zwar geeignet sein, einzelne Dinge beliebt zu machen, die es sonst nicht wären, aber sie ist nicht geeignet, die Adressaten zum Selberdenken und Weiterentwickeln einer Idee zu ermutigen. Denn Werbung sucht vor allem die Hebel im Menschen, die unter Ausschaltung des Verstandes funktionieren. Auf die Dauer viel wirksamer ist es, die anderen zu überzeugen. Ob Religionen, Anhänger des Nationalismus, des Kommunismus oder des Umweltschutzes, ihr Erfolg beruht auf dieser Vorgehensweise. In einer nach staatlicher Doktrin religiös neutralen (laizistischen) Staatsform wie der Türkei war dies für Menschen, die islamisches Denken und Handeln in der Gesellschaft fördern wollten, eine heikle Aufgabe.

Fethullah Gülen
Fethullah Gülen, der Begründer einer solchen Bewegung in der Türkei, setzte daher besonders auf private Schulen, die seine Denkweise verbreiteten. Er betonte die soziale Seite des Islams, organisierte Stipendien für Schüler und Studenten aus benachteiligten Familien, gründete ein Netz von Krankenhäusern in der Türkei, in denen sich das Personal vorbildlich zu den Kranken verhielt, ganz im Gegensatz zu dem, was man in vielen staatlichen türkischen Krankenhäusern erleben kann, wenn man kein Geld hat. Auch viele Unternehmer fühlten sich von seinen Ideen angezogen, und so kam es, dass Unternehmer wie bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für soziale Zwecke Geld stifteten. Es war dieses Umfeld, in dem Recep Tayyip Erdogan seine Wahlerfolge erntete und somit der Herrschaft der Militärs und der ihm dienstbaren Parteien ein Ende setzte. Die Verbindung von privater Wohltätigkeit und wirtschaftlichem Aufschwung legten den Grund für eine Wählerbasis, die Erdogans Partei unterstützten. Spätestens 2013 kam es dann zum Zerwürfnis, ab da behandelte Erdogan Fethullah Gülen als unliebsamen Konkurrenten.


15. Juli 2016, türkische Luftwaffe bombardiert türkisches Parlament

Der Putschversuch vom 15. Juli 2016
Noch in der Nacht vom 15. zum 16. Juli, als türkische Militärs einen Putsch versuchten, erklärte Staatspräsident Erdogan: „Allah’ın bize büyük bir lütfudur. Çünkü bu silahlı kuvvetlerimizin temizlenmesine sebep olacak.“ (Dies ist eine große Gnade Gottes für uns. Denn dies wird der Anlass dafür sein, unsere Streitkräfte zu säubern). Nun, der Putschversuch diente nicht nur dazu, die Armee zu „säubern“, sondern auch die Schulen (an erster Stelle), die Krankenhäuser, die Ministerien, die Polizei, die Presse, die Privatunternehmen, die Fußballvereine usw. Der Vorwurf: Unterstützung der FETÖ (Fethullah-Terrorismus-Organisation). Die große Säuberung diente als Beweis dafür, dass diese Organisation den gesamten Staatsapparat und die Wirtschaft unterwandert habe.

Veränderung ist Terrorismus
Damit, nicht-staatliche, bewaffnete Organisationen als terroristisch zu bezeichnen, hat man auch in Westeuropa kein Problem, schließlich ist die PKK auch hier schon seit längerem gemäß dieser Einstufung verboten. Der Putschversuch vom 15. Juli wird in der Türkei aber als Folge der Unterwanderung des Staats durch die Fethullah-Bewegung dargestellt, auch die türkische Linke trägt diese Deutung mit. Die Tatsache, dass der Journalist Ahmet Şık für sein Buch „İmamın Ordusu“ (Die Armee des Imams/Predigers) im Jahr 2011 sogar wegen „Unterstützung der Ergenekon-Terror-Organisation“ ins Gefängnis geworfen wurde, bestätigte diesen Eindruck, denn in dem Buch hatte Ahmet Şık der Gülen-Bewegung auch die Unterwanderung der Armee vorgeworfen. Dass er dafür ins Gefängnis kam, machte seine Vorwürfe umso glaubwürdiger.


Uğur Tütüneker

Ich wurde betrogen
Die Unterwanderungsmanie geht soweit, dass sogar gegen Fußballspieler wie Uğur Tütüneker, der früher beim berühmten türkischen Fußballverein Galatasaray spielte und jetzt seinen Vertrag beim FC Wil (Kanton St. Gallen) kündigte, ein Haftbefehl erlassen wurde. Er erklärte: “Ich wurde wie die anderen von dieser verräterischen Gruppe betrogen, von der ich annahm, dass sie bedürftige Menschen unterstützt, die ihre Kinder auf die Schule schicken wollen. Außer der Spende zum Opferfest und für Stipendien habe ich dieser Gruppe keinerlei materielle oder moralische Unterstützung gewährt.“ So viele Menschen erklären jetzt, dass sie „betrogen“ worden seien, dass manche türkische Journalisten und Politiker darüber schon spotten. Aber was sollen sie denn tun? Wenn sie offen sagen würden, dass überhaupt nicht bewiesen ist, dass diejenigen, die jetzt alle verfolgt werden, irgendetwas mit dem Putschversuch zu tun hatten, würde man sie der Propaganda für eine terroristische Organisation beschuldigen, die Richter und Staatsanwälte hat Erdogan auch gleich zu Tausenden austauschen lassen, so dass man ein faires Verfahren nicht zu erwarten braucht. Wer will das riskieren?

Was ist Unterwanderung?
Wenn eine Organisation gezielt Machtorgane unterwandert, um dann, wenn sie die Schlüsselstellen erobert hat, die Macht zu übernehmen, ist das Wort Unterwanderung berechtigt. Aber es ist unfair und beleidigend, die zigtausend Menschen, die für bescheidene Löhne in den Schulen und Krankenhäusern gearbeitet haben, um ihre Vorstellung von einem sozialen Islam zu verwirklichen, der Unterwanderung zu bezeichnen. Ihnen ohne Beweis zu unterstellen, sie hätten einen Putsch geplant, ist himmelschreiendes Unrecht. Genau das tut Erdogan und seine Regierung, und sie weiß warum. Schließlich sind sie aus derselben Schule hervorgegangen und wissen von der Wirksamkeit einer vorgelebten Lehre. Deswegen betrug bis Ende August 2016 die Zahl der vom Schuldienst suspendierten Personen 43.000, das ist mehr als die Hälfte aller, die wegen des Putschversuchs vom Staatsdienst suspendiert wurden.

PKK als Bildungsträger?
Dass es bei der jetzigen Verfolgungswelle gerade nicht darum geht, die Waffenträger zu entmachten, erkennt man auch an der Erklärung des türkischen Kultusministeriums vom 8. September 2016. Es teilte mit, dass es 11.285 Lehrer vom Dienst suspendiert habe, die die separatistische Terrororganisation (gemeint ist die PKK) unterstützen. Wäre die PKK so auf Bildung bedacht, sähe die Lage der kurdischen Flüchtlingskinder aus der Türkei, die seit 1981 nach Deutschland gekommen sind, anders aus. Ganz im Gegenteil, man muss eher annehmen, dass die suspendierten Lehrkräfte kurdische oder türkische Demokraten sind, die den Kindern wenigstens auf dem Weg der Bildung eine Chance für die Zukunft geben wollen. Und genau das will die Regierung verhindern. Solange die Waffen sprechen, bleibt die Gesellschaft gespalten und die Mehrheit wird weiterhin die Regierung in Wahlen bestätigen, um die Minderheiten zu unterdrücken.

Kampf der Pressefreiheit
Wer Angst vor Argumenten hat, muss nicht nur die Schulen, sondern auch Presse und Fernsehen in den Griff kriegen. Am 19. August 2016 berichtete die türkische Zeitung Diken, dass aufgrund eines Dekrets mit Gesetzeskraft 131 Presseinstitutionen geschlossen worden seien und 2308 Menschen, die im Pressesektor arbeiteten, arbeitslos geworden seien. Das Dekret sorge sogar dafür, dass sie keine Chance hätten, ihre noch ausstehenden Löhne zu erhalten. Am 2. September 2016 berichtete dieselbe Zeitung, dass wegen Kontakt zur FETÖ der Presseausweis von 115 Journalisten für ungültig erklärt wurde, insgesamt seien seit dem gescheiterten Putschversuch 620 Presseausweise aberkannt worden. Auch das erneute Verbot der kurdische Positionen wiedergebenden Zeitung Özgür Gündem dient nicht der Bekämpfung der Gewalt, sondern der Bekämpfung der gewaltfreien Auseinandersetzung mit dem Missbrauch der Staatsgewalt. In der Folge wurde die bekannte Schriftstellerin Aslı Erdoğan und die Sprachwissenschaftlerin Necmiye Alpay in Untersuchungshaft genommen. Begründung: Unterstützung einer terroristischen Vereinigung. Ihr „Verbrechen“: Sie hatten dem Solidaritätsverlagsbeirat von Özgür Gündem angehört, der symbolisch im Schichtwechsel die Rolle des Zeitungsverlegers übernahm.

Die Zeit aufhalten
Wir werden gerade Zeuge des Versuchs von Staatspräsident Erdogan und seiner Regierungsmannschaft, den jetzigen Zustand einzufrieren und alle Wege der Veränderung zu blockieren, sei es Veränderung mit Waffen, mit Worten oder mit Taten. Es ist ein ebenso blutiges wie nutzloses Unterfangen.

Quellen:

http://www.diken.com.tr/darbe-girisimi-meb-bolucu-teror-orgutu-destekcisi-11-bin-285-ogretmen-aciga-alindi/
Darbe girişimi 8 Eylül | MEB: Bölücü terör örgütü destekçisi 11 bin 285 öğretmen açığa alındı
08/09/2016 23:00

http://www.diken.com.tr/darbe-girisimi-2-eylul-bakan-bozdag-3-bin-838-mahkum-ve-tutuklu-saliverildi/
Darbe girişimi 2 Eylül | Bakan Bozdağ: 3 bin 838 mahkum ve tutuklu salıverildi
02/09/2016 22:30

http://www.diken.com.tr/eski-futbolcu-ugur-tutuneker-de-kandirilmis-kurban-bagisi-ve-burs-haric-destekte-bulunmadim/
Eski futbolcu Uğur Tütüneker de ‘kandırılmış’: Kurban bağışı ve burs hariç destekte bulunmadım
25/08/2016 12:27

http://www.diken.com.tr/darbe-girisimi-sonrasi-ilan-edilen-ohalde-2-bin-308-basin-emekcisi-issiz-kaldi/
Darbe girişimi sonrası ilan edilen OHAL’de, 2 bin 308 basın emekçisi işsiz kaldı
19/08/2016 12:15

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Iran: Käfighaltung von Ausländern


Vergangene Woche hat die Polizei in Schiras eine Razzia gegen ausländische Staatsbürger durchgeführt und die Gefangenen wie Zootiere zur Schau gestellt.


Ein afghanischer Parlamentsabgeordneter aus Herat protestierte gegen diese entwürdigende Behandlung seiner Landsleute.

تو كز محنت ديگران بى غمى نشايد كه نامت نهند آدمى
Er schrieb: „Es heißt, dass in einer Stadt, von der (der berühmte persische Dichter) Saadi schrieb: „Wem das Elend der anderen egal ist, der verdient nicht, ein Mensch genannt zu werden“, Menschen mit IS-Methoden in Käfigen ausgestellt werden.“

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=116073
vom 19. Schahriwar 2016 (9. September 2016)
e°teraz be nemayeshe afghanha dar qafasi dar shiraz

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Iran: Zusammenstöße zwischen Kurden und Pasdaran

An der iranisch-irakischen Grenze bei Sardascht kam es vergangenen Dienstag (am 6. September) zu einem Gefecht zwischen Kämpfern der Demokratischen Partei Kurdistans /Iran und den Pasdaran. Regierungsvertreter sprachen von 6 Toten unter den Kurden, die Kurdenpartei spricht von zwei. Die Zusammenstöße stehen in Zusammenhang mit einer militärischen Aktivierung der kurdischen Partei unter ihrem derzeitigen Führer Mostafa Hedschri. Vertreter der Kurdischen Autonomieverwaltung im Nordirak sollen in einem kürzlichen Treffen mit Vertretern der iranischen Regierung bestätigt haben, dass sie keinen kurdischen Oppositionsparteien gestatten, von ihrem Gebiet aus die Islamische Republik Iran zu bedrohen.
Derzeit scheinen sich die türkischen, syrischen und iranischen Kurden in einem Mehrfrontenkrieg zu bewegen. Die kurdische Verwaltung im Nordirak unter dem Barsani-Clan scheint bemüht, sowohl mit der türkischen wie mit der iranischen Regierung freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten. Angriffe des türkischen Militärs wie auch der iranischen Pasdaran auf Oppositionsgruppen in ihrem Gebiet duldet sie in der Regel.

http://www.radiofarda.com/a/f4_democratic_party_kurd_clashes_iran_revolutionary_guards/27973581.html
vom 22. Schahriwar 1395 (12. September 2016)
niruhaye hezbe demokrate kordestan wa sepahe pasdaran dar sardasht ba ham dargir shodand

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Iran: Der Basar von Tabris

Der Basar von Tabris, einem Zentrum der iranischen Aseris, steht inzwischen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.


Es handelt sich um einen der größten überdachten Basare der Welt.


Tabris war früher ein wichtiger Knotenpunkte der Seidenstraße,


die den Handel zwischen Zentralasien, dem Nahen Osten, Afrika und Europa miteinander verknüpfte.

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=116024
vom 8. September 2016 (18. Schahriwar 1395)

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Iran: Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab kritisiert Ajatollah Dschannati


links im Bild Ajatollah Dschannati, Vorsitzender des Wächterrats und zugleich des Expertenrats, rechts Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab

Ajatollah Dschannati gehört zu den sogenannten Fundementalisten innerhalb der iranischen Geistlichkeit. Er hatte am 10. September in seiner Freitagspredigt den verstorbenen Ajatollah Montaseri als naiv bezeichnet, ein beliebtes Vorgehen der islamistischen Machthaber, die es nicht ertragen konnten, dass Ajatollah Montaseri ihr brutales Vorgehen gegenüber den Gefangenen kritisierte.
Jetzt hat einer von Montaseris Schüler, Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab, der in Kaschan Theologie-Unterricht der obersten Stufe erteilt, in einem Brief an Ajatollah Dschannati gegen diese Schmähung des Verstorbenen protestiert. Er fordert Ajatollah Dschannati deshalb erneut zu einem theologischen Streitgespräch auf, worauf der Angesprochene aber schon früher nicht einging. Er fragt auch, wie es kommt, dass Ajatollah Dschannati einen so vulgären und plumpen Mann wie Ahmadineschad bis zur letzten Minute unterstützte.
Auch macht er Ajatollah Dschannati zum Vorwurf, dass dieser zum Anlass des Todes des Königs von Saudi-Arabien nicht etwa sein Beileid geäußert hat, wie dies den islamischen Sitten entspricht, sondern seine Glückwünsche geäußert hat!
Der Schreiber kritisiert auch das unfaire Vorgehen von Ajatollah Dschannati in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Wächterrats, Kandidaten vor den Wahlen aufgrund von Verleumdungen und unbelegter Vorwürfe ohne Anhörung der Beschuldigten von der Wahl auszuschließen.
Als besonders ungerecht empfindet es Ajatollah Hadsch-Scheich Hossein Arab, dass Ajatollah Dschannati in seiner Freitagspredigt den verstorbenen Ajatollah Montaseri wegen seiner Kritik am Gefängnismassaker von 1988 angegriffen hat. Der Rechtsgelehrte schreibt Ajatollah Dschannati ins Stammbuch: „Sie sind es, die sich am Tage des Jüngsten Gerichts für dieses ungerechte und unfaire Urteil (gegen die Gefangenen) verantworten müssen, nicht Ajatollah Montaseri.“
Klare Worte an die Adresse eines Mörders.

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/217306.php
vom 20. Schahriwar 1395 (10. September 2016)
name-ye shagerde ayatollah montazeri be ayatollah jannati

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