IS: Verlust von Mosul – ein Schlag für die Finanzen

Zum Höhepunkt ihrer Macht hatte die IS in Syrien und im Irak acht Millionen Menschen unter ihrer Kontrolle.
Vor den Angriffen auf Raqqa und auf Mosul verfügte der IS über acht wichtige Einnahmequellen.
1. Das Erdöl: Zum Höhepunkt der Macht des IS stellten die Erdöleinnahmen aus 8-10 Erdölfeldern in Syrien und im Irak einen Anteil von 25-35% der Gesamteinnahmen dar. Zur Verwaltung der Erdölfelder, der Erdölraffinerien und der Vermarktung hatte der IS einen eigenen Erdölkonzern gegründet, der mit auch aus dem Ausland geholten Fachleuten geleitet wurde. Das Erdöl wurde deutlich unter Marktpreis verkauft. Es wurde in Syrien und im Irak, aber auch in den Nachbarländern zum Verkauf angeboten. Die Erdöleinkünfte wurden auf 4 Millionen Dollar pro Tag eingeschätzt.
2. Steuern: In seinem Herrschaftsbereich erhob der IS Konsumsteuern (also eine Art Umsatzsteuer), Steuern auf das Kommunikationswesen (Handy, Telefon etc.), auf den Verkehr (von LKWs), auch eine Art Kopfsteuer für Christen und Juden trieben sie ein. Konkrete Angaben über die Höhe der Einkünfte aus diesen Steuern liegen nicht vor.
3. Konfiszierung des Eigentums von Flüchtlingen und Angeklagten: Der IS gelangte auf diesem Weg in den Besitz von großen landwirtschaftlichen Flächen und Immobilien. Durch den Weiterverkauf soll er ebenfalls hohe Einnahmen erzielt haben.
4. Finanzielle Unterstützung durch Staaten am Persischen Golf. Dies soll zu Beginn des IS dessen größte Einnahmequelle gewesen sein. Konkrete Angaben fehlen.
5. Inhaftierung und Freilassung westlicher Staatsbürger gegen ein hohes Lösegeld. Auch hier fehlen konkrete Beträge.
6. Plünderung von Banken: Die Geldbestände von Bankfilialen, die in den Herrschaftsbereich des IS fielen, wurden geplündert. Der größte Betrag, der dem IS dabei in die Hände fiel, war das, was in der Filiale der irakischen Zentralbank in Mosul lagerte, als der IS 2014 die Stadt eroberte. Es heißt, dass damals 500 Millionen Dollar in den Besitz des IS gelangten.
7. Organhandel mit Körperteilen von Kriegsgefangenen, zum Tode Verurteilten und verletzten Soldaten. Es dürfte schwer sein, hier „fake news“ von Fakten zu unterscheiden, denn wir befinden uns im Krieg, und das, was hier in den Medien lanciert wird, ist Teil der Kriegsführung der „Koalition“. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Vorwürfe falsch sind, aber die Überprüfung dürfte schwer fallen.
8. Verkauf von Antiquitäten: Vor der Zerstörung historischer Denkmäler entfernte der IS alles, was demontierbar war, und vertrieb es über den Schwarzmarkt.
Nach der Vertreibung des IS aus Mosul hat der IS angeblich mehr als 60 Prozent seines Herrschaftsgebietes verloren. Die Erdöleinnahmen sollen jetzt auf ein Zehntel des Werts vor 2 Jahren gefallen sein.

https://www.radiofarda.com/a/f3-isis-economic-pilars-collapse/28605536.html
vom 19. Tir 1396 (10. Juli 2017)
sotunhaye eqtesade da°esh foru rixte‘and

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