Iran: Terroranschlag??

F. M. Sokhan (wohl ein Pseudonym) hatte schon vergangene Woche (am 7. Juni 2017) einen Artikel veröffentlicht, in dem er gute Gründe anführte, die es nahelegen, den Angriff auf das Grabmal von Imam Chomeini und auf das iranische Parlament nicht als IS-Attacke einzustufen.
Er wurde für seine Zweifel heftig kritisiert und hat jetzt in einer ironischen Antwort auf seine Kritiker deutlich gemacht, wie unglaubwürdig das ganze Szenario dieser Angriffe ist. Er bezieht sich dabei auf die im iranischen Fernsehen veröffentlichten Szenen vom Beginn des Angriffs auf das Grabmal von Imam Chomeini.

Ein Film, der es in sich hat
Man sieht im Film zwei Männer, die in aller Ruhe zum Eingangstor des Gebäudekomplexes gehen, nicht nach rechts und links schauen, offensichtlich auch keine Angst vor der Kamera haben, die im Eingangsbereich montiert ist und die ganze Szene filmt, und dann zwei Maschinenpistolen aus der Tasche holen. Sie gehen am Fenster des Wachpostens im Eingang vorbei, wo der eine ein paar Schüsse abgibt, der andere ignoriert den Posten völlig, und betreten das Gelände. Ein Mann kommt ihnen entgegen. Die Schüsse muss er gehört haben. Was tut er? Er wirft sich nicht zu Boden, die Hände hält er nur so halb in die Höhe und dann geht er an den beiden „Terroristen“ vorbei. Sieht aus wie „Schichtwechsel“, meint F. M. Sokhan, nach dem Motto – die Bomben sind vorbereitet, jetzt seid ihr dran. Wer für die musikalische Untermalung verantwortlich ist, ist uns unbekannt.
https://youtu.be/TqNwaBDr5Y8

Verhaftungswelle im Iran
Bei der deutschen Wikipedia hat es dieser ominöse Anschlag schon auf die Liste von Terroranschlägen geschafft, die dem IS zugeordnet werden. Wir haben schon im vorigen Artikel darauf hingewiesen, dass sowohl die Iranische Regierung wie der IS ein Interesse daran haben, dass sie als Täter firmieren. Über den Wahrheitsgehalt besagt das nichts. Faktum ist, dass dafür im Iran eine Verhaftungswelle in den grenznahen Gebieten begonnen hat, z.B. gegen Araber, Balutschen und Kurden, unter dem Vorwurf, sie würden mit dem IS zusammenarbeiten. In dem Kontext muss keiner der Herrschenden im Iran Kritik aus dem Westen fürchten. Man ist ja gemeinsam gegen den IS…

Parallelen zur Vergangenheit
F. M. Sokhan hatte in seinem vorigen Artikel schon auf Parallelen aus der Vergangenheit hingewiesen. So fand am 20. Juni 1994 ein Anschlag auf den Imam-Resa-Schrein in Maschhad statt, der den Volksmudschahedin in die Schuhe geschoben wurde. Später wurden zwei Frauen als Täter präsentiert, die alles Mögliche „gestanden“, sogar von im Kühlschrank eingefrorenen Leichenteilen erzählten sie. Und was kam später raus? Die beiden Frauen hatten damit gar nichts zu tun. Während der Ermittlungen zu den politischen Serienmorden im Iran, als der stellvertretende Geheimdienstminister Said Emami angeklagt wurde, stellte sich heraus, dass der Anschlag vom Geheimdienst organisiert worden war. Said Emami kam im Gefängnis ums Leben (eine als Selbstmord präsentierte Arsenvergiftung!) und das Verfahren verlief sich im Sande. Man könnte das als eine alte Geschichte abtun, aber man darf nicht vergessen, dass die Machthaber von heute die Machthaber von damals sind.

http://news.gooya.com/2017/06/post-4534.php
vom 12. Juni 2017
yek senariyoye sad dar sad teroristi!
von F.M. Sokhan

http://news.gooya.com/2017/06/post-4412.php
vom 7. Juni 2017
enfejar ham enfejarhaye qadim
von F. M. Sokhan

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Terroranschl%C3%A4gen
Liste von Terroranschlägen

https://en.wikipedia.org/wiki/1994_Imam_Reza_shrine_bomb_explosion

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