Archiv für Oktober 2017

Iran: Studentin stirbt beim Duschen

In der iranischen Stadt Schahre-Kord ist vergangenen Freitag eine Studentin ums Leben gekommen, als sie sich duschen wollte. Im Vorfeld hatten die Studenten immer wieder gegen die unsichere Gasheizung der Dusche protestiert, es geschah nie etwas. Nach dem Tod der Studentin kam es zu Protesten der Studierenden. Darauf erklärten die Behörden, die Studentin habe Selbstmord begangen. Die Behörden wechselten darauf die Taktik und behaupteten, sie sei an einem Herzinfarkt gestorben. Die Studenten forderten darauf eine Autopsie. Der Sachverständige stellte fest, dass die Studentin an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben ist.
Das Verhalten der Behörden legt die Vermutung nahe, dass sie die Verantwortlichen für den lebensgefährlichen Stand der Gasheizung/Entlüftung der Duschen vor einer rechtlichen Verfolgung schützen wollen.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82525
vom 13. Mehr 1396 (8. Oktober 2017)
tajammo°e e°teraz-amiz moqabele daneshgahe shahrekord dar peye marge yek daneshju

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Iran: Lehrerproteste im ganzen Land


Der Platz für den Lehrer ist nicht das Gefängnis

Am vergangenen Donnerstag, den 5. Oktober 2017, sind Lehrerinnen und Lehrer in zwanzig Provinzen des Irans auf die Straße gegangen, um ihre Forderungen in die Öffentlichkeit zu tragen. Allein vor der Planungs- und Budgetbehörde in Teheran versammelten sich annähernd 3000 Lehrkräfte, sowohl solche, die schon im Ruhestand sind, als auch solche, die noch im Lehrdienst sind.
Ihre Forderungen machen deutlich, dass das iranische Parlament seine eigentliche Funktion nicht ausübt. Es geht hier um elementare Dinge, die schon längst hätten gelöst werden können, wenn die Kinder wichtig wären und nicht der Bau der Atombombe und ähnlicher Unsinn.
So fordern die VertreterInnen der Lehrkräfte, dass alle Schulgebäude des Landes einem Mindeststandard gehorchen sollten. Es gehe nicht an, dass in armen Gebieten in Hütten unterrichtet werde. Auch dürfe die Klassenstärke nicht zu groß sein (sie liegt in der Grundschule oft bei 40 Schülern, in den höheren Klassen bei 50 Schülern). Die LehrerInnen fordern auch, dass in zweisprachigen Gebieten in zwei Sprachen unterrichtet wird. Da ist die nationalistische Politik noch meilenweit entfernt, die lieber Pasdaran schickt, um die Kurden, die Araber, die Balutschen oder die Aseris zu unterdrücken, statt ihre Sprachen und Kultur anzuerkennen und zu unterrichten. Im nationalistischen Zentralismus unterscheiden sich die Ajatollahs in keiner Weise vom Schah oder von Atatürks Türkei. Auch berufliche Forderungen der Lehrer fehlen nicht: Pünktliche Auszahlung der Überstunden (die Zahlungen hinken jetzt schon 9 Monate hinterher), gesicherte Altersvorsorge, Gehälter und Pensionen, die über der Armutsgrenze liegen.
Die iranische Verfassung garantiert zwar eine kostenlose Schuldbildung, die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Das liegt nicht an der Armut des Landes, sondern daran, dass die Erdölgelder lieber von den Machthabenden abgezweigt werden als sie in Bildung zu investieren.
Es ist ein erfreuliches Signal, dass die Lehrergewerkschaft es geschafft hat, diese Proteste landesweit zu organisieren.
Film von der Kundgebung in Teheran: https://youtu.be/KRqwSKW7DgI

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=82469
vom 13. Mehr 1396 (5. Oktober 2017)
tajammo°e mo°allema:n wa ba:zneshastegan dar 20 osta:ne keshwar

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=138507
vom 13. Mehr 1396 (5. Oktober 2017)
film/ tajammo°e e°teraziye nazdik be 3000 tan az mo°alleman wa bazneshastegan dar moqabele sazemane barname wa budje dar ruze mo°allem wa xandane sorude ey iran

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Syrien: Versuchslabor der russischen Rüstungsindustrie


russische Kriegsbildchen, mit viel Feuer, aber ohne Tote

Laut einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur IRNA erklärte der russische Verteidigungsminister, dass sein Land in den letzten zwei Jahren der „Zusammenarbeit zur Terrorbekämpfung“ mit der syrischen Armee 152 neue Kriegswaffen erfolgreich getestet habe, 10 weitere hätten sich als unzulänglich erwiesen.
In der Meldung wird der russische Verteidigungsminister Armeegeneral Sergey Shoygu zitiert, der anlässlich des „zweiten Jahrestags des Beginns der antiterroristischen Operation der russischen Luftstreitkräfte in Syrien“ vor Vertretern des russischen Verteidigungsministeriums sprach: „Die neuen russischen Waffen, die im Kampf mit den Terroristen in Syrien erprobt wurden, haben ihre Wirksamkeit gezeigt.“ In der russischen Parlamentszeitung Parlamentskaya Gazeta vom 1. Oktober 2017 soll Sergey Shoygu erklärt haben: „Die russische Munition und Bomben, die gegen die Terroristen in Syrien eingesetzt wurden, waren sehr präzis.“
Wenn man im Internet nach diesen Aussagen in eben jener Zeitung sucht, wird man leider nicht fündig. Entweder sind die dort veröffentlichten Artikel nur ein Auszug, so dass der Rest nur gegen Zahlung sichtbar wird, oder es ist etwas faul an der Angabe. Dies ist einstweilen nicht feststellbar.
Der Artikel in der persischen Zeitung peykeiran, die die Nachricht veröffentlichte, enthält weitere Einzelheiten über die eingesetzten russischen Waffensysteme, die im greifbaren Teil der Parlamentskaya Gazeta ebenfalls nicht zu sehen sind. Vergleichbare Angaben zu den Waffensystemen sind aber auch in einem Artikel der russischen Nachrichtenagentur TASS vom 30. September 2017 zu finden, das das Kriegsgeschehen in Syrien aus dem Blickwinkel russischer Kriegspropaganda beleuchtet.
Weiter wird in der persischen Webseite peykeiran Wladimir Putin, der Präsident der Russischen Föderation, zitiert, wonach die hohe Effektivität der russischen Waffen im Antiterror-Krieg in Syrien dazu geführt habe, dass weltweit zahlreiche Bestellungen bei der russischen Industrie für diese Waffen eingegangen seien. Russland müsse sich darum kümmern, diese Kunden nicht zu verlieren. Laut Putin hat Russland 2016 Waffen an 58 Staaten verkauft, die Zahl der Länder, in denen russische Waffen zum Einsatz kämen, seien auf über 100 gestiegen. Russland nimmt weltweit den zweiten Platz in den Rüstungsexporten ein, mit Waffenexporten im Wert von 15 Milliarden Dollar im Jahr 2016.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=138224
vom 9. Mehr 1396 (1. Oktober 2017)
rusiye: dar do sale axir 152 jang afzar dar suriye azmayesh kardim

https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A8%D0%BE%D0%B9%D0%B3%D1%83,_%D0%A1%D0%B5%D1%80%D0%B3%D0%B5%D0%B9_%D0%9A%D1%83%D0%B6%D1%83%D0%B3%D0%B5%D1%82%D0%BE%D0%B2%D0%B8%D1%87
Серге́й Кужуге́тович Шойгу́

https://riafan.ru/981512-dva-goda-borby-itogi-operacii-vks-rf-v-sirii
vom 30. September 2017 20:33
Два года борьбы: итоги операции ВКС РФ в Сирии

https://www.pnp.ru/in-world/smi-strategicheskaya-iniciativa-v-sirii-pereshla-v-ruki-damaska-i-moskvy.html
vom 1. Oktober 2017
Автор: Мария Михайловская (Verfasserin: Mariya Michaylovskaya)
(am Ende jeweils verknüpft mit vorausgehenden Artikeln, die aber ebenfalls sehr kurz erscheinen und möglicherweise nicht vollständig sind)

http://tass.ru/armiya-i-opk/4605503
vom 30. September 2017, 0:21
За два года операции РФ в Сирии от террористов освобождено более 85% территории

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Iran – Syrien: Einsatz von Kindersoldaten


Gräber afghanischer Kindersoldaten aus dem syrischen Krieg auf iranischem Boden

Die Menschenrechtsorganisation wirft den iranischen Revolutionswächtern (Pasdaran) vor, im Krieg im Syrien afghanische Minderjährige bis hinunter zum Alter von 14 Jahren, die aus Afghanistan in den Iran ausgewandert waren, bei Kriegshandlungen in Syrien einzusetzen.
Human Rights Watch hat Fotos von Gräbern im Iran erhalten, mit denen acht afghanische Kinder identifiziert werden konnten, die in Syrien kämpften und dabei umkamen. Iranische Medien sollen zudem von mindestens sechs weiteren Fällen von afghanischen Kindersoldaten im Krieg in Syrien berichtet haben. In zwei dieser Fälle waren die Angaben auf dem Grabstein gefälscht, das heißt, sie erweckten den Eindruck, dass der Tote über 18 war, während Familienangehörige derselben sagten, dass es sich um Kinder gehandelt habe, die ein höheres Alter vorgetäuscht hätten, um in die Fatemiyun-Einheit aufgenommen zu werden. Die Fatemiyun-Einheit wurde von den Pasdaran geschaffen. Sie umfasst ausschließlich afghanische Staatsangehörige, die von den Pasdaran im Krieg in Syrien eingesetzt werden. Die Anwerbung von Kindern unter 15 für Kriegshandlungen gilt als Kriegsverbrechen.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/71248/
vom 9. Mehr 1396 (1. Oktober 2017)
iran dar jange suriye kudakane afghanra be kar migirad

https://www.hrw.org/news/2017/10/01/iran-afghan-children-recruited-fight-syria
vom 1. Oktober 2017
Iran: Afghan Children Recruited to Fight in Syria
Protection Gaps Increase Children’s Vulnerability

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Iran: Mehr Menschenrechte unter Rouhani?

Kürzlich hat der iranische Menschenrechtsverein „Kanune modafe°ane hoquqe bashar“ einen Bericht veröffentlicht, in dem er unter anderem vom „stillen Tod der politischen Gefangenen“ spricht. Lehrer und Arbeiter, die ihren Lohn und ihre Rechte einfordern, kommen ins Gefängnis, wo ihnen selbst elementare Rechte wie gesunde Nahrung, Hygiene oder Familienkontakt verweigert werden. So sollen sie zur Zusammenarbeit mit den Behörden gezwungen werden. Wer darauf eingeht, wird vorzeitig entlassen, die anderen greifen aus Protest gegen die Rechtlosigkeit zum Hungerstreik. Das ist den Behörden gerade recht, so schalten sich die kritischen Menschen selbst aus.
Allein im Monat Schahriwar (letztes Drittel des Monats August plus die ersten beiden Drittel des September 2017) wurden im Iran mindestens 22 Menschen hingerichtet, ein Teil öffentlich, ein Teil heimlich. Der religiösen Minderheit der Baha‘is wird das Recht auf Studium verweigert. Dieses und viele andere Themen werden im neuesten Bericht des iranischen Menschenrechtsvereins behandelt. Keine Verbesserung, stellt die iranische Menschenrechtlerin und Juristin Schirin Ebadi fest, die seit einiger Zeit im Exil lebt.

Quelle:
http://news.gooya.com/2017/09/post-7804.php
vom 27.09.2017
shirin °ebadi: dorugh-haye hassan rouhani dar bareye hoquqe bashar

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