Archiv für September 2016

Iran: Modeschau in Qom


Qom ist das iranische Zentrum der Rechtsgelehrten mit wichtigen religiösen Schulen. Hier fand laut einem Bericht von Peykeiran vom 10. September 2016 eine Modeschau statt.
Es folgen einige Bilder:


Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=116154

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Iran: Hauptsache hingerichtet – das Werk des Ajatollah Ahmad Dschannati


Ausschnitt aus der Zeitung Ettelaat

Die iranische Webseite news.gooya.com hat vergangenen Freitag einen Link zu Freedom Messenger veröffentlicht, der seit der Niederschlagung der Millionenproteste gegen die Wahlfälschung von 2009 Filmaufnahmen über die damaligen Ereignisse veröffentlicht. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Aufnahme mit Mehdi Chas‘ali, einem bekannten Kritiker der Geistlichen, der im Iran lebt und wiederholt verhaftet wurde. Er erklärt, dass Ajatollah Ahmad Dschannati, der jetzt Vorsitzender des Wächterrats und des Expertenrats ist, sich bei der Niederschlagung der Proteste gegen die Wahlfälschung sogar für die Hinrichtung einer jungen Frau ausgesprochen hatte, von der nicht einmal der Name bekannt war, und verweist auf einen Artikel in der Regierungszeitung Ettelaat.

http://news.gooya.com/didaniha/archives/2016/09/217192.php
vom 19. Schahriwar 1395 (9.9.2016)
pardebardariye mehdi xaz°ali az jenayate jannati

zu Freedom Messenger:
https://jmirani.wordpress.com/2016/05/16/sperrung-des-freedom-messenger-kanals/comment-page-1/

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Irans Gefängnismassaker von 1988


Andenken auf dem Chawaran-Friedhof vor Teheran, wo die Toten des Massakers mit Buldozern verscharrt wurden

100 namhafte iranische Persönlichkeiten im Ausland haben einen Antrag an den UN-Menschenrechtsrat und an den Internationalen Gerichtshof gestellt, das Gefängnismassaker des Jahres 1988, das aufgrund einer Fatwa des damaligen Religiösen Führers Ajatollah Chomeini angerichtet wurde, als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ einzustufen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64393/
dar-xa:ste shena:sa:‘iye e°da:mha:ye 67 be °onva:ne jena:yat °aleyhe bashariyat
iran-emrooz.net | Wed, 07.09.2016, 22:51

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Usbekistan: Abschied von einem Diktator


Islam Karimow (Islom Karim)

Vor einer Woche, am 2. September 2016, ist der usbekische Präsident Islam Karimow gestorben. Vorausgegangen waren eine Todesmeldung und ihr umgehendes Dementi, und wenn der finnische Neurochirurg, Juha Hernesniemi, der ihn untersucht hat, die Wahrheit sagt, war er sogar schon ein paar Tage früher tot.

Obwohl die Ärzte seinen Gehirntod festgestellt hatten, hielten sie ihn weiter mit Maschinen am „Leben“, bis auch das Herz durch einen Infarkt seinen Dienst versagte.

Eine Reanimation half auch nicht mehr. Islam Karimows Angehörigen blieb somit ein wochen- oder monatelanges Warten erspart.

Eine Diskussion über würdevolles Sterben findet in Usbekistan natürlich nicht statt, wer sollte nach einer jahrzehntelangen Diktatur auch noch diskutieren wollen.

Islamisches Begräbnis für einen Atheisten
Die Webseite fergananews veröffentlichte schon am 1. September Fotos von den Arbeiten auf dem Hasrati-Hisr-Friedhof in Samarkand.

Hier wird das Grab für Islam Karimow gebaut.

Da ist es mit ein paar Schaufeln Erde nicht abgetan.

Im Gegensatz zur muslimischen Geistlichkeit in der Türkei, die den gestorbenen Putschisten die letzten Dienste offiziell verweigert, muss Islam Karimow in Usbekistan nicht mit so einer Reaktion rechnen. So hat er die offiziellen Vertreter des Islams entsprechend ausgesiebt. Die Tatsache, dass er Tausende von gläubigen Muslimen inhaftieren und viele von ihnen foltern ließ und selbst den Zugang zum Koran im Gefängnis verwehrte, spielt keine Rolle. Die Tatsache, dass er früher der Erste Sekretär der Kommunistischen Partei der Sozialistischen Sowjetrepublik Usbekistans war, spielt auch keine Rolle. Ob und was er geglaubt hat, spielt keine Rolle, Hauptsache, der Schein bleibt gewahrt.


Das Volk nimmt Abschied

Am frühen Morgen des 3. Septembers sammelten sich Hunderttausende Taschkenter,

Männer und Frauen, an den Straßenrändern der Hauptstadt,

entlang der Strecke, auf der die Leiche des Präsidenten zum Flughafen gebracht werden sollte, um nach Samarkand zu gelangen.

Sie kamen schon vor fünf Uhr, in der Befürchtung, dass die Zugänge zu den Straßen später gesperrt würden.



Die Bevölkerung der Hauptstadt hat schließlich ihre Erfahrung mit Fahrzeugkonvois des Präsidenten…

Wer darf den Sarg zuerst tragen

Symbolisch wichtig ist die Frage, wer als erster den Sarg tragen darf. Nur, wer sich in der Frage der Nachfolge gut positioniert hat, kommt dafür in Frage. Einer von ihnen ist Schawkat Mirsijajew. Er ist der Träger im Vordergrund. Egal, wer das Rennen macht, es wird kaum mehr Veränderung geben als im benachbarten Turkmenistan, als Präsisdent Saparmurad Nijasow starb.

Das Schlusslicht der Sargträger bilden die Militärs. Die hatte der Diktator stets fest im Griff, Putsche wie in der Türkei waren hier nie das Thema.

Still wie ein Stein
Ein demokratisches Erwachen ist nicht zu erwarten. Zu Beginn der 1990-er waren noch die Bewegungen Erk und Birlik aktiv. Ihre Anhänger wurden verhaftet, ermordet oder gingen ins Exil, wie die Parteiführer. Muhammad Salih, der Parteiführer von Erk (Freiheit), war bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach der Unabhängigkeit von 1991 gegen Islam Karimow angetreten, später ließ ihn das Regime weltweit per Interpol suchen. Sowohl die Regierungsmedien wie die Oppositionspartei Birlik betrieben eine Schmierkampagne. Birlik (Einheit), deren Führer Abdurahim Pulat, ebenfalls im Exil lebt, ist schon längst zerfallen. Sie hatte ursprünglich eine beachtliche Anhängerzahl. Aber hier schlug nicht nur die Repression zu, sondern auch die Rechthaberei des Führers, der alle anderen Konkurrenten im demokratischen Lager als Verräter beschimpft und im übrigen immer schon alles vorhergesagt haben will, wenn ein Ereignis eingetreten ist.

Was sagt Abdurahim Pulat?
Die usbekische Webseite harakat.net, das Sprachrohr von Abdurahim Pulat, schreibt zu Karimows Tod:
„Die Gefährten von Islom Karim haben ihm einen Tritt gegeben und ins Grab geworfen, was kommt nun? Was soll schon kommen? Es kommt so, wie Birlik und Harakat schon gesagt haben!
Bevor Islom Karim, der in Usbekistan in den letzten Jahren schon fast zum zweiten Gott gemacht wurde, auch nur gestorben war, bekam er einen Tritt von seinen Gefährten und wurde weggeworfen. Kaum hatte der Ministerrat die erste Meldung über seine Erkrankung veröffentlicht, wurde bekannt, dass die Amtsgeschäfte entgegen der herrschenden Gesetze an den Vorsitzenden eben dieses Ministerrats übergegangen sind. (…)“

Nationalistisches Geschmäckle
Die Webseite fährt fort:
„Die Usbeken sind jetzt Islom Karim los, der ihnen von der Lubjanka (gemeint: dem russischen Geheimdienst sprich Putin) aufgebürdet wurde, der zwar ein mongoloides Äußeres (positiv gemeint!) hat, aber eine tadschikische Mentalität besaß, der Usbekistan als Staat vernichtet hat, praktisch nichts getan hat als Hunderte von Usbeken von kirgisischen Faschisten umgebracht wurden (Abdurahim Pulat hatte damals einen militärischen Einmarsch gefordert), und der die Usbeken zu Millionen in eine Lage gebracht hat, dass sie im Ausland wie Sklaven arbeiten müssen, um für ihre Familien zu sorgen. Nun, was folgt jetzt?
Erstens muss man Usbekistan als Staat wiederherstellen und die Usbeken wieder zu einer Nation machen. Aber das ist nicht leicht. Selbst wenn Islom Karims Gefährten dies tun wollten, brächten sie das nicht zustande. Denn unter ihnen gibt es keinen, der etwas von globalen Angelegenheiten versteht (übrigens ganz im Gegensatz zu Abdurahim Pulat).“

Putin besucht das Grab seines Sowjetkollegen Karimow in Samarkand

„Usbekistan benötigt grundlegende Veränderung. Wie der Birlik-Führer Abdurahim Pulat schon oft gesagt hat, kann man die Zweige und Äste eines Baums nicht durch Pfropfen ändern und so in einen anderen Baum verwandeln, vielmehr muss man seine Wurzeln ändern.“
Die Kostprobe mag genügen.

Und die Islamisten?
2005 hatte Islam Karimow noch einen angeblichen islamischen Aufstand in Andischan gewaltsam niedergeschlagen, bei dem auch viele Zivilisten umgebracht wurden oder danach in den Gefängnissen verschwanden. Eine Aufklärung dieser Ereignisse steht noch in der Zukunft, das Regime hatte damals alles getan, um Zeugen seines Vorgehens zu beseitigen. Damals herrschte in Deutschland eine Koalition aus Rot-Grün, die Bundeswehr benutzte Termes nahe der afghanischen Grenze für die Einsätze in Afghanistan, entsprechend lau verlief die amtliche Reaktion der deutschen Institutionen. Die Islamische Bewegung Usbekistans, die in Usbekistan und Tadschikistan von sich reden machte, dürfte inzwischen irgendwo im Sumpf der Kämpfe zwischen Afghanistan und Pakistan feststecken. Die nach eigener Darstellung vor allem durch Propaganda und Missionierung aktive Hisb ut-Tahrir (Partei der Befreiung) fristet ihr Dasein im Gefängnis, und um die Nachfolge des Präsidenten über die veröffentlichte Meinung in Russland zu steuern, wird jetzt in der russischen Presse auch der „Islamische Staat“ (IS, russisches Kürzel IGIL) ins Spiel gebracht, so in der Komsomolskaya Pravda vom 09.09.2016, die einen Artikel mit dem Titel: „Wohin steuert Usbekistan: Nach Russland, China oder zum Islamischen Staat?“ veröffentlicht hat.

Quellen:
http://www.kp.ru/daily/26580.7/3594977/
Галина САПОЖНИКОВА
Куда пойдет Узбекистан: в Россию, Китай или ИГИЛ*?
09.09.2016 11:00

http://www.topnews.ru/news_id_93393.html
Финский хирург рассказал, как умер президент Узбекистана Ислам Каримов
Опубликовано 06.09.16 08:46

http://www.harakat.net/news/?id=19605
03 September 2016 19:27

http://www.centrasia.ru/newsA.php?st=1472807820
Выходец из таджикского кишлака Яхтан? На малой родине узб-премьера Шавката Мирзиеева
12:17 02.09.2016

http://www.fergananews.com/articles/9078
Узбекистан: Похороны Ислама Каримова пройдут в Самарканде третьего сентября (фото)
01.09.2016 22:15 msk, Фергана

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Iran: Pistazien in Kerman


Vertrocknete Pistazienpflanzungen

Nach dem Erdöl gehören Pistazien noch immer zu den wichtigsten Exportprodukten im Iran. Im vergangenen Jahr wurden 250.000 Tonnen Pistazien exportiert. Bis zum 20. Jahrhundert wurden die Pistazienhaine mit Wasser bewässert, dass über spezielle Kanäle aus den Bergen geholt wurde. Danach kamen immer mehr elektrische Pumpen zum Einsatz, die das Grundwasser hochpumpten. Das mag früher in 10 Metern Tiefe gelegen haben, jetzt ist es je nach Ort auf 150 Meter Tiefe abgesunken und zunehmend salziger. Die Erde sinkte dabei trichterförmig ein. Das Ergebnis ist, dass die Pistazien vertrocknen. Hinzu kommt, dass das lukrative Exportgut zu einer Konzentration der Anbaugebiete in der Hand der Reichen geführt hat, so dass die heimischen Bauern das Land verlassen haben und in die Städte umgesiedelt sind.

http://www.radiofarda.com/a/f8-iran-pistachio-trees-gone/27966307.html
vom 04.09.2016
peste-ye iran qorbani-ye digare bi-abi

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Iran: Maschhad – die Folgen des Angriffs aufs saudische Konsulat

Im vergangenen Jahr hatten sogenannte „Eigenmächtige“, also von den Fundamentalisten organisierte Täter, die Botschaft Saudi-Arabiens in Teheran und das Konsulat des Landes in Maschhad angegriffen und versucht, die Gebäude in Brand zu setzen. Mohammad Qane’i, der Präsident des Hotelier-Verbands von Maschhad, hat jetzt gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA erklärt, dass darauf die Zahl der ausländischen Touristen in Maschhad um 80% zurückgegangen sei. Vor dem Überfall auf das saudische Konsulat wurde Maschhad jährlich von anderthalb Millionen Arabern besucht. Die wenigen, die jetzt noch kommen, bleiben kürzer und geben weniger Geld für Einkäufe aus. Das hat zu einer spürbaren Rezession in Maschhad geführt.

Die Frage ist, ob die Fundamentalisten mit Ajatollah Chamene’i als Führer diesen Unmut auch zu spüren bekommen und in welcher Form. Händler sind im Iran einflussreiche Leute und gewöhnlich mit der Geistlichkeit verbunden. Vielleicht führt dies zur Zunahme von Anhänger für Ajatollah Rafsandschani.

Quelle:
http://www.radiofarda.com/a/27965979.html
vom 4. September 2016 (14. Schahriwar 1395)
hamle be konsulgariye arabestan safare gardeschgarane xaredschi be maschhad-ra 80 dar sad kahesh dad

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Iran: Geldhahn zu für Pasdaran?


Das Logo des Pasdar-Stützpunkts Chatamu l-Anbiya

Wie Radio Farda am 04.09.2016 berichtete, hat die iranische Tageszeitung Keyhan, die die Linie des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i vertritt, am 03. September 2016 (3. Schahriwar 1395) einen Artikel veröffentlicht, in dem kritisiert wird, dass iranische Banken nun wichtigen Stützpunkten der Revolutionswächter (Pasdaran) den Zugang zu ausländischer Währung verweigern. Die Zeitung Keyhan druckte sogar einen Antwortsbrief der Bank-e Mellat (Volksbank) an den Pasdaran-Stützpunkt Chatamu l-Anbiya ab, in dem es heißt, dass „Dienstleistungen für diejenigen Kunden, die auf der Sanktionsliste der EU oder der gemeinsamen Liste der EU und der UNO aufgeführt werden, nicht möglich“ sind. Laut Keyhan (Teheran) hat auch die Bank-e Sepah (Bank der Streitkräfte der Pasdaran) einer Firma, die auf der Sanktionsliste steht, eine ähnliche Auskunft erteilt.

Selbst-Embargo
Die Zeitung Keyhan (Teheran) bezeichnete dieses Vorgehen als Selbst-Embargo (xod-tah.rimi) und führte es auf ein Abkommen mit der FATF (Financial Action Task Force) zurück. Betroffen von diesen Sanktionen sind rund 200 Institutionen und Personen, die der Geldwäscherei oder der Unterstützung des Terrorismus beschuldigt werden. Zu ihnen gehören auch das staatliche iranische Rundfunk und Fernsehen (Seda wa Sima), das Verteidigungsministerium, der Pasdaran-Stützpunkt Chatamu l-Anbiya und das Geheimdienstministerium. Die Verweigerung von Dienstleistungen an den Pasdar-Stützpunkt Chatamu l-Anbiya wird auch von Abdollah Gandschi, dem Chefredakteur der Zeitung „Dschawan“ bestätigt. Diese Zeitung gilt als direktes Sprachrohr der Pasdaran.

Financial Action Task Force (FATF)
Radio Farda schreibt in einem weiteren Artikel vom selben Tag, dass diese Sanktionen iranischer Banken gegen inländische Kunden auf ein Abkommen zwischen der iranischen Regierung und der FATF vom 24. Juni 2016 zurückgehen, in dem vereinbart wurde, dass die Beschränkungen gegen iranische Banken für 12 Monate provisorisch aufgehoben werden, wenn diese sich verpflichten, den in den EU- bzw. UN-Sanktionslisten aufgeführten Personen und Unternehmen keine Dienstleistungen zu gewähren.

Beleidigung für den Führer
Gholam-Ali Haddad Adel, dessen Tochter mit Modschtaba Chamene’i, dem Sohn des religiösen Führers verheiratet ist, ist selbst Hoher Berater des Religiösen Führers und Mitglied des Rats zur Wahrung der Interessen des Systems. Ins Parlament hat er es nicht geschafft, er bekam zu wenig Stimmen. Dieser Herr Haddad Adel meinte am Sonntag, den 4. September bezüglich der Beschränkung des Zugangs zu Devisen für die Pasdaran durch einige iranische Banken, dass „das Volk und die Führung diese Art von Beleidigungen, Einmischungen und Selbstunterwerfung nicht duldet.“

Ali Akbar Welajati, ein Spezialist für Terror
Ali Akbar Welajati, ebenfalls ein Berater des Religiösen Führers, und zwar für Auslandspolitik, fand diese Art der Zusammenarbeit des Irans mit der internationalen Organisation gegen Geldwäsche (gemeint ist die FATF) als nicht gut für das Land. Laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur ISNA soll Welajati am 4. September erklärt haben, dass „unsere eigenen Leute nicht den Plänen des Feindes folgen sollten.“ Er vertrat die Auffassung, dass „der Grund für die Sanktionen gegen den Pasdaran-Stützpunkt Chatamu l-Anbiya und gegen die vor allem im Ausland operierende Pasdar-Streitkraft (Sepahe) Qods (also auch die!) darin besteht, dass die konkrete Schritte gegen die Feinde des Islams“ unternehmen. Ali Akbar Welajati muss es wissen. Als er iranischer Außenminister war, wurde in Berlin im Mykonos-Restaurant ein erfolgreicher Mordanschlag auf iranische Kurden, u.a. den Führer der Demokratischen Partei Kurdistans Iran, Scharafkandi, verübt. Die Mörder wurden von der iranischen Botschaft in Berlin koordiniert, also einer Institution, die ihm damals unterstand. Ali Akbar Welajati wurde deshalb auch vom Gericht als einer der Verantwortlichen für den Mordanschlag bezeichnet. Wir sehen, heute ist er außenpolitischer Berater des Religiösen Führers Ajatollah Chamene’i.

Die Fundis malen den Großen Bruder an die Wand
Laut Iran-emrooz.net hat die Nachrichtenagentur des iranischen Parlaments schon am Donnerstag, den 1.9.2016, die Äußerungen von diversen iranischen Parlamentsabgeordneten veröffentlicht, die dem fundamentalistischen Flügel zugerechnet werden. Hossein-Ali Hadschi Deligani, Abgeordneter von Schahin-Schahr, soll erklärt haben, dass diese Vereinbarung mit der FATF de facto den Zugang zur Privatsphäre des Volkes öffne. Er sagte: „Laut FATF können die Ausländer in die Konten der Bevölkerung schauen und sehen, welcher Iraner wieviel Geld hat und wo dieses Geld hingeht.“ Für die meisten Iraner ist dies kein Albtraum. Sie haben eh kein Geld und machen über solche Angstmache Witze.

Der Schuldige
Die fundamentalistische Presse versäumt auch nicht, einen Schuldigen für diese bösen Machenschaften zu nennen. So schreibt die Zeitung „Watane emrus“, am 4. September 2016: „Das Abkommen mit der FATF hat der Wirtschaftsminister in Vertretung der Regierung unterzeichnet und damit die Grundlage dafür geschaffen, dass wir selbst gegen uns selbst Sanktionen verhängen. Verschiedentlich wird darauf hingewiesen, dass der Westen damit die finanzielle Unterstützung für die heldenhaften Kämpfer der Hisbullah im Libanon behindern will.

Sollen die Pasdaran doch ihre Geschäfte mit ihren eigenen Banken abwickeln
Der stellvertretende Parlamentspräsident Mas’ud Peseschkian hat am 5. September 2016 in einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur Fars sichtbar gemacht, was hinter der Bühne abläuft. Er meinte: „Wenn wir mit der Welt Geschäfte abwickeln wollen, müssen wir die Spielregeln der Welt akzeptieren. Die Pasdaran können ja dann mit ihren eigenen Banken arbeiten.“
Auf die Frage der Nachrichtenagentur: „Wird die Wirtschaft des Landes durch die Ausführung dieses Abkommens (mit der FATF) geschädigt?“ antwortete Mas’ud Peseschkian:

Die Wirtschaft des Landes ist derzeit gelähmt
„Die Wirtschaft des Landes ist derzeit gelähmt. Das Bankensystem des Irans ist nicht transparent. Geldwäsche lässt sich im iranischen Bankensystem sehr leicht durchführen. Wenn wir mit den Banken der Welt in Kontakt treten wollen, müssen wir das Problem der Geldwäsche selbst angehen. Im Ausland kann niemand auch nur 10.000 Dollar einfach so auf der Bank einzahlen, er muss erklären, wo er das Geld her hat. Aber wenn in unserem Land jemand 10 Milliarden Dollar auf die Bank bringt, stellt man ihm nicht nur keine Fragen, woher er das Geld hat, man gibt ihm sogar noch mehr Zins. Die einheimischen Banken müssen hier klare Verhältnisse schaffen.“ Peseschkian weist auch darauf hin, dass die Bekämpfung der Korruption unmöglich ist, solange die Geldströme im Land so intransparent sind.

In euren Banken kann man bequem Geld waschen
Zuerst muss der Geldfluss in unserem Land transparent werden, damit wir die Korruption, die Wucherei, die Bestechung, die illegale Umwandlung von Land in Baugrundstücke, das Maklerunwesen und den Schmuggel verhindern können.
(…) Dies ist der Grund, warum die ausländischen Banken sagen – in euren Banken kann man bequem Geld waschen – und sie haben Recht damit!“

Jedes Organ im Land mit eigener Bank
Auf die Frage der Agentur Fars, ob das „Selbst-Embargo“ gegen einige Institutionen, die früher (?!!) auf der Sanktionsliste des Westens standen, durch einheimische Banken richtig sei, antwortet der Vize-Parlamentspräsident, er wisse gar nicht, wozu die vielen Banken im Iran überhaupt nützen. „Einerseits besitzt jede dieser Banken selber wieder eine Bank, die Pasdaran besitzen die Bank „Mehr-e Eqtesad“, und die Streitkräfte haben auch eine eigene Bank. Dann sollen sie doch mit ihren Banken arbeiten. Heutzutage hat jedes Organ im Land für sich selbst eine Bank gegründet. Sollen diese Institutionen doch ihr eigenes Geld in Bewegung setzen. Was ist das Problem dabei?“

Im Fußball akzeptieren wir doch auch die internationalen Spielregeln
Schließlich wollen wir mit der Welt Geschäfte machen. Im Fußball akzeptieren wir doch auch die internationalen Spielregeln. (…) Wenn wir mit der Welt Geschäfte machen wollen, müssen wir die internationalen Regeln akzeptieren oder darauf verzichten, mit ihnen in Kontakt zu treten.“

Hinter den Kulissen
Der stellvertretende Parlamentspräsident Mas’ud Peseschkian redet nicht nur eine deutliche Sprache, er macht auch deutlich, wo die iranischen Machthaber einen Ausweg gefunden haben. Denn eins ist klar: Die Kontrolle über die Außenpolitik liegt nach iranischem Grundgesetz in der Hand des Religiösen Führers, das heißt also von Ajatollah Chamene’i. Weder die Abrüstungsverhandlungen noch die Verhandlungen mit der FATF können ohne Absprache mit dem Religiösen Führer geführt werden. Jegliche Unterschriften, die die iranischen Vertreter unter solche Abkommen setzen, müssen erst vom Führer gebilligt werden. Der Führer ist aber heute abhängig von der Macht der Revolutionswächter, die sowohl in der Wirtschaft wie militärisch das eigentliche Rückgrat der Staatsgewalt bilden. Nie würde der Führer einer Unterschrift zustimmen, wenn dies dazu führen würde, dass den Pasdaran der Geldhahn zugedreht wird.

Baustellen kann man mit Satelliten filmen, Geldüberweisungen nicht
Und das ist der Schwachpunkt der FATF-Kontrollen. Wenn irgendwo im Iran unterirdische Anlagen zur Anreicherung von Uran-Isotopen gebaut werden, kann man die Baustelle auf Satellitenfotos sehen und mit zusätzlichen Informationen entsprechend deuten. Aber was ist Geld auf Bankkonten? Eine Illusion, eine imaginäre Größe. Eine Überweisung von A nach B ist nichts anderes als eine elektronische Datenübermittlung, materiell ist nichts zu sehen. Also kann man einer Kontrolle durch die FATF getrost zustimmen, man hat ja noch ein paar Banken, die nicht zum großen Kreislauf gehören müssen und dann weiter als Drehscheibe für Überweisungen an die Hisbullah und Co. dienen können.

Warum dann der Aufruhr?
Für die Fundamentalisten ist der Aufruhr eine Möglichkeit, die Regierung, die ja nicht der Wunschvorstellung des Religiösen Führers entspricht, in den Augen der Öffentlichkeit als „Verräter an den nationalen Interessen“ zu diskreditieren. Für die Regierung sind die Angriffe der Fundamentalisten ein Beleg gegenüber den westlichen Verhandlungspartnern, dass man es ernst meint, so dass zumindest wieder Geld ins Land fließen kann, und für die ausländischen Verhandlungspartner sind solche verbalen Kanonenschüsse ein geeigneter Nachweis gegenüber dem heimischen Publikum, dass man die Kontrolle wirklich entschlossen durchsetzt.

Quellen:
http://www.radiofarda.com/a/f35_irgc_banks_alizadeh/27965498.html
sepa:h tahte tahrime bankhaye daxeli
vom 04.09.2016

http://www.radiofarda.com/a/f14-iran-banks-cut-currency-relations-with-sepah/27966418.html
hada:d °a:del ba esha:re be mahdudiyate arzi bara:ye sepa:h : rahbar in tahqir-ra: tahammol nemi konad
vom 04.09.2016

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/64306/
negara:niye osulgera:ha: az peywastane ira:n be tawa:foq d.edde pulshuyi
vom 04.09.2016

http://news.gooya.com/politics/archives/2016/09/217094.php
pezeshkiya:n, na:yebe ra’ise majles: sepa:h
vom 05.09.2016

http://www.fatf-gafi.org/
Financial Action Task Force

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Türkei

Her şey birdenbire oldu

Bombalar birdenbire patladı
İnsanlar birdenbire öldü
Cenazeler birdenbire kalktı
Maden birdenbire çöktü
Bir gecede birdenbire
Eski dostlar düşman oldu
Hepsi birdenbire

Çünkü ben salağım

Alles ist ganz plötzlich gekommen
Die Bomben sind plötzlich explodiert
Die Menschen sind plötzlich gestorben
Die Leichen sind plötzlich aufgestanden
Das Bergwerk ist plötzlich eingestürzt
In dieser Nacht sind die alten Freunde
ganz plötzlich Feinde geworden
Alles auf einmal und ganz plötzlich

Weil ich ein Trottel bin

(auch der türkische Innenminister ist diese Woche ganz plötzlich zurückgetreten)

http://www.diken.com.tr/tam-bagimsiz-yargi-gibi-bir-haftaydi/
Tam bağımsız yargı gibi bir haftaydı…
von KAAN SEZYUM

02/09/2016 20:57

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