Wahlkampfgetöse im Iran

Zehn Tage vor der ersten Runde bei den Präsidentschaftswahlen im Iran nimmt der Wahlkampf der sechs zugelassenen Kontrahenten langsam Fahrt auf. Am heutigen Dienstag, den 9.5.2017, hatte Hassan Rouhani im Teheraner Schirudi-Stadion vor ca. 30.000 Menschen einen Wahlkampfauftritt.


Versammlung von Hassan Rouhani am 9. Mai 2017 im Teheraner Schirudi-Stadion

Immer wieder wurde seine Rede von lauten Parolen unterbrochen. Man rief „Freiheit für Mussawi, Karrubi“, “ Kein Richter (gemeint ist Ra‘issi), kein General (gemeint ist Qalibaf), sondern ein Präsident, der an unsere Verfassung glaubt“.

Rouhani wiederholte seine Kritik daran, dass die Astane-Qods-Rasawi-Stiftung in Maschhad, die von Ebrahim Ra’issi geführt wird, keine Steuern bezahlt – jedoch ohne Ra‘issi direkt zu nennen.

Gegen Äußerungen von Qalibaf und Ra‘issi, die ihm beide die hohe Arbeitslosigkeit im Iran vorgeworfen hatten, reagierte er mit den Worten: „Sie haben zusammen 860.000 Frauen entlassen und arbeitslos gemacht. Sie sprechen von Beschäftigung. Glauben Sie wirklich an die Beschäftigung von Frauen? Glauben Sie wirklich an die Beschäftigung von Sunniten und anderen Minderheiten im Iran? Sie haben in Ihren geschlossenen Sitzungen darüber gesprochen, Soziale Medien im Internet zu blockieren und dass die Beschäftigung von Frauen blockiert werden soll. Warum reden Sie darüber nicht in der Öffentlichkeit? Warum verstecken Sie Ihre Meinung? Warum sagen Sie der Bevölkerung nicht ihre tatsächliche Überzeugung? Das Zeugnis der iranischen Bevölkerung uns gegenüber ist ganz klar – wie sieht Ihr Zeugnis über die vergangenen 38 Jahre als Machthaber aus?“

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