Archiv für Juni 2017

Iran: Anschlag auf das Grab von Ajatollah Chomeini


Chomeinis Grab (mit ungewöhnlich viel Besuchern, das war heute wohl nicht der Fall)

Gegen 10:40 Teheraner Ortszeit griffen zwei bewaffnete Männer die Grabstätte von Ajatollah Chomeini an. Sie schossen dabei wild um sich und verletzten drei Sicherheitsbeamte, einen für die Grünflächen zuständigen Gärtner brachten sie dabei um. Die beiden Angreifer trugen Sprengstoffwesten. Im Eingangsbereich des Grabs, das die Gestalt einer Moschee hat, zündete der eine von ihnen die Sprengladung. Der zweite kam im Schusswechsel mit den Sicherheitsbeamten ums Leben, bevor er die Sprengladung zünden konnte. Dieser Meldung ging eine andere voraus, auf derselben Webseite, auf der die Darstellung etwas anders lautet.

Widersprüchliche Angaben
Dort heißt es nämlich: „Die bewaffneten Personen, die das Grab von Chomeini angriffen, waren 3. Einer von ihnen wurde dabei getötet, einer hat mit Zyanid Selbstmord begangen, und eine Person wurde lebend verhaftet.“
In dieser Nachricht heißt es unter Berufung auf den Pressesprecher des Grabmals von Chomeini, dass einer der Angreifer einen Sprengstoffgürtel angehabt habe und sich nach der Abgabe von 2 Schüssen selbst in die Luft gesprengt habe.
Man sieht: einmal ist von Sprengstoffwesten (jaliqeye enfejari) die Rede, einmal von einem Sprengstoffgürtel (kamarbande enfejari). Einmal ist davon die Rede, dass zwei Personen Sprengstoffwesten trugen, einmal ist es nur eine. Einmal heißt es, ein Angreifer wurde erschossen, bevor er die Sprengladung zünden konnte, einmal heißt es, dass er sich mit Zyanid vergiftet hat. Einmal ist von 3 Personen die Rede, von denen eine verhaftet worden sei, einmal nur von 2. So viele Widersprüche in so vielen Details ziehen die Glaubwürdigkeit der gesamten Darstellung in Zweifel.
Eine mögliche Erklärung der Widersprüche wäre, dass tatsächlich 3 Personen angegriffen haben, aber eine entwischen konnte, so dass man die missglückte Festnahme unter den Tisch fallen lässt und nur von 2 Personen berichtet. Ähnlich mit den Sprengstoffwesten. Es klingt viel heldenhafter, wenn die Sicherheitsbeamten einen erschießen konnten, bevor er den Sprengstoff ebenfalls zünden konnte, als wenn er sich mit Hilfe von Zyankali vorzeitig verabschiedet hat.
Aber auch das ist nur eine Spekulation. Außer der Tatsache eines Angriffs, der durch Videos von einer Sprengung im Bereich des Grabmals von Ajatollah Chomeini bestätigt wird, kann nichts als sicher gelten. Der Film ist unter folgendem Link zu finden:
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=130560

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=130554
vom 17. Chordad 1396 (7. Juni 2017)
toud.ihate sarparaste haram dar bareye joz’iyate hadet_eye teroristi

http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=130534
vom 17. Chordad 1396 (7. Juni 2017)
xabarhaye kutah az majles wa qabre xomeini – yek nafar siyanur xord wa xodkoshi kard

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Sitzstreik beim Zuckerrohrunternehmen Haft Tapeh (in der Nähe der iranischen Stadt Shahzand)

Die Arbeiter des Zuckerrohr-Unternehmens Haft Tapeh sind seit drei Tagen in einen Sitzstreik getreten. Sie fordern ihre seit Monaten ausstehenden Löhne und verlangen, dass die Polizeikräfte vom Firmengelände verschwinden.

Es ist bereits der dritte Tag, dass sich etwa tausend Arbeiter mitsamt ihren Familien zu einem Sitzstreik vor dem Firmengelände niedergelassen haben. Es kam dabei zu einem gefährlichen Zwischenfall. Ein Polizist hat im Laufe des heutigen Tages damit begonnen, einzelne Arbeiter vor ihren Frauen und Kindern zu beleidigen. Als die Arbeiter handgreiflich wurden, rannte er zu seinem Polizeifahrzeug zurück und holte seine Waffe. Kurz darauf schoss er in die Luft. Beherzte Arbeiter nahmen ihm die Waffe ab und brachten ihn unter ihre Kontrolle, bevor Schlimmeres passieren konnte.

Die Streikenden hatten Gespräche mit Firmenvertretern, die alles mögliche versprachen. Doch die Arbeiter erklärten, dass sie so lange weiterstreiken, bis ihre Forderungen erfüllt werden.

Eine ihrer Forderungen bezieht sich darauf, dass sich auf dem Firmengelände ständig Polizei und Ordnungskräfte aufhalten. Arbeiter, die einfach fragen, was mit ihrem Lohn ist und warum ihre Überstunden nicht bezahlt werden, werden von den Sicherheitskräften eingeschüchtert. Es wird auch darüber gesprochen, dass die Sicherheitskräfte viel Geld kosten, das man besser in das Bezahlen der Löhne investieren sollte. Somit lautet eine der Forderungen, dass dieses überflüssige Sicherheitspersonal vom Firmengelände verschwindet.

Die andere Forderung bezieht sich natürlich auf das rechtzeitige Auszahlen der den Arbeiter zustehenden Löhne inklusive der Versicherungen. Löhne wurden über zwei Monate nicht bezahlt.

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GEW unterstützt hungerstreikenden Lehrer im Iran

Esamil Abdi ist seit Herbst letzten Jahres im Iran im Gefängnis, weil er sich als Gewerkschafter aktiv für mehr Lohn von LehrerInnen und freie Bildung eingesetzt hat. Nun ist er in Hungerstreik getreten.

Nach ca. 38 Tagen Hungerstreik ist Esmail Abdi sehr geschwächt. Er hat viel an Gewicht verloren und seine Nieren funktionieren nicht mehr richtig. Er wurde nun in ein Krankenhaus verlegt, doch auch dort weigert er sich, Nahrung zu sich zu nehmen.

Esmail Abdi wurde von einem Revolutionsgericht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Sein Hungerstreik richtet sich gegen dieses Urteil, von dem er überzeugt ist, dass es Unrecht ist. Laut seiner Aussage hat er nichts gegen die Regierung unternommen und auch nichts gegen die iranische Verfassung. Alle seine Aktionen waren vom Gesetz erlaubt.

Esmail Abdi bekommt Unterstützung von Marlis Tepe, der Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft (GEW) in Deutschland. Sie hat einen Brief an den Religionführer Ayatollah Chamene‘i und den Staatspräsidenten Rouhani geschrieben, in dem sie sich für seine bedingungslose Freilassung einsetzt.

Am heutigen Nachmittag wurde Esmail Abdi vom Krankenhaus ins Ewin – Gefängnis zurückverlegt.

Vgl. https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/iran-inhaftierter-lehrergewerkschafter-esmail-abdi-im-hungerstreik/

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Iran: Auszug aus der Moschee

In der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas hatten Arbeiter den Freitagsprediger (Emam-Dschom‘e) auf ihre Probleme angesprochen (Video siehe Link). Als sie von ihm nur die Antwort erhielten, damit habe er nichts zu tun, verließen sie aus Protest die Moschee. Man muss hierzu wissen, dass im Iran der Freitagsprediger vom Religiösen Führer (Ajatollah Chamene‘i) eingesetzt wird und er der Drahtzieher in vielen Dingen ist. Das weiß die Bevölkerung.
Auch dies ist eine Form der „Abstimmung mit den Füßen.“
http://news.gooya.com/2017/06/post-4188.php
vom 1. Juni 2017
kargaran dar e°teraz be emame jom°eye bandar °abbas namazra tark kardand
Thursday, Jun 1, 2017

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Iran: Täter verwischen die Spuren


Amnesty International und die Organisation „Gerechtigkeit für den Iran“ berichten in einer gemeinsamen Erklärung von der Vernichtung von Massengräbern in Ahwas im Südwest-Iran nahe zur irakischen Grenze. Dort waren die Überreste von mindestens 44 Gefangenen vergraben, die im Sommer 1367 (1988) während des großen Gefängnismassakers auf der Grundlage einer Fatwa von Ajatollah Chomeini ermordet worden waren. Eines der Mitglieder der 12-köpfigen Todeskommission, Seyyed Ebrahim Ra’isi, war bei den Präsidentschaftswahlen vom 19. Mai 2017 der Gegenkandidat zu Hassan Rouhani. Um die Massengräber in Ahwas wurde der Aushub von Bulldozern und Müll angehäuft, wie Filmaufnahmen belegen. Die Behörden wollen die Betonplatten, die an die Toten erinnern, zerkleinern und den Raum in eine sogenannte „Grünfläche“ verwandeln.
So wird Grün von der Farbe des Propheten zur Farbe der Gedächtnislosigkeit.
Klar ist, dass die Täter auf diesem Weg ein Beweismittel vernichten, das eines Tages dazu dienen könnte, die Verbrechen der Islamischen Republik nachzuweisen. Noch sind die Täter an der Macht.

http://news.gooya.com/2017/06/post-4223.php
vom 1. Juni 2017
taxribe gurhaye jam°i dar ahwaz marbut be e°damhaye tabestane 67

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