Iran: Hungerstreik im Gouhar-Dascht-Gefängnis


Im Gefängnis von Gouhar-Dascht, auch als Gefängnis von Radscha‘i-Schahr in Karadsch bekannt, befinden sich derzeit (Stand vom letzten Mittwoch) 11 politische Gefangene im Hungerstreik. Da nur einmal pro Woche, nämlich mittwochs, Gefangene in diesem Gefängnis besucht werden können, gibt es auch nur mittwochs neue Informationen über die Gefangenen. Die Häftlinge, die schon 44 Tage im Hungerstreik sind, fordern zum einen angemessene medizinische Behandlung, andererseits protestieren sie gegen die unhygienischen und ungesunden Haftbedingungen. So gibt es keine ausreichende Luftzirkulation in den Zellen, Wasser gibt es nur zwei Stunden am Tag, und nur kaltes Wasser, und „Duschen“ ist nur beim Hofgang mit einem Wasserschlauch möglich. Geschwächte und gehbehinderte Gefangene schaffen den Weg zum Hofgang nicht. Die Ernährung ist ebenfalls katastrophal. Die Wärter kassieren von den Gefangenen Geld dafür, bringen aber dafür verdorbene Lebensmittel. Auch der Gefängnisladen verkauft keine frische Ware.
Der Hungerstreik ist ein Hilferuf der Gefangenen, aber die Gefängnisleitung und der zuständige Haftrichter konstruieren daraus gleich wieder neue Vorwürfe: Beleidigung des religiösen Führers, Beleidigung der Behörden, Verletzung der Anstaltsordnung. Den 11 Hungerstreikenden drohen deshalb zusätzliche zwei bis zweieinhalb Jahre Gefängnis, dafür, dass sie ihre Rechte einfordern.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82036
vom 18. Schahriwar 1396 (9. September 2017)
waxamate hale zendaniyane raja‘i-shahr ba°d az 40 ruze e°tesabe ghad_a

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82081
vom 20. Schahriwar 1396 (11. September 2017)
axarin wad.°iyate zendaniyane e°tesabi

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