Archiv für April 2017

Iran: Ebrahim Ra‘isi, ein würdiger Kandidat


Ebrahim Ra‘isi, Staatsanwalt am Sondergericht für Geistliche und Hauptverwalter der Imam-Resa-Stiftungen in Maschhad

Im Iran laufen die Vorbereitungen für die nächsten Präsidentenwahlen an, denn der derzeitige Staatspräsident Hassan Rouhani hat bald seine erste Amtszeit beendet. Die Fundamentalisten um den religiösen Führer Ajatollah Chamene’i haben schon einen geeigneten Kandidaten gefunden: Ebrahim Ra’isi (sprich: Ra’issi).
Als Ajatollah Chomeini zum Ende des iranisch-irakischen Kriegs 1988 ein Massaker unter den politischen Gefangenen anordnete, gehörte Ebrahim Ra’isi zu den Mitgliedern einer kleinen Kommission, die die Auswahl traf, welche Gefangenen umgebracht werden sollen. Ebrahim Ra’isi war damals der stellvertretende Staatsanwalt von Teheran. Die anderen Mitglieder der 12-köpfigen Todeskommission sind unter folgendem Link aufgeführt:
http://www.alischirasi.de/as040922.htm
Ahmad Montaseri, der Sohn des verstorbenen Ajatollahs Hossein-Ali Montaseri, verweist auf „die direkte unbestrittene Beteiligung“ von Herrn Ra’isi an den Massenhinrichtungen politischer Gefangener im Jahr 1988 und fügt hinzu: „Wenn sonst ein Kandidat jemanden auch nur einmal mit einem Messer attackiert hat, hat er keine Chance, von den zuständigen Behörden ein sauberes Führungszeugnis zu erhalten. So ein Fall ist sofort erledigt.“ Er macht damit auf den Widerspruch aufmerksam, dass ein Massenmörder, der bis heute nie für seine Verbrechen vor Gericht gestellt wurde, problemlos kandidieren kann. Er bezeichnete es als einen „Witz“ und eine „Beleidigung des iranischen Volks“, so jemanden als Kandidaten aufzustellen.

Die Wunder des Herrn Ra’issi: Blut zu Kohle, Staub zu Gold
Ahmad Montaseri hatte eine Datei mit den Äußerungen seines Vaters über dieses bis heute straflos gebliebene Staatsverbrechen veröffentlicht, das in der iranischen Öffentlichkeit ein breites Echo fand. Für diese Veröffentlichung war er vom Sondergericht für Geistliche zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt worden, von denen 6 Jahre sofort vollstreckbar sind. Ebrahim Ra’isi ist Staatsanwalt am Sondergericht für Geistliche! Des weiteren übt er die Hauptverwaltung (Towliyate Astane Qodse Rasawi) sämtlicher Stiftungen in Maschhad aus, die dem Imam-Resa-Heiligtum gehören. Dies ist ein gigantischer Wirtschaftskomplex im Iran. Jährlich besuchen über 10 Millionen Schiiten das Heiligtum in Maschhad und spenden dort Geld, so dass es sich um das Heiligengrab auftürmt. Das ist so viel, dass man es laufend in Säcke füllt. Ghobar-rubi – Staubwischen – nennt man das. Und weil der persische Tuman laufend an Wert verliert, haben die Geistlichen bekannt gegeben, dass der besondere Verdienste im Jenseits erwirbt, der Dollars oder Pound vor’s Grab wirft. Den „Staub“ bekommt dann Ebrahim Ra’isi. Wenn wundert’s, dass Ebrahim Ra’isi genug Geld hat, alle wichtigen Amtsträger bei den Revolutionswächtern (Pasdaran) zu kaufen…

Quellen:
http://www.radiofarda.com/a/f3-montazeri-on-reisi-candidate-insult-nation/28420517.html
vom 21. Farwardin 1396 (10. April 2017)
ahmad montazeri: namzadiye ebrahim ra’isi touhin be mellate iran ast

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=126710
vom 17. Farwardin 1396 (6. April 2017)
ra‘isi, diruz °od.we hey‘ate marg, emruz namzade entexabat

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=79218
vom 17. Farwardin 1396 (6. April 2017)
qatele hazaran zendaniye siyasi kandidaye riyasate jomhuri shod

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Ostiran – Chorassan

Kohan-Diyara, ein altes Dorf in der Region Chorassan

Auf folgender Webseite sind noch weitere interessante Orte aufgeführt, leider fehlen Bildunterschriften, so dass man nicht erkennen kann, welches Bild zu welchem Ort gehört.

Quelle:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=126199

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Farah Karimi – Iran-Deutschland-Holland


Farah Karimi

Wer Informationen zum Iran oder zum Nahen Osten sucht, die nicht über die großen Kanäle der Nachrichtenagenturen laufen, hat in den Zeiten des Internets verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist das Internet-Radio Radio Zamaneh, das von der ehemaligen iranisch-holländischen Parlamentsabgeordneten Farah Karimi gegründet wurde.
Ein Link auf die Webseite des Radios findet sich hier.

Quellen:
https://www.radiozamaneh.com/about
https://de.wikipedia.org/wiki/Farah_Karimi

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Sisdah be dar – Raus ins Grüne

Am 20. März ist im Iran Jahresbeginn. Das Jahr fängt dort mit dem Frühling an. Am 13. Tag des neuen Jahres gehen möglichst alle IranerInnen ins Grüne. Die Islamisten unter Führung von Ajatollah Chomeini hatten zwar versucht, das iranische Neujahrsfest (Nourus) als unislamisch zu brandmarken und zu beseitigen, aber 38 Jahre Herrschaft haben nicht gereicht, dies den Iranern auszutreiben. Mehr noch: Am diesjährigen Neujahrsfest hat kein einziger Ajatollah eine öffentliche Erklärung abgegeben, um die Tradition des 13. Neujahrstags (sisdah be dar) zu verurteilen. Sie haben wohl eingesehen, dass keiner mehr auf sie hört.
Wie die Iraner das Neujahr am 13. Tag feiern, sieht man an folgenden Fotos:

aus Teheran:

aus dem Südiran:

aus Isfahan (dort bei der berühmten Chadschu-Brücke):

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=126492

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: 21-jähriger App-User zum Tode verurteilt

In den vergangenen Tagen wurde der 21-jährige Iraner Sina Dehqani wegen „Verleumdung des Propheten“ zum Tode verurteilt. Er hatte im Messenger „Line“ (einer japanischen App) eine Gruppe aufgebaut, das war es, was letztlich zu seiner Verfolgung führte. Weitere Einzelheiten sind nicht bekannt.

Quellen:
http://news.gooya.com/2017/03/post-2273.php
29.03.2017
mahkumiyate marjan davari, motarjeme irani be e°dam

über
„line“
http://www.foerderland.de/digitale-wirtschaft/netzwertig/news/artikel/line-japans-ernstzunehmende-antwort-auf-whatsapp/

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Iran: Journalistin in Haft


Hengame Schahidi

Wie die Mutter von Hengame Schahidi, einer iranischen Journalistin und politisch aktiven Frau, mitteilt, geht es ihrer Tochter nach 24 Tagen Hungerstreik im Gefängnis sehr schlecht. Die politische Gefangene ist im Trakt 209 des Ewin-Gefängnisses in Teheran inhaftiert. Sie war am 19. Esfand 1395 (9. März 2017) in Maschhad inhaftiert worden.
Laut einer Meldung von Radio Farda hat Nahid Kermanschahi, die Mutter von Hengame Schahidi, in einem Interview mit der Webseite kampeyne beyn ol-melaliye hoquqe bashar dar iran (Internationale Kampagne für Menschenrechte im Iran), mitgeteilt, dass ihre Tochter in Gegenwart ihres Verhörbeamten am 12. Farwardin (1. April) aus dem Gefängnis angerufen hat und ihr folgendes mitgeteilt hat: „Ich kann nicht mehr gehen und schleppe mich nur noch am Boden entlang.“

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=79167
vom 13. Farwardin 1396 (2. April 2017)
waz°iyate jesmiye hengame shahidi be sheddat waxim ast

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

Das letzte Argument des Islamischen Staats Iran: Todesstrafe


Mardschan Dawari (Marjan Davari)

Die inzwischen 38 Jahre dauernde Herrschaft der schiitischen Geistlichkeit hat den schiitischen Glauben im Iran so in Verruf gebracht wie die Folterungen und die Inquisition die Kirche in Europa. Das Ergebnis: Immer mehr Menschen suchen nach etwas Neuem. Im Iran bedeutet das zum einen die Wiederbelebung der Sufi-Traditionen, also eines mystischen Islams, in der Zuwendung zu christlichen und nachchristlichen Glaubensbekenntnissen wie etwa den Zeugen Jehovas, aber auch die Aufnahme noch ganz junger Religionen wie etwa „Eckankar“, von denen man in Deutschland wenig hört. Die Antwort des Regimes ist jedesmal Haft bis hin zur Todesstrafe, was sicherlich niemanden dazu bewegt, die Religion der Herrschenden nun für attraktiver zu halten als davor.

Eckankar
Die 50-jährige Mardschan Dawari (Marjan Davari) aus Karadsch war am 2. Mehr 1394 (im Jahr 2015) in der Wohnung ihres Vaters von Beamten des iranischen Geheimdienstes verhaftet worden. Sie war im Trakt 209 des Ewin-Gefängnisses in Teheran in Haft. Am 25.-27. Mehr 1395 (2016) und am 21. und 22. Adhar 1395 (2016) wurde die Anklage gegen sie vor der 15. Kammer des Revolutionstribunals in Teheran unter dem berüchtigten Richter Salawati verhandelt. Das Datum des Urteils ist nicht bekannt, wohl aber das Ergebnis. Mardschan Dawari wurde wegen „fessad fi-l-ars“ (Verderbnis auf Erden) zum Tode verurteilt. Ihr wurde vorgeworfen, Schriften über die Religion Eckankar verfasst und anderen zugänglich gemacht zu haben, auch soll sie eine Reihe religiöser Werke dieser jungen Religion ins Persische übersetzt haben. Das alles diente als „Beweis“ für den Vorwurf der Verbreitung von „Verderbnis auf Erden“. Ihre Hausbibliothek wurde beschlagnahmt, sie selbst wurde inzwischen aus dem Ewin-Gefängnis ins Qaratschak-Gefängnis in Varamin (Schahre Ray) verlegt.

Quellen:
http://news.gooya.com/2017/03/post-2273.php
29.03.2017
mahkumiyate marjan davari, motarjeme irani be e°dam

https://de.wikipedia.org/wiki/Eckankar

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email