Archiv für Oktober 2017

Kurdistan-Irak: Rücktrittserklärung Barsanis und Mob

Gestern hat der amtierende Präsident der kurdischen Autonomie im Nordirak, Masud Barsani, bekannt gegeben, dass er zum 1. November 2017 von seinem Amt zurücktritt. Darauf kam es in verschiedenen kurdischen Städten, so in Arbil, Dohuk, Suran und Zakho (Sacho) zu Kundgebungen von Barsanis Anhängern. In Zakho wurde das Parteibüro der PUK, der Partei von Dschalal Talebani, angegriffen und in Brand gesteckt. Auch ein Parteibüro der Oppositionsgruppe Gorran wurde angezündet. Eine bewaffnete Gruppe mutmaßlicher Anhänger von Masud Barsani drang darüber hinaus ins Parlament ein, um Angehörige der Opposition am Verlassen des Gebäudes zu hindern. Vertreter von Gorran äußerten ihre Zweifel daran, dass die kurdischen Sicherheitsorgane nicht in der Lage gewesen wären, das Eindringen der Bewaffneten zu verhindern, wenn sie gewollt hätten.
Außerdem wurde berichtet, dass südlich von Kerkuk ein kurdischer Filmreporter des Senders Kurdistan TV mit mehreren Messerstichen ermordet wurde. Über die Täter ist nichts bekannt. Dies ist der 21. Journalist, der im Irak innerhalb von einem Jahr ermordet wurde.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/71643/
vom 30.10.2017, 9:33
ashub dar eqlime kordestane °eraq ba°d az kenare-giriye barzani

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Iran: Todesstrafe für Weigerung zur Spionage

Der schwedisch-iranische Forscher Ahmad-Resa Dschalali (Ahmad-Reza Jalali) wurde kürzlich im Iran zum Tode verurteilt. In einem englischen Brief vor seinem Urteil hatte er bekannt gegeben, dass er sich geweigert hatte, für den Iran zu spionieren. Das Todesurteil ist die Quittung für seine Standhaftigkeit.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=140083
vom 5. Aban 1396 (27. Oktober 2017)
nameye ahmad-reza jalali candin mah pish az sodure hokme e°dam az zendan: napad_iroftam jasusi konam

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Iran: Zeit der Safranernte

Wenn es kalt ist, beginnt im Ostiran die Safranernte. Hier einige Fotos von dieser Arbeit in den verschiedenen Stadien. Der Iran ist weltweit der größte Produzent von Safran, das als Speisegewürz dient.













https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=140126
vom 6. Aban 1396 (28. Oktober 2017)
talaye sorx

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Iran: Islamist als Hochschulminister


Studenten an mehreren Universitäten in Teheran, aber auch in Kermanschah, haben gegen die Einsetzung des neuen Hochschulministers Gholami protestiert. Mit der Ernennung dieses als Fundamentalisten bekannten Mannes befürchten die Studierenden weitere Einschränkungen an den Hochschulen.

Und sie haben Recht: Gleich nach seiner Amtseinführung erklärte Gholami, er wolle mit der Islamisierung der Universitäten beginnen.
Und das 39 Jahre nach der Revolution und der Ausrufung der Islamischen Republik…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=140173
vom 6. Aban 1396 (28. Oktober 2017)
°aks / tajammo°e daneshjuyane daneshgahe tehran, san°ati sharif, beheshti wa raziye kermanshah dar e°teraz be mo°arrefiye wazir gholami baraye wezarate °olum az suye doulate rouhani

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Iran: Ruhe in Frieden, Kyros

Kyros der Zweite, im Iran Kurosch oder Kurusch genannt, regierte im 6. Jahrhundert vor Christus das altpersische Reich, dessen Grenzen er deutlich ausweitete. Er wurde bald zur Legende, die Bibel und die griechische Geschichtsschreibung zeichnet ihn als religiös toleranten Herrscher, was wohl nicht ganz der Wirklichkeit entspricht.
Im Iran war es der Schah Mohammad Resa Pahlawi, der zu den 2500-Jahresfeiern des Persischen Reichs – ein Phantasiedatum – auch die angebliche Grabstätte von Kyros II. in Passargad aufsuchte.

Schlafe ruhig!
Der Schah hielt damals in Passargad eine Rede, die bald zum Gespött des Volkes wurde. Er sagte dort: „Schlafe ruhig, Kurosch, wir sind wach!“ Ein Volksfest war das Fest freilich nicht, es diente vor allem der Selbstbeweihräucherung des Schahregimes. Verbreitet war die Meinung, dass die Kosten für die Feiern dem Volk aus der Tasche gezogen wurden, das das Geld dringender nötig gehabt hätte.

Die Wiederentdeckung
Passargad als historischer Ort würde wohl auch heute nicht viel von sich reden machen, wenn das Regime der islamistischen Republik Iran nicht ständig so schlecht über Kurosch geredet hätte. Das Ergebnis war eine Trotzreaktion. Die Menschen begannen, den 7. Aban (29. Oktober) als Geburtstag von Kurosch zu feiern, obwohl den niemand weiß. Zu den Feiern gesellte sich in den vergangenen Jahren der Wunsch, auch seine Grabstätte zu besuchen. Im vergangenen Jahr, also 2016, sollen sich dort an die 10.000 Menschen versammelt haben. Das war den Herrschenden allerdings zu viel. Für dieses Jahr hatten sie sich etwas einfallen lassen.


Bassidschi-Manöver um Passargad
So ließ die Regierung auf Plakaten bekannt geben, dass zufälligerweise am 7. Aban in der Umgebung von Passargad bewaffnete Manöver der Bassidschi-Milizen stattfinden. Die hinführenden Straßen wurden gesperrt.

Das Regime wies die Bevölkerung darauf hin, dass Versammlungen in Passargad verboten seien, weil sie sich gegen die Islamische Republik richteten – das stimmt natürlich – und vom Ausland gesteuert seien – das ist Unsinn. Den Teilnehmern wird indirekt unterstellt, Monarchisten zu sein, die eine Rückkehr des Schahsohns nach Persien wollten.

Kilometerlange Staus
Das Regime konnte zwar als Erfolg verbuchen, dass in Passargad tatsächlich keine Versammlung zu Ehren von Kurosch stattfinden konnte, aber eine endlose Autoschlange auf der Straße von Schiras Richtung Norden, wo Passargad liegt, machte deutlich, wie wenig die Verbote und die Propaganda der Geistlichen erreicht hatten. Im Umkreis von wenigen Kilometern um das Grabmal sammelten sich überall Menschen, die ihre Zelte aufschlugen und campierten.

Und genauso wie zur Schahzeit müssen sich die heutigen Machthaber damit abfinden, eine willkommene Zielscheibe für Witze zu sein.
Hier ein Foto mit der Inschrift:

Das hier ist nicht die Grenze zwischen Israel und Palästina,sondern Passargad
(nicht sehr schmeichelhaft, der Vergleich mit Israel ist das letzte, was den Ajatollahs gefällt)


Und dann diese Karrikatur, die die Kritik am Schah wieder aufnimmt.
Als amtlich Begründung für die Straßensperrung heißt es hier:
Wir wollten nicht, dass Kurosch aufwacht.
Das ist ein deutliches Echo der Worte des Schahs: Schlafe ruhig, Kurosch!

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=140337
vom 8. Aban 1396 (30. Oktober 2017)
°aks/ inja marze esra‘il wa falastin nist, inja pasargad ast!

Lange Autoschlange Richtung Pasargad, trotz der Straßensperrung machen sich die Menschen auf den Weg, sozusagen eine Auto-Demo, siehe auf dem Video
https://youtu.be/qhoy6_aHAU0
http://news.gooya.com/2017/10/post-8763.php
vom 30. Oktober 2017
jomhuriye eslami jeloye tajammo° dar pasargad-ra gereft

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=140189
vom 6. Aban 1396 (28. Oktober 2017)
xastim korush bidar nashe

https://de.wikipedia.org/wiki/Kyros_II.

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Keine Frauen im iranischen Kabinett

Bevor Hasan Rouhani zum zweiten Mal zum iranischen Staatspräsidenten gewählt wurde, versprach er den Frauen alles mögliche: mehr Einfluss in der Gesellschaft, mehr Repräsentanz im Parlament und in seiner Regierung. Heute wissen wir, dass das leere Worte waren. Wie sieht es in der Realität aus?


Bild: Mann = Frau

Im Kabinett von Rouhani befindet sich keine einzige Frau. War anfangs noch von vier oder fünf Frauen die Rede, die als Ministerinnen der Regierung Rouhani bestellt werden sollten, heisst es heute seitens Rouhani, dass er gerne welche bestellt hätte, dass es aber leider nicht möglich gewesen wäre. Indirekt schiebt er so die Schuld auf den Religionsführer.

Das iranische Kabinett ist damit frauenfeindlicher als das der Vereinigten Arabischen Emirate, das selbst auch nicht gerade als der Hort des Feminismus bekannt ist. Dort wurde letzte Woche ein Kabinett mit 31 Mitgliedern benannt – immerhin neun davon sind Frauen.


Sarah Amiri ist Ministerin in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und stammt ursprünglich aus Belutschistan, Iran. In ihrem Beruf ist sie stellvertretende Managerin für die Marsmission der VAE sowie Vorsitzende des Wissenschaftsrates

Selbst das Parlament von Saudi Arabien verfügt über einen größeren Frauenanteil als das iranische Parlament. Während es in Saudi Arabien 25% sind, kommt es im Iran nur auf einen Anteil von etwa 7%.

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Iran: Todesurteil für schwedisch-iranischen Professor


Ahmad-Resa Dschalali (Ahmad-Reza Jalali), der eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzt – die Schwedens und die des Irans – wurde bei einem Familienbesuch im Iran verhaftet und jetzt wegen angeblicher Spionage zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde unter dem Vorsitz von Richter Salawati von der 15. Kammer des Revolutionstribunals gefällt. Richter Salawati ist bekannt für seine brutalen, politisch motivierten Urteile, so dass allein schon der Name genügt, Zweifel an der sachlichen Basis des Urteils anzumelden.
Jetzt können die europäischen Politiker zeigen, ob sie nur dann Kritik üben, wenn es gegen Erdogan geht, oder ob sie auch den Mund öffnen, wenn sie dabei die Absatzchancen der heimischen Industrie im Iran gefährdet sehen. Nach dem Motto: Erdölgeld ist wichtiger als Menschenrechte.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=139687
vom 30. Mehr 1396 (22. Oktober 2017)
prufesur ahmad-reza jalali be e°dam mahkum shod

http://fa.rfi.fr/%D9%BE%D8%B1%D9%81%D8%B3%D9%88%D8%B1-%D8%AC%D9%84%D8%A7%D9%84%DB%8C-%D8%A8%D9%87-%D8%A7%D8%AA%D9%87%D8%A7%D9%85-%D8%AC%D8%A7%D8%B3%D9%88%D8%B3%DB%8C-%D8%A8%D9%87-%D8%A7%D8%B9%D8%AF%D8%A7%D9%85-%D9%85%D8%AD%DA%A9%D9%88%D9%85-%D8%B4%D8%AF-20170206/%D8%A7%DB%8C%D8%B1%D8%A7%D9%86

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Schahar Jeri (Shahar Yeri): Megalithenfeld im Iran


65 Kilometer von Ardabil entfernt, in der Nähe des Flusses Qara-Su, liegt ein laut Schätzungen 8000-9000 Jahre altes Megalithen-Feld (Qusha-Tape genannt). Dort sind 280 behauene Steine zu finden. Hier einige Fotos





https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=139580
vom 29. Mehr 1396 (21. Oktober 2017)
°aks / shahre yeri dar ostane ardabil

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Ajatollah Sadeq Laridschani, Schutzpatron der Diebe

Vor dem iranischen Parlament fand heute eine Protestkundgebung von wütenden Sparern statt, die ihr Geld auf Banken angelegt hatten, die dann mit den Ersparnissen von der Bildfläche verschwanden. Die betrogenen Sparer machen dem Staat zu Vorwurf, dass die staatliche Zentralbank diesen Betrügerbanken die Tätigkeit erlaubt hat und ihnen sogar Kredite gewährt hat. Jetzt fordern sie vom Staat ihr Geld zurück. Ihre schlechten Erfahrungen mit den Staatsorganen haben dazu geführt, dass ihre Parolen immer schärfer werden.
larijani qaziye, ba dozdha hambaziye –
Laridschani (das Oberhaupt der Justiz) ist Richter, er spielt mit den Dieben zusammen (steckt mit ihnen unter einer Decke)
Normalerweise würde das zur Verhaftung und zur Anklage wegen Aktivitäten gegen das System führen, aber diese Leute fürchten die Verhaftung nicht mehr. Sie würden auch noch vor den Verhörbeamten gegen Laridschani und Co. wettern und die Verhörenden wissen nur zu gut, dass diese Leute Recht haben.
Es fällt auch auf, dass die Protestierenden nicht davonlaufen, als die Polizei anrückt, sondern ihr entgegen rufen: Los, verhaftet doch die Diebe!

Link zu einer Filmaufnahme des Protests
https://youtu.be/oloQxSyhGAM

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=139787
vom 1. Aban 1396 (23. Oktober 2017)
tajammo°e e°teraziye seporde-gozarane awwale abane 1396, majles, sho°are malbaxtegan:
larijani qaziye, ba dozdha hambaziye / polois borou dozdo begir / marg bar da°eshi

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Widerstand gegen Barsani im kurdischen Nordirak

Die politische Bewegung Gorran, die in der kurdischen Autonomie im Nordirak die Hauptopposition gegen das korrupte Patronage-System der beiden Großparteien KDP und PUK bilden, hat nicht nur das Unabhängigkeitsreferendum, das am 25. September 2017 von Masud Barsani abgehalten wurde, als zeitlich unpassend kritisiert, sondern jetzt, nach dem Verlust von Kerkuk und anderen Regionen an die irakische Zentralregierung, den Rücktritt von Masud Barsani gefordert, der illegal weiter als Präsident der Autonomie amtiert.
Gorran fordert zudem die Bildung einer Regierung der „nationalen Rettung“, um die katastrophalen Folgen der Gebietsverluste für die kurdische Autonomie gemeinsam zu mildern.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82764
vom 1. Aban 1396 (23. Oktober 2017)
jonbeshe gorran xahane kenare-giriye barzani az riyasate eqlime kordestan shod

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Iran: Arbeiterproteste

An verschiedenen Orten des Irans sind Arbeiter auf die Straße gegangen. Ein Beispiel sind die 1200 Arbeitnehmer der sherkate haml-o-naqle beyn-ol-mellaliye xalije fars (Internationale Transportgesellschaft am Persischen Golf), die ihre Lohnrückstände einfordern. Es handelt sich um eine privatisierte Firma, was sich nicht nur darin äußert, dass die Arbeiter ihren Lohn nicht oder um Monate verspätet ausbezahlt bekommen, sondern auch darin, dass die Firma die Sozialversicherungsbeiträge nicht bezahlt, so dass die Arbeiter nicht mehr zum Arzt gehen können, weil der Versicherungsschutz nicht mehr gewährt wird.
Die Arbeitnehmer fordern jetzt, dass die Firma wieder verstaatlicht wird.
Laut Angaben der Firmenwebseite verfügt diese über eine „Flotte“ von 500 LKW und rund 100 Filialen und Vertretungen. Sie ist nach eigenen Angaben namentlich im Transport und der Lagerung von Getreide aktiv. Man darf annehmen, dass die Privatisierung auch hier in die Taschen der Revolutionswächter und ihres Umfelds erfolgte. Informationen hierüber gibt es leider nicht. In diesem Fall wäre es zumindest nicht verwunderlich, dass die Versicherungsbeiträge straflos „eingespart“ wurden.

https://www.radiofarda.com/a/iran_workers_wage_unpaid_strike_demonstration/28811014.html
vom 1. Aban 1396 (23. Oktober 2017)
tajammo°e kargarane chand karxane dar noqate moxtalefe iran

http://www.pgtco.ir/

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Urumije (Iran): Wütender Protest


In Urumije verbreitete sich das Gerücht, dass der Hausmeister einer Schule ein 12-jähriges Mädchen sexuell belästigt habe. Die Behörden dementierten und erklärten, der Vater des Mädchens habe seine Anzeige auch wieder zurückgezogen. Diese Erklärungen fruchteten nichts. Wütende Menschen versammelten sich in der Nähe der Schule, kippten das Auto des Hausmeisters um und schlugen die Scheiben der Schule ein.
Über den Wahrheitsgehalt des Gerüchts ist damit nichts gesagt. Die Reaktion der Bevölkerung zeigt aber, dass die Glaubwürdigkeit der Behörden in der Öffentlichkeit sehr gering ist und dass die Menschen sich immer mehr trauen, gewaltsam in der Öffentlichkeit aufzutreten, obwohl der Polizeiapparat im Iran massiv ausgebaut ist und zu allen Schandtaten fähig ist.
Das ist eine neue Entwicklung. Der Weg zur Lynchjustiz oder zu einem gewaltsamen Aufstand ist nicht mehr weit.

https://www.radiofarda.com/a/alleged-report-on-assault-to-schoolgirl-drive-Urmia-residence-angry/28811216.html
vom 1. Aban 1396 (23. Oktober 2017)
azare yek doxtare danesh-amuz

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Kurdistan: Aus der Traum

Das Unabhängigkeitsreferendum in der Kurdischen Autonomie im Nordirak vom Ende September 2017 hat eine Entwicklung ausgelöst, die sich die abstimmenden Kurden so wohl nicht vorgestellt hatten. Schon im Vorfeld des Referendums hatten sich nicht nur der Iran, die Zentralregierung im Irak und die Türkei dagegen ausgesprochen, auch die US-Regierung und Putin sprachen sich dagegen aus. Auch die syrische Regierung, die mit der Bildung eineyr kurdischen Verwaltungszone konfrontiert ist, kritisierte das Referendum, so dass alle vier Nachbarn der Kurdischen Autonomie gegen die Abhaltung des Referendums waren.
Dies führte nicht nur zu gemeinsamen Sanktionen – Flugblockaden, Truppenkonzentrationen an der Grenze, sondern schließlich auch zu einem gemeinsamen militärischen Vorgehen des Irans und der Zentralregierung des Iraks. Am Montag Morgen (16.10.2017) rückten das irakische Militär und die al-Haschd ash-Scha°bi (Volksmobilmachung, eine schiitische Formation, die vom Iran ausgebildet und unterstützt wird) gegen Kerkuk (Kirkuk) vor und nahmen sie bis zum Abend ein, während kurdische Flüchtlinge die Ausgangsstraßen verstopften. Innerhalb von 48 Stunden räumten die kurdischen Streitkräfte weitere wichtige Gebiete: Sinjar (Sindschar), Bashiqa (Baschiqa), Makhmour (Machmur). Die außerhalb der Kurdischen Autonomie gelegenen Provinzen Nineveh und Diyala, die im Laufe des Kriegs von den Kurden einverleibt wurden, gingen wieder an die Zentralregierung. Mit Kerkuk ist ein Hauptteil der Erdöleinnahmen der Kurdischen Autonomie wieder der Zentralregierung zugefallen, und die Zentralregierung fordert nun auch, dass die Peschmerga, die kurdischen Streitkräfte, ebenfalls der Zentralregierung unterstellt werden.
Al-Dschasira berichtet von einem Deal, der laut Gerüchten zwischen General Qassem Soleymani, dem Befehlshaber der Qods-Streitkräfte der Pasdaran, und Bafel Talebani, einem führenden PUK-Politiker, ausgehandelt wurde, wonach die PUK-Kräfte den Einheiten der Haschd asch-Scha°bi kampflos ihre Stellungen in Kerkuk überlassen haben sollen. Al-Dschasira schreibt, dass später aber auch Einheiten der KDP (Barsanis Partei) ebenfalls ihre Stellungen bei Kerkuk geräumt habe, also nicht nur die PUK-Kämfper, wie Masud Barsani behauptete.
Jetzt haben irakische Truppen zusammen mit der schiitischen „Volksmobilmachung“ auch Altun Kupri eingenommen, das 40 km südlich der kurdischen Hauptstadt Arbil liegt.
Mit der Abhaltung des Referendums hat Masud Barsani und sein Umfeld in wenigen Tagen das zerstört, was die Kurden im Krieg gegen den IS gewonnen hatten.

http://www.aljazeera.com/news/2017/10/iraq-army-seizes-town-erbil-fierce-clashes-171020101628079.html
20.10.2017
Iraq army seizes Altun Kupri from Kurdish Peshmerga

http://www.aljazeera.com/news/2017/10/shocking-reversal-fortunes-unfolded-kirkuk-171020092324524.html
20.10.2017
How a shocking reversal of fortunes unfolded in Kirkuk
by John Beck

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/71475/
19.10.2017
gozareshe shabakeye al-jazire az kerkuk

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Kerkuk: Irak – Iran – Kurdistan


Massud Barsani, Präsident in der Pose des Feldherrn

Kerkuk, ein Zentrum der Erdölförderung im Irak, war lange Zeit in der Hand des „Islamischen Staats“ (IS). Im Rahmen des Kriegs gegen den IS, in dem auch die Kurdische Autonomie des Nordiraks eine wichtige militärische Rolle spielte, gelang des den kurdischen Kämpfern, den Peschmerga, den IS aus Kerkuk zu vertreiben und die Stadt einzunehmen. Barsani nutzte jetzt das Referendum über die Unabhängigkeit, dieses Referendum auch auf Kerkuk auszuweiten und so seinen Machtanspruch auf dieses Gebiet auszudehnen. Es war ein Versuch, der auf rasche und heftige Reaktion des Irans und der irakischen Zentralregierung stieß. Schon kurz nach dem Referendum brachte die irakische Regierung Soldaten nach Kerkuk.

Iranisches Zureden
Am Sonntag, den 15. Oktober, erschienen Qassem Soleymani, der Befehlshaber der Qods-Streitkräfte der iranischen Revolutionswächter (Pasdaran), die für „Auslandsoperationen“ zuständig sind, in der Kurdischen Autonomie im Nordirak, wo er Soleymaniye, das Machtzentrum der PUK (Patriotische Union Kurdistans) von Dschalal Talebani, und dann Arbil, die Hauptstadt der Autonomie, besuchte. Seine Botschaft an die kurdischen Führer soll angeblich so gelautet haben: „Bis jetzt habe ich al-Haschd asch-Scha°bi gebeten, das irakische Kurdistan nicht anzugreifen, aber das werde ich jetzt nicht mehr tun.“
al-Haschd asch-Scha°bi, wörtlich Volksmobilmachung, ist eine Formation schiitischer Milizen im Irak, die im Kampf gegen den IS gegründet wurde und vom Iran militärische Unterstützung und Ausbildung erhielt.

Ultimatum
Am Samstag stellte die irakische Zentralregierung der Kurdenführung ein Ultimatum: Sie solle Kerkuk binnen 48 Stunden räumen, sonst werde es von den Regierungstruppen eingenommen. Am Sonntag und Montag erfolgte dann die Besetzung der Stadt Kerkuk, angeblich sollen 60% der Bevölkerung in die angrenzenden kurdischen Provinzen geflohen sein. Zu einem Krieg kam es nicht.

Massud Barsani erklärt Gegner zum Verräter
Massud Barsani (Mas°ud Barzani), der Präsident der Autonomen Region Kurdistan, dessen laut der Verfassung zulässige Amtszeit eigentlich schon 2013 zu Ende war, hatte das Referendum um die Unabhängigkeit durchführen lassen, um sein korruptes Image im Volk aufzupolieren. Das ist ihm gelungen. Er nutzte das Referendum zugleich, die Kriegsbeute Irak in sein Reich einzuverleiben, denn die Erdöleinnahmen aus Kerkuk sind für ihn so verlockend wie für die irakische Zentralregierung oder andere Politiker. Es war ein Pokerspiel, das er verloren hat. Er wäre kein Politiker, wenn er das offen zugäbe. Stattdessen ließ er eine Erklärung veröffentlichen, in der er die Peschmerga einige Führer der PUK für den Verlust von Kerkuk verantwortlich macht. Das Vorrücken der al-Haschd asch-Scha°bi in Kerkuk sei nur durch „Verrat“ möglich gewesen, weil diese Peschmerga das Gebiet geräumt hätten. Diese Version hat gleich mehrere Vorteile: Erstens kann Barsani den Widerstandskämpfer spielen, ohne dass Widerstand geleistet wurde. Die Stadt ist ja durch „Verrat“ gefallen. Zweitens kann er wichtige Gegenspieler als Verräter brandmarken und wer weiß, vielleicht wird ihnen bald der Prozess gemacht. Und zu guter Letzt steht er als Sieger im innerkurdischen Machtkampf da, obwohl sein Pokerspiel um Kerkuk nicht aufgegangen ist.

Erdöl fließt weiter in die Türkei
Auffällig ist, dass die türkische Regierung, die ihr Militär an die Grenze zum Nordirak geschickt hat und verbal mit Krieg drohte, allen Drohungen zum Trotz trotz des Unabhängigkeitsreferendums für Kurdistan den Ölhahn nicht zugedreht hat. Angesichts der guten Beziehungen zwischen Barsani und Erdogan bedeutet dies wohl, dass beide Seiten wissen, dass es sich um ein Spiel handelte. Kerkuk ist für Kurdistan verloren, Barsani hat seine illegale Macht ausgebaut und steht als Held vor den Kurden da, und Erdogan behält mit ihm einen gewichtigen Gegenspieler gegen die PKK.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=139197
qasem soleymani dar arbil, saf-ara‘iye nezami dar kerkuk
vom 23. Mehr 1396 (15. Oktober 2017)

https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Haschd_asch-Scha%CA%BFb%C4%AB

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/71435/
mas°ude barzani: be ma xiyanat shod
vom 16.10.2017 15:53

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82643
wad.°iyate fouq ol-°ade wa xatare dargiriye nezami dar kerkuk
vom 23. Mehr 1396 (15. Oktober 2017)

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Iran – Kerman: Baghe zardalu – der Aprikosengarten

Kerman ist eine Stadt, die etwa 300 km von Bandar Abbas entfernt im Landesinnern liegt. Bandar Abbas ist eine wichtige Hafenstadt am Persischen Golf. Folgende Fotos, die von der iranischen Nachrichtenagentur IRNA veröffentlicht wurden, zeigen das Leben von zwanzig Familien, die aus der Region Hormosgan (Hauptort Bandar Abbas) in eine Gegend im Umkreis von Kerman gezogen sind. Die Gegend heißt Aprikosengarten, nach einem Obstgarten, der dort in der Nähe liegt. Die Familien selbst leben ohne Anschluss an Strom, Wasserleitung, sie haben keine Schule und die Kinder keine Ausweise. Ihre Zelte sind aus Stoff und Plastikresten zusammengeflickt. Aber sie leben!
Erwachsene Männer sind auf den Fotos nicht zu sehen, die verdienen in Kerman ihren Lohn als Tagelöhner.













https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=138595
vom 15. Mehr 1396 (7. Oktober 2017)
°aks / hashiye-neshinane baghe zardalu

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