Iran: 50 Politische Gefangene seit 30 Tagen im Hungerstreik im Raja´ishar-Gefängnis

Am gestrigen Montag, den 28.8.2017, haben Menschenrechtsorganisationen und Angehörige von Politischen Gefangenen eine Solidaritäts-Kundgebung vor einem EU-Gebäude in Brüssel abgehalten. Sie wollten mit dieser Aktion auf den Hungerstreik von etwa 50 Gefangenen aufmerksam machen, die sich seit 30 Tagen im Raja´ishar-Gefängnis (bei Teheran) im Hungerstreik befinden.


Kundgebung für die hungerstreikenden iranischen Gefangenen am 28.8.2017 in Brüssel

Mitte Juli hat die Gruppe von 50 Gefangenen mit einem Hungerstreik gedroht, falls sich die unhaltbaren menschenunwürdigen Bedingungen die ihnen im Raja´ishar-Gefängnis zugemutet werden, nicht deutlich verbessern. Sie bezogen sich damals auf die ungenügende medizinische Versorgung, die fehlende Klimaanlage bei großer Hitze. Statt ihnen Verbesserungen zuzugestehen wurden sie mit Gewalt aus der Abteilung für Politische Gefangene in eine andere Abteilung verlegt, die unter der Kontrolle des Geheimdienstes steht. Das Essen, das Trinkwasser, die medizinische Versorgung, der Zugang zu Anwälten, der Besuch von Angehörigen, alles hat sich dadurch verschlechtert – sie wurden also für ihre berechtigten Forderungen bestraft. Aus diesem Grund hat die Gruppe einen Hungerstreik begonnen. Heute war der 30. Tag und der Streik soll fortgesetzt werden.

Ihre Angehörigen haben versucht, bei den Behörden zu intervenieren. Sie sind zur Staatsanwaltschaft in Teheran gegangen und haben die Rechte der Gefangenen eingefordert. Die Staatsanwaltschaft erklärte sich für nicht zuständig. Zuständig sei das Gefängnis. Als die Angehörigen bei den zuständigen Stellen des Gefängnisses vorstellig wurden, hieß es, man hätte keine Befugnisse und würde nur den Anweisungen der Staatsanwaltschaft folgen.

Der Leiter der medizinischen Abteilung im Raja´ishar-Gefängnis hat erklärt, dass sie nur mit wenig Personal ausgestattet seien und dass nicht alle der großen Zahl von Hungerstreikenden behandelt werden könnten, obwohl das Leben von einzelnen bereits in Gefahr sei.

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