Iran: Qaritschak – das größte Frauengefängnis des Landes


Abzweiger zum Frauengefängnis Qaritschak

Bei Kilometer 17 der Autobahn von Teheran nach Waramin zweigt eine Straße zum Frauengefängnis von Qaritschak ab. Das Gefängnis wurde seinerzeit mitten in die Wüste gebaut. Entsprechend heiß ist es dort, das Wasser aus der Leitung ist versalzen und unhygienisch.
Ursprünglich wurde das Gefängnis für Drogenabhängige gebaut. Es hat sieben Abteilungen, große Betonhallen wie für Hühnerställe, insgesamt sind im Gefängnis 2000 Frauen untergebracht, zum Teil mit ihren Kleinkindern. Im Gefängnis sind Frauen aller Altersstufen inhaftiert, eine Trennung nach der Art der Anklagepunkte wird nicht vorgenommen.

Behandlung in Haft

Die Gefangenen werden vom Personal gedemütigt und beleidigt, im Falle von Protesten wird ihnen damit gedroht, dass sie in Arrestzellen kommen, die eigentlich für psychisch Kranke gedacht sind – eine Art Gummizelle, wo die Menschen an Händen und Füßen gefesselt sind. Die Abteilungen werden so belegt, dass es zu Streit unter den Gefangenen kommt. Das führte in konkreten Fällen so weit, dass Gefangene von Mitgefangenen umgebracht wurden – vor den Augen des Gefängnispersonals, das nicht eingriff.

Kein Schutz vor Vergewaltigung
Obwohl es ein reines Frauengefängnis ist, sind auch Männer als Wachpersonal eingestellt. Diese nutzen die Situation, um gefangene Frauen zu vergewaltigen. Eine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, haben sie nicht. Da sie auch nach der Tat weiter in der Hand der Wärter sind, nützen auch Beschwerden nichts.

Hygiene und Gesundheit
In jeder Abteilung sind 200-300 Gefangene untergebracht. Ihnen stehen vier Toiletten und Bäder zur Verfügung. Hautkrankheiten sind verbreitet. In 24 Stunden gibt es nur eine Stunde lang warmes Wasser – im Winter ist es in der Wüste kalt! Die medizinische Behandlung im Gefängnis ist unzulänglich. Es gibt zu wenig Medikamente, dafür aber einen mafiös organisierten Verkauf von Medikamenten zu horrenden Preisen, die einzige Möglichkeit für viele Gefangene, überhaupt Medikamente zu erhalten. Selten werden Kranke zur Behandlung außerhalb des Gefängnisses in eine Klinik verlegt.

Ernährung und Unterbringung
Die Rationen für die Gefangenen sind zu klein, das Essen ist sehr eintönig, Kartoffeln, Nudeln und Brot, die Gefangenen leiden an Vitaminmangel. Für 2000 Gefangene gibt es nur 600 Betten. Deshalb müssen 1400 der Gefangenen auf dem Betonboden schlafen.

Quelle:
http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/217966.php
vom 5. Mehr 1395 (26.09.2016)

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email